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Wissenswertes

Lanzarotenischer Bio-Honig
Süßes mit Mehrwert

Von: Sarah Schulz
Fotos: Bernard/ Schulz


Apicultura-Bienen-Honig-Wachs-Lanzarote-Landwirtschaft-lanzarote37°Grad-Inselmagazin-deutschsprachiges Magazin
Zu Besuch bei einem der 14 Bienen-Standorte von Apicultura Lanzarote.

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Ein Blick auf das Dorf der tausend Palmen, Haría, von einem der Bienen-Standorte auf der Montaña Atalaya.

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Ein Teil des Bienenvolkes Lanzarotes, das die Landwirtschaft unterstützen soll.

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Lanzarote37°-Redakteurin Sarah Schulz zu Besuch auf dem Bienen-Standort von Betty Bonanni und Klaus Guttenberger.

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Mittlerweile gibt es 14 Standorte, an denen insgesamt 19 Völker leben um die Gutenberger und Bonnani sich kümmern müssen.

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Begutachtung eines ihrer Bienenvölker in Haría.

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Pollen in den Waben des Bienenvolks von Apicultura Lanzarote. Aus den großen verdeckelten Waben werden Drohnen schlüpfen, aus den kleinen Arbeiterinnen.

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Die Bienenspezialisten im Gespräch mit Sarah Schulz.

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Betty und Klaus erklären, wie Sie gemeinsam mit einer us-amerikanischen Bekannten auf die Idee kamen, Bienenvölker auf Lanzarote anzusiedeln.

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Der Bio-Honig und die Seife, die Apicultura Lanzarote herstellt. Bei Interesse an diesen Produkten nehmen Sie bitte Kontakt zu Apicultura Lanzarote auf: mielnaturaldelanzarote@gmail.com.


Kürbisgewächse haben weibliche und männliche Blüten. Das bedeutet, dass es ohne Bestäubung durch Bienen unwahrscheinlich ist, dass die Pflanze Früchte trägt. Der Landwirt müsste die Pflanzen manuell bestäuben, eine sehr umständliche und vor allem wenig effektive Methode.

Das Team von Apicultura Lanzarote, S.L. siedeln Bienenvölker auf der Insel an, um die landwirtschaftliche Arbeit zu erleichtern. Nebenprodukt ihrer Arbeit: der erste lanzarotenische Honig.


Die Argentinierin Betty Bonnani und der Deutsche Klaus Guttenberger widmen sich seit Jahren im kleinen Rahmen der ökologischen Landwirtschaft. Im Bewusstsein der weitgehenden Abwesenheit von Bienen auf Lanzarote und den daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Anbau bestimmter Pflanzen, kamen sie mit ihrer us-amerikanischen Bekannten Darlene Kist auf die Idee, Bienenvölker auf Lanzarote anzusiedeln.


Zuerst die Formalitäten

Doch ehe ein solches Projekt umgesetzt werden kann, muss viel gesprochen, einiges gelernt und noch mehr organisiert werden. So verstrichen zwei Jahre der Planung, ehe das Unternehmen Apicultura Lanzarote gegründet war und im Frühling 2012 die ersten Bienen aus Gran Canaria nach Lanzarote gebracht wurden. Betty, die in ihrer Heimat schon im Bereich der Bienenzucht gearbeitet hatte, ehe sie vor 24 Jahren auf die Kanarischen Inseln kam, ist dort mit einem Züchter befreundet, der „Abeja Negra Canaria“-Völker verkauft, schließlich hat er selbst um die 400. Nach Regierungsangaben ist diese autochthone Rasse seit 200.000 Jahren heimisch auf dem Archipel im Ostatlantik, allerdings leben kaum welche auf den besonders trockenen Inseln Lanzarote und Fuerteventura. Möchte man Bienen ansiedeln und bewirtschaften – apicultura fällt unter Tierhaltung – darf nur diese Biene mit ihrer charakteristisch dunklen Farbe, die sich von anderen deutlich unterscheidet, hier gezüchtet werden, damit sich die Bienen möglichst nicht mit Festland-Bienen oder solchen aus Marokko, die ebenso auf die Inseln gebracht wurden, kreuzen.
Mit sechs Völkern zu je 80 Euro ging es los, drei Völker fingen sie ein, nachdem sie von Mitbürgern eine Meldung erhalten hatten, dass sich ein seltener, herrenloser Bienenschwarm bei ihnen aufhalte und geborgen werden müsse.


Die ersten Honigernten

Mittlerweile gibt es 14 Standorte, an denen derzeit insgesamt 19 Völker leben. Damit wird fast der gesamte Bereich der Insel abgedeckt, da Bienen etwa einen Bewegungsradius von dreieinhalb Kilometern haben. Nur der äußerste Süden der Insel, wo ohnehin keine Landwirtschaft betrieben wird, fehlt sowie der Norden und Nordosten um Órzola. Letzterer Ort liegt in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Haría, so dass dort sicherlich Landwirte von der Ansiedelung eines Volks profitieren könnten.
Das dreiköpfige Team kontrolliert die Bienen regelmäßig, was einen enormen Zeitaufwand darstellt, zumal diese Arbeit ein Hobby ist und bisher Kosten in Höhe von rund 15.000 Euro verursacht hat. Mittelfristiges Ziel ist, Betty eine Festanstellung zu ermöglichen, damit sie sich gänzlich der Imkerei, die sie immerhin in Argentinien erlernt hat, widmen kann: Durch den Verkauf des Honigs soll sich das Projekt zumindest teilweise tragen können.
Der Weg dorthin ist bereits geebnet: Firmengründung, obligatorische Registrierungen und auch die Zertifizierung als ökologisches Produkt sind abgeschlossen, beziehungsweise in Bearbeitung. Ebenso ein türkisblaues Etikett mit goldfarbener Wabenstruktur ist bereits designt und ziert die, nach den ersten beiden Ernten abgefüllten, Honiggläschen. Allerdings war der Ertrag noch sehr spärlich – im April und im Oktober vergangenen Jahres gewann das kleine Unternehmen insgesamt um die 70 Liter Honig. Bei der ausgewählten Füllmenge von 350 Gramm pro Glas, wird der lanzarotenische Bio-Honig mit etwa 65 Gläsern pro Ernte ein Exklusivprodukt sein. Selbst wenn die sich gut entwickelnden Völker mit der Zeit mehr produzieren werden, wird keine Massenware entstehen und Interessierte werden sich beeilen müssen, um ein Glas zu erwerben.


Widrigkeiten für die Bienen

Zumal sich nicht voraussagen lässt, wie sich das Projekt weiterentwickeln wird. Trotz des guten Beginns deuteten sich erste Schwierigkeiten an, die eventuell problematisch werden könnten. Ein im Wüstengebiet von El Jable angesiedeltes Bienenvolk zeigte nach einiger Zeit Schwächeerscheinungen. Die Spezialisten sind sich nicht abschließend sicher, worauf dies zurückzuführen ist, schließen aber den Standort als generelle Ursache nicht aus. Es ist möglich, dass in dem besonders windigen Gebiet zu viel Sand in die Magazinbeute, also die Behausung, eindringt und der Stock verlegt werden muss, beziehungsweise eine Schutzmauer errichtet werden sollte.
Eine andere Widrigkeit, die sich im Januar ankündigte, ist das Auftreten der Varroamilbe (Varroa destructor). Von diesem Parasit an Honigbienen war zuerst vermutet worden, dass er auf Lanzarote nicht existiert. Er ist hier meldepflichtig – anders als in Deutschland wegen der Allgegenwart, wo der Befall als Hauptgrund für seuchenartiges Bienensterben angesehen wird. Aufgrund der angestrebten Zertifizierung des Honigs als ökologisches Produkt kommen nur wenige Mittel in Frage, um diese Milbe zu bekämpfen. Eine Mischung aus Ameisensäure und ätherischen Ölen mit Thymol, die unbedenklich sind bezüglich der Anerkennung, zeigte erste zufriedenstellende Ergebnisse.


Leben im Staat

Auch wenn der vergangene Winter sehr kalt und ungemütlich war, fliegen Bienen auf Lanzarote das ganze Jahr über. Ende Februar befanden sie sich bereits in der Vermehrungsphase, in der fleißig neue Arbeiterinnen und Drohnen heranwuchsen. In Deutschland findet dies hauptsächlich im Mai und Juni statt. Die männlichen Drohnen entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern der Königin, die die Ablage befruchteter oder unbefruchteter Eier steuern kann. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung junger Bienenköniginnen. In ihrem Volk sind sie auf die Ernährung durch die Arbeiterinnen angewiesen und haben lediglich durch ihren Flügelschlag ein wenig Anteil an der Lüftung im Stock, wie Betty anmerkte.
Königin und Arbeiterinnen entwickeln sich aus befruchteten Eiern. Erstere wird in einer besonderen Zelle, der Weiselzelle, herangezogen – die auf die normalen Waben gebaut wird, weil die Königin die größte Biene im Stock ist – und während des gesamten Larvenstadiums, anders als die Arbeiterinnen, mit dem Futtersaft Gelée Royale gefüttert. Die Bienen erkennen an der Konzentration bestimmter Pheromone, Botenstoffe, die der chemischen Kommunikation im Stock dienen, ob dies notwendig ist und leiten den Bau einer Weiselzelle sowie die Aufzucht einer neuen Bienenkönigin ab der Unterschreitung bestimmter Werte ein. Dies passiert unter anderem, wenn die Königin nicht mehr ausreichend Samenvorrat hat – den sie während des Hochzeitsflugs von verschiedenen Drohnen aufgenommen hatte und der bis an ihr Lebensende ausreicht – und der Staat eine neue Königin benötigt. Die Larven von Arbeiterbienen werden zuletzt, bevor die Zelle verdeckelt wird und das Insekt schlüpfen kann, mit einer Mischung aus Pollen und Honig gefüttert.

Inseleigener Honig

Honig dient als Futtermittel im Bienenstaat. Er entsteht aus von Pflanzen aufgenommenen Säften, hauptsächlich Blütennektar, der mit bieneneigenen Stoffen angereichert wird und in den Waben reift beziehungsweise getrocknet wird; der Restwassergehalt des fertigen Produkts liegt um die 18 Prozent. Bei Apicultura Lanzarote werden dem Bienenvolk Mittelwände aus ökologischem Wachs gestellt, was für die Entwicklung eines gekauften Volks, das aus einer Königin und etwa 200 bis 300 Arbeiterinnen besteht, zeiteinsparend ist. Generell schwitzen die Bienen ihr eigenes Wachs aus, um Waben herzustellen, beziehungsweise vorhandene umzubauen und zu erweitern, was man beispielsweise gut am Rand der Rähmchen erkennen kann, wo die vorgegebenen Waben von den Bienen im Eigenbau erweitert wurden. Nährstoffreicher Honig ist wegen seiner angenehmen Süße auch bei vielen Menschen als Nahrungsmittel oder Süßstoff beliebt.
Obwohl man als Laie meint, Bienen fänden auf Lanzarote nicht ausreichend Nahrung, also Nektar und Pollen, ist dem nicht so – zumindest nicht bei der aktuellen Anzahl an Stöcken. In den kärgsten Regionen finden sie ausreichend Material, um nicht zu verhungern. Besonders die gelben Blüten der aulaga (Launaea arborescens, Strauch-Dornlattich), die blau blühende lengua de vaca (Echium lancerottense, Lanzarote-Natternkopf) oder die unscheinbaren Blüten der Reben im Weinbaugebiet La Geria sorgen hinterher für einen besonderen, sogar angenehm-außergewöhnlichen Geschmack des Honigs.
Auf Lanzarote wird die nächste Honigernte wohl im Mai erfolgen. Beim Schleudern löst sich das Produkt aus den Waben und kann aufgefangen werden. Zur vollständigen Reinigung werden die Waben danach erhitzt. Der so gewonnene Resthonig, der sich nicht zum Verzehr eignet, wäre ein Abfallprodukt, würde Darlene ihn nicht in ihren wohlriechenden Honigseifen – der Seifensiederei widmet sie sich seit vielen Jahren – verarbeiten.
Die Initiative von Apicultura Lanzarote kann einen großen Nutzen für die Insel haben – für die traditionelle Landwirtschaft wie für den Tourismus, schließlich gibt es neue, attraktive Mitbringsel, die tatsächlich nur Neben- und Restprodukt sind und dennoch von bester Qualität. Da bisher nicht nur Geld, sondern besonders auch viel persönliches Engagement in das Projekt gesteckt wurde, das hundertprozentig auf Ökologie und Nachhaltigkeit ausgelegt ist, ist dem Team zu wünschen, dass weitere Erfolge erzielt werden können.

Die Fotos entstanden oberhalb von Haría, auf der  Montaña Atalaya, wo sich einer der 14 Bienen-Standorte von Apicultura Lanzarote befindet.



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