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Dienstag, 23. Oktober 2018
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Wissenswertes

Die Diabletes:
Wie einer der ältesten Bräuche der Insel entstand und bis heute weiterlebt

Von: Hannah Lex


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Früher verkörperten die Diabletes das Böse, heute sind sie mehr oder weniger ein Karnevalszug, und vor allem eine Gruppe Männer jeden Alters, die gerne Zeit miteinander verbringen.

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José Vincente ist mit Mitte 20 das jüngste Vereinsmitglied.

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Er arbeitet gerade an einer neuen Maske. Dazu klebt er auf eine Tonforlage in Kunststoffharz getränktes Glasfasergewebe.

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César, ein weiteres Vereinsmitglied, zeigt uns einige der selbstentworfenen Masken.

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Diablear bedeutet Unfug treiben, herumalbern...

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...der diabolo ist der Teufel.

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Carmelo Miguel folgt der Familientradition: Schon seine Großeltern verkleideten sich als Diabletes. Das Säckchen, dass er fixiert, ist fester Bestandteil der Kostüme.

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Eine Pinnwand voll alter Fotos ziert das Vereinsheim der Diabletes.

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Die Statue Elegula steht auf der Plaza de San Francisco in La Villa de Teguise.


Der Bürgermeister, Oswaldo Betancort, weihte die Statue vergangenes Jahr ein. Fotos: S.Schulz/S.Bernard


Die Diabletes in La Villa de Teguise bilden eine der ältesten Traditionen von Lanzarote. Früher verkörperten sie das Böse in den Fronleichnamsumzügen, heute sind sie mehr oder weniger ein Karnevalsverein. Im Oktober würdigte der Künstler Rigoberto Camacho diese Tradition mit seiner Statue „Elegua“.

Wir haben uns aufgemacht, um die Diabletes zu besuchen und dabei entdeckt, wer und was sich hinter den Masken verbirgt.


Als wir das Vereinsheim der Diabletes betreten, verschlägt uns ein starker Lösungsmittelgeruch den Atem: José Vicente, das mit 25 Jahren derzeit jüngste Vereinsmitglied, arbeitet an einer neuen Maske. Diese stellt er her, indem er auf eine Formvorlage aus Ton in Kunststoffharz getränktes Glasfasergewebe klebt. Es ist ein ähnliches Material, wie es auch für die Oberfläche von Surfbrettern benutzt wird. Ob seine alte Maske kaputt sei? Nein, er habe nur eine Idee gehabt, wie er eine neue Maske bemalen könne und das setze er nun um. Jeder der Diabletes habe mehrere Masken. Falls mal eine kaputt gehen sollte, hat man so immer einen Ersatz. Er erzählt, dass die Maske, sobald sie getrocknet ist, von der Vorlage abgezogen und bemalt wird. Da jeder Diablete seine Masken selbst herstellt, ist jede ein Unikat. Einzige Vorgabe bei der Bemalung: Es dürfen nur die Farben rot, weiß und schwarz benutzt werden. Dafür werden jetzt künstliche Farben verwendet, aber früher wurden Erde und der Farbstoff der Cochenilleschildlaus verwendet. Ein anderes Vereinsmitglied, der 40-Jährige César, erklärt, dass auch die Masken früher aus einem anderen Material hergestellt wurden, nämlich einfach aus Zeitungspapier, Wasser und Mehl. Aber so wie sie jetzt sind, seien sie besser, viel leichter. Tragen darf solch eine Maske nur ein Diablete, der Tradition wegen. Deshalb werden sie nicht verkauft, auch wenn es bei den Touristen sicherlich einige Abnehmer gäbe. Eine Ausnahme machen die Diabletes nur bei einem Vereinsmitglied, das seine Maske nicht selbst herstellen kann oder möchte. Dieses kann sich dann von einem anderen eine Maske machen lassen und ihm dafür eine Aufwandsentschädigung zukommen lassen. Aber eben nur, wenn er selbst auch ein Diablete ist.

Außer den Masken tragen die Diabletes noch ein sehr charakteristisches Kostüm, Lederbänder mit Glocken und einen Stock mit einem Säckchen, das mit dem Stock durch ein Seil verbunden ist. Das Kostüm, das sie selbst mit schwarz-roten Rauten und Punkten bemalen, ist, wie alte Fotos belegen, schon immer so gewesen. Eine besondere Bedeutung haben die Rauten jedoch nicht, im Gegensatz zu den Glocken und dem Säckchen. Die Glocken verraten jedem, ob dem Zuschauer eines Umzuges oder einem anderen Diablete,  wo er sich gerade befindet. Das Säckchen hat sogar noch einen praktischen Sinn: Wer vor den Diabletes nicht schnell genug wegläuft, wird von ihnen „bestraft“, indem er mit dem Säckchen einen Schlag auf den Rücken bekommt. Auch sonst werden immer gerne die Kinder erschreckt, sodass manche sogar richtige Angst vor den Verkleideten haben, ähnlich wie manche vor den Hexen der deutschen Karnevalsumzüge.

So, wie wir die fünf Männer antreffen, ist es fast jeden Tag im Clubhaus. Denn immer nachmittags, wenn es die Umstände zulassen, kommen mehrere der Vereinsmitglieder in den Räumlichkeiten hinter dem Pavillon von Teguise zusammen, außer in den Sommermonaten, da seien sie dann eher woanders. Sie treffen sich, um miteinander zu plaudern, gemeinsam zu essen oder neue Masken zu machen. Die 15 Vereinsmitglieder, ausschließlich Männer, bezeichnen sich als Freunde, dementsprechend ist das tägliche Treffen auch ein gemütliches Zusammensein, ein encuentro de amigos eben.
Den Verein gründeten sie 1996, um die uralte Tradition der Diabletes aufrechtzuerhalten, denn damals gab es fast keine mehr von ihnen. Bevor es den Verein gab, waren die Diabletes über die Familien organisiert, die Männer vermuten, dass damals auch Frauen dabei waren, so genau wissen sie es jedoch nicht, da man das hinter den Masken nicht erkennen kann. Wenn eine Familie oder ein Familienmitglied mal keine Lust hatte, bei einem Umzug mitzumachen oder aus irgendwelchen Gründen nicht teilnehmen konnte, vermieteten sie ihre Kostüme an andere, die dann für sie einsprangen. Jedoch durfte nur mitmachen, wer mindestens 20 Jahre alt war, eine Sache von Respekt. Mittlerweile dürfen sich auch Jüngere anschließen: In den Verein eintreten darf, wer mindestens zehn Jahre alt und Teguiser, also direkt aus La Villa, ist. Das ist den Diabletes wichtig, denn es sei ja schließlich eine uralte Tradition, die es nur in Teguise gibt. José Vicente zum Beispiel erzählt uns, dass es in seiner Familie fast schon einen Konflikt gibt, denn seine Mutter ist zwar aus Teguise, sein Vater jedoch aus einer anderen Gemeinde. Was seine Freunde dazu meinen, dass er in so einem Verein Mitglied sei? Sie würden das akzeptieren. Doch auch wenn er zwar das jüngste Vereinsmitglied ist, so sind bei den Karnevalsumzügen selbst oft noch Jüngere dabei, Kinder aus Teguise, die auch mitwirken wollen.
Im Verlauf unseres Besuchs bekommen wir das Vereinsheim gezeigt, das sie vor drei Jahren vom Bürgermeisteramt zugeteilt bekommen haben. Dieses hier sei besser als das alte, denn es sei größer, meint Carmelo Miguel, dessen Großeltern sich schon als Diabletes verkleideten. Davor haben sie sich immer bei jemandem zu Hause treffen müssen. Da die Diabletes im November bei einer Karnevalsmesse auf Teneriffa teilnahmen, haben sie noch viele ihrer Masken und Kostüme im Vereinsheim, normalerweise werden diese bei jedem zu Hause aufbewahrt, falls ins Vereinsheim eingebrochen werden sollte.
Ansonsten wird der Verein aber auch von anderen Bürgermeisterämtern finanziell unterstützt, in deren Gemeinden der Verein am Karnevalsumzug teilnimmt. Obwohl ein Großteil ja gar kein richtiger Karneval sei: Wir bekommen erzählt, der „echte“ Karneval sei nur in der alten und der neuen Hauptstadt, also in Teguise und in Arrecife. Der Rest sei nur für die Touristen, beziehungsweise, einfach nur ein Event mit verkleideten Menschen.

Die Tradition der Diabletes beginnt Ende des 15. Jahrhunderts. Damals veranstalteten die einheimischen Hirten, gekleidet in mit Meerwasser gegerbtem Leder, Hexen- beziehungsweise Teufelstänze, welche in den Nächten zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen, vorzugsweise in der Silvesternacht, stattfanden. Man vermutet, dass diese Tänze auch von afrikanischen Sklaven und südamerikanischen Einwanderern beeinflusst wurden, da es ähnliche Tänze auch in Mittel-und Südamerika gibt. Mit zunehmender Einflussnahme der spanischen Eroberer wurden diese und andere heidnischen Rituale christianisiert. Dabei entstanden Frühmessen, die in den ersten Morgenstunden als Triumph über die Finsternis abgehalten wurden. Die nun zumeist versklavten Hirten mussten schließlich als Diabletes während des Fronleichnamsfests tanzen. In dem Fest, das damals noch als Kampf von Gut gegen Böse gefeiert wurde, stellten die Diabletes das Böse dar. Sie wurden schnell beliebt und bekamen von ihren Lehnsherren und später von der Inselregierung selbst Geld, um ihre Masken und Kostüme anzufertigen. Später jedoch, als die Kirche diese Art, das Fronleichnamsfest zu feiern, verbot, verschoben sich die Tänze der Diabletes auf die Karnevalszeit. Auch die Maske wurde verändert: stellte sie früher eher einen Ziegenbock dar, gestaltete Rosalia Espínola Aldana, die Frau des berühmten Arztes aus Teguise, Doktor Alfonso Spínola, die Masken Ende des 19. Jahrhunderts um, sodass sie nun einen Stier mit Hörnern und langer Zunge zeigte, mit Zügen des Teufels, so wie sie auch heute noch aussehen.


Statue Elegua
Im letzten Jahr weihte das Bürgermeisteramt die Statue „Elegua“ von dem aus Teguise stammenden Künstler Rigoberto Camacho ein. Die 1,80 Meter große, circa 100 Kilogramm schwere Skulptur aus Polyesterharz stellt einen Diablete dar und soll diese ehren. Sie steht auf der Plaza de San Francisco in La Villa. Den Namen hat der Künstler bewusst gewählt: „Elegua“ ist der Ruf der Zuschauer eines Karnevalsumzuges, um einen der Diabletes, mangels Wissen um den richtigen Namen der Person, zu rufen und ihn zu reizen und provozieren. Der Name leitet sich aus dem spanischen Wort lengua ab, wegen der großen Zunge der Diabletes.




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