16-04-2013 Spanien/Kanaren/Fuerteventura/Lanzarote (sb) – Wie das Cabildo von Fuerteventura heute in einer Pressenotiz ankündigte, hat das spanische Industrieminsiterium, dessen Chef der der Grankanarier José Manuel Soría ist, die Forschungssondierungen nach Ölvorkommen vor den Küsten Fuerteventuras und Lanzarotes genehmigt, ohne die Untersuchungen durch das Umweltminsiterium auf Umweltverträglichkeit abzuwarten.
Betroffen sind sechs unterschiedliche Zonen vor den Kanareniseln Lanzarote und Fuerteventura, jede von ihnen 64 Quadratkilometer groß.
Das spanische Industrieministerium hat der Firma Repsol und ihren internationalen Tochterfirmen „wissenschaftliche Sondierungen“ nach Ölvorkommen vor den Küsten Lanzarotes und Fuerteventuras erlaubt, ohne das vorher eine entsprechende Umweltverträglichkeitsuntersuchung durch das spanische Umweltministerium abgewartet werden muss.
Dies, so die Inselregierung von Fuerteventura, die sich mit der von Lanzarote aufs heftigste gegen geplante Probebohrungen nach Ölvorkommen vor deren Küsten wehrt, sei unerträglich, weil das Ministerium den Genehmigungsprozess für Probebohrungen verletzte, welchen es selbst in die Wege geleitet hatte: „Auf der einen Seite beantragt das Industrieministerium selbst den Prozess der Umweltverträglichkeitsprüfung vor den Bohrungen beim Umweltminsiterium, auf der anderen Seite genehmigt das Industrieminsiterium „wissenschaftliche Sondierungen“ zu Zwecken der Umweltverträglichkeitsprüfung.
„Das zwingt uns von neuem, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese neuerliche Genehmigung vorzugehen“, läßt der Präsident von Fuerteventura, Mario Cabrera, verlauten
Madrid hatte Fuerteventura mit Schreiben vom 27. März mitgeteilt, dass man eine Studie zur Untersuchung des Meeresbodens zum Zweck geplanter Probebohrungen in den Sektoren 1-9 genehmigt habe. Von dem Beschluss wurde das Cabildo von Fuerteventura offiziell am vergangenen Freitag unterrichtet.
Die Sondierungsarbeiten sollen in sechs Sektoren vor Lanzarote und Fuerteventura vorgenommen werden, jeder Sektor mit einer Ausdehnung von 64 Quadratkilometern, wo jeweils 20 Sedimentproben und sechs Wasserproben in einer Tiefe zwischen 800 und 1500 Metern genommen werden sollen. Nicht bekannt ist, ob für diese Untersuchungen der Meeresboden perforiert werden müsse, so Mario Cabrera, Präsident von Fuerteventura.
Repsol muss für die Sondierungsarbeiten mit einer Summe von drei Millionen Euro für eventuelle Schäden an „Umwelt oder Personen“ garantieren.