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Lokales

Der Töpfer von Máguez: Joaquíns Spiel mit dem Ton

Von: Svenja Weber


Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Joaquín Reyes Betancort fertigt unter anderem auch die traditionellen Novios del Mojón an. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Ohne Drehscheibe und Form schafft Chiche aus Ton Schüsseln und Novios del Mojón. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Chiche probiert oft Neues aus: Ein aktuelles Projekt sind Skulpturen mit integrierten Olivinen. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Ohne fließendes Wasser und Strom arbeitet Chiche in seiner Werkstatt auf traditionelle Weise. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Er brennt seinen Ton im Holzofen der Gemeinde Haría. Manchmal muss er aufgrund der großen Hitzeentwicklung eine Woche lang warten, ehe er ihn öffnen kann. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Mit einfachsten Hilfsmitteln bearbeitet Chiche den Ton. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Unter vollem Körpereinsatz wird der Ton verarbeitet. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Der Künstler arbeitet traditionell kanarisch. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber

Lanzarote-Máguez-Tradition-Handwerk-Novios del Mojón
Das Normale langweilt ihn. Er arbeitet deswegen stets an neuen, ausgefallenen Projekten. Foto: ©Lanzarote37°/Svenja Weber


Keramik war schon immer ein wichtiger Teil der lanzarotenischen Kultur. Heutzutage sind es jedoch nur noch wenige, die sich der Töpferarbeit widmen, und noch weniger, die nach der traditionellen kanarischen Art töpfern.

Joaquín Reyes Betancort, der auf der Insel auch unter dem Namen „Chiche“ bekannt ist, hegte schon von klein auf eine Leidenschaft für die Arbeit mit Ton und machte vor zehn Jahren seine Leidenschaft zum Beruf. Er hat sich zu hundert Prozent der traditionellen kanarischen Töpferei verschrieben, weshalb er weder mit Formen, Drehscheiben oder Elektroofen arbeitet, sondern jedes Stück in reiner Handarbeit anfertigt und im Holzofen brennt. Lanzarote37° hat sich mit Chiche getroffen und sich die traditionelle Art zu töpfern zeigen lassen.


Ich treffe Chiche in seiner Töpferwerkstatt in Máguez. Die Sonne steht schon hoch am Himmel und wirft wärmende Strahlen hinein, als er mich mit einem freundlichen „Hola ¿qué tal?“ in Empfang nimmt. Wie die meisten Menschen aus dem Norden kennen auch wir uns schon vom Ansehen. Nach wenigen gewechselten Worten stellt sich sogar heraus, dass er der Neffe von Manuel Perdomo, dem Schreiner, über welchen wir in der vergangenen Ausgabe berichteten, ist.

Das große grüne Metalltor, der Eingang zu seiner Werkstatt, ist stets weit geöffnet, wenn Chiche in der Nähe ist. Selbstgemalte bunte Schilder mit der Aufschrift Auténtica Cerámica Canaria schmücken beide Seiten des Eingangs. Joaquín hat keine festen Öffnungszeiten, jedoch verbringt er den Großteil der Woche in seinem Taller in Máguez oder gegenüber, bei einem Kaffee in der Sociedad, immer mit Blick auf seinen Laden, um schnell über die Straße laufen zu können, wenn Kunden interessiert stehen bleiben.

 

 

Joaquíns Hände beherrschen den Ton

 

Was man in den Regalen von Joaquíns Werkstatt findet, hebt sich nicht nur in Bezug auf die Formen, die Texturen und Farben von dem, was andere Töpfer auf der Insel schaffen, ab, sondern vor allem durch die Art und Weise, nach der Joaquín arbeitet und schon immer gearbeitet hat. Der Barro (Ton), den er verwendet, ist eine durch Mineralien natürlich verfärbte Erde, die er alle paar Wochen aus dem Gebiet um die Ermita von Las Nieves holt. Wieder in Máguez lässt er die Erden trocknen, bis er sie weiterverarbeiten wird. Dann bespritzt er sie mit Wasser, gibt Vulkansand hinzu und knetet sie so lange mit den Füßen, bis eine formbare Masse entsteht. Als Untergrund verwendet er eine glatte Holzplatte, die er mit feinem Sand bestreut, damit der Ton nicht anklebt. Dann beginnt er mit dem Handballen den Ton zu einer kreisförmigen Scheibe zu plätten, die er anschließend an den Rändern leicht hochbiegt. Danach dreht er diese Scheibe mit einer Hand von außen, während er mit der anderen Hand von innen immer mehr Ton aufträgt. Durch die Drehbewegung und die schnelle Arbeit mit den Händen wächst das Irdengut langsam in die Höhe. Je nach Größe und Aufwand nimmt die Fertigstellung eines Objektes mehrere Tage, manchmal sogar Wochen, in Anspruch. Bevor die Schüsseln, Vasen und Skulpturen gebrannt werden, verziert er sie, in dem er Muster einritzt, sie mit natürlichen Farben oder Kalk bemalt oder spezielle Techniken anwendet, um eine besondere Oberflächenbeschaffenheit zu kreieren. 

 

 

Chiche kann keinen Pudding zubereiten

 

Was die Optik seiner Werke angeht, ist Chiche nicht sehr perfektionistisch, wie er selbst von sich sagt. Ihm ist nur wichtig, dass der Prozess von der Tongewinnung bis hin zur Verarbeitung zu hundert Prozent der traditionellen kanarischen Keramikherstellung entspricht, das heißt, dass er keine Drehscheiben oder Formen verwendet, den Ton im Holzfeuer und nicht im Elektroofen brennt und ausschließlich natürliche Farben – andersfarbigen Ton – zur Dekoration benutzt. Warum er sich so streng an die althergebrachte Technik hält und nicht, wie viele seiner Kollegen, zumindest einen Teil der Arbeit mit Hilfe modernerer Techniken erledigt? Das habe er noch nie gemacht, so Chiche. Seit er mit Ton arbeitet – und damit hat er schon als kleines Kind begonnen – habe er immer nur seine Hände benutzt, um der bräunlichen Masse Form zu geben, niemals irgendwelche Formen mit denen man unzählig viele, genau gleiche Stücke produzieren könne. Er habe eine „Form-Phobie“ und würde sich nicht einmal mehr den typisch kanarischen Nachtisch Flan de Huevo, einen speziellen Pudding, zubereiten und dass, obwohl er ihn – „von Mama gemacht“ – immer gerne gegessen habe. 

Für ihn ist es von großer Wichtigkeit, die kanarische Tradition des Töpferns, die auf die Ureinwohner der Kanaren zurückzuführen ist, aufrechtzuerhalten, weshalb er sich auf keine andere Arbeitsweise einlässt.

 

 

Verhängnisvolle Tradition

 

Viele seiner Kunden kommen genau wegen Joaquíns besonderer Arbeitsweise immer wieder zu ihm. Auch seine besondere Art, die Kunden zu betreuen, stößt stets auf positives Feedback. Auf Anfrage bietet er Töpferkurse an und ist auch so immer bereit, seinen Kunden zu zeigen, wie eine kleine Keramikschüssel entsteht. Dazu setzt er sich auf einen Stuhl in den Eingang seines Tallers, greift zum Ton und legt los. So töpferte er während unseres Interviews mehrere Krüge, verkaufte Olivinsteine, die er bei Ausflügen auf der Insel sammelt, und eine leicht kaputte Schale für drei Euro. Kaputt? Ja, ein kleiner Riss war auf der Innenwand zu sehen, doch das interessierte seine Kunden nicht. Er hätte ihnen auch ein intaktes Stück verkauft, hätte er eines da gehabt. Doch aufgrund des schlechten Wetters konnte Joaquín den Brennofen, der im Zentrum Harías steht und der Gemeinde gehört, nicht mehr befeuern, da das Holz feucht geworden war. Manchmal also wird ihm seine Besessenheit, nicht von der ursprünglichen Technik abzukommen, auch zum Verhängnis. Viele seiner Töpferkollegen boten ihm in den vergangenen Monaten mehrfach ihre Elektroöfen an, um wenigstens einen Teil seines Tons zu brennen, doch er lehnte ab. Stattdessen füllte er in den letzten vier Monaten jeden Millimeter der Regale in seinem Taller mit neuen Krügen, Schüsseln und außergewöhnlichen Figuren, die nicht selten mit Fingerabdrücken seines kleinen Sohnes verziert sind. Alles Material, das darauf wartet, gebrannt zu werden.

 

 

Eine schwangere „Novia del Mojón“

 

Auf dem Boden stehen Kisten voll mit Novios del Mojón, männliche und weibliche Tonfiguren, deren äußeren Geschlechtsmerkmale in überzogener Form dargestellt sind. Diese Figuren haben eine lange Tradition in der Geschichte Lanzarotes. Machte ein Mann einer Frau einen Heiratsantrag, so schenkte er ihr eine männliche Figur. Nahm die Frau den Antrag an, so schenkte sie ihrem Partner eine weibliche Figur. Wirklich populär sind die Novios erst durch die Töpferin Dorotea Armas (1899-1997) geworden, und das, obwohl es noch Exemplare aus dem 19. Jahrhundert gibt. Nachdem Dorotea 1997 verstorben war, widmeten sich bis heute andere lanzarotenische Töpfer der Herstellung der kleinen Tonfigürchen, die heutzutage zu den beliebtesten Urlaubsmitbringseln zählen. Jeder Töpfer verleiht seinen Novios del Mojón-Figuren einen ganz eigenen Touch, so stehen in Joaquíns Taller zum Beispiel schwangere Novias zum Verkauf. Neben den Novios können sie bei Chiche auch viele weitere besondere Teile, wie zum Beispiel kleine Statuen, in die Olivinsteine eingearbeitet sind, zu einem fairen Preis kaufen. Ab April wird er in Haría eine zweite Werkstatt eröffnen, in der er ebenfalls – vor allem samstags während des Markts – verkaufen wird. Das Lädchen wird sich gegenüber des Kirchparkplatzes befinden. 



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