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Dienstag, 23. Oktober 2018
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Wissenswertes, Lokales

Dornen-Schloss in Mala:
Ein Leben zwischen Kakteen

Von: Svenja Weber



Lanzarote37° besuchte Eloíno Perdomo in seinem eigenen Kaktusgarten in Mala. Die Vielfalt an Kakteen raubt einem den Atem.


In diesem Rundzimmer bewahrt Eloíno sorgfältig verstaut alles über Botanik auf.


Jeder Kaktus seiner Sammlung hat eine eigene Nummer. Die ohne Nummer verschenkt oder verkauft er.


Eloíno Perdomo Placeres.


Im ursprünglich geplanten Garten sollten circa 200 Kakteen Platz finden. Mittlerweile ist Eloínos Haus von knapp 2000 Exemplaren umgeben.


In seinem Garten finden rund 130 verschiedenen Agavensorten ihren Platz.


Die Vielfalt an bunten Kakteenblüten verleiht dem Garten einen ganz besondern Charme.


Aus sorgfältig gesammelten Samen zieht Eloíno Kakteen für seinen Garten...





...und für den Verkauf in Manriques Kaktusgarten in Guatiza.








Besuchern verbietet er das Betreten dieses Bereichs streng, da einige Kakteen so groß und schwer sind, dass bei starkem Wind schon mal das ein oder andere Stück abbricht.





Während des Interviews schenkte Eloíno uns eine Menge Kakteensetlinge...eine ziemlich pieksige Angelegenheit. Fotos: ©Svenja Weber


Wer durch das kleine Dorf Mala im Norden Lanzarotes gefahren ist, dem mag schon einmal das Haus oder vielmehr der Garten des Lanzaroteños Eloíno Perdomo aufgefallen sein. Das große Familienhaus, in dem Eloíno schon als kleines Kind lebte, ist von knapp 2000 wunderschönen Kakteen in unterschiedlichsten Farben und beeindruckenden Größen umgeben. Wir von Lanzarote37° besuchten ihn bei sich zu Hause und wurden von ihm auf eine Reise in eine andere Welt, einen Spaziergang durch seinen eindrucksvollen Garten, mitgenommen.


Als ich mit dem Auto in die Straße einbiege, erwartet Eloíno mich schon vor seinem Haus. Er begrüßt mich freundlich und bittet mich, den Anbau seines Hauses zu betreten, in dem stets zwei Schaukelstühle für ihn und seinen Besuch bereit stehen.
Eloíno Perdomo ist 84 Jahre alt und arbeitet seit über 40 Jahren an der Verwirklichung seines Traumes. Nachdem er im Alter von 42 Jahren von seinem guten Freund Estanislao García einen Samen des Hetrichocereus Benekei-Kaktus geschenkt bekam, entwickelte er eine unfassbare Leidenschaft für Kakteen in jeder Form und Farbe. Er selbst bezeichnet diese Passion als Sucht und sagt, es sei, als wären ihm die Dornen der Kakteen seit dem ersten Augenblick unter die Haut gegangen. Während er seinem ersten Kaktus beim Gedeihen und Wachsen zusah, entwickelte sich in ihm der Wunsch, weitere Kakteen aufzuziehen. Er bereitete eine circa 40 Quadratmeter große Terrasse vor, mauerte Bänke und schuf sich einen kleinen Kaktusgarten, der Platz für ein paar wenige Exemplare bieten sollte. Mehr als 200 Kakteen wollte er nie haben, erklärt er mit einem verlegenen Lächeln, nun seien es knapp 2000 Exemplare, die das Familiengrundstück einnehmen.
Um seine Leidenschaft wenigstens ein bisschen einzuschränken und um neben dem Garten nicht auch noch das ganze Haus mit Kakteen, Büchern über solche und Samen zu okkupieren, richtete er sich im Anbau des Hauses sein persönliches Hobbyzimmer ein.
Im einzigen Raum des Anbaus steht ein alter Schreibtisch, eine Werkbank und mehrere Regale, prall gefüllt mit Büchern und kleinen Kisten, in denen er unzählige Samen aufbewahrt.
Das Bücherregal, das die Wand hinter Eloíno schmückt, ist voll mit Büchern über Botanik. Der Großteil der Buchtitel ist auf Deutsch, ein paar andere auf Englisch und nur vereinzelt springen mir spanische Wörter entgegen. Auf die Frage, ob er verstehe, was in den Büchern geschrieben stehe, schüttelt er lachend den Kopf: „Als ich zur Schule ging, waren Fremdsprachen vor allem hier auf der Insel noch von sehr geringer Wichtigkeit. Es gab kaum Tourismus, also brauchten wir nichts weiter als Spanisch.“
Will er etwas aus seinen Büchern wissen, so bittet er einen Bekannten oder einen seiner beiden Söhne, ihm einzelne Textpassagen zu übersetzen. Er macht sich Notizen und hält so alles für ihn Bedeutsame in kleinen Büchlein fest. Da er auf Lanzarote der Einzige sei, der sich so intensiv mit Kakteen beschäftige, und es hier, anders als zum Beispiel in Deutschland, keine Vereine gebe, in denen man sein Wissen über die Sukkulenten austauschen könne, stehe er oft vor Problemen, deren Lösung er alleine finden müsse, ohne einen Rat erbitten zu können. Er wisse zwar, dass es auch eine Menge Online-Foren über die Aufzucht von Sukkulenten gebe, jedoch habe er keine Lust, sich mit dem Computer und dem noch viel komplexeren Internet auseinanderzusetzen. Der ganze „Technik-Kram“ –  damit meint er Computer- und Kommunikationssysteme – entwickele sich so schnell weiter, dass Menschen seines Alters gar nicht mehr hinterherkämen mit dem Lernen, und er erinnert sich daran zurück, wie Dwight D. Eisenhower, der 34. Präsident der Vereinigten Staaten, 1959 nach Spanien reiste und sein Auto im Flugzeug mitbringen musste, um mithilfe des im Fahrzeug installierten Kommunikationssystems jederzeit mit dem Weißen Haus in Kontakt stehen zu können. Eloíno schüttelt den Kopf als er sagt, dass heutzutage ja jeder chinijo (kan. Wort für Kleinkind) ein Smartphone in der Hosentasche habe.

Bevor sein Freund ihm den Kaktussamen schenkte, hatte Eloíno Perdomo sich nie groß mit Botanik auseinandergesetzt. Er studierte Recht an der Universität in Santiago de Compostela und kehrte danach nach Lanzarote zurück, wo er anschließend an der Fischerei-Schule Seerecht unterrichtete und mit seiner Frau und ihren gemeinsamen Söhnen in Arrecife lebte. Er arbeitete fünf bis sechs Monate im Jahr als Anwalt und verließ Arrecife nur selten. Erst als Don Estanislao ihm den Samen überließ, begann er, regelmäßig jedes Wochenende zu seinem Haus nach Mala zu fahren, um sich mit der Aufzucht von Kakteen zu beschäftigen. Die Zeit in seinem Garten brachte ihm Entspannung und oft fühlte er sich, als wäre er in einer anderen Welt, alleine mit den Pflanzen, die ihn so beeindruckten.
Nachdem die kleine Terrasse, die er für die Kakteen hergerichtet hatte, voll war, begann er, auch den restlichen Garten Stück für Stück zu bepflanzen. Um eine vollständige Sammlung anlegen zu können, nahm er Kontakt zu der Köhres-Kakteen Samenbank auf, die ihren Sitz in Erzhausen bei Darmstadt hat. Zu Beginn bestellte er mehrmals im Jahr Samen verschiedener Kakteensorten, nachdem er aber auch von Bekannten Samen besonderer Sorten geschenkt bekommen hatte, begann vielmehr ein Austausch zwischen Eloíno und der Samenbank. Mit jeder Bestellliste schickt Don Eloíno Köhres-Kakteen kleine, selbstgebastelte Umschläge, die er mit Samen seiner Kakteen füllt, und erhält als Dankeschön stets Rechnungen, die mit einem „Bezahlt“-Stempel versehen sind.

Seit er pensioniert ist, lebt er wieder fest in Mala, um sich täglich seinen Sukkulenten widmen zu können. Die viele Zeit und Zuneigung, die er in den Garten steckte und immer noch steckt, brachte ihm schon oft viel Lob und Bewunderung ein: Als César Manrique 1991 den Jardín de Cactus, den Kaktusgarten in Guatiza schuf, wurde Eloíno gefragt, ob er seine Sammlung nicht für die Ausstattung des Gartens zur Verfügung stellen wolle. Er lehnte das Angebot ab, da er sich von seinen Kakteen weder trennen konnte noch wollte. Um sich sein Projekt ein wenig finanzieren zu können, bot er dem Jardín de Cactus jedoch an, kleine Kakteen zu züchten, die seit dem im Laden des Tourismuszentrums verkauft werden.
Um sich intensiver der Zucht zu widmen, musste er mehrere Gewächshäuser anlegen, in denen er gleichzeitig Kakteen für den Kaktusgarten und Exemplare zum Vervollständigen der Sammlung zieht.
Wie er die Kakteen auseinanderhalten kann? Dafür hat er in den vergangenen 40 Jahren ein eigenes System entwickelt. Jeder Kaktus, der zu seiner Sammlung gehört und nicht verkauft wird, hat eine eigene Nummer, die entweder auf den Topf oder auf einen Stein, den er vor dem Kaktus platziert, schreibt. In einem Büchlein notiert er die Nummer des Kaktus und seinen Namen, und in einem anderen Buch hat er eine lange Liste, in der er die Nummer des Kaktus und die Stelle, an der er gepflanzt ist, festhält.
Wenn er durch seinen Garten spaziert, muss er stets einen Gehstock mitnehmen, um sicher laufen zu können. Dieser fungiert allerdings auch ausgezeichnet als Unkrautjäter, mit dem Eloíno kleine, unerwünschte Eindringlinge aus seinem Garten stippt, wie ich bei unserem Spaziergang feststellte. Während unserer kleinen Runde erzählt er mir kurze Geschichten zu einzelnen Pflanzen, nennt mir Namen und erklärt, dass fast alle Kakteen aus Amerika beziehungsweise aus Afrika stammen. Neben knapp 130 verschiedenen Agavenarten zeigt er mir die Euphorbia Canariensis, eine Sukkulente, die auf den Kanaren heimisch ist, und zahlreiche andere Kakteen in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Manche Kakteen sind vom inselbeherrschenden Wind ein wenig mitgenommen, von anderen liegen nur noch die schönen weißen, treibholzähnlichen Stämme da, und wieder andere sind von Hasendraht umzäunt, mit dem Eloíno sie vor den vielen Kaninchen, die sich gerne auch von den stacheligen Pflanzen ernähren, schützen will. Die Picón-Wege zwischen den einzelnen Pflanzen sind teilweise so schmal, dass man den Kopf einziehen muss, doch Eloíno schlängelt sich sicher hindurch, als habe er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Befestigte und angepasste Wege anlegen? Nein, das braucht und will Eloíno für sich selbst nicht, und Besucher will er lieber auch nicht zu viele haben, dann müsse er Eintritt verlangen, könne sich nicht mehr genug Zeit für seine Kakteen nehmen und sowieso bevorzugt er lieber die Ruhe in seinem Garten, als andauernd fremde Leute zwischen seinen Kakteen zu sehen. Für einzelne Personen, die sich für das, was Eloíno macht, interessieren, nimmt er sich ab und zu gerne mal Zeit, um ihnen alles zu erklären. Auf Touristenscharen hat er jedoch keine Lust.

Er investiert seine Zeit lieber in das Vergrößern und Komplettieren seiner Sammlung, denn sein Wunsch ist es, seinen Söhnen irgendwann seine spezielle Sammlung überlassen zu können.
Doch bis es soweit ist, sollen noch einige besondere Exemplare zu seiner Sammlung hinzukommen.
Nachdem Eloíno mir während unseres Spaziergangs alle paar Meter einen Kakteensetzling in die Hand drückte – eine ziemlich dornige Angelegenheit –, ist der Grundsteinfür einen Lanzarote37° – Kakteengarten eigentlich auch schon gelegt.



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