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Wissenswertes

„El Picudo Rojo“
Bedroht der Palmrüssler Lanzarotes Palmen?

Von: Susanne Bernard


Spanien, Lanzarote, roter Palmrüssler, kanarische Dattelpalme, Phoenix canariensis, Rhynchophorus ferrugineus, Lanzarote37°, 37 Grad, Sagowürmer, deutsche Inselzeitung, Inselmagazin
Die kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis). Ihre Früchte kann man zwar nicht essen, da sie kaum Fruchtfleisch haben, aber sie ist eine auf den Kanaren endemische Pflanze und allein schon deshalb besonders schützenswert. Foto: Lanzarote37°/Bernard

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Der „Picudo Rojo“ (Rhynchophorus ferrugineus), auf Deutsch roter Palmrüssler, hinterlässt deutliche Fraßspuren unter der Rinde der Palmen. Foto: Wikipedia

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Die Raupen des roten Palmrüsslers, auch Sagowurm genannt, gelten übrigens in verschiedenen Ländern als Spezialität. In Papua-Neuguinea oder auf Borneo werden sie roh, geräuchert, geröstet oder in zusammengebunden Bananenblättern gedämpft, verspeist. Foto: Wikipedia/Luigi Barraco

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In Malaysia werden die Maden des roten Palmrüsslers, die sogenannten Sagowürmer, auch in Restaurants angeboten. Das bekannteste Sagowürmergericht nennt sich "Sago Delight" oder auch "Kadazan". Foto: wikipedia/Hegariz


(15-09-2010) Spanien/Lanzarote (sb) - Bereits vor drei Jahren erließen die Kanaren einen Erlass zum Schutz vor dem Palmrüssler, spanisch Picudo Rojo. Er soll den Vormarsch des Schädlings verhindern und Lanzarotes Palmen vor dem sicheren Tod retten. Der Palmrüssler, wissenschaftlich Rhynchophorus ferrugineus, ist ein bedeutender Schädling an Dattelpalmen, Ölpalmen Kokospalmen und Sagopalmen. Er wurde auch an anderen Palmenarten, wie zum Beispiel an Roystonea regia, der Königspalme und an Areca catechu, der Betelnusspalme, beobachtet. Weltweit richtet der Käfer beträchtlichen Schaden im kommerziellen Anbau von Datteln und Kokosnüssen an.

 

 

 

Er kommt aus Asien
Beheimatet in Südasien und Melanesien, hat sich der Palmrüssler seit Mitte der 80er Jahre westwärts ausgebreitet. 1985 erreichte er die Vereinigten Arabischen Emirate, 1990 den Irak und den Iran, 1992 Ägypten, 1994 Spanien, 1999 Israel, Jordanien, Palästina und wahrscheinlich ganz Nordafrika. Grund für diese schnelle Ausbreitung ist der Transport von befallenem Pflanzgut über große Distanzen. EU Verordnungen, die den Import aus Ländern mit Palmrüsslerbefall verbieten, werden durch Umwege über “saubere“ Drittländer umgangen. Befallene Palmen auf Gran Canaria stammen teilweise aus Ägypten.
2006 wurde in Frankreich und in Italien der erste Befall des Palmrüsslers an Phoenix canariensis, der Kanarenpalme und an Phoenix dactylifera, der Dattelpalme, festgestellt. Ebenfalls 2006 fand man die ersten befallenen Palmen auf Gran Canaria und Fuerteventura. Auf Lanzarote war bis Januar 2007 kein Befall bekannt.
Für die südlichen Mittelmeeranrainer bedeutet dies eine ernste Bedrohung der Dattelproduktion, für die nördlichen Anrainer Gefahr für die garten- und landschaftsprägenden Palmen. Auf den Kanaren ist die Phoenix canariensis endemisch, das heißt nur auf den kanarischen Inseln kommt sie in ihrer ursprünglichen Wildform vor. Sie ist vielerorts eine landschaftsbestimmende Pflanze. Stellen Sie sich Haría ohne Palmen vor!

Rostbraun, 3 Zentimeter lang
Der Palmrüssler gehört zu den Käfern. Seine Farbe ist rostbraun, seine Länge etwa drei Zentimeter mit starken Flügeln. Das Weibchen legt seine Eier – bis zu 200 Stück -vorzugsweise an Wunden am Palmenstamm, an die Schnittflächen vom Blattschnitt und an junge Blätter im Inneren der Krone. Bei jungen Palmen legt das Weibchen auch Eier am Stammgrund in neu austreibende Wurzeln. Der an Schnittstellen austretende süße Palmsaft ist ein starkes Lockmittel für den Käfer, den Geruch kann er über größere Entfernungen aufnehmen. Er fliegt ohne eine Pause einzulegen bis zu einem Kilometer weit.
Die aus einem Ei geschlüpfte Larve bleibt zweieinhalb bis drei Monate lang im Inneren der Palme. Sie ernährt sich von Fasern und Pflanzensaft, bewegt sich dabei immer weiter ins Innere der Palme und hinterlässt Tunnel und größere Aushöhlungen. Nach 80 bis 90 Tagen verpuppt sich die jetzt fünf Zentimeter große Larve in einem etwa acht Mal dreieinhalb Zentimeter großen Kokon.
Nach drei Wochen schlüpft daraus ein neuer Palmrüssler. Ein Teil der ausgeschlüpften Käfer verlässt die Pflanze, um sich auf anderen Palmen anzusiedeln, der andere Teil bleibt am selben Baum bis zu dessen Absterben. Der gesamte Entwicklungszyklus des Palmrüsslers dauert drei bis vier Monate, das heißt, man kann in freier Natur je nach Klima mit drei bis vier Generationen pro Jahr rechnen. An stark befallenen Palmen kann man gleichzeitig mehrere Generationen in allen Entwicklungsstadien finden.

Leben im Verborgenen
Da die Larve des Palmrüsslers verborgen im Gewebe der Palmen lebt, sind Anzeichen eines Befalls in den ersten Monaten nur schwer zu entdecken. Später erkennt man den Befall an Verdrehungen der äußersten Blätter und Änderung der Blattfarbe von grün zu strohfarben und an vermehrtem Blattfall.
An der Blattbasis kann man die Bohrlöcher und Tunnel feststellen, häufig findet man dort Reste der Kokons. Andere Symptome sind dickflüssiger roter Ausfluss aus den Bohrlöchern, Faserreste und ein säuerlicher Geruch. Befallene Palmen sterben mittelfristig mit entblätterter Krone und innen verfaultem Stamm ab. Wenn der Befall von außen sichtbar wird, ist die Pflanze meist nicht mehr zu retten.

Vorbeugende Maßnahmen
Ein Importstop von Palmen, ausgewogene Düngung und Bewässerung, Schnitt nur von trockenen Blättern, Verhinderung von Verletzungen an allen Pflanzenteilen und Behandlungen mit Präparaten des Niem-Baumes sollen eine abwehrende Wirkung haben. Behandlungen mit chemischen Mitteln können einem Befall vorbeugen.

Früherkennung des Befalls
Die Wissenschaft arbeitet mit verschiedenen Methoden, um dem Palmrüssler auf den Leib zu rücken: Zum Beispiel mit Pheromonfallen, das sind Gefäße oder Klebefolien, die spezifische Sexuallockstoffe der zu fangenden Schädlinge enthalten und die Käfer so anlocken. Mit den auf diese Weise gefangenen Käfern vermindert man die Anzahl der geschlechtsreifen Tiere und damit die Ausbreitung des Schädlings.
Die Anzahl der gefangenen Tiere lässt Rückschlüsse auf die Befallsstärke zu. Untersuchungen über die Veränderungen des Palmsaftes bei Befall haben bisher zu keinen brauchbaren Ergebnissen geführt. Seit einigen Jahren wird an bioakustischen Methoden zur Aufspürung der Larve des Palmrüsslers gearbeitet. Mit den Geräten können die Larven schon zehn Tage nach der Infektion im Palmenstamm geortet werden.
Die Bekämpfung des Käfers
Das Fällen und Verbrennen von befallenen Pflanzen, inklusive des Wurzelstocks, wurde bisher als sicherste Methode gesehen, eine Ausbreitung des Käfers zu verhindern. Neuere Untersuchungen zeigten, dass die im Boden verbleibenden Wurzelreste den Larven des Palmrüsslers noch genügend Nahrung zur Entwicklung geben. Auch die verbrannten Palmstämme sind im inneren noch ein Jahr lang feucht genug für die Entwicklung der Larven.
Halbwegs erfolgreiche chemische Bekämpfung ist nur mit systemischen Insektiziden erfolgreich. Diese Mittel breiten sich nach ihrer Anwendung - sprühen, gießen oder direkt in den Palmenstamm einspritzen - in der gesamten Pflanze aus. Insekten, die die Palme befallen, sterben ab.

Maßnahmen der Regierung

Es ist grundsätzlich verboten, Exemplare von Phoenix zu beschneiden. Ausgenommen sind trockene und alternde Blätter. Bei Gefährdung für Mensch und Gut kann eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden (siehe unten). Im Fall eines nötigen Schnittes müssen die Schnittstellen mit “aceite mineral de verano“ behandelt und danach mit Ölfarbe verschlossen werden. Der Schnitt von Palmschösslingen ist verboten. Natürlich auch nicht erlaubt ist die Verwendung von Palmblättern zur Dekoration bei Festen und anderen Gelegenheiten. Der Transport von Phoenixpalmen ist innerhalb der Insel nur mit Genehmigung unter Angabe von Herkunft, Pflanzort und Transportdatum möglich. Baumschulen, Gartencenter, Gartenbauunternehmen und Privatbesitzer von Phoenix sind verpflichtet, ihre Pflanzenbestände von Phoenix zu überwachen. Bei Auftreten des Palmrüsslers besteht Meldepflicht. Befallene Palmen müssen vernichtet werden.Hierfür gibt es entsprechende Anweisungen in der Resolución de Cabildo de Lanzarote vom 8. Februar 2006.

Mittelfristige Maßnahmen

Wird eine befallene Palme entdeckt, teilen die offiziellen Stellen das Gebiet um den Befallsherd in verschiedene Zonen ein. Innerhalb eines Radius von einem Kilometer werden alle Palmen auf Befall untersucht. Im zweiten Gebiet, im Radius von drei Kilometern, werden alle verdächtigen Palmen untersucht. Daran schließt sich eine Schutzzone mit dem Radius von fünf Kilometern und eine Sicherheitszone mit dem Radius von zehn Kilometern an. Fast alle Palmenarten unterliegen einem Transportverbot von Insel zu Insel. Die Gemeinden sind angewiesen, alle ihnen gehörenden Phoenixpalmen zu überwachen und in einem so genannten Baumkataster zu erfassen.
Dazu kommen noch eine Reihe von Verordnungen und Maßnahmen, welche die Unterschiede zwischen wilden Palmen, gepflanzten Palmen und den Hybriden beider (Mischformen) betreffen, die die Beerntung von Palmen regeln, über die Palmen in Naturschutzgebieten, usw.

Umsetzbare Verordungen?
Allein in Costa Teguise hat die Gemeinde 12.000 Phoenixpalmen und weitere 5000 auf dem Golfplatz zu betreuen. Wenn man noch die unzähligen Palmen in den Privatgärten dazurechnet und dies wiederum auf die Insel hochrechnet... Was für eine Aufgabe, alle Palmen mit ausgebildetem Personal zu überwachen! Die Regierung hat im März 2006 die Firma Gesplan beauftragt, auf Gran Canaria und Fuerteventura den aktuellen Stand des Befalls festzustellen. Hierfür werden Pheromonfallen verwendet. Zusätzlich wurden auf allen Inseln Pheromonfallen aufgestellt, um einen eventuellen Befall festzustellen (circa hundert Fallen auf Lanzarote). Für Fuerteventura wurde eine spezielle Gruppe zur Diagnose, Kontrolle und Rodung der befallenen Gebiete zusammengestellt. Gleichzeitig werden Gebiete mit wilden Palmen samt ihrer Umgebung kartographisiert und untersucht. Importierte Palmen werden gesondert geprüft.

Genehmigungen einholen
Palmen, die in privaten Gärten wachsen, brauchen zum Beschneiden und Verpflanzen eine Genehmigung. Man erhält Sie beim Medio Ambiente in Arrecife (zwischen Polizei und Ayuntamiento, Avenida Coll,7).
Nachdem man einen Antrag ausgefüllt hat, bekommt man Besuch vom Medio Ambiente. Die Palmen in Ihrem Garten werden begutachtet und auf Schädlingsbefall untersucht. Nach einiger Zeit kann man dann seine Genehmigung abholen und man erhält ein ausführliches Merkblatt für die Ausführung des Schnitts und der nötigen Anwendungen von chemischen Spritzmitteln.

Einen Quellennachweis zu diesem Artikel senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.
Hervorragende Informationen gibt auch beim Ayuntamiento Santa Lucia auf der Webseite:
hier klicken.

(03/07 N°8)



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