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Lokales

Bodegas Guiguan: Eine kleine Bodega mit Lorbeeren

Von: Karl Kunze


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Blick von der Bodega über den Krater Guiguan. Foto: ©Lanzarote37°

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Weingutbesitzer: Oliver Pancheco und sein Vater Miguel. Foto: ©Lanzarote37°

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In Tinajo wird der Wein zumeist linear angebaut. Foto: ©Lanzarote37°

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Hier ein Beispiel wie der Wein in gerias angebaut wird. Foto: ©Lanzarote37°

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Die Weine der Bodega samt ihrer „Lorbeeren“.Foto: ©Lanzarote37°

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Oliver und Miguel zeigen die Anlagen ihres Betriebs. Foto: ©Lanzarote37°

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In den letzten Jahren hat sich bei ihnen einiges vergrößert. Foto: ©Lanzarote37°

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Pro Jahr werden manchmal bis zu 50.000 Flaschen Wein hergestellt. Foto: ©Lanzarote37°

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70 Prozent der Traubenernte von Lanzarote kommen aus Tinajo. Foto: ©Lanzarote37°

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Das typische Malvasíaaroma wird durch schonende niedrige Temperaturen bei der Reifung erreicht. Foto: ©Lanzarote37°

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Der geübte Weinfachmann wartet das optimalen Niveau der Süße und des Fruchtgeschmacks der Trauben mit viel Geduld ab. Foto: ©Lanzarote37°


Dass unsere kleine Insel viel mehr ist als ein Ziel für zwei Millionen Touristen jährlich weiß jeder, der bereit ist, mit offenen Augen und Ohren diesen kleinen Teil eines Archipels zu besuchen, der, noch immer sichtbar, über Jahrhunderttausende von Feuer und tiefem Erdgestein geprägt ist. Was gedeiht hier, mit was und von was ernährt man sich hier? Die Bewohner Lanzarotes haben nach den Vulkanausbrüchen des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Not eine Tugend gemacht. Und haben trotz der erschwerten Bedingungen ihren Weinanbau vorangetrieben, dessen Produkte schon Shakespeare im Jahrhundert zuvor nicht aufgehört hatte, in seinen Dramen zu preisen.


Das doch sehr begrenzte Territorium, auf dem wir hier leben, verführt nach einem oder gar zwei Jahrzehnten des Aufenthaltes sehr leicht zum Irrglauben, alles zu kennen, was es hier so gibt. Und es ist immer wieder erstaunlich, was man Neues entdeckt. Lanzarote 37° hat eine Bodega besucht, die die Allerwenigsten kennen dürften, einen kleineren Familienbetrieb im Westen der Insel, da, wo der meiste Wein angebaut wird. Und wie so oft schon, fanden wir eines dieser für unsere Insel so typischen Kleinodien, die seit Generationen gepflegt wurden, langsam heranwuchsen und das nun, wie in diesem Fall, einer ganzen familiären Kooperative ein Zubrot verschafft. Und dies an einem Ort, der geohistorisch wie von der Heiligengeschichte her von großer Bedeutung für die Insel ist.


Guiguan und die Jungfrau retten das Dorf

Am Morgen unseres Besuchstages treffen wir bei herrlichem Sonnenschein  den Önologen der Bodega, Oliver Pancheco Morales, mitsamt seinem Vater Miguel. Das Wohnhaus wurde noch von den Großeltern 1946 erbaut, in Tajaste, zwischen Tinajo und Mancha Blanca gelegen. Es steht auf dem nordöstlichen Rand des Guiguans, des Vulkans, der als Namensgeber der Bodega fungiert, mit einem grandiosen Blick über den Krater und die umliegende Landschaft. Und dieser Jahrtausende alte Krater, im hiesigen Sprachgebrauch auch „caldera“ genannt, spielt in der Hagio- wie in der Geographie der Insel eine entscheidende Rolle.
Im Jahr 1736, also im letzten Jahr der großen Vulkanausbrüche des 18. Jahrhunderts, zogen am 16. April die Einwohner des Dörfchens den Lavamassen in einer Prozession entgegen, und sie führten die Statue der Virgen de los Dolores, der Jungfrau der Schmerzen, mit sich. Und die Legende besagt, dass daraufhin der glühend heiße Strom just an der Montaña de Guiguan zum Stehen kam. Und 1824, dem bisher letzten Vulkanausbruch, „retteten“ Jungfrau und Guiguan noch einmal das Dorf. Seitdem findet jedes Jahr am 15. September eine „Romería“, eine Prozession von Tinajo und vielen anderen Orten der Insel zur Wallfahrtskirche in Mancha Blanca statt. Und so vermischen sich an diesem Ort Tradition und Moderne, Heiligenvita und Erdgeschichte, Mythos und Physik magmatischer Prozesse, Familiensaga und Folklore, die bis heute andauert. Ein besonderer Ort.


„Enólogo“ oder „técnico“?

Oliver Pacheco Morales, geboren 1978 in Arrecife, inzwischen selbst Vater von zwei Kindern, hat das Handwerk von seinem Vater Miguel erlernt, der es bereits von seinem Vater gelernt hatte und so weiter. Miguel, inzwischen 69 Jahre alt, aber immer noch pumperlgsund, war früher Küchenchef in mehreren größeren Hotels, unter anderem im Gran Hotel in Arrecife. Oliver hatte früher in einem Lebensmittelvertrieb gearbeitet. Vater und Sohn sind also, was die Weinherstellung angeht, so etwas wie Selfmademen, wie so viele hier auf der Insel. Oliver selbst nennt sich bescheidenerweise deshalb eher „tecnico“ als „enólogo“, was aber seiner tatsächlichen Funktion in diesem Familienbetrieb eher entspräche.


Die Bodega wächst

Bis zum Jahr 2006 wurde im Prinzip nur für den familiären Bedarf produziert. Inzwischen werden pro Jahr zwischen 40- und 50.000 Flaschen hergestellt. Die Bodega verfügt nun über 25 Stahltanks mit einem Fassungsvermögen von circa 70.000 Liter. Weit über 50 Prozent des Weins stammt  von der Malvasía Volcánica-Traube, mit Abstand (circa 15 Prozent) folgt der Rotwein aus Listán Negro und Syrah. Im Angebot sind auch wenige Flaschen Rosado, ebenfalls aus Listán Negro, und last but not least einige Flaschen Moscatel aus Moscatel de Alejandría (Muscat d´Alexandrie). Verkauft wird nur an Restaurants und an Besucher der Bodega. Im Supermercado sucht man die Weine vergebens.
Ein kleines Detail am Rande: Die Bodega ist so klein, beziehungsweise die Bebauungsvorschriften so restriktiv, dass Weinpresse wie Abbeermaschine nach getaner Arbeit jedes Jahr nach Arrecife in eine Lagerhalle gebracht werden müssen. Und leben kann die Familie trotz aller Erfolge nicht von der Weinherstellung. Und deshalb setzt Oliver auf das, was für ein Kleinunternehmen am wichtigsten ist: auf Qualität. Er ist überzeugt, dass nur sie den Familienbetrieb voranbringen kann.


Die Weine

An der Ernte zwischen Juli und September nehmen alle 20 Familienmitglieder teil. 10.000 Kilo Trauben stammen aus der Eigenproduktion, gelegentlich wird dazu gekauft. Auch für uns überraschend: Vater Miguel macht uns in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass 70 Prozent der Traubenernte von Lanzarote aus Tinajo stammt.
Für Oliver ist die persönliche Überwachung der Reifung der Trauben das Wichtigste bei seiner Tätigkeit als Familienönologe. Nach dem Ablauf der Herstellung gefragt, erzählt er uns, dass man Ende Juli mit der Ernte der Malvasíatraube beginne, deren optimale Reifung man abwartet, um sie nach dem Abbeeren schonend bei niedrigem Druck durch die Weinpresse zu leiten. In Stahltanks erfolgt die weitere Reifung, wobei der notwendige Sauerstoff mittels Mikrooxygenierung zugeführt wird. Das Ganze wird bei niedrigen Temperaturen gefahren, um das typische Malvasíaaroma zu erhalten.
Beim halbtrockenen Wein verfahre man gleichermaßen, diesmal aber  verwende man leicht überreife Trauben. Die Fermentation wird ab einem bestimmten Punkt angehalten und der Wein auf Null Grad heruntergefahren. Danach erfolge die Filtrierung der Hefen. Andere Bodegas fügen dem endfermentierten Wein beispielsweise 10 bis 15 Prozent Moscatel zu. Der „Semidulce“ der Bodega Guiguan ist dagegen ein Wein aus 100 Prozent Malvasía. Dementsprechend ist er eher von verhaltener Süße und auf keinen Fall aufdringlich.
Der Tinto Tradicional besteht zu ungefähr 90 Prozent aus Listán Negro, einer einheimischen roten Sorte der Kanarischen Inseln. Den Rest bestreitet die Edelrebe Syrah, übrigens auch aus eigenem Anbau. Oliver betont, dass er für den Zeitpunkt der Ernte auf den Moment wartet, wo Süße und Fruchtgeschmack der Trauben auf dem optimalen Niveau sind (wenn ich mir eine kleine Bemerkung nebenbei erlauben darf: Gut, dass keine Großbodega an einem vor Jahr und Tag festgesetzten Zeitpunkt die Lese erwartet. Hier lässt man dem Reifen die Zeit). Die Trauben werden dann während der Gärung mazeriert und immer wieder umgewälzt, um so sowohl die bestmögliche Farbe wie auch den idealen Taningehalt zu erhalten. Die Fermentation erfolgt bei Temperaturen nicht über 25 Grad. Vor der Abfüllung lagert er noch einmal kurz im Fass, um die  fruchtige Note zu betonen.
„Und überhaupt“, fügt Oliver an dieser Stelle zu, „wie du vielleicht schon gemerkt hast, alle unsere Weine sind junge Weine. Ein Fass, wenn überhaupt, erleben die nur für kurze Zeit. Das gilt besonders für unseren Rosado.“ Der, hergestellt aus 100 Prozent Listán Negro, wird nämlich „in seiner vollen Jugend” in Flaschen abgefüllt.
Die Muskatellertrauben werden auf hauseigenen Installationen besonnt, bis 22° bis 24° im Refraktometer erreicht sind, und werden dann bei niedrigen Temperaturen fermentiert. Dieser Wein erhielt 2013 und 2014 beim kanarischen Weinwettbewerb Concurso Alhóndiga in Tacoronte auf Teneriffa eine Bronzemedaille, 2012 eine Silbermedaille und 2011 sogar die Goldmedaille. Besagter Wettbewerb diente auch als Motor für die Ausweitung der Produktion, weil deren Medaillen natürlich auch eine wirksame Werbung darstellen.
Alles in allem ein sympathischer Familienbetrieb, den wir kennenlernen durften, ausgestattet mit Wissen um traditionelle und moderne Techniken, und mit etwas, was es immer weniger gibt: mit Engagement und Liebe für die Sache. Und das schmeckt man dann auch

 

Bodegas Guiguan

Oliver Pacheco Morales
Telefon und Fax: (0034) 928 840 715
Mobil: (0034) 616 686 564 / 659 971 555
Adresse: Avda. de los Volcanes, 116 / 35560 Tinajo (Tajaste)
E-mail: infobodegasguiguan.com
Web: www.bodegasguiguan.com



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