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Wissenswertes

Der Perro Majorero:
Hüter der Geschichte Fuerteventuras

Von: Sarah Schulz



Der Bardino ist ein, auf den Kanarischen Inseln heimischer, Hüterhund und wird auch Perro Majorero gennant.


Der Name "Majorero" geht auf "Majorata", die indigene Bezeichnung Fuerteventuras, zurück.


Einer fast wie der andere: Die Perros Majoreros der ACPM-Mitglieder ähneln sich alle sehr.


Auf Fuerteventura stellten sich 67 der reinrassigen Perros Majoreros auf der FEAGA 2014 (Fería agricola, ganadera y pesquera de Canarias; kanarische Land-, Vieh- und Fischwirtschaftsmesse) einer Bewertung...


...32 Tiere wurden als exzellent eingestuft.


Bardi gehört einem Mitglied der Asociación para la Conservación del Perro Majorero, und ähnelt seinen Artgenossen sehr.


Auf den Kanarischen Inseln gibt es drei heimische Hunderassen: den windhundähnlichen Jagdhund Podenco Canario, den hauptsächlichen Wachhund Dogo Canario, sowie den Hütehund Bardino beziehungsweise Perro Majorero. Letzterer kommt aus Fuerteventura, wie man an der topographischen Bezeichnung majorero erkennt, welche auf Majorata, die indigene Bezeichnung der Insel, zurückgeht. Zum Schutz dieser Rasse gründete sich 2007 die Asociación para la Conservación del Perro Majorero (ACPM), die Vereinigung zur Bewahrung dieses Hundes, der zu diesem Zeitpunkt vom Aussterben bedroht war.


Die Existenz des Perro Majorero als typischer Hund der Kanarischen Inseln soll bereits durch das fragmentarisch erhaltene schriftstellerische Werk Königs Juba II. von Mauretanien (50 v. Chr. bis 23 n. Chr.) über eine Seeexpedition zum Archipel belegt sein. Auch die beiden Franziskanermönche Pierre Bontier und Jean Le Verrier, die gemeinsam mit Jean de Béthencourt und Gadifer de la Salle Anfang des 15. Jahrhunderts anlandeten, beschreiben in Le Canarien, ihrer Chronik der Eroberung der Inseln, die Anwesenheit eines Hundetyps, der sich äußerlich von den bekannten Rassen unterschied und dessen Merkmale mit dem des Bardinos vergleichbar sind. Über Jahrhunderte hinweg lebte er besonders auf Fuerteventura, im Osten der Kanaren, von wo aus er auch auf die anderen Inseln gebracht wurde. Den Ureinwohnern, die sich dem Ackerbau und der Viehzucht widmeten, war der treue Hund als Hüter so schon von großem Nutzen.
Allerdings verlor er im 20. Jahrhundert mehr und mehr an Bedeutung und wurde besonders seit den 1970er Jahren, als der Tourismusdurchbruch der Insel kam, nicht nur durch ausländische Rassen verdrängt und durchmischt, sondern es ging auch sein hoher Wert wegen der Reduzierung der Landwirtschaft, der Aufgabe vieler kleiner Betriebe und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen verloren.  
Erst vor 20 Jahren, am 14. April 1994, wurde der Bardino durch die Real Sociedad Canina de España, der spanischen Hundegesellschaft, als indigene Rasse anerkannt. Aber schon zuvor versuchten Hundefreunde auf Fuerteventura das allgemeine Interesse an diesem Hund wiederzuerwecken und die Zucht voranzutreiben.

Auf Fuerteventura gründete sich 2007 aus Züchtern und Anhängern der Rasse die Asociación para la Conservación del Perro Majorero, um den Hund, dessen Fortbestand derweil gefährdet war, vor dem Aussterben zu bewahren. Aktuell hat die Vereinigung über 200 Mitglieder – die Einwohnerzahl der Insel liegt etwas über 100.000. Auch auf den beiden größten Kanareninseln Gran Canaria und Teneriffa gründeten sich je eine Dependance, eine weitere ist für Lanzarote geplant.
Der Präsident der Vereinigung, Beneharo Martínez Soto, stand uns für sämtliche Fragen und Fotomaterial zur Verfügung, und weitere wichtige Informationen konnten wir einer kurzen Abhandlung über die Geschichte sowie die Eigenheiten und den Rassestandard des Bardinos der ACPM-Sekretärin María del Mar Rodríguez Cabrera entnehmen.
Der Perro Majorero als autochthoner Hund wird als ein lebendes Symbol der fuerteventurischen und gesamtkanarischen Geschichte angesehen, erklärte Beneharo, weswegen ein Zuchtplan von dringender Notwenigkeit angesichts der nahenden Exstinktion war. Dieser besteht darin, mit reinrassigen Tieren zu züchten und diese Tiere zur weiteren Zucht zu verbreiten.

In einem königlichen Dekret, dem Real Decreto 558/2001 de 25 de mayo, wurden die Kriterien für Hundezuchtvereine, die reinrassige Tiere züchten,  festgeschrieben, unter die die sechs Jahre später gegründete ACPM fällt. Dafür müssen die Hunde genealogisch erfasst werden, sodass sich die Abstammung der einzelnen Tiere zurückverfolgen lässt und bei Neuzüchtungen die besonderen Rasseneigenschaften erhalten bleiben. Der Züchter ist verpflichtet, atypische Exemplare eines Wurfs für die Weiterzucht nicht zu berücksichtigen.
Bevor die Vereinigung ihre Arbeit aufnahm, hatte es bereits eine Vorgängerorganisation gegeben, die gegen den Verlust der traditionellen Hunderasse vorzugehen versuchte: die Sociedad Protectora del Bardino, die Bardino-Schutzgesellschaft. Ihre Gründung fand 1981 statt, nachdem 1979 in Gran Tarajal zum ersten Mal eine Perro Majorero-Schau stattgefunden hatte, bei der anerkannte Experten der Hundezucht nationaler wie internationaler Herkunft anwesend waren. Allerdings vergingen fast 30 weitere Jahre, ehe ein konkreter Aktionsplan aufgestellt wurde und kontinuierliches Handeln einsetzte.
Ebenso bevor die ACPM mit ihrem Plan startete, gab es einige wenige Anhänger des Hundes, zu denen auch Beneharo gehörte, die sich auf die Suche nach reinrassigen Tieren begaben, aber kaum um die 50 Hunde fanden. Von denen waren die meisten schon zu alt, als dass sie sich für die Züchtung geeignet hätten, weswegen sehr wenige Hunde zur Verfügung standen, um die Umsetzung des ambitionierten Vorhabens in die Wege zu leiten.
Aktuell gibt es auf Fuerteventura über 300 reinrassige Perros Majoreros. Bei einer Hundeschau im April, im Rahmen der Feaga 2014 (Feria agrícola, ganadera y pesquera de Canarias; kanarische Land-, Vieh- und Fischwirtschaftsmesse), stellten sich 67 Exemplare der Bewertung – die historisch höchste Teilnehmerzahl bei einer solchen Veranstaltung – und 32 Tiere erhielten die Qualitätsbewertung „exzellent“.
Doch sind nicht die Tiere entscheidet für den Erfolg des Zuchtplans, sondern vielmehr diejenigen, die an ihrem Fortbestand Interesse und Freude haben, also Anhänger, Freunde und Züchter, weswegen auch eine Mitgliedschaft bei der Vereinigung ein erster Schritt für jeden ist, der mithelfen möchte, den Fortbestand der Rasse, die seit mindestens 2000 Jahren auf dem Archipel leben soll, zu sichern und ihr positive Zukunftsaussichten zu bescheren.

Damit viele Gefallen am Bardino finden, preist die ACPM seine Eigenschaften in besonders hohen Tönen, die sich nicht als übertrieben beweisen, lernt man einen solchen Hund kennen. Er hat ein ruhiges Gemüt, welches ideal für einen Familienhund ist. Durch seine Größe jedoch braucht der Perro Majorero verhältnismäßig viel Platz und ist wenig geeignet, in einer kleinen Wohnung gehalten zu werden. Sein Maß an Bewegung ist sehr hoch, weswegen ihm lange Spaziergänge und genereller Auslauf zu Gute kommen.
In ihrer Beschreibung des Hundes nuanciert María del Mar das Wesen des Tieres als großmütig, loyal, dem Menschen zugeneigt, er sei ein unbestechlicher Beschützer, Hüter und Bewacher, der keine Disposition zu aggressivem Verhalten habe.
Des Weiteren geht sie auf die äußeren Erkennungsmerkmale ein, die im Amtsblatt der spanischen Zentralregierung, Boletín del Estado (BOE), als Rassestandard beschrieben wurden: Typisch sind demnach ein breiter Kopf, einen breite, schwarze Nase, ein kräftiger, robust-kompakter Körperbau sowie ein dicker Schwanz, dessen Schwanzspitze „Assoziationen mit einem Pinsel“ wecke. Das Fell ist „weder besonders lang noch kurz“, weich, glänzend und dunkel gescheckt. Weiße Flecken auf der Brust oder an den Füßen kommen vor. Eine erste Zehe, die Afterklaue, an der Innenseite der Hinterläufe ist essenziell bei der Rasse. Die Schulterhöhe ausgewachsener Tiere liegt bei Mitte 50 Zentimetern, wobei Weibchen ein wenig kleiner sind. Das Gewicht variiert zwischen 30 und 40 Kilogramm, Männchen haben im Vergleich zu den weiblichen Tieren ein etwas höheres Gewicht.

Der Bardino ist bisher von keiner internationalen Hundeorganisation – anders als Podenco und Dogo – anerkannt worden. Seine Akzeptanz durchzusetzen, ist ein mittelfristiges Bestreben der Vereinigung, da sie nicht nur eine Auszeichnung ist, sondern auch ein weiterer Schritt auf dem langen Weg der vollständigen Re-Etablierung des Hundes. Hierzu wird derzeit ein Stammbuch der auf Fuerteventura lebenden Bardinos erarbeitet.
Beneharo weiß um die Notwendigkeit, sein Ziel weiterzuverfolgen. In den kommenden zehn bis 20 Jahren hofft er, seine Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können und weitere Unterstützung zu finden, damit die Bedrohung vor dem Aussterben dann nur noch eine Anekdote aus der Vergangenheit sein wird und sich diese Unsicherheit nie wiederholt. 


Möchten Sie weitere Informationen erhalten und mit der Asociación para la Conservación del Perro Majorero Kontakt aufnehmen, zögern Sie nicht, Sie werden Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit für Ihr Interesse erfahren:

Präsident: Beneharo Martínez Soto
Internetpräsenz: www.acpm.es
E-Mail: acpm_fuerteventura@hotmail.com
Telefon: 651 197 459



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