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Lokales

Lanzarotes Damenschneiderin Pino Betancort: Hände für Feinarbeit

Von: Sarah Schulz


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Pino Betancort (80), aus Mala, entwirft nicht nur winzige Kleidchen für die berühmte spanische Puppe "Nancy", sondern wie weiter unten zu sehen ist, auch elegantes für die Dame.

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Pino fertigte über 60 Jahre lang professionell edle Kostüme und stilvolle Kleider. Nun, im Alter, wendet sie sich nicht ganz vom Glanz der vergangene Arbeitsjahrzehnte ab und näht sie nur noch Kleider für "Nancy".

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Galeristin Luz López der Galerie ARTEENMALA, hier in einem Model von Pino, ist begeistert von Pinos Entwürfen, und freut sich über deren Präsenz im kanarischen Fernsehen und in der Presse: "Im Alter wird Pino richtig berühmt".

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Luz bekam von Pino viele alte Kostüme geschenkt, die sie stolz als ihre Vintage-Schätze präsentiert.

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Immer, wenn Pino Betancort nichts zu tun hat, arbeitet sie an den Miniaturkreationen für die spanische Puppe Nancy.

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Auf der alljährlichen Handwerks- und Handarbeitsmesse in Mancha Blanca, die jährlich im Rahmen der Los Dolores-Feierlichkeiten stattfindet, zeigt Pino ihre Kleidchen in Rot-, Rosa- und Violettnuancen, eingefärbt mit dem Farbstoff der aus der Cochenille-Laus gewonnen wird, am Stand der Cochenillevereinigung Milana.

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Für eine ihrer Miniaturkreationen, benötigt Pino einige Stunden Zeit.

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Früher musste Pino über holprige Pisten von Mala nach Arrecife, um Stoffe zu kaufen.

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Die Puppenkleidchen stellt Pino aus Stoffresten her, die sie seit ihrer aktiven Zeit verwahrt hatte. Besonderen Wert legt sie auf Rüschen, Paspeln und andere Details, die enormes Geschick verlangen.


7-1-2016 Lanzarote / Mala - Viele Mädchen hatten in ihrer Kindheit Puppen, mit denen sie spielen konnten, die sie frisierten und umkleideten. Bei der späteren Damenschneiderin Pino Betancort aus Mala war das anders: Sie hatte keine Puppe. Und ihre Freundinnen liehen ihr die eigenen nicht aus. Heute, mit 80 Jahren, holt sie als alte Dame nach, was sie als kleines Mädchen verpasste – aber auf ihre eigene Art: Sie entwirft winzige Kleidchen für die sogenannte Nancy.


Volle weiße, frisch frisierte Haare, ein modernes Kleid mit grafischem Muster, rosageschminkte Lippen: Pino Betancort ist eine elegante Erscheinung. Ohne despektierlich zu sein: besonders für jemanden aus einem kleinen Dorf. Ein Vorbild, könnte man sagen, schließlich kam mir bei unserer Begrüßung als erstes der Gedanke, in ihrem Alter irgendwann einmal auch so gepflegt und fein gemacht sein zu mögen. Wahrscheinlich ist ihr äußeres Erscheinungsbild eng mit ihrem ehemaligen Beruf verknüpft: Pino war Damenschneiderin und fertigte über 60 Jahre lang professionell edle Kostüme und stilvolle Kleider. Nun, im Alter, wendet sie sich nicht ganz vom Glanz der vergangene Arbeitsjahrzehnte ab, denn seit zwei Jahren näht sie exklusive Kleider für die berühmte spanische Puppe Nancy.

Aufgewachsen als älteste von vier Schwestern in Mala, im Norden Lanzarotes, begann Pino früh, sich an Haushaltsaufgaben zu beteiligen. Ihre Mutter, Großmutter, Tanten – alle hatten sie Nähkenntnisse, die sie an die damals Zehnjährige weitergaben. Als sie älter wurde, ging sie für einige Monate nach Las Palmas de Gran Canaria, um sich in „Corte y Costura“ (Schnitt und Näharbeit) ausbilden zu lassen. Ihre Lehrer bescheinigten ihr ein außerordentliches Talent und empfahlen ihr ein Modedesignstudium in Madrid. Doch aus finanziellen Gründen und wegen der häuslichen Tätigkeiten kam Pino bald nach Mala zurück, wo sie nicht nur für die Familie, sondern auch für andere Dorfbewohnerinnen schneiderte. Es dauerte noch, ehe sie nach Arrecife zog und sich dort ein Atelier einrichtete.


Eine Puppe für jedes Mädchen

Seit jeher folgte Pino ihren eigenen Ideen. Zum einen bevorzugt sie es, alleine und nach ihrem eigenen Rhythmus zu arbeiten, weswegen sie nie eine Helferin oder Auszubildende hatte, zum anderen entstanden ihre Kreationen hauptsächlich in ihrem Kopf, ohne Vorlagen noch eigene Skizzen. Nur ganz zu Beginn, als sie von ihrer Cousine aus Argentinien Modehefte mit Schnittvorlagen geschickt bekam, hatte dies den einen oder anderen Einfluss auf ihre Arbeiten.

Die Puppenkleidchen stellt sie aus Stoffresten her, die sie seit ihrer aktiven Zeit verwahrt hatte. Besonderen Wert legt sie auf Rüschen, Paspeln und andere Details, die Geschick verlangen. Ihre neue Vorliebe liegt in ihrer Kindheit begründet, als sie keine Puppe – ein Luxusartikel in den 1940er Jahren – hatte und ihre Freundinnen ihr die eigenen nicht ausliehen. So habe sie immer die Sehnsucht nach einer „passiven Spielzeugkameradin“ gehabt, wie viele Mädchen sie doch kannten.

Die Nancy kam erst 1968 auf den Markt und gilt heute für viele Spanierinnen mittleren Alters als Sinnbild der Kinderzeit. Sie ist relativ groß und kompakt – eine klassische Puppe im Vergleich zur prinzipiell ähnlich funktionierenden, aber filigraneren Barbie –, weswegen das Einkleiden auch für kleine Kinderhände unkompliziert ist, hat lange, blonde Haare, die, wie Hersteller Famosa auf seiner Internetpräsenz anpreist, perfekt zum Frisieren geeignet sind, und sollte seit jeher für jeden Geldbeutel ansprechend sein. Allein in den ersten Jahren nach Einführung verkauften sich 10 Millionen Exemplare. Eine neue Puppe in der einfachsten Ausführung, was generell bedeutet, dass sie nur ein Kleidungsstück trägt und kein sonstiges Zubehör mitgeliefert wird, kostet aktuell knapp unter 20 Euro.


Bester Zeitvertreib

Immer, wenn Pino einen Moment lang nichts zu tun hat, arbeitet sie an den Miniaturkreationen, schließlich benötigt sie zusammengerechnet einige Stunden Zeit, um ein Kleidchen fertigzustellen. „Ich lese im Bett. Tagsüber Rumsitzen und Däumchen drehen ist nichts für mich“, lacht sie.
Während des Sommers waren ihre Kleidchen in Mala, in der Galerie ARTENMALA, ausgestellt. Galeristin Luz López ist ganz begeistert von den Arbeiten, weswegen sie ab Oktober auch wieder einige Kleidchen dort zeigen wird. Und sie freut sich in Anspielung auf Interviews mit Diario de Lanzarote und dem kanarischen Fernsehen: „Im Alter wird Pino richtig berühmt.“ Zwischenzeitlich, auf der Handwerks- und Handarbeitsmesse in Mancha Blanca, die jährlich im Rahmen der Los Dolores-Feierlichkeiten stattfindet und ein Aushängeschild des kanarischen Kunsthandwerks und der Traditionen ist, zeigte Pino einige karmingefärbte Kleidchen in Rot-, Rosa- und Violettnuancen am Stand der Cochenillevereinigung Milana, ebenfalls aus Mala.


Niemals nichts tun

Luz und Pino sind einander sehr vertraut. Ersteren entgehen keine privaten Geschichten, wie jene, die ihr Pepe, Pinos Mann und Freund aus Kindertagen, berichtete, und die sie in Pinos Beisein an mich weitergibt: Bisweilen wacht Pepe nachts auf und vermisst seine Frau, die er dann am Wohnzimmertisch auffindet, wo sie sich ihre private Nähecke um eine alte Alfa-Nähmschine, die ihr noch genauso treu ist wie früher ihre Singer, einrichtete: „Ja, wenn ich nicht schlafen kann, kann ich mich doch wenigstens der Handarbeit widmen“, guckt mich die alte Dame entschuldigend an. Wie war das? Sie kann nicht Nichtstun.

Luz bekam von der Schneiderin viele alte Kostüme geschenkt, die sie stolz als ihre Vintage-Schätze präsentiert – und das, obwohl die meisten ihre zierliche Figur verstecken. Diese drapiert sie dann beispielsweise mit einem Gürtel enger um ihren Körper und erstrahlt in der Eleganz vergangener Tage.
Pino hingegen hat den Lauf der Zeit erkannt und kauft von der Stange. Früher musste sie über holprige Pisten von Mala nach Arrecife, um Stoffe zu kaufen. Anstatt nur das Material zu besorgen, bringt eine ihrer Töchter sie heutzutage komfortabel in 20 Minuten mit dem Auto in die Inselhauptstadt, wo sie im Laden ein anzugsfertiges Kleidungsstück kaufen kann. Seitdem sie ihr Atelier in Arrecife nach vielen Jahrzehnten aufgab und zurück in ihr Heimatdorf ging, schneiderte sie nicht wieder für normalgroße Menschen.


Keine Materialsorgen

Für „die feinen Damen“ der Zeit war Pinos Atelier in Valterra Anlaufstelle. Die Ehefrauen der lanzarotenischen Politiker ließen sich von Pino nicht nur für feierliche Anlässe die Kleidung nach Maß fertigen. Wie immer verzichtete die Damenschneiderin auch bei ihnen zumeist auf Zeichnungen, weswegen ihre Kundinnen erst bei Anprobe Pinos Interpretation des Auftrags sahen.
Um eine bessere Materialauswahl zu haben und somit vornehmere Stücke herstellen zu können, flog Pino gelegentlich auf das Festland. Besonders in Madrid wurde sie fündig. „Erschrocken nicht, aber fast“ sei sie gewesen bei Anblick der unbekannten Vielfalt. Ob ich mir vorstellen könne: „Ein ganzer Laden nur mit Garnen.“ Und dabei habe es früher in Arrecife viel mehr Einkaufsmöglichkeiten für sie gegeben als heute. Für einen Moment wirkt sie wehmütig, doch dann lacht sie schon wieder, schließlich habe sie, um noch viele weitere Puppenkleidchen anzufertigen, alles, was sie sich nur wünschen könne, zu Hause.


In der Galerie ARTENMALA in Mala im Norden Lanzarotes können Sie donnerstags bis sonntags von 16 bis 21 Uhr unter anderem Pino Betancorts Nancy-Kleidchen bewundern.

ARTENMALA
Calle Lomo de la Cruz, 2
35543 Mala
Telefon: 0034-679 837 416 oder 0034-691 349 567.

Möchten Sie eines der Unikate käuflich erwerben, liegt der Kostenpunkt bei 65 Euro.



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