(02/07 N°7) „Sollte Atlantis eines Tages wieder aus dem Meer auftauchen – und es wird auftauchen – so wird New York dafür im Ganzen verschwinden, die amerikanische Westküste auseinander brechen und der größte Teil von Japan im Meer versinken.“ So der berühmte amerikanische Seher und PSI-Forscher Edgar Cayce (1877 -1945) aus Virginia.
Eine solche Katastrophe wünscht sich sicher niemand, aber eben eine derartige hat sich vor 50.000 bis 12.000 Jahren abgespielt, nämlich als Atlantis inmitten von zahlreichen Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis unterging.
Und weil die forschende „seriöse“ Wissenschaft, also Archäologen, Ozeanografen und Geologen, bis heute kaum Fakten für die Frage, wo Atlantis lag, erbracht hat, haben wir das Zitat des mit übersinnlichen Gaben ausgestatteten, im allgemeinen sehr glaubhaften Edgar Cayce vorangestellt. Vor allem deshalb, weil nach Cayces Visionen von Reinkarnationen, die bis Atlantis reichen, auch einige Wissenschaftler inzwischen dahin tendieren, dass nur das Erwecken der kollektiv verschütteten Menschheitserinnerung die Lösung der Atlantis-Frage bringen kann.
Zwischen Fakten und Fabeln gibt es aber viele Anhaltspunkte für Atlantis im Atlantik (die ungezählten Theorien wie Santorin im Mittelmeer, Tartessos in Südspanien, gar Helgoland, Sibirien usw. lassen wir hier mal außen vor, weil wir damit ins Uferlose kommen und weil wir ja hier im Atlantik leben): Es muss einen Kontinent zwischen den Kontinenten gegeben haben, denn die Pyramidenkulturen gab es in Ägypten und in Mittelamerika. Mitten im Atlantik liegt der Mittelatlantische Rücken, ein untermeerischer Gebirgszug, der sich von der Höhe Irland bis Höhe Kapverden hinzieht. Auf der ganzen Welt sind Sintflutsagen verbreitet, die auf eine Katastrophe wie die von Atlantis hinweisen. Die Azteken haben eine Sage, nachdem ihr Volk von einer östlich (1) gelegenen Insel namens Aztlán stammt. Und da ist Platon: Nach ihm lag Atlantis, ein riesiger Kontinent mit hoher Kultur und vielen umgebenen Inseln, hinter den Säulen des Herkules im damals „Westlicher Ozean“ genannten Meer. Herkules tauschte in der griechischen Mythologie mit Atlas bekanntlich die Weltenlast auf seinen Schultern, und als die beiden Säulen waren offenbar die Berge beiderseits der heutigen Straße von Gibraltar gemeint. Es könnte sich aber auch um den Teide auf Teneriffa gehandelt haben, der in grauer Vorzeit zwei Gipfel gehabt haben soll und damit als Landmarke weit eindrucksvoller als eine nun englisch besetzte Affeninsel gewesen wäre.
Der Archäologe und Sprachforscher Charles Berlitz, der Atlantis für eine riesige Inselkette mit Mittelpunkt auf den Azoren hält, sieht Spuren der Atlanter auch auf den Kanaren:
Als die ersten Europäer auf die Kanaren kamen, zuerst 1402 im Süden Lanzarotes beim heutigen San Marcial del Rubicón, trafen sie laut Berlitz auf ein Königtum von je zehn Königen, wie es auch Platon für Atlantis beschrieb. Wieder laut Berlitz waren die Alt-Kanarier der Überzeugung, sie seien die einzigen Nachfahren auf der Welt, die eine alles verschlingende Katastrophe überlebt hätten. Nur die Spitzen der Berge seien von ihrer Heimat übrig geblieben. (Die Theorie von den Kanaren, Azoren und Madeira als Gipfel der höchsten Berge von Atlantis findet sich in vielen Werken.) die Alt-Kanarier, so Berlitz weiter, hatten beim Eintreffen der Kolonisatoren die Technik der Mumifizierung gekannt (viele Mumien sind heute noch in kanarischen Museen zu sehen), sie hatten als Gott die Sonne auserkoren, sie hatten eine Schrift, kannten sich in Himmelskunde aus. Ihre Töpferei-Erzeugnisse ähnelten denen der Indianer.
Dennoch konnte Berlitz nicht ganz überzeugen, denn er verschwieg, dass die Alt-Kanarier beim Eintreffen der Eroberer weder eine Töpferscheibe noch das Rad und kaum Metalle kannten, und – erstaunlich für ein Inselvolk – keine nennenswerte Schifffahrt beherrschten, also in einer Steinzeit-Kultur lebten, die mit der angeblichen Hochkultur von Atlantis kaum in Verbindung zu bringen war. Wäre da nicht das ausgeprägte Wissen in Astronomie, das hoch entwickelt war und wiederum einer gewissen Hochkultur zuzurechnen wäre.
Den Beweis liefert auf Lanzarote (es gibt auch ähnliches auf Gran Canaria und Teneriffa) der Vulkan Guenia bei Guatiza, der, wenn man von Tahiche kommt, in Höhe des heutigen Guatiza-Kreisels linker Hand aufragt. Von hier aus sieht man es nicht, aber deutlich von Teseguite und El Mojón oder von Mala aus: der Kraterrand des Guenia hat oben deutlich eine Lücke, wie eine Zahnlücke, und wenn man hinaufsteigt, gibt es noch einige Lücken, alle von Menschenhand vor Urzeiten in den Kraterrand geschlagen. Die Einwohner von Teseguite und El Mojón nennen die von unten sichtbare Lücke seit eh und je „Portillo del Guenia“, also Pforte oder Türchen des Guenia. Heute würde man das ganze System allerdings Sonnenobservatorium nennen, denn mit Hilfe der Sonnenstrahlen, die durch die Türchen fielen, konnten die Alt-Kanarier berechnen, wann jeweils die zwei Zeitpunkte des Äquinoktiums nahten, also die Tagundnachtgleiche des Frühlings- und Herbstanfangs. Das ist nicht einfach zu berechnen, denn an diesen Zeitpunkten muss die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn genau den Himmelsäquator schneiden. Das zu errechnen, ist eine erstaunliche mathematische Leistung für jene Zeit, zudem die Äquinoktiumspunkte sich durch Drehbewegungen der Erdachse verschieben können.
Offenbar hatte dieses Sonnenobservatorium kultische Funktionen, wie man es auch zum Beispiel von Stonehenge (Ein in der Jungsteinzeit begründetes und mindestens bis in die Bronzezeit benutztes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England. Anm. d. Red.) für möglich hält. Im Krater selbst lagen nämlich Begräbnisstätten der Ureinwohner, möglicherweise lassen größere behauene Steine darauf schließen, dass es hier auch einen Sonnentempel gab. Um den Guenia herum gibt es fünf vorkoloniale Steinhaus-Ruinen und in den Barrancos um den auch heute noch als Heiligen Berg benannten Guenia gibt es zahllose Fels-Inschriften, die einige Forscher für Hinweise auf Sonnen-, Mond- oder Planetenbewegungen halten. Entziffert sind die Inschriften allerdings bis heute nicht.
Lesen Sie in der nächsten Folge unserer Serie „Spurensuche Atlantis“ ob die Atlanter durch Missbrauch des Klonens und der Atomkraft ihre Welt zum Untergang brachten.