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Vogelbeobachtung
Auf der Suche nach den Big Five

Von: K. McCann / Übersetzung: S. Schulz


Lanzarote-Big Five-37grad-Inselmagazin
Der Rennvogel ist einer der fünf Vögel, die man auf Lanzarote gesehen haben muss.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Stare kommen nur in der sogenannten „alten Welt“ natürlich vor.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Viele Singdrosseln überwintern auf Lanzarote, anstatt südlicher zu ziehen.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Stelzenläufer brüten auf Lanzarote. Auf den anderen Kanareninseln gibt es keine Population.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Nest der Stelzenläufer.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Junge Stelzenläufer.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Das Trio (v.l.n.r.: Antonio, Juan und Javier) bei der Arbeit.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Die auf Lanzarote lebenden Wüstenfalken sind ein Grund für die hohe Popularität der Vogelbeobachtung auf der Insel.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Kuhreiher.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Palmtaube.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Eleonorenfalke.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Kragentrappe.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Bobolink.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Rötelfalke und Rotfußfalke.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Auch Watvögel verbringen die Wintermonate auf Lanzarote.
Foto: J. García / A. Unquiles / J. Sagard


Und was ist Ihr Hobby? Auf Lanzarote widmen sich drei junge Männer der Vogelbeobachtung, eine Freizeitbeschäftigung, die sie um die ganze Welt geführt hat, sie neue Freunde hat kennen lernen lassen und ihnen die Idee brachte, ihre Beobachtungen auf dem Blogportal surfbird.com zu veröffentlichen, wo sie ihre Fotos zeigen und sich mit Gleichgesinnten austauschen können.

 

 

Javier García, Antonio Unquiles und Juan Sagardía begeisterten sich schon in ihrer Jugend für die Vogelbeobachtung und richteten Ende 2006 ihren englischsprachigen Blog Birding in Lanzarote auf dem Portal surfbirds.com ein. Immer noch ist ihre Seite mit 10.000 Klicks jährlich ein großer Erfolg und zieht Gleichgesinnte aus der ganzen Welt an.
Die Drei gründeten den Blog, um ihre Beo-bachtungen von Zugvögeln, Brutvögeln, einfach allen Vögeln zu teilen und der weltweiten Vogelbeobachter-Gemeinschaft Tipps über die Bedingungen auf der Vulkaninsel zu geben und sie zu einem Besuch zu ermutigen.
Javier und Antonio lernten sich unterwegs, als beide auf Beobachtungstour waren, kennen, den Kontakt zu Juan stellten sie über das Internet her.


Perfekte Bedingungen

Lanzarote sei eine hervorragende Insel, um diesem Hobby nachzugehen, meint Javier: „Lanzarote und Fuerteventura sind zwei der besten und einzigartige Inseln, um Vögel zu beobachten. Wegen der Nähe zu dem nordafrikanischen Kontinent gibt es herausragende Bedingungen bei der Beobachtung von Zugvögeln, die zwei Mal jährlich migrieren. Wo genau man vornehmlich welche Tiere sichten kann, haben wir in einem praktischen Leitfaden auf unserem Blog aufgelistet.“ Der gebürtige Grankanarier geht seiner bevorzugten Freizeitbeschäftigung sehr engagiert und leidenschaftlich nach. Schon seit über 27 Jahren versucht er, sich drei bis vier Mal wöchentlich ins Feld zu begeben, oft von morgens um acht Uhr bis abends um acht Uhr. „Schon immer interessierten mich alle möglichen Tiere, weswegen ich sie in ihrem natürlichen Umfeld beobachten wollte. Auf Lanzarote gibt es wenige Eidechsenarten, wenige Reptilien generell, und Insekten mag ich nicht. Vögel faszinieren mich wegen ihrer Flugfähigkeit. Sie können um sie ganze Welt fliegen. Zu Zugzeiten gibt es immer die Möglichkeit, neue und seltene Exemplare hier zu entdecken. Bei beringten Vögeln können wir sogar ihre oftmals beeindruckende Flugroute nachvollziehen“, begeistert sich Javier.
Alle drei Beobachter haben Berufe fernab ihres Hobbys: Javier ist Polizist, Antonio ist Lehrer für Verfahrenstechnik und Juan Zahntechniker. Auf diese möchten sie nicht verzichten. Die Vogelbeobachtung ist ihr Ausgleich zum Alltag, sie bedeutet eine Auszeit. Und Juan befürchtet, die professionelle Ausübung könne den Spaß einschränken oder gar zerstören.


Ein aufstrebender Sport mit viel Konkurrenzdenken

Die Vogelbeobachtung gilt als Sport und wird immer populärer mit jährlich steigenden Zahlen an begeisterten Beobachtern. International dabei führend sind Groß-Britannien, die USA und Kanada sowie die Niederlande. Heutzutage sei, so Javier, der Erwerb einer Kamera mit gutem Teleobjektiv erschwinglich, und über das Internet gebe es zahlreiche Möglichkeiten, seine Erfahrungen zu dokumentieren und auszutauschen.
Der Blog des Trios zeichnet sich besonders durch die große Anzahl qualitativ hochwertiger Fotografien aus. Mit einem 100-400 Millimeter-Objektiv arbeitet das Team erfolgreich, und die spektakulärsten Aufnahmen machten sie ihrer Meinung nach von einem Rotfußfalken (Falco vespertinus) und einem Rötelfalken (Falco naumanni). Sogar Fachzeitschriften wie Birdwatch und Birding World sind an ihren beeindruckenden Bildern interessiert.
Generell gebe es große Konkurrenz zwischen den Vogelbeobachtern, aber die lanzarotenische Gemeinschaft sei sehr klein: sieben bis acht regelmäßige Beobachter, die  einander informiert halten über seltene Vögel, die aktuell gesichtet wurden.


Ausschließlich Zugvögel

Antonio, aus Madrid, ist weit gereist für sein Hobby: „Ich war in Deutschland, in Schottland, auf den Kapverden und den Galapagos-Inseln. Seit 30 Jahren mache ich das, und im Sommer profitiere ich von den arbeitsfreien Monaten, die ich als Lehrer habe. Ich reise dann, um Gleichgesinnte in anderen Ländern zu treffen.“
Für die drei bedeutet die Seltenheit eines Vogels seine Schönheit. Deswegen ist der Reisstärling (Dolichonyx oryzivorus, auch Bobolink genannt) der schönste Vogel, den sie jemals auf Lanzarote entdeckt haben. Er lebt hauptsächlich in Nordamerika und zieht nach Bolivien, Paraguay und Argentinien. Höchst selten sieht man ihn in Europa, und eine Beobachtung auf den Kanaren ist umso ungewöhnlicher.
Alle auf Lanzarote nistenden Vögel sind Zugvögel, weswegen sich eine internationale Mischung aus nordafrikanischen und südeuropäischen Exemplaren vorfindet. Dazu zählen unter anderen die aus Afrika kommende Palmtaube (Spilopelia senegalensis) sowie Stelzenläufer (Himantopus himantopus) und Kuhreiher (Bubulcus ibis), beide sonst in Europa beheimatet.
Der Kuhreiher lebe hauptsächlich in Arrecife, der Stelzenreiher exklusiv auf der gesamten Insel und sei noch nicht auf einer anderen Kanarischen Insel beobachtet worden, berichtet Javier.
Insgesamt seien zwischen 250 und 300 Arten auf Lanzarote gesichtet worden, von denen die seltensten aus Nordamerika, Südafrika oder sogar Asien hierhin gekommen seien, wobei die europäischen Arten aufgrund des wärmeren Klimas auf die Kanaren zögen. Im Frühjahr ziehen Vögel von Afrika nach Europa, im Herbst ziehen sie wieder zurück. Manche von ihnen verbringen den Winter auf Lanzarote, ohne südlicher zu ziehen.


Lanzarotes Big Five

Die Blogger haben eine Wunschliste, von der sie die Arten wegstreichen, wenn sie den Vogel endlich gesichtet haben. Sie wissen nicht, wie viele Tiere sie insgesamt in der Vergangenheit beobachtet haben, allerdings wissen sie genau, welche Höhepunkte sie in ihrer Freizeitkarriere noch erwarten: „Wir hoffen einen Gold-Waldsänger zu sehen, der hier extrem selten ist. Eine Brautente sieht man vielleicht einmal in seinem Leben. Besonderes Interesse haben wir auch an neuseeländischen Vögeln“, erläutern sie enthusiastisch.
Dennoch kommen die meisten ausländischen Vogelbeobachter nach Lanzarote um bestimmte, sehr viel häufiger vorkommende Vögel zu sehen. Die Big Five der Insel – so genannt in Anlehnung an die fünf afrikanischen Säugetiere, deren Sichtung bei Safaris wichtig sein soll – könnten nirgendwo in Europa gesichtet werden. Aber Lanzarote gehöre immerhin zu einem europäischen Staat, lacht Javier.
Er zählt die fünf „Großen“ in Reihenfolge ihrer Wichtigkeit auf: „Kragentrappe (Chlamydotis undulata), Rennvogel (Cursorius cursor), Wüstenfalke (Falco pelegrinoides), Eleonorenfalke (Falco eleonorae) sowie Wüstengimpel (Bucanetes githagineus). Viele Urlauber, die unseren Blog lesen, wollen mit uns auf Tour gehen, um wenigstens einen dieser Fünf anzutreffen.“


Gute Vorbereitung

Für angehende Vogelbeobachter hält das Trio nützliche Tipps bereit: „Man braucht Schreibmaterial, um Notizen festhalten zu können, eine Kamera, ein Stativ, ein Fernglas oder besser noch ein Spektiv. Bevor man loszieht, sollte einem klar sein, welche Tiere man mit Glück und Geduld vorfinden kann, und wie man sie erkennt und von anderen unterscheidet. Man muss recherchiert haben und im besten Fall weiß man genau, wonach man sucht und überlässt nichts dem Zufall.“
Javier hat zu Hause beispielsweise 200 Vogelkundebücher, die er immer wieder zur Hand nimmt, aber Antonio reichen 40 aus, um ebenso gut beobachten zu können.
Bei all ihrer Begeisterung, Vögel in deren natürlicher Umwelt zu beobachten, besorgt sie das zunehmende touristische Interesse an dieser Beschäftigung. Das Allerbeste sei eine gewisse Ignoranz gegenüber den Vögeln. Angucken ja, aber sich niemals nähern. Vögel könnten sich selbst schützen, dafür bräuchten sie aber ein unter Schutz gestelltes Habitat, in dem sie sich vollkommen natürlich, ohne Gefahren ausgesetzt zu sein, bewegen könnten.


Vogelschutz

Ornithologen und Vogelbeobachter urteilen, dass die natürlich Umgebung der Vögel auf Lanzarote nicht ausreichend abgesichert sei. Der Fokus liege auf steigenden Tourismuszahlen, anstatt Schutzzonen für die seltenen Vögel einzurichten. Javier beklagt sich: „Auf dem Festland, zum Beispiel in Castellón, gibt es ausgedehnte Reservate.“ Auf Lanzarote fehlten vielerorts Schilder, die über Brutgebiete et cetera informierten, so dass weder die Lanzaroteños und noch weniger die Touristen wüssten, dass sie sich zum Schutz des Wildlebens in gewissen Zonen vielleicht anders verhalten sollten, obwohl genereller Wille vorhanden sei, die Tierwelt zu schützen.
Allerdings wird dies von Cabildo-Seite anders eingeschätzt. Studien zu Geiern und Eleonorenfalken würden in Auftrag gegeben, um mehr über die bevorzugten Bedingungen dieser Vögel zu erfahren, und jährlich würden neue Pläne ausgearbeitet, wie man in bestimmten Inselzonen einen verbesserten Schutz umsetzen könne.
Gemeinsam mit den beiden kanarischen Universitäten und der spanischen Vogelbeobachtungsgesellschaft erarbeite man Pläne, führe Studien durch, die alle darauf abzielten, den Vögeln ein immer besseres Wildleben auf Lanzarote zu ermöglichen.
Dennoch geben auch die Vogelbeobachter zu, dass man die soziale und wirtschaftliche Entwicklung nicht außer Acht lassen darf. Am Ende sei eine erfolgreiche Wirtschaft, zum Beispiel begünstigt durch eine gute Tourismusentwicklung, ein Garant, dass auch etwas für den Vogelschutz getan werden könne und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stünden.
Besonders wichtig sei dieses Thema bei den Erweiterungsplänen des Hotels Club La Santa gewesen. In den dortigen Salzmarschen lebt eine große Vogelpopulation, allerdings muss sich das Sporthotel der hohen Nachfrage stellen, besonders, da Lanzarote als wichtige Insel für Sportler in ihrer Wettkampfvorbereitung gilt, und bedeutende Rennen wie der Ironman Lanzarote hier ausgetragen werden.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Vogelkundlern ist also das, was am dringendsten benötigt wird, damit sich die Situation in beiderlei Interesse otimieren kann. Immerhin wünschen alle, dass Lanzarote auch weiterhin ein einzigartiges Zuhause, sei es permanent oder nur zeitweise, für viele Vogelarten bleibt.



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