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Die Privatisierung des Wassers auf Lanzarote
Inalsa wird von einem Madrider Unternehmen übernommen

Von: Karl Kunze
Fotos: Lanzarote 37°


Lanzarote-Inalsa-37grad-Inselzeitung
Die lanzarotenische Wasserversorgungsfirma Inalsa ist hoch verschuldet.


Da Lanzarote über kein Grundwasser verfügt,...


...ist die teure Aufbearbeitung von Meerwasser unerlässlich.








Die schrittweise Privatisierung des Wassers in Spanien ist kein neues Thema, wird aber durch die Krise wieder aktuell. 1996 wurden noch 63 Prozent der spanischen Bevölkerung von öffentlichen Versorgern beliefert, zehn Jahre später waren es nur noch 47 Prozent. Wenn „der Staat“ Geld braucht, dann verkauft er auch offensichtlich die Verfügung über das kostbarste Lebensmittel an sich: das Wasser. Lanzarote ist das jüngste Beispiel dieses Prozesses.

 

 

Verfügung über Wasser in der Hand der Multis

Das Vorhandensein von Wasser ist für viele von uns etwas Selbstverständliches. Erst kürzlich wurde aber durch Recherchen des NDR ein weiterer von vielen Fällen bekannt, in dem Wasser, wenn es wie jedes andere Gut vermarktet wird, plötzlich nicht mehr für alle zur Verfügung steht: Nestlé beutet unweit von Pretoria eine Wasserquelle aus und füllt täglich 282.000 Liter in Flaschen mit dem Etikett „Pure Life“ ab, während auf dem Gelände der Arbeiter-Slums kein sauberes Wasser mehr zur Verfügung steht. Wenn auch die Verhältnisse auf unserer Insel von denen in Südafrika sehr verschieden sind, wurde einmal mehr deutlich, dass die Verfügung über Wasser nicht in private Hände gehört. Und so saß dann auch bei vielen der Schreck tief, als man hörte, dass die lanzarotenische Inselregierung die Herstellung und Verteilung des kostbaren Nasses in die Hände der Firma Canal de Isabel II gelegt hat.


Inalsa und Canal de Isabel II

Die Firma, die zurzeit auf Lanzarote für diese Aufgaben verantwortlich ist, ist die Inalsa: Insular de Aguas de Lanzarote. Sie ist eine öffentliche Firma (ente público) und gehört den sieben Gemeinden der Insel und dem Cabildo. Sie ist seit Jahren pleite, 50 Millionen Euro stehen auf der Soll-Seite.
Canal de Isabel II ist die größte Firma in der Hand der Madrider Regionalregierung, also auch ein ente público. Diese Firma wurde 1851 gegründet und erhielt ihren Namen von einem Kanal, der damals von einem Stausee zur Stadt geführt wurde, um die Einwohner der Metropole mit Wasser zu versorgen. Erstmals in der Geschichte Madrids wurden die privaten Haushalte aus dem Wasserhahn versorgt. Madrid war in die Moderne eingetreten.
2008 verkündete die damalige Präsidentin der Comunidad de Madrid, Esperanza Aguirre, dass die Firma 49 Prozent ihrer Anteile noch vor 2015 privatisieren will. Zurzeit sind 17 Investmentbanken und in- wie ausländische Firmen, auch chinesische, japanische und südkoreanische, an diesem Geschäft interessiert. Die Frage, die sich alle stellen, ist nun, warum ein Unternehmen wie Canal de Isabel II eine Pleitefirma wie die Inalsa mit 50 Millionen Schulden kaufen will und andere Firmen wiederum sehr an Anteilen der Käuferfirma interessiert sind. Man kommt nicht umhin, etwas ungläubig mit dem Kopf zu schütteln und sich zu fragen, welche Interessen dahinter stehen.
Der Gewinn der Firma lag 2011 bei 135 Millionen Euro. Die Schulden beliefen sich aber auf satte 1,1 Milliarden. Ab 1996 versorgte sie auch Cáceres 15 Jahre lang mit Wasser, dann aber lief die Konzession aus, jedoch darf sie seit 2003 für weitere 50 Jahre die öffentlichen Gärten und die Spielplätze der Stadt pflegen. Diese Firma soll nun den Zuschlag für die Wasserversorgung von Lanzarote erhalten und will 106 Millionen Euro investieren, eine Summe, die die 50 Millionen Schulden einschließt. 


Sorgen in Madrid und auf Lanzarote

Dieses Geschäft wird von allen, außer der konservativen Madrider Regionalregierung, kritisch betrachtet. Verfügung über Wasser in der Hand der Multis Da sind auf der einen Seite die Sorgen in Madrid. Denn wenn der Deal eine grandiose Fehlinvestition wird, dann müssen auch die Madrider Bürger mit ihren Abgaben für Canal de Isabel II herhalten, denn sie sind ja schließlich, eventuell bald nur zur Hälfte, die Eigner der Firma. Nichtsdestoweniger treibt die in Madrid regierende Partido Popular  (konservativ, vergleichbar mit der CDU) die Pläne voran – gegen sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Widerstand. Die fragen sich, warum eine Madrider Firma expandieren will, die zwar 135 Millionen Gewinn macht, aber Jahr für Jahr die Wasserpreise anhebt und ihren Arbeitern ebenso Jahr für Jahr immer weniger Gehalt bezahlt. Es wird von Gewerkschaftseite aus vermutet, dass die höheren Wasserpreise in Madrid Investitionen wie auf Lanzarote erst ermöglichen. Dass es in Madrid aber einen Haufen von Leuten gebe, denen ein niedrigerer Wasserpreis und ein besser instand gehaltenes Rohrnetz mehr nütze, interessiere offensichtlich keinen –
hört man zumindest von Gewerkschaftsseite. Es sollte allerdings dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass Madrid über das Verteilernetz mit den niedrigsten Verlustzahlen in Spanien verfügt (siehe unten).
Die Überlegungen auf Lanzarote gehen von der Frage aus, warum eine Firma 106 Millionen Euro in ein so marodes Unternehmen wie die Inalsa stecken will. War die Unternehmensführung der Inalsa seitens der Bürgermeisterämter und der Inselregierung so grottenschlecht, dass Fachleute sofort die Gewinnmöglichkeiten in diesem Geschäft gesehen haben, wenn man es nur richtig macht? Was passiert, wenn die Versorgung nicht mehr in lokalen Händen liegt, sondern von Madrid aus gesteuert wird, dazu noch von einer Firma, die ihren privaten Anteil bis 2015 auf 49 Prozent ausbauen soll? Was geschieht bei einer eventuellen Vollprivatisierung (obwohl bisher nur 70 Prozent erlaubt sind)? Was passiert, wenn bei der Versorgung der Bevölkerung mit dem wichtigsten Lebensmittel schlechthin Investmentbanker mitspielen?


„Dunkle Interessen“

Für die nächsten 30 Jahre wird also die Wasserversorgung von Lanzarote wahrscheinlich durch die madrilenische Firma sichergestellt, so jedenfalls will es der Vertrag, den die lanzarotenische Inselregierung unter der Federführung von Pedro San Ginés mit Canal de Isabel II abgeschlossen hat. Unsere Inselregierung ließ sich wahrscheinlich durch den gebotenen Preis beeindrucken. So werden einmal alle Schulden, besonders mit der Endesa, beglichen. Diese Summe beläuft sich auf circa 42 Millionen Euro, dazu kommen Verzugszinsen in Höhe von 10 Millionen. Diese Schulden sollen ratenweise beglichen werden, 15 Millionen im ersten Jahr, im zweiten und dritten Jahr jeweils acht Millionen, neun Millionen im vierten und zehn Millionen im fünften Jahr. Wenn Canal de Isabel II seinen Vertrag erfüllt, muss die Firma weitere 56 Millionen in den folgenden Jahren in die alte Inalsa investieren. In den Ausschreibungen für den Wettbewerb um die Übernahme war nur von 20 Millionen Euro als Minimalinvestition die Rede.
Warum will die Firma 36 Millionen mehr ausgeben als gefordert? Drei Jahre jedenfalls müssen die heutigen Wasserpreise gehalten werden.
Wen wundert’s, wenn von der Madrider Opposition „dunkle Interessen“  vermutet werden, wie von Amparo Valcarce, der Chefin der oppositionellen Madrider PSOE (Partido Socialista, vergleichbar mit der SPD). „Sie haben ein Angebot gemacht, deutlich über dem, was man macht, wenn man einen Auftrag an sich reißen will… Diese ganze Ausgabe müssen die Madrider bezahlen, ohne zu wissen, was sich hinter dieser Operation verbirgt…“ Laut Valcarce könnte als Motiv das Bestreben nach Expansion „um jeden Preis“ dahinterstecken, um vor möglichen Investoren zu demonstrieren, welche Marktmacht Canal de Isabel II hat. Und dann: „Es ist sicher, dass sie über kurz oder lang die Firma zu 100 Prozent privatisieren wollen. Wir werden unser aller Augen darauf richten und sehr aufmerksam sein, dass das nicht passiert.“
Welche Katastrophe dies für die Wasserversorgung von Lanzarote bedeuten würde, kann man sich auch ohne große Phantasie leicht vorstellen. Die Preise sind aber laut Vertrag noch drei Jahre stabil, ab dem vierten können sie jährlich um die Teuerungsrate (IPC) plus ein Prozent erhöht werden. Aber so gut es zurzeit Canal de Isabell II geht, stehen in den nächsten 15 Jahren Investitionen in Höhe von vier Milliarden Euro an, um die europäischen Normen der Wasserversorgung zu erfüllen.
Langfristig aber ist klar, dass das Geschäft mit Wasser das Geschäft der Zukunft ist. Und solvente Firmen sind dabei, dieses Geschäft an sich zu reißen. Die Inbesitznahme des Wassers durch eine (noch öffentliche) Firma auf Lanzarote ist nur ein weiterer Schritt in diese Richtung.

 

 

Verlust von Wasser in Verteilernetzen von Spanien (2009):

    Ceuta/Melilla    35%
    Castilla-La Mancha    24%
    Canarias    23%
    Durchschnitt Spanien    17%
    Baskenland    15%
    Madrid    8%

 

 

Canal de Isabel II (2011)

    Gesamteinnahmen:    861.982.000 Euro
    Ausgaben:    726.929.000 Euro
    Gewinn:    135.053.000 Euro
    Geschätzter Gesamtwert:    2,4 bis 3,5 Milliarden Euro
    Schulden:    1,1 Millarden

Quelle: http://www.gestioncanal.es/galeria_ficheros/conocenos/Informe_Anual_2011_Canal_de_Isabel_II.pdf



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