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Dienstag, 13. November 2018
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Freizeit

Archipiélago Chinijo
Paradies der Kanaren

Von: Friederike Klinge



Sicht auf La Graciosa











Sicht auf Alegranza


Geduldiges Beobachten gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten der WWF-Helfer, die auf La Alegranza eine Woche verbringen.





Heinz-Josef Lüther


(11/06 N°5) Bei schönem Wetter ist der Ausblick vom “Mirador del Río” unvergesslich: Aus einer Höhe von knapp 500 Metern eröffnet sich der Blick über die Steilküste von Famara auf die „Los Islotes“. Das sind die Lanzarote nördlich vorgelagerten Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza sowie die Felsen “Roque del Este” und “Roque del Oeste”. Kurz “Archipiélago Chinijo” genannt.


Die „Islotes“ (Inselchen) bilden zusammen mit der Steilküste “Los Riscos de Famara” im Norden Lanzarotes, der Küste bis nach Caleta de Caballo und Teilen der Flugsandebene “El Jable” den Naturpark “Parque Natural del Archipiélago Chinijo”. Auf einer Gesamtfläche von 462,63 Quadratkilometern findet man hier eine Vielzahl verschiedener mariner und terrestrischer Lebensräume und Ökosysteme mit einer herausragenden Artenvielfalt.

Artenvielfalt von unschätzbarem Wert
Seit 1986 steht dieses unvergleichliche Fleckchen Erde unter Naturschutz und ist nicht nur für 150 Arten verschiedener Vögel von Wichtigkeit, sondern auch für Wale, Schildkröten, Lapas (Napfschnecken) und viele einzigartige endemische Pflanzen.


Küken für den Kochtopf
Viele der auf dem offenen Meer lebenden Seevögel kommen alljährlich zum Brüten auf die “Islotes”, so zum Beispiel die dem Albatros verwandten „Gelbschnabelsturmtaucher”. Im Frühsommer reisen sie zu Tausenden nach Alegranza, um hier zu nisten und ihren Jungen im Oktober/ November das Fliegen beizubringen.
Tatsächlich befindet sich auf Alegranza die zweitwichtigste Population des Gelbschnabelsturmtauchers, “Pardela cenicienta”, der Welt. In der Brutzeit von Juli bis November halten sich schätzungsweise 8.000 bis 10.000 Pärchen auf dem nur 10,3 Quadratkilometer großen Eiland auf. Der Flug- und Tauchkünstler wird erst mit sieben bis neun Jahren geschlechtsreif, legt nur ein Ei pro Jahr und wurde auf den Kanaren traditionell gejagt. Obwohl die Pardela inzwischen streng geschützt ist, werden die angeblich nach Meeresfrüchten schmeckenden Küken immer noch aus den Nestern geholt und am heimischen Herd der Wilderer zu Paella oder Potaje verarbeitet.

Geier, Adler und atlantische Eidechse
Dreißig Arten von Nistvögeln sind auf die eine oder andere Weise geschützt.
Im “Parque Natural del Archipiélago Chinijo” leben zum Beispiel fünf der acht auf den Kanaren vom Aussterben bedrohten Vogelarten:
Die auf Lanzarote ausgestorbenen Schmutzgeier (span.: “Alimoche” oder “Guirre”) ziehen hier ihre Kreise und lauern auf Aas.
Fischadler finden in den fischreichen Gewässern reiche Beute und verschiedene Falkenarten jagen die endemische Kanarische Spitzmaus und die ebenfalls endemische Atlantische Eidechse.


Wiege der lanzarotenischen Flora

Auf den nur 91,12 Quadratkilometern Landfläche breitet sich außerdem eine einzigartige Vegetation aus. Von den 390 Pflanzanarten sind 40 entweder auf provinzieller, staatlicher oder europäischer Ebene geschützt. Bis zu 90 Prozent der Lanzarote-Endemiten sind im Archipiélago Chinijo zu finden, davon die meisten an der Steilküste “Los Riscos de Famara”. Hier liegt nach Meinung verschiedener Wissenschaftler die Wiege der lanzarotenischen Flora.

Wale, Schildkröten und Lapas
Die Gewässer des “Archipiélago Chinijo” bergen die größte Artenvielfalt der Kanaren.
241 Arten Meeres-Weichtiere, darunter die vom Aussterben bedrohte und strengstens geschützte Napfschnecke “Lapa Majorera” leben hier, in den nördlichsten Gewässern des Kanarischen Archipels, zusammen mit 259 verschiedenen anderen Fischarten. Auch neun verschiedene Wal- und Delfinarten leben im “Kleinen Archipel”. Alle stehen unter Schutz, darunter der Gemeine Delfin und der Orca. Viele dieser Tiere sind durch Fischfang und zunehmende Gewässerverschmutzung bedroht. Darunter auch zwei Meeresschildkrötenarten, die sich hier zwar nicht fortpflanzen, aber regelmäßig aufhalten. Sie stehen bereits auf der Roten Liste der UICN (The International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources).

Kompetenzgerangel behindert Umweltschutz
Der Naturpark “Parque Natural del Archipiélago Chinijo” gehört zu den nördlichsten Gemeinden Lanzarotes, Haría und Teguise. 95 Prozent der Insel Alegranza und die Insel Montaña Clara befinden sich in Privatbesitz. Die restlichen fünf Prozent von Alegranza mit dem alten Leuchtturm und die zwei Felsen “Roque del Este” und “Roque del Oeste” sind Staatseigentum. Von der größten Insel La Graciosa besitzt der “Organismo Autónomo de Parques Nacionales”, eine zum Umweltministerium gehörende Institution, 98,5 Prozent. Erst 1986 wurde das gesamte Gebiet gesetzlich zum Naturpark “Parque Natural del Archipiélago Chinijo” erklärt. 1994 gab es eine Reklassifikation, die die Co-Existenz verschiedener Schutzgebiete im selben Bereich ermöglichen sollte. Im selben Jahr wurden die Insel Montaña Clara sowie die zwei Felsen zur “Reserva Natural Integral de los Islotes” erklärt. Diese Schutz-Organisation ist der des Naturparks übergeordnet, das heißt, dass dieses spezielle Gebiet noch strenger geschützt und Betreten strengstens verboten ist.


Die Gewässer zwischen den “Islotes” und der Insel Lanzarote erhielten 1995 vom Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung und der Kanarischen Verwaltung für Fischerei den Titel “Reserva Marina de Interés Pesquero” und unterstehen damit ebenfalls der Administration dieser beiden Institutionen.
Ebenfalls im Jahre 1986 wurden 1722 Hektar des Naturparks zu einer “Zona Especial de Protección para las Aves” (ZEPA) erklärt und als Lanzarote 1993 von der UNESCO den Titel “Biosphärenreservat” erhielt, wurde der gesamte Naturpark “Parque Natural del Archipiélago Chinijo” miteinbezogen.
Verschiedene Einrichtungen, Institutionen und Organisationen erschweren die effiziente Verwaltung des Naturparks und die Umsetzung von Naturschutzprojekten. Ein Problem war in den letzten Jahrzehnten, dass der “Plan Rector de Uso y Gestión” (PRUG), also die Regelung der Nutzung und Verwaltung, keine Wirkung hatte. Inzwischen ist dieses 179 Seiten starke Dokument von der Kanarischen Verwaltung für Territorialpolitik und Umweltangelegenheiten der Kanarischen Regierung (“Consejería de Política Territorial y Medioambiente del Gobierno de Canarias”) verpflichtend geworden. Damit besteht nun eine gesetzliche Regelung über das Miteinander der verschiedenen Organisationen. Es ist genau festgelegt, was wo erlaubt und verboten ist und welche Maßnahmen im Laufe der nächsten Jahre ergriffen werden müssen, um den Schutz und den Erhalt dieses einigartigen Naturschutzgebietes zu gewährleisten.

Wenig konkrete Projekte
Für alle Beteiligten, sowohl von offizieller als auch von privater Seite, bedeutet die Umsetzung des PRUG eine große Herausforderung. Es bleibt zu hoffen, dass die nötigen finanziellen Mittel bald zur Verfügung gestellt werden, um dann mit größter Sorgfalt eingesetzt zu werden. Die etwa 1600 Einwohner des Naturparks (Caleta del Sebo auf La Graciosa, Caleta de Famara und Caleta de Caballo auf Lanzarote) sind ebenfalls gefordert: Umweltschutzprojekte wie zum Beispiel Strandreinigungen könnten auf kommunaler Ebene organisiert werden.
Eines der wenigen konkreten Umweltschutzprojekte im Naturpark “Archipiélago Chinijo” wird seit 1998 von WWF/ Adena durchgeführt. Die Kampagne zur Konservation, Überwachung und Sensibilisierung (Campaña de Conservación, Vigilancia y Sensibilización) findet jährlich von Juli bis November statt. Es werden Techniker und Freiwillige auf Alegranza stationiert, um während der Brutzeit der Seevögel die Küken vor Wilderern zu schützen und das illegale Sammeln von “Lapas” zu verhindern. Die Bestände werden gezählt, es werden wissenschaftliche Daten gesammelt, die Strände werden vom Müll gesäubert und diejenigen, die mit Booten anlanden werden aufgeklärt, wie sie zum Schutz der Inseln beitragen können.

Fischereibeauftragter als Wilderer?
Während der Einsatz des WWF im Archipiélago Chinijo vorbildlich und von großer Wichtigkeit ist und viel zum Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzanarten beiträgt,  gab Marcos Páez, Fischereibeauftragter im Cabildo (Consejero de Pesca de Lanzarote), jüngst ein denkbar schlechtes Beispiel ab: Er sah sich gezwungen, Ende September von seinem Amt zurückzutreten, weil man ihn dabei erwischt hatte, wie er auf La Graciosa angeblich 15 - 20 Kilo „Lapas“ gesammelt hatte, obwohl das Gesetz nur 5 Kilo erlaubt. Mitarbeiter des Umweltamtes vom Cabildo hatten ihn angezeigt…Wie soll Umwelt- und Tierschutz auf Lanzarote vorankommen, wenn nicht einmal diejenigen, welche über die Gesetzte wachen sollen, sich an deren Bestimmungen halten?
Die Autorin Friederike Klinge ist Diplom-Geologin und lebt seit sechs Jahren mit ihrer Familie auf Lanzarote.


Fotos: WWF; M.E.E.R. e.V. (http://www.m-e-e-r.de), Gustavo Peña Tejera, Jesus Palmero und Heinz-Josef Lüther.

 

Die wundervollen Fotos und Panoramabilder von Alegranza und der Kamelkarawane stammen von Heinz-Josef Lüther (48). Der Amateur-Fotograf und Software-Programmierer aus Werne in der Nähe von Dortmund kommt seit 1997 nach Lanzarote. Als Junge bekam er von seinem Vater eine Spiegelreflex-Kamera geschenkt und wurde begeisterter Amateur-Fotograf. 1998 entdeckte er die Panorama-Fotografie. Die Bilder von Alegranza und die der Kamarelkarawane entstanden auf einer Lumix (Panasonic). Infos über Ihn und seine Arbeiten finden sie auf seiner Web-Site www.photo-7.net



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