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Lokales

Jedes Jahr ein Platz für neue Träume:
Die Weihnachtskrippe in Yaiza

Von: Thurid Pörkson


Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Die traditionelle Weihnachtskrippe der lanzarotenischen Gemeinde Yaiza, auf spanisch belén navideño.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Die Nachbildung der Heilige Familie im Stall zu Bethlehem mit dem Jesuskind in einer Krippe.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Fast 400 Quadratmeter groß ist die Krippe von Yaiza und bereits im Oktober wird das Material auf den Platz neben der Kirche geschafft, damit die Gemeindemitglieder mit der Arbeit beginnen können.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Es wird gemauert und gespachtelt...

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...Sand, Picón und Vulkangestein aufgeschichtet, bis nach und nach die Landschaft Lanzarotes nachgeformt ist und mit der Detailarbeit begonnen werden kann.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Guelo baut in seiner Werkstatt an der Nachbildung von Leuchttürmen und Hafenanlagen, Castillos, Rathauser ja sogar Miniaturschiffe, alles wird naturgetreu nachgebaut.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Nach wochenlanger Arbeit ziehen winzige Kamelkaravanen vorbei an romantischen Ermitas - ein Traum von Lanzarote ist entstanden.

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
Detailgetreu auch die Nachbildung einer bäuerlichen Familie bei der Arbeit. Auf dem Kirchplatz von Yaiza ist zweifellos die schönste Krippe der Insel zu bewundern...

Weihnachtskrippe, belén navideño, yaiza, Lanzarote37°, 37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung
und so manches, was sich die Einheimischen wünschen würden - wie hier der rauschende Bergbach - wird zu Weihnachten in den Krippenlandschaften Lanzarotes verwirklicht. Fotos: Thurid Pörkson/Lanzarote37°


An vielen Orten auf der Insel sind in der Adventszeit Krippenlandschaften aufgebaut: auf Kirch- und Marktplätzen, in Kirchen und Kaufhäusern. Es lohnt sich, eine Fahrt zu machen von Krippe zu Krippe. Die schönste, das steht fest, befindet sich in Yaiza.


Jedes Jahr im Oktober bringen Bagger und Lastwagen Mengen von Felsbrocken und Berge von rotem und schwarzem Picón auf den sonst staubig leeren Platz für Autos hinter dem Kulturhaus in Yaiza. Und dann beginnen die alten Meister wieder ihr Werk:
Santiago, Tito, Balthazar, Víctor, Guelo und deren Helfer lassen innerhalb von zwei Monaten unter ihren tüchtigen Händen die ganze Insel - sozusagen en miniature -
neu entstehen, alle Kommunen mit ihren besonderen Kirchen, Häusern und Plätzen, die Häfen und die Salinen, Brücken und Mühlen; eben das gesamte Vulkaneiland und das Meer, das es umschließt. Bis zum Eröffnungstag im Dezember grünen kleine Linsenfelder und der Wein sprießt im Schutz seiner Steinmäuerchen. Man sieht winzige Menschen bei der Arbeit. Beim Graben und Pflanzen oder Fischen, in ihren Gärten oder Ausschau haltend am Hafen… Esel, Pferde, Kamele mit ihren grünen Kiepen, Schafe und Ziegen, Hühner und Katzen.

Und fern vom Getriebe in den Lavahöhlen zwischen Bergen, spärlich beleuchtet: die Heilige Familie. Hier fanden sie Schutz auf ihrer Flucht, hier konnte Maria ihr Kind zur Welt bringen. Hirten eilen von den Weiden. Sie waren einem hellen Stern gefolgt und finden das Kind und die Eltern bei Ochs und Esel. Eine Familie, so arm  wie sie selbst und ebenso angewiesen auf gute Nachbarschaft und Unterstützung: sie bringen ein Fell gegen die Kälte, einen Käse, Zwiebeln, Tomaten, Ziegenmilch und ihre Freundlichkeit. - Lanzarote gibt, was es hat. Einem dieser Hirten, die zur Krippe eilen, hängt seine heruntergezogene Hose um die Knie, gebeugt ist er, weil er eben noch sein Geschäft verrichtete. Wenn man den sucht, findet man ihn verschämt verborgen, in jedem Krippenbild. Aber nicht in Yaiza.

Was hat er zu bedeuten“, wüsste ich gern. Santiago lacht, er weiß es nicht genau. Vielleicht soll er ganz drastisch zeigen, wie arm die Hirten lebten, ohne Wasser, ohne Klo. Sie mussten, wo sie mussten. Vielleicht zeige es aber auch die begeisterte Eile der Armen auf dem Weg zur Krippe: nicht mal mehr Zeit zum Hose hochziehen! Tito brummelt unzufrieden: So was gibt es in Yaiza jedenfalls nicht. Diese Figur stammt vom Festland!

Am 18. Dezember müssen die Männer fertig sein, denn um 20 Uhr gibt es ein großes Fest. Alle sind dann versammelt, um wieder einmal die wunderbar gestaltete Insellandschaft mit all ihren märchenhaften Einzelheiten zu bestaunen – und in die Höhle zu schauen wie die Hirten: Vater, Mutter, Kind und Stern.

Zum Fest kommen die Bauern und Hirten aus der Umgebung, der Bürgermeister, der Pfarrer, die Dorfkinder mit ihren Eltern und viele, viele Schaulustige von der ganzen Insel. Alte Hirtenlieder werden gespielt, teils auf Instrumenten, die über 200 Jahre alt sind und auf denen schon Santiagos Urgroßvater dieselben Lieder hat erklingen lassen wie er: „Kommet, ihr Hirten...“ Sein altes Instrument heißt Espadín – ein eiserner Spieß ist das, gegen den er klingend eine kleinere Stange schlägt; ein anderes klingt wie eine Vogelstimme. Gitarre, Timple und Kastagnetten begleiten den Dorfchor.

Jedes Jahr bestaunen die Besucher die Schönheit im Ganzen und die Handwerkskunst und Liebe in jedem Detail. Vieles sieht man gar nicht mehr, wenn es fertig ist neben Steinsetzern, Maurern, Tischlern und Bauern waren auch Elektriker und Klempner und Töpfer am Werk. Ihnen gilt Lob und Dank an diesem Tag. „Aber ich geh gar nicht hin“, sagt Tito, „solches Fest, solche Fülle, solcher Lärm, das ist dann nichts mehr für mich.“ Er lässt sich nicht aufhalten beim Steine setzen und Landschaften modellieren. Eine Zigarette leuchtet ganz hell in seinem wetterbraunen Gesicht. Aber wir dürfen nachher in die Bar kommen, wo sie frühstücken.

Da treffen wir uns dann mit ihm und mit Santiago. Balthazar hatte keine Zeit und Víctor, der Tischler musste in seine Werkstatt. Wir wollen gern wissen, seit wann es solche Krippenlandschaft gibt und wie sie das machen und warum. Tito ist längst Rentner, aber er erinnert sich, wie er als Kind schon mit seiner Großmutter in der Kirche vor dem Stall mit der Krippe und dem Kind gestanden und gestaunt hat. Alle Jahre wieder. Als er älter geworden war, hat er schon mitgeholfen beim Aufbau, bei Reparaturen und der Gestaltung. Später hat er seine eigenen Kinder mitgenommen und ihnen alles gezeigt und erzählt, was er wusste: dass diese Geschichte von der Wertschätzung der Kleinen handelt und dass es ihre Geschichte ist: „Ihr kommt darin vor“.

Von da kam seine Idee, diese Geschichte aus dem engen Kirchenraum nach draußen zu befördern, dass alle es sähen und verstehen. „Jesus hätte wirklich auch bei uns geboren sein können!“

Fast zwanzig Jahre ist das her- und seitdem hat er diese Krippenlandschaft immer weiter ausgebaut, jeden Winkel, jeden Vulkan, Salz und Meer, alle Arbeit und das Zusammenleben auf der Insel wollte er einbezogen wissen. Jeder und alles sollte berührt und gewürdigt sein. Bürgermeister und Pfarrer stimmten ihm zu. Die Gemeinde hilft ihm. Nach seinen Ideen wird alles gemacht. Es gibt keine Aufzeichnungen, keine Pläne, alles hat er im Kopf – und jedes Jahr anders, jedes Jahr besonders.
Tito ist Bauer geworden wie seine Vorfahren. Er hat ein Fingerspitzengefühl für das Land, die Steine, die Zusammensetzung der Insel; und er hat Geduld und Ruhe und große Lust zu dieser Arbeit. Er bekommt nichts dafür – er tut es aus Glauben, aus Liebe zur Heimat auch, die er so gern den Kindern weitergeben möchte und denen, die verantwortlich sind für die Insel. Er will nicht hervorgehoben, gewürdigt und gefeiert werden, aber er will seine Arbeit und sein Anliegen verstanden wissen. Natürlich hofft er, dass andere diese Tradition fortsetzen werden.

Santiago nickt. Er ist Maurer – beschäftigt bei der Kommune, wie Balthazar und die Tischler Víctor und Guelo. Sie werden von der Kommune freigestellt für diese Arbeit, aber sie leisten auch eine Menge nach Feierabend. Es macht ihnen Spaß: die Beratungen, wie sie es machen wollen; die Gespräche, die Besucher. Es ist ein Spiel und gleichzeitig Qualitätsfacharbeit. Es ist die handgreifliche Weihnachtsgeschichte von Flucht und Solidarität und dem Licht, das im Dunkeln aufgeht. „Wie empfinden Sie denn die Vergänglichkeit ihrer Arbeit? Zwei Monate Arbeit für einen Monat Stehen und Staunen. Denn Mitte Januar wird ja alles wieder abgebaut, Häuser und Figuren werden verwahrt, aber alles andere verschwindet wie es gekommen ist, mit Lastern und Baggern?“

Da lächelt der alte Mann: Alle Jahre wieder – Ich bin Bauer. Ich kenne Werden und Vergehen, Saat und Ernte. Wenn wir das alles nicht abbauen würden, hätten wir keinen Platz für neue Träume und Pläne und im nächsten Jahr auch nichts zu tun.“
(12/07 N°17)



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