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Lokales

Carlos, erzähl uns was von dir.

Von: Karl Kunze


Spanien-Lanzarote-Podemos
Karl Kunze im Interview mit Carlos Meca. Foto: ©Susanne Bernard

Spanien-Lanzarote-Podemos
Carlos Meca wurde als Betreiber der Agitador-Seite vor einigen Jahren zu fast 35.000 Euro Strafe verurteilt, weil er einem Staatsanwalt vorgeworfen hatte, ein illegales Haus zu besitzen und deshalb nichts gegen dessen Illegalität zu unternehmen. Vor Kurzem wurde die ganze dazugehörige Siedlung in der Tat als illegal verurteilt und deren Abriss verfügt. Foto: ©elagitador.com


Ich bin 41, bin hier in Arrecife geboren, habe Wirtschaft studiert, habe eigentlich immer auf der Insel gelebt mit Ausnahme einmal von fünf Jahren zwischen 2009 und 2014, da war ich auf Gran Canaria, habe vorher sieben Jahre für die Manrique-Stiftung gearbeitet, habe mich da um die Pressearbeit gekümmert, um die Web-Präsentation, im Prinzip war ich für die Kulturabteilung zuständig, z.B. für die Organisation eines Seminars oder von Vorträgen. Nachdem ich von Gran Canaria hierhin zurückgekehrt bin, habe ich mich intensiv mit Mediation für Familien beschäftigt, na ja, und dann kam das Phänomen „Podemos“ auf, das mich stark interessierte. Da war ich dann von Anfang an dabei, und im Februar 2014 wurde ich zum Generalsekretär von Podemos auf Lanzarote gewählt, im April Kandidat fürs Cabildo, wo wir ja dann auch zu Dreien einzogen.


Gab es da nicht ein politisches Vorleben, oder bist Du von der Stiftung, wo es ja in erster Linie um Kulturarbeit geht, direkt ins politische Leben hinein gerutscht?

Nein, ich beschäftige mich schon seit mehr als 15 Jahren mit Politik. Es begann damit, dass ich in einigen Publikationsorganen der Insel Artikel schrieb. 2006 habe ich dann die Website elagitador.com gegründet. 

Was regt dich hier am meisten auf?

Die Korruption. Wir leben auf einer Insel, die durch vieles privilegiert ist, nicht nur durch das Klima. Wir reden viel zu wenig über die Geschichte, woher wir kommen. 1985 haben wir viel über die Möglichkeiten gesprochen, die der Tourismus bietet, aber auch über die Gefahren. Und man (er spielt auf Manrique an; d.Red.) hat vor den Gefahren gewarnt, die ein unkontrolliert wachsender Tourismus bedeutet. In den Achtzigern, Neunzigern bis circa ins Jahr 2000 hinein gab es eine breite Zustimmung, die auch von der Bevölkerung getragen wurde. Aber die Korruption hat das geändert. Die Meinungsbildung wurde stark von den Medien beeinflusst, die alle in der Hand eines einzigen Unternehmers sind, der wiederum den Hotelsektor anführt. (Er spielt auf Juan Francisco Rosa an, der wegen verschiedener Vergehen schon angezeigt wurde; d.Red.)

Was willst Du denn wirklich machen? Du hast doch selbst neulich gesagt, dass unser Inselpräsident nach der Flöte dieses ganz bestimmten Unternehmers hier auf der Insel tanzt. 

Gegen eine Verbindung von Politik und Unternehmertum ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden. Das Problem in diesem Zusammenhang ist mehr die Finanzierung der Parteien. Und die will Podemos zerstören.     W i r finanzieren uns von unserem Geld. Uns finanzieren keine Banken, keine Unternehmer. Das Problem ist doch, wenn ein Unternehmer eine Partei unterstützt, dann kann er viel leichter das Gesetz brechen. Das Beispiel der Bodega Stratvs (auch in der Hand von Rosa; d.Red.) zeigt das: Alle Sachbearbeiter wussten, dass ein solcher Bau illegal ist, aber nichts ist passiert. Was wir wollen, sind verantwortliche Unternehmer und verantwortliche Politiker, die nicht nach dem Motto handeln: Du finanzierst mir meine Partei, und ich lass dich machen, was du willst. Das ist ja jetzt so weit gegangen, dass ein Sachbearbeiter (Técnico), der diesem Unternehmer nicht gepasst hat, vom Inselpräsidenten entlassen wurde. 

Gut, aber gerade dieses Beispiel: Was willst du ganz konkret tun, um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen?

Nun, wir können Druck ausüben, dass dieser Sachbearbeiter, der seit zwanzig Jahren sehr gut und sehr effizient seinen Dienst versieht, wieder auf seinen Posten zurückkehren kann. Deshalb haben wir vom juristischen Standpunkt aus seine Sache analysiert, und das jetzt ausgesprochene Gerichtsurteil (das besagt, dass die Entlassung unrechtmäßig, weil willkürlich, war, die Red.) hat uns Recht gegeben. Ansonsten haben wir in der Tat wenige Möglichkeiten. Wir werden natürlich jetzt eine Eingabe im Cabildo machen, dass dieser Sachbearbeiter wieder auf seinen Posten zurückversetzt wird. Aber wir sind nur drei Abgeordnete, vielleicht sind wir  ja in ein paar Jahren mehr, und dann gehen auch die Dinge schneller und gerechter.

An diesem Punkt des Interviews kommt ein Bettler an unseren Tisch und fordert sehr energisch unter Berufung auf seinen Hunger eine „Spende“ unsererseits, um etwas zu essen kaufen zu können. Wir geben ihm ein paar Euro, und er geht.

Das gibt mir ein weiteres Stichwort. Offensichtlich gibt es sonst noch was zu tun auf dieser Insel, mal abgesehen von der Abschaffung der Korruption?

Wir leben hier auf einer sehr besonderen Insel. Der Flughafen ist voll ausgelastet, die Hotels sind voll – so sollte eigentlich kein Platz mehr sein, zumindest in der Theorie, für Arme. Und da, wo wir jetzt Bürgermeisterinnen von Podemos haben, in Madrid und Barcelona, wird dieses Thema auch mit der gebotenen Sensibilität angegangen. Der ökonomische Motor auf der Insel läuft sehr gut. Aber niemanden interessiert hier die Situation der Armen, auch anderer prekär Beschäftiger, beispielsweise der Kellner, die immer und immer wieder Dreimonatsverträge erhalten, obwohl das natürlich verboten ist. Niemand kontrolliert das.

Habt ihr denn andere Arbeitsplätze vorzuschlagen außerhalb des Tourismus? Diese Idee von euch, die Landwirtschaft wieder anzukurbeln, erscheint mir ein bisschen verrückt.

Wenn wir die Landwirtschaft betrachten, wie sie vor vierzig Jahren ausgeübt wurde, dann ja. Es geht um eine andere Landwirtschaft, auch mit einem anderen energetischen Modell dahinter, mit der Technologie von heute. Wir leben auf einer Insel, wo dank der Steuermodelle für touristische Unternehmen eben diese Millionen gemacht haben. Warum sollen diese Steuervorteile nicht auf eine ökologische Landwirtschaft übertragen werden können? Es gibt viele Jugendliche, die sich für diese Arbeit interessieren, auch für die erneuerbaren Energien beispielsweise. Da sind noch große Nischen, mit denen man Arbeit schaffen kann. Und uns unabhängiger machen vom Öl, mehr Energie gewinnen aus Solarquellen, aus dem Wind, um mehr Selbstversorgung zu generieren. Wir haben hier, was die unternehmerische Form der Unternehmen betrifft, auch noch wenig Kooperativen, also muss man hier mehr Formen der solidarischen Ökonomie schaffen.

Wie grenzt ihr euch von den anderen linken Parteien ab, beispielsweise von der Izquierda Unida? Das Problem ist doch, dass keiner einen Unterschied macht zwischen kleinen Firmen, die um ihre Existenz kämpfen, wo viel Selbstausbeutung stattfindet, wo es die tägliche Sorge ums Überleben gibt, und um Firmen mit hunderten oder gar tausenden von Angestellten und Arbeitern. In beiden Fällen heißen die Chefs „Unternehmer“, aber da gibt es doch häufig überhaupt keine Gemeinsamkeiten mehr, beispielsweise zwischen dem Chef oder der Chefin eines kleinen Verlags, einer Bank oder eines riesigen Bergbaukonzerns. Gibt es eine linke Partei, die diesen Unterschied versteht?

Die großen Firmen beeinflussen natürlich immens die politischen Entscheidungen eines Landes. Was wir wieder brauchen, sind Politiker, die wieder politisch entscheiden, und nicht politisch-ökonomisch oder ökonomisch-politisch. Es handelt sich bei den großen Unternehmern um eine kleine Elite, die völlig losgelöst von der Basis in ihrer Blase aus Luxus und Macht lebt. Das haben wir in diesem Land in den letzten Jahren ganz klar gesehen, bei den ganzen Zwangsräumungen, bei den vielen Selbsttötungen, weil die sozial Schwachen ihre Situation nicht mehr ertragen konnten. Die ökonomische Logik dient nicht mehr der Mehrheit der Menschen, sie dient nur noch einigen wenigen da oben.  Zeitungen zum Beispiel leben von der Werbung. Die Werbung der Inselregierung in den Zeitungen findet nur noch in den Zeitungen dieses Herren (Juan Francisco Rosa; d.R.) statt. Und die wird auch in der einen oder anderen Form vom Cabildo, und das sind unsere Steuergelder, bezahlt. Und das geht natürlich überhaupt nicht.  

Es geht um das Wasser. Die Inselregierung hat es an eine mehr oder weniger private Firma verkauft  (früher „Inalsa“, jetzt „Canal Gestión“; Lanzarote 37° hat schon mehrmals darüber berichtet; d.Red.). Dies stellt in meinen Augen immer, egal, wo es passiert, einen kriminellen Akt dar, nicht im Sinne einer Legalität, wohl aber einer Legitimität: Die Wasserversorgung darf niemals in private Hände gelangen. Seht Ihr das genauso, und wenn ja, was ist zu tun?

Selbstverständlich sehen wir das genauso. Diese Firma (Inalsa) wurde verkauft, weil sie angeblich keinen Gewinn gemacht hat. Nun weiß jeder, dass das nicht sein kann. Mit nur einem Minimum an ökonomischen Sachverstand musste diese Firma, die ein Monopol auf die Wasserversorgung hatte, Gewinn machen. Man hat die Gewinne aber auf unrechtmäßige Weise herausgezogen, sie haben sie buchstäblich ausgeraubt. Es waren die Betreiber dieser Firma, es waren zum größten Teil Leute von der PIL (Partei der Unabhängigen), aber auch von der Coalición Canaria. Es gab damals eine Anzeige von der Alternativa Ciudadana, und wir warten auf den Prozess. Die ganze Privatisation diente ja nur dazu, dass eine Gruppe von zwölf Leuten nicht mehr mit ihrem Privatvermögen für die Verluste einstehen musste, die sie produziert hatten.

Letzte Frage. Wenn jemand Interesse hat, bei Euch mitzumachen, wie kann er das tun?

Wir sind gerade dabei, ein Lokal hier in Arrecife, in Valterra, zu eröffnen. Wir werden dann jeden Monat Versammlungen abhalten, die für jeden offen sind. Dann gibt es noch eine Facebook-Seite, und wir haben unsere eigene Internetseite. Wir haben eine Sekretärin, Plácida Martín, wir haben mehrere Stadträte in verschiedenen Municipios. Mit allen kann man Kontakt aufnehmen.
https://es-es.facebook.com/podemoslanzarote



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