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Lokales

Interview mit Marciano Acuña

Von: Dr. Karl Kunze


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Marciano Acuña ist der amtierende Bürgermeister von Haría. Foto: ©Dr. Karl Kunze

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Müllabladeplatz hinter Harías Friedhof. Foto: ©Dr. Karl Kunze

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Eine der vielen Ruinen in der Gemeinde. Foto: ©Dr. Karl Kunze


Mit der Wahl von Marciano Acuña Betancort, seit Juni dieses Jahres neuer Bürgermeister von Haría, ist ein neuer Hoffnungsträger in das Rathaus im hohen Norden von Lanzarote eingezogen. Der 45-jährige verkörpert einen Neuanfang nach 16 Jahren Herrschaft von „Pepe“ Torres Stinga, den er im Amt beerbte. Normalerweise übergibt der alte Bürgermeister dem Neuen den „bastón“, den Stab als Symbol seines Amtes. Bezeichnenderweise blieb Torres Stinga der Amtseinführung seines Nachfolgers fern, was von vielen als Affront empfunden wurde, dies um so mehr, als beide bis vor kurzem der gleichen Partei angehörten (Coalición Canaria), bis Torres Stinga seine vor Jahren selbst gegründete Partei wiederbelebte, die Plataforma del Municipio de Haría, die bei den Gemeindewahlen aber nur zwei Sitze errang.


Marciano Acuña Betancor ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt und arbeitet in Haría, wo er auch geboren wurde und aufwuchs. Auch seine Familie stammt von dort, und im Interview betont er, dass er aus einer Familie der Unterschicht stammt. Er selbst hat neun Jahre auf Teneriffa gelebt, wo er studierte und arbeitete.

Marciano, Du bist ein neues Gesicht in der  Bürgermeisterreihe. Erzähl uns etwas von Dir. Was hast Du gemacht, bevor Du Oberhaupt der Gemeindeverwaltung wurdest?

Ich habe Psychologie studiert, habe eine Zeitlang in der Forschung gearbeitet, dann eine Therapieausbildung gemacht und mich dabei auf Abhängigkeit spezialisiert, insbesondere, was Drogen betrifft. Ab 1996 bis 2008 habe ich mich dann mehr und mehr auf die Politik konzentriert, wobei ich schon im Cabildo hier arbeitete als Rat für Soziale Angelegenheiten.

Was macht eigentlich den Unterschied zwischen Dir und Deinem Vorgänger aus? Die Ursprungspartei ist doch die gleiche. Gibt es da so etwas wie ein Motto für die neue Politik hier in Haría?

Die alte Regierung war 16 Jahre im Amt, und in den letzten Jahren fehlte die Beziehung zur Bevölkerung und zu deren Problemen, wie sie eigentlich hätte sein sollte.  Ich setze mich mit der Bevölkerung in Kontakt, um mit zu helfen, deren Probleme zu lösen. Die sollte die Möglichkeit erhalten, am politischen Geschehen teil zu nehmen. Die Priorität der vorigen Regierung  lag nicht bei den Problemen der Bevölkerung, sondern bei den eigenen. Das hat dem vorigen Bürgermeister viel Energie abgezogen. Aber die fundamentalen Probleme eines Rathauses sind: Straßen, Parkmöglichkeiten, Sauberkeit, Müllbeseitigung usw. Und ich will wieder zu diesen eigentlichen Aufgaben des Bürgermeisters zurück kehren. Ich möchte wieder 100 Prozent meiner Energie den Problemen der Bürger widmen.

Das will sagen, dass Du auch das Individuum im Blick hast? Was eventuell Deinem Studium geschuldet ist?

Ja, zuhören, darum geht es.

Zu den Abteilungen im Rathaus gehört auch eine Abteilung, die sich „Transparencia“ (Transparenz) nennt und eine „Participación ciudadana“ (Bürgerbeteiligung). Was bedeutet das?

Alles das, was wir im Rathaus tun, soll für jeden Bürger erkennbar sein. Wenn wir zum Beispiel einen Rechtsanwalt verpflichten, dann soll sowohl die Person wie jeder einzelne Schritt hin zum Vertrag mit ihr nachvollziehbar sein. Wenn wir den Etat festlegen, soll jeder Einzelne wissen, was geben wir aus für Straßen, was für Erziehung, was für Soziales usw.

Stellst Du Dich damit gegen Deinen Parteigenossen Pedro San Gines (den Inselpräsidenten von Lanzarote), der seinen Freund als Rechtsanwalt für das Cabildo (Inselregierung) verpflichtet hatte, wie wir jetzt erfahren mussten

Jeder Schritt soll für Jeden transparent sein. Aber das ist auch klar: es ist nicht entscheidend, ob das mein Freund ist oder nicht, entscheidend ist, dass es ein guter Rechtsanwalt ist und seine Verpflichtung auf legalem Wege zustande gekommen ist. Für die Transparenz steht auch das Amtsblatt „La hoja del municipio“. Es wurde allerdings in der vorigen Amtsperiode missbraucht. Wir müssen es wieder zu einem Informationsblatt über die politischen Aktivitäten der Gemeinde machen. Ich möchte es nicht missbrauchen im Sinne einer Meinungsmache. Dazu ist es nicht da. Wir wollen auch das Format ändern, damit alle besser mitmachen können. 

Marciano, Du gehörst zur gleichen Partei wie schon vorhin besagter Pedro San Ginés. Und der hat, um es mal einfach zu sagen, unser Wasser verkauft. Und das an eine Madrider Firma, Canal Isabel II, die nach dem politischen Willen der (in der Autonomen Gemeinschaft Madrid, also nicht der Stadt Madrid, regierenden konservativen) Partido Popular zu 49 Prozent an private Investoren verkauft werden soll. Da haben sich schon eigenartige Interessenten gemeldet, u. a. sogar aus China. Viele ernst zu nehmende Futurolgen sagen, dass die Kriege der Zukunft sich, zum Teil zumindest, um diesen wichtigsten und kostbarsten Rohstoff drehen werden. Bist Du da mit Deinem Parteifreund auf einer Linie?

Deine Haltung in dieser Frage ist meiner Meinung nach zu ideologisch – und zu vorurteilsbehaftet. Es wurde kein Wasser verkauft, es wurde nicht privatisiert. Die Verteilung des Wassers bleibt weiter in den Händen der Inselregierung und der sieben Gemeinden. Inselregierung und Gemeinden bleiben die Eigner von Produktion und Verteilung. Sie haben das alles nur für einige Jahre in die Hände einer Firma gelegt. Dafür hat sich diese Firma verpflichtet, 50 Millionen Euro in die Verbesserung der Versorgung zu investieren. Die Preise bleiben für drei Jahre konstant, und danach dürfen sie nur ein Prozent des allgemeinen Teuerungsindexes steigen. Die Versorgung ist heute deutlich besser als noch vor 10 Jahren. Wir sind heute nicht schuld daran, dass die Führung der Inalsa (Wasserversorger vor Canal Gestión, wie Canal Isabel II auf Lanzarote heißt, Anm. der Redaktion) zwanzig Jahre lang eine einzige Katastrophe war. Es musste notfallmäßig gehandelt werden, weil der Patient in einer kritischen Situation war.

Nun ein sehr lokales Thema. (Ich zeige ihm einige Bilder einer wilden Müllkippe hinter dem Friedhof von Haría). Was ist zu tun?

Da muss man sofort aufräumen. Ich schäme mich natürlich total für diese Bilder. Das ist nicht die Gemeinde, die ich will. Das müssen wir natürlich so schnell wie möglich korrigieren. Das verspreche ich.

Und was ist hiermit? (Ich zeige ihm ein weiteres Bild einer Ruine in Haría, die jeden Augenblick  ein zu stürzen droht, und das noch direkt am Straßenrand).

Da kann man nichts machen. Die Besitzverhältnisse sind sehr kompliziert, die Besitzerfamilie weit verzweigt.

Das ist ja in anderen Ländern nicht viel anders. Nur - wenn was passiert, ist das Geschrei groß. Ist das hier genauso, dass die Gemeinde nichts tun kann, bis es Tote gibt.

Ja, das ist manchmal so.

Was passiert eigentlich gerade in Arrieta mit den Straßen und Bürgersteigen? Niemand weiß so recht, was das Ganze soll.

Das stammt natürlich nicht von mir. Das hat der vorige Bürgermeister initiiert. Es geht um eine Verbesserung der Straßen und Bürgersteige. Auch um Barrierefreiheit für Behinderte,  was ja alles etwas sehr Positives ist. Nur hat der vorige Bürgermeister eins nicht gemacht: er hat nicht mit den Leuten geredet.  Es gibt natürlich viel Müll, ist lästig. Aber nachher wird das alles eine echte Verbesserung sein, besonders mit den Rampen für die Rollstuhlfahrer.

Und der Anlegesteg. Was passiert damit?

MAB: Das ist Sache von Costas (Küstenministerium). Und noch haben wir von dort keine Erlaubnis, irgendwas zu machen, und auch Costas hat kein Geld dafür.

Was man im Ort Haría spürt, ist – mit allem Respekt gesagt – eine gewisse Agonie. Viele Häuser stehen leer. Auch sonst ist wenig los hier. Gibt es Pläne für eine Dynamisierung des Dorflebens?

Gibt es – und zwar in die Richtung: Haría als ländlicher Ort und als Ort des Kunsthandwerk. Wir sollten das historische Erbe herausstellen und die Natur. Die Häuser sollten als Möglichkeit angesehen werden, sie touristisch zu vermieten. Für deren Renovierung  sollte es auch steuerliche Anreize geben; alle Initiativen in dieser Hinsicht sind zu unterstützen. Unser Palmenbestand muss auch dauernd gepflegt werden, auch die Wanderwege. Gesundheitstourismus ist so ein Thema, Bewegung in der freien Luft, ein Tourismus, der wirkliche Entspannung anbietet, dafür bietet Haría alle Möglichkeiten. Es gibt ja schon konkrete Pläne für die Subvention von Aktivitäten, die die Renovierung von Häusern für die touristische Vermietung zum Ziel haben, auch Pläne für die Förderung der Werbung, die Haría darstellt als Ort eines alternativen Tourismus. Was wir brauchen,  sind Betten in Haría. Wir brauchen casas rurales (Landhotels), Pensionen usw.

Jetzt forderst Du aber etwas, was bisher als illegal galt.

Es gibt Pläne, an die Kanarische Regierung heranzutreten und das zu ändern. Auf diese Weise kann man eigentlich fast alle Unterbringungsmöglichkeiten hier in Haría legalisieren. Es gibt Apartments, die sind natürlich viel zu klein, entsprechen nicht den geringsten Anforderungen. Die werden natürlich niemals legalisiert werden können.

Drückt Ihr jetzt hier ein Auge zu, bis das alles geregelt ist?

Klar. Wir können aber nicht mehr tun. Die Kompetenz liegt bei der kanarischen Regierung.

Nur eins erscheint mir in diesem Zusammenhang nicht erklärbar. In Mala musste ein Hauseigentümer 6000 Euro Strafe zahlen, weil er eine kleine Pergola errichtet hatte.  Und in Arrieta gibt es einen ganzen Komplex, der touristisch vermietet, obwohl es schon ein Gerichtsurteil gibt, dass es sich hier um eine illegale Anlage handelt.

Die erfüllt in keiner Weise das Gesetz. Nur ist die Justiz in diesem Land sehr langsam. Aber es ist klar: das Ganze ist illegal. Und wird eines Tages Konsequenzen nach sich ziehen.

Stichwort: Mirador de Haría. Ein seit fast 20 Jahren leerstehendes Gebäude in allerbester Lage, mit einer wunderbaren Aussicht. Und es verfällt, weil es seit eben dieser Zeit nicht mehr genutzt wird.

Das ist ein Musterbeispiel für Nachlässigkeit, für Trägheit. Es gibt ein Projekt, dieses Haus in ein Zentrum für die Beobachtung von Vögeln um zu wandeln. Und in eines für das bessere Verständnis des Tales von Haría. In Zusammenarbeit mit dem Cabildo sind hierfür schon Mittel von rund 250 000 Euro vorgesehen.

Schon seit einiger Zeit gibt es auf dem Spielplatz von Haría ein Problem: es wird offen mit Drogen gehandelt. Wie willst Du das aus der Welt schaffen?

Wir haben schon mit der Ortspolizei gesprochen: es gibt jetzt mehr Kontrolle und Überwachung. Wir haben auch mit der Guardia Civil gesprochen. Die haben uns eine Dokumentation überreicht, aus der ersichtlich ist, wer diejenigen sind, die die Drogen in den Norden bringen. Es handelt sich um zwei bis drei Personen. Wir werden die Überwachung verstärken, auch wenn wir nicht alles überwachen können,  so tun wir doch das Möglichste, auch in Zusammenarbeit mit der Guardia Civil.

Marciano, wir danken Dir für dieses Gespräch.

Das Interview führte am 10.8.2015 unser Redaktionsmitglied Dr. Karl Kunze 



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