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Lokales

San Juan in Haría
Mystik und Magie

Von: Sarah Schulz


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Eine mystische Begleitgeschichte wurde erfunden. Foto: ©Diablos de Haría

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Bevor die Nacht hereinbricht, verlassen die Diablos ihre Höhlen und ziehen Richtung Haría. Foto: ©Diablos de Haría

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Im Inneren der Vulkaninsel warten die Teufel auf ihren großen Moment. Foto: ©Diablos de Haría

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Alles ist ein großes Geheimnis. Foto: ©Sarah Schulz

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Die Fackeln werden entzündet, das Spektakel beginnt. Foto: ©Sarah Schulz

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Die Zeit macht bei niemandem eine Ausnahme. Foto: ©Sarah Schulz

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„Na ja, man merkt schon, wenn man einer Feuerquelle zu nahe kommt. Das wird dann heiß.” Foto: ©Sarah Schulz

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Die Verbrennung des Juan. Foto: ©Sarah Schulz

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Von Kirchen und Palmen abseilen könnten sich nur erfahrene Kletterer oder Bergsteiger, mit Feuer jonglieren mache man auch nicht mehr unbedingt. Foto: ©Sarah Schulz

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Keine Fotos ohne masken, keine Namensnennung. Foto: ©Diablos de Haría

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Frauen und Männer, Tischler, Busfahrer, preisgekrönter Designer, Lehrerin und weiblicher Sergeant der Nationalpolizei, sie erscheinen am Vorabend des Johannistages wie aus dem Nichts und verschwinden genauso schnell wieder... Foto: ©Diablos de Haría


In Lanzarotes Gemeinde Haría wird die Johannisnacht groß gefeiert. Vom 23. auf den 24. Juni, der „magischsten Nacht des Jahres“, so verheißungsvoll wird geworben, findet seit über 20 Jahren die Danza del Fuego, der Feuertanz, statt, ehe eine Puppe im Johannisfeuer verbrennt. Doch nicht prähispanische Bräuche werden aufgegriffen, wie viele Zuschauer denken, und auch zu Sonnwendfeuern im nördlichen Europa besteht höchstens optisch ein Bezug. Im Gegenteil handelt es sich um eine freierfundene Darbietung von Harianern.


Die Straßenbeleuchtung erlischt, durch den Dorfkern Harías raunt ätherische Musik, man dreht sich um, wartet, was passiert, Anspannung liegt in der Luft. Und plötzlich, Feuer, hinter dem Kreuz auf dem Kirchturm. Eine Fackel wird mit seichten Bewegungen durch die Luft geschwenkt. Wer hält sie? Doch da schellt es hinter einem. Glöckchen. Mehr Fackeln. Von einer Palme seilt sich eine Gestalt herab. Ja, sie hat Hörner auf dem Kopf. Aus verschiedenen Ecken ziehen Rauchschwaden empor in die schwarze Nacht, leichter, rötlicher Schimmer, der immer intensiver wird. Furchteinflößende Fratzen, die Musik wird dramatischer, die Gestalten, in Tierfelle gehüllt, bewegen sich langsam auf einen Hügel zu. Aufgeschichtetes Holz. Darüber, eine Puppe hängend. Ein Scheiterhaufen? Die mächtigste der Gestalten nähert sich und hält ihre Fackel dagegen.


Das Geheimnis wahren

Es ist die Nacht auf den 24. Juni in Haría, in Lanzarotes Norden. Die alltägliche Ruhe im „Tal der tausend Palmen“ ist einer geheimnisvollen, spannungsgeladenen Atmosphäre gewichen. Die Besucher auf der Straße Encarnación Rodríguez halten den Atem an. Die eben noch spielenden Kinder verstummen, die Jüngsten klammern sich an die Erwachsenen. Es ist die „magischste Nacht des Jahres“, die spannungsvoll erwartet wird und nie enttäuscht – seit nunmehr über 20 Jahren. Doch das war nicht immer so. Ehedem wurden über einem offenen Feuer vor der Markthalle Sardinen gegrillt – viele Besucher, aber irgendwie doch eine langweilige Veranstaltung, an der man aus bloßer Tradition teilnahm. Besonders die Jugendlichen des Dorfs verloren das Interesse. Und so kam es, dass eine Freundesgruppe einen Tanz um jenes Feuer plante und sich eine mystische Begleitgeschichte ausdachte, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen sollte. Nur die Verantwortlichen im Rathaus waren informiert, die jungen Leute erzählten niemandem von ihrem Vorhaben.
Was damals eine große Überraschung war, ist heute nicht mehr aus dem Festprogramm bei den Feierlichkeiten zu Ehren des Dorfpa-trons San Juan wegzudenken. Doch eines ist geblieben: Alles, was mit dem Spektakel in Bezug steht, ist ein großes Geheimnis.
Mich mit dem Hauptkern der Gruppe der sogenannten „Diablos de Haría“, den Teufeln, die aus über 20 Mitgliedern bestehen und den Feuertanz verantwortlichen, zu treffen, war in keinster Weise ein Problem. Im Gegenteil: Nummer beschafft, angerufen, Termin ausgemacht. Mit neunen saß ich in Harías Sociedad La Tegala an einem Donnerstagabend im Mai an einem Tisch, trank einen Kaffee, manche hatten ihre kleinen Kinder dabei. Ich bekam sämtliche Informationen, Anekdoten wurden zum Besten gegeben, viel Lachen: ein lebhaftes Gespräch.
Nur bei einem Punkt wurden sie ernst. Es gebe eine Voraussetzung für unsere Unterhaltung: Alles, was die Mitglieder identifizieren könnte, müsste ich für mich behalten. Keine Fotos ohne Masken, keine Namensnennung. Die Gruppe ist ein verschwiegener Kreis: Viele beteuerten, dass vielleicht im Norden Lanzarotes einige Mitmenschen wüssten, dass sie zu den Teufeln gehörten, allerdings ab Guatiza, das zur Gemeinde Teguise gehört, ihr Geheimnis schon gewahrt sei.
Zwischen 30 und 40 Jahren, Frauen und Männer, Tischler, Busfahrer, preisgekrönter Designer, Lehrerin und weiblicher Sergeant der Nationalpolizei, sie erscheinen am Vorabend des Johannistages wie aus dem Nichts und verschwinden genauso schnell wieder. Aus dem Inneren der Vulkaninsel kommen die Teufel gekrochen, warten in Höhlen den richtigen Zeitpunkt ab, ehe sie mit kleinen Feuern auf den Hügeln um Haría ihr Kommen ankündigen und für einen kurzen Moment das gesamte Dorf einnehmen. Im Schutz der Dunkelheit halten sie sich versteckt, auf den Dächern der Häuser, in Palmen, auf dem Kirchturm verharren – bis es soweit ist. Wenn die Musik, die eines der Mitglieder aus Sphärenmusik, Hundegebell und anderen geisterhaft-wirkungsvollen Tönen zusammenmischt, erklingt, ist das das Zeichen, die ersten Fackeln zu entzünden.
Die Zuschauer recken die Köpfe, „Da vorne, dahinten, auf dem Dach“, hört man sie die Verstecke verraten. Mit gemächlichen Bewegungen nähern sich die Diablos dem Gemeindeparkplatz unterhalb der Straße. Dort wird in wenigen Minuten eine Figur, die auf die Tradition des Sardinengrillens zurückgeht, ihr Ende im Feuer finden. Keine Interpretation von Reinigungsriten zu Beginn der neuen Jahreszeit? Nein, nein, ihnen seien verschiedenste Bräuche bekannt, doch ihr eigenes Schauspiel stehe mit keinem in Verbindung, egal, wie ähnlich sie sein möchten.


Die Zeiten ändern sich

In diesem Jahr wird diese Figur – „Juan“ im Volksmund genannt, im Programm als „Facundo“ angekündigt und ohne beabsichtigten Bezug zum sogenannten Hanslverbrennen – wahrscheinlich zum ersten Mal nicht von Eugenia González aus Punta Mujeres angefertigt werden: aus Altersgründen. Daran sehe man den Lauf der Zeit. Sie, die einst eine Institution im Dorf war, hatte sie doch als Einzige einen Telefonanschluss, den alle Nachbarn gegen ein kleines Entgelt mitbenutzten, sei „in die Jahre gekommen“, wie die Diablos bedauern. Doch die Zeit macht selbstverständlich auch bei den Teufeln selbst keine Ausnahme, wirken sie noch so alterslos mit ihren selbstgefertigten Masken und Holzhörnern.
Von der Gründungsgruppe wirkt niemand mehr mit, bergen manche der Aktivitäten schlussendlich nicht zu vernachlässigende Gefahren. Von Kirchen und Palmen abseilen könnten sich nur erfahrene Kletterer oder Bergsteiger, mit Feuer jonglieren mache man auch nicht mehr unbedingt, wenn man Ernährer einer vierköpfigen Familie sei, die teilweise schlechte Bausubstanz in Haría erfordere absolute Trittsicherheit – die Gemeindeverwaltung schließt immer mehr Gebäude von der Nutzung durch die Diablos aus. Und was man nicht vergessen darf: Die aufwendig gestalteten Masken schränken das Sichtfeld erheblich ein. Wie ich schon erwähnte, behandelten mich die Mitglieder absolut privilegiert und setzten mir so auch eine der Teufelsmasken auf, damit ich ihre Erläuterungen nachvollziehen konnte. Mal abgesehen davon, dass sie mir etwas zu groß war: Sie war verblüffend schwer.
Um das nächste Umfeld möglichst genau wahrzunehmen, hieß es, den Kopf in alle Richtungen zu bewegen. Und das Ganze dann noch mit Fackeln in der Hand? „Na ja“, relativierte ein Teufel, „man merkt schon, wenn man einer Feuerquelle zu nahe kommt. Das wird dann heiß.“ Die „Felle“, die nur wie solche aussehen, aber eigentlich aus Stoff sind, sollen in der Zukunft durch Ziegenhaut, die nicht so schnell Feuer fangen kann, ersetzt werden.
Die Sicherheitsanweisungen durch das Rathaus werden rigoroser, was die Mitglieder definitiv befürworten. Was als Spaß begann, soll für niemanden in einer Katastrophe enden. So sind sie deswegen auch dabei, ihre Gruppe als Verein registrieren zu lassen, die unterschriebenen Papiere müssen nur noch vom zuständigen Amt bearbeitet werden. Dies werde ihnen ebenso ermöglichen, ohne weitere Umstände an anderen Veranstaltungen teilzunehmen, wie dieses Jahr zur Eröffnung des Karnevals in Arrecife.
Sie können sich eine Aufwandsentschädigung zahlen lassen und das Geld in Anschaffungen für ihre Aktivität investieren, die ohne Zweifel auf San Juan in Haría konzentriert bleiben soll. Dort erwarten sie auch keine Zahlung, hat sich ihr Auftritt doch als Tradition etabliert. Aber vielleicht könnte es machbar sein, dass die Gemeinde, die bisher eigentlich nur die Fackeln zahlte, die Gruppe verköstigte.
Den gesamten Vortag des Johannistages verbrächten die Mitglieder schließlich im Dorf, bereiteten das große wie auch sämtliche kleine Feuer vor, die spektakulären Elemente ihrer Präsentation wie das Abseilen und begäben sich frühzeitig in ihre Rückzugspositionen, bevor die Besucher nach Haría strömten.
In den vergangenen Jahren fand vor der Danza del Fuego die Verleihung der Gemeindepreise statt, die allerdings diesen Juni erst am Johannistag selbst in den Jameos del Agua vergeben werden. Dies bedeutet schlicht das Gegenteil von weniger Arbeit: Es soll umso spektakulärer werden, man sei die Hauptattraktion des Abends. Ich erfuhr, was in Planung steht. Doch Sie ahnen es: Ich darf nichts preisgeben. Kommen Sie also nach Haría und lassen Sie sich von der einzigartigen Atmosphäre ergreifen.



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