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Lokales

Alte Kulturpflanzen auf den Kanaren

Von: Wolfgang Scherzer


Kulturpflanzen der Kanaren, Lanzarote, Spanien, "Hordeum vulgare", Gerste, 37 Grad, 37°, deutsche Inselzeitung, deutsches Magazin, deutschsprachiges Magazin
Gerste (Hordeum vulgare) ist eine alte Kulturpflanze auf den Kanaren. Foto: Wikipedia/F. Gerlach

Kulturpflanzen der Kanaren, Spanien, "Hordeum vulgare", Linsen, "Lens culirnaris", 37 Grad, 37°, deutsche Inselzeitung, deutsches Magazin, deutschsprachiges Magazin
Rote, gelbe und grüne Linsen werden auf Lanzarote angebaut. Foto: Wikipedia

Alte Kulturpflanzen der Kanaren, Spanien, "Olea europaea", 37 Grad, 37°, deutsche Inselzeitung, deutsches Magazin, deutschsprachiges Magazin
Schon in den frühesten Zeugnissen der Ägypter, Griechen und Hebräer wird der Ölbaum erwähnt. Auf Lanzarote muß auch der Olivenbaum ein geschütztes Plätzchen bekommen.

Alte Kulturpflanzen der Kanaren, Spanien, "Cicer arietinum", Kichererbse, 37 Grad, 37°, deutsche Inselzeitung, deutsches Magazin, deutschsprachiges Magazin
Es gibt hunderte verschiedener Feigensorten: Ficus Carica ist eine davon. Wenn Sie auf Lanzarote Feigen ernten wollen, bitten Sie um Erlaubnis.


In Kleinasien wurde die Kichererbse schon vor 8.000 Jahren angebaut und von dort in den Mittelmeerraum und nach Indien verbreitet. Kichererbsen stellen geringe Ansprüche an den Boden und kommen mit wenig Wasser aus. In den gemäßigten Klimazonen sind die Erträge wegen mangelnder Wärme nur gering. Foto: Wikipedia/BotBln


(08/07 N°13) Man vermutet, dass die Kanaren in drei Phasen besiedelt wurden. Mit der ersten, etwa 3000 vor Chr. traf ein Wüstenvolk aus der Sahara ein, Ausgrabungen weisen außerdem auf eine Besiedlung aus Europa hin. Auch die Phönizier als Seefahrervolk könnten die Inseln schon um 1000 v. Chr. besucht haben. Einige Jahrhunderte vor Christus erreichen weitere Menschen aus Nordafrika die Kanarischen Inseln. Ab dem sechsten Jahrhundert nach Christus siedelten sich auch die Berber auf den Kanaren an. Das aus den Einwanderungswellen entstandene Volk der Guanchen lebte bis zur Eroberung durch die Spanier in einer der Steinzeit ähnlichen Kultur und betrieb Ackerbau und Viehzucht. Grundnahrungsmittel waren Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte, dazu wurden Ziegen, Schweine, Schafe und Hunde gehalten.
Gerste, Weizen und die Hülsenfrüchte Erbsen, Linsen und Kichererbsen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen. Die Ausgrabungen bei Jarmo (Irak) gelten als die Fundstätte für die ältesten Spuren des Getreidebaus. Die dort gefundenen Gerstenkörner, die der Wildgerste noch sehr nahe stehen, wurden mit Hilfe der C14-Datierung dem siebten Jahrtausend vor Christus zugeordnet. Es ist anzunehmen, dass die primitiven Gerstenformen wegen ihrer kurzen Anbauzeit den Nomadenvölkern eine geeignete Anbaufrucht zur Mehlgewinnung waren. Vom so genannten „Gebiet des fruchtbaren Halbmonds“, einer Region mit Winterregen im Nahen Osten, breitete sich der Gersteanbau weiter aus. In allen alten Kulturen des Mittelmeerraumes wird die Gerste als Brotgetreide und Futterpflanze verwendet. Sie wird erwähnt in alten semitischen Aufzeichnungen (der Bibel) und auf babylonischen Inschriften (3000 v. Chr.). Nach der griechischen Mythologie haben die Götter den Menschen als erste Nahrung die Gerste gegeben. Auch der Ährenkranz der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit „Demeter“ weist auf Gerste hin. Auf altitalienischen Münzen ist die Gerste abgebildet, die den Römern anfangs als Brotgetreide diente.
Der Weizen ist die zweitälteste Getreideart. Die ältesten Weizenfunde stammen aus der Zeit um 6000 v. Christus. Urformen der heutigen Weizensorten sind Einkorn- und Emmerweizen, beide stammen aus dem Nahen Osten. In den ägyptischen Pharaonengräbern fand man Emmerweizen als Totengabe, auch auf altägyptischen Denkmälern, Skulpturen und Wandzeichnungen ist Weizen abgebildet.
Die ersten Anbauformen von Linsen und Kichererbsen datiert man ebenfalls in dieselben Epochen. Es ist anzunehmen, dass die ersten Besiedler der Kanarischen Inseln ihre Grundnahrungsmittel Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte als Saatgut mitbrachten.

Die älteste bekannte Kulturpflanze ist der Feigenbaum, Ficus carica. Ausgrabungen weisen darauf hin, dass der Feigenbaum schon früher als die Ackerbaukulturen domestiziert wurde: Im Westjordanland fand man 10.000 Jahre alte Trockenfeigen, die nicht mehr der ursprünglichen Wildform angehören. Erste aufgezeichnete Erwähnung finden nicht die Früchte, sondern die Blätter mit denen sich Adam und Eva nach dem Sündenfall bedeckten. Die Größe passt ja, ein Blatt reicht schon. Auf Michelangelos Fresko zum Sündenfall in der Sixtinischen Kapelle ist der Baum der Erkenntnis als Feige dargestellt. In der Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts galt das Feigenblatt  als Minimalbekleidung auf den Bildern.
Der Feigenbaum ist eine der typischen Kulturpflanzen des Mittelmeerraumes, welche ohne Bewässerung auskommen.
Zur Gattung Ficus gehören etwa 1000 hauptsächlich tropische Arten. Über die Herkunft der essbaren Feige, ficus carica, ist man sich nicht im Klaren. Eine Art, die an der Küste des Kaspischen Meers und in der nordwestlichen Türkei wächst, soll der Urahn der kultivierten Feige sein.
Der Feigenbaum wird drei bis zehn Meter hoch, manchmal wächst er auch mehrstämmig oder buschig und hat die bekannten gefingerten rauen Blätter. Er ist anspruchslos bezüglich Wasser und Düngung. Im Winter wirft er die Blätter ab. Eine Besonderheit der Feigen ist ihre Art der Befruchtung. Vereinfacht spricht man von 2-Häusigkeit, das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die benachbart stehen müssen, um die Bestäubung und damit den Fruchtbehang zu sichern. Es ist noch differenzierter: über die tausende von Jahren der Kultur der Feige bildeten sich zwei Varietäten aus, die Hausfeige Ficus carica var. domestica und die Bocksfeige, F. carica var. caprificus.

Ein Insekt, die Gallwespe Blastophaga psenes, überwintert und entwickelt sich auf der Bocksfeige und befruchtet die Hausfeige während ihrer Blütezeiten mit den Pollen der Bocksfeige. Schon im Altertum waren diese komplizierten Vorgänge der Befruchtung der Feigen bekannt. Man hängt seit alters kurz vor der Feigenblüte Zweige der Bocksfeige in die Bäume der Hausfeige, um die Bestäubung zu sichern. Dieses Verfahren nennt man Caprifikation.

Eine weitere Erscheinung im Gartenbau ist das Vorkommen von Varietäten, die unabhängig von der Bestäubung essbare, samenlose Früchte liefern. Der Gärtner vermehrt natürlich bevorzugt diese Sorten. Kulturfeigen bringen unter optimalen Bedingungen dreimal pro Jahr Früchte hervor: Frühfeigen von April bis Juni, Sommerfeigen von Juni bis September und Spätfeigen von September bis Januar. Auf Lanzarote  beschränkt sich die Ernte auf die Sommerfeigen, Frühfeigen findet man nur wenig und selten - Spätfeigen fast nie. Reife Feigen sind sehr transportempfindlich, vollreife Feigen sind weich und platzen leicht. Die Feigen, die nördlich der Alpen zum Verkauf angeboten werden, sind wegen des Transportproblems vor der Reife gepflückt und dementsprechend fad im Geschmack.
Es gibt knapp hundert verschiedene Sorten der Bocksfeige und über sechshundert Sorten der Hausfeige. Man unterscheidet zwei grundsätzliche Typen: Die Smyrna-Feige ist auf Bestäubung angewiesen und trägt oft nur im Herbst. Smyrnafeigen gibt es gelb- und rotfleischig in allen Variationen. Sie kann nur südlich der Alpen angebaut werden, denn im nördlichen Europa  kommt die spezielle Gallwespe nicht vor.
Der zweite Typ, die gewöhnliche Adriafeige benötigt keine Bestäubung, sie ist selbstfertil, mittelgroß mit gelber Schale und rötlichem Fruchtfleisch. Es gibt viele Sorten in allen Kombinationen von Schalen- und Fruchtfleischfarben.

Auf Lanzarote gibt es viele Feigenbäume die nicht mehr beerntet werden, aber immer jemandem gehören. Wenn Sie größere Mengen ernten wollen, vergewissern Sie sich, dass der Besitzer nichts dagegen hat.

Der Ölbaum – Olivenbaum – gehört ebenfalls zu den ältesten Kulturpflanzen. Schon in den frühesten Zeugnissen der Ägypter, Griechen und Hebräer wird der Ölbaum erwähnt und dürfte bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine erhebliche Rolle gespielt haben. Der Anbau von Oliven und Wein kennzeichnet den Übergang von den Nomadenkulturen mit kurzzeitigem Anbau von Feldfrüchten wie Gerste und Hülsenfrüchten zur vollständigen Sesshaftigkeit. Oliven und Wein sind mehrjährige Kulturen mit hohem Pflegeaufwand und einer für diese Zeitepoche neuen Vermehrungsmethode, der vegetativen Vermehrung.
Man schneidet Stecklinge von ausgesuchten Pflanzen und bewurzelt sie in der Erde. Durch die Selektion und Vermehrung von Pflanzen mit vielen oder größeren Früchten, schnellerem Wachstum, besserer Widerstandsfähigkeit usw. lassen sich die Erträge verbessern. So entstehen mit der Zeit ertragreichere Pflanzen und neue Sorten.
Die frühesten Hinweise auf die Stecklingsvermehrung kommen aus China. Dort vermehrte man schon sehr früh Orangen, Zitronen und Mandarinen über Stecklinge.
Der Ölbaum gehört zur Gattung Olea, deren 35 Arten afrikanische, indische und australische Pflanzen sind. Die einzige mediterrane Art ist Olea europaea, der Olivenbaum. Es gibt mehrere Unterarten des Olivenbaums. Aus der Unterart Olea europaea ssp. europaea stammen alle der mehr als tausend Olivensorten des Mittelmeerraums. Diese Unterart und zwei weitere kommen in ihrer Wildform auch auf allen Kanarischen Inseln vor. Auf den Kanaren wurden, wohl bedingt durch die früher isolierte Lage und Kultur, die Wildformen nicht durch Selektion und Züchtung bearbeitet. Die kanarischen Wildformen wachsen buschig oder als kleine Bäume mit maximal sechs Metern Höhe.
Die immergrüne Kulturolive wird bis zu zwanzig Meter hoch. Im Erwerbsanbau wird sie durch Schnitt niedrig gehalten, um die Ernte zu erleichtern. Die Bäume erreichen ein biblisches Alter. Die ältesten bekannten Bäume stehen in Italien, Israel und Montenegro. Ihr Alter wird auf 1700 und 2000 Jahre geschätzt.
Olivenbäume blühen je nach Standort um den Monat Mai. Die unreifen Früchte sind grün, die reifen violettbraun oder schwarz. Roh sind die Oliven nicht genießbar, erst durch Wässern und Einlegen in Salzlake werden sie essbar. Olivenöl wird in den verschiedensten Qualitäten gewonnen. Die besten Qualitäten von Olivenöl werden mit dem Tropfverfahren gewonnen. Die Früchte pressen sich durch ihr Eigengewicht aus, vom auslaufenden Saft wird in einer Zentrifuge das Öl abgeschieden. Das Holz des Olivenbaums ist wegen seiner Härte und Maserung beliebt.
Zahlreiche Sorten des Olivenbaums sind selbststeril, so dass als Pollenspender andere geeignete Sorten mit angepflanzt werden müssen. Auf Lanzarote findet man den Olivenbaum nur in einigen Gärten. Obwohl der Baum sehr trockenheitsverträglich ist, findet man, wenn überhaupt, Früchte nur auf der Leeseite. Alte Olivenbäume gibt es bisher nicht. Man kann aber für viel Geld alte, stark zurückgeschnittene Einzelexemplare kaufen. Diese Bäume stammen aus Rodungen von nicht mehr rentablen Olivenhainen auf dem Festland.

Quellen: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa und angrenzenden Gebieten. Gunter Franke: Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Michael Zohary: Pflanzen der Bibel. David Bramwell: Flores Silvestras de las Islas Canarias. Ernst Dassler: Obst und Gemüse, eine Warenkunde. Wikipedia: Ölbaum – Feigenbaum – Gerste. Kunkel: die Kanarischen Inseln und ihre Pflanzenwelt Gustav Aufhammer: Getreide. Bot. Garten, Berlin-Dahlem: Die Pflanzenwelt im antiken Griechenland, Sonderausstellung 2002.



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