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Lokales

Bewahrer der kanarischen Kultur:
Folkloreverein „Malpaís de la Corona“

Von: Sarah Schulz


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In der maritimen Tracht der Bewohner La Graciosas stellte die Folkloregruppe „Malpaís de la Corona“ typische Arbeitssituationen für eine Fotoausstellung nach. Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Foto: A.F. „Malpaís de la Corona“


Am 30. Mai ist Día de Canarias, Kanarentag. An diesem Datum 1983 tagte zum ersten Mal das kanarische Parlament, nachdem die Inseln im August 1982 ihren Autonomiestatut erhalten hatten. Heute feiern zu diesem Anlass viele Gemeinden die Traditionen der Inseln mit Tanz, Gesang und den typischen Spezialitäten. Wer sich auf Lanzarote für Brauchtumspflege interessiert, findet bei der Agrupación Folclórica „Malpaís de la Corona“ Gleichgesinnte und lernt die Vielseitigkeit historischer kanarischer Sitten kennen, die ebenso wie die Folklore aufrechterhalten werden.

 

Das kleine Dorf Máguez, in der Gemeinde Haría, im Norden Lanzarotes, idyllisch unterhalb des Corona-Vulkans gelegen, vermittelt seinen Besuchern ein Gefühl von Ursprünglichkeit, welches auch auf der östlichsten Kanareninsel nicht mehr überall nachzuvollziehen ist. Der Dorfkern um Gemeindezentrum und Kirche: alte Herren, die beisammen sitzen und erzählen, Frauen, die Bingo spielen. Es verwundert nicht, dass eine der bedeutendsten Folkloregruppen des Archipels in diesem unverfälschten Ort ihren Sitz hat: die Agrupación Folclórica „Malpaís de la Corona“.

Hinter der Dorfwirtschaft, in der engen Einbahnstraße vor dem Gebäude der Karateschule, findet sich donnerstagabends kaum ein Parkplatz: Die Vereinsmitglieder treffen sich zu ihrer wöchentlichen Probe. Im Musiksaal werden den Timples, den typischen Saiteninstrumenten der Kanarischen Inseln, die ersten Töne entlockt, die Stimmen werden trainiert. Präsidentin Luz María Rodríguez betritt den Tanzsaal, an dessen Längsseiten Plakate von vergangenen Veranstaltungen hängen, in Regalen stehen kleine Gedenkobjekte, die die Gruppe zur erfolgreichen Teilnahme an Wettbewerben oder für seine Präsenz in Fernsehprogrammen erhielten oder beispielsweise die Anerkennung durch einen der Gemeindepreise Premios de Haría 1996. Luz María hat trotz der späten Stunde ein fröhliches Lachen, das zeigt, noch bevor sie zu sprechen beginnt, dass die Traditionen der Kanaren und insbesondere Lanzarotes und La Graciosas ihre Leidenschaft sind.


Im Herbst 1978 hat sie mit anderen jungen Leuten die Gründung der Gruppe beschlossen, um die „ethnographische Lücke“, die es seit vielen Jahrzehnten im Norden der Insel gegeben hatte, zu schließen. Im Laufe der Zeit kamen viele neue, auch „ältere Gesichter“ hinzu, und die jungen Gesichter von damals sind die alten von heute: Eusebio Romero beispielsweise, der als 15-Jähriger im Verein mit kanarischem Tanz begann, wurde diesen Februar 50 Jahre alt. Doch wenn jemand sich aus Altersgründen nicht mehr so fit fühlt und aus den Aktivitäten ausscheidet: Der Gruppe sind derzeit Nachwuchssorgen unbekannt. Fast verwundert war ich über die hohe Anzahl zwischen 20- und 30-Jährigen. Die junge Generation interessiert sich nicht nur für die Lebensweise und Kultur ihrer Ahnen – sie möchte sie leben. Und die strahlenden Augen der Proben erglänzen bei öffentlichen Auftritten noch etwas mehr.


Kleider machen Leute



Hauptziel des Vereins ist die Erforschung und Weitergabe der Musik: Instrumente, Gesang und die typischen Tänze der Vorfahren. Doch es geht um viel mehr. Um die Kleidung von vor 50, 100, gar 150 Jahren, um die Lebensweise, das „richtige“ Leben. So hat die Gruppe von Anfang an Wert auf entsprechende Kleidungsstücke gelegt, wie sie auf Lanzarote üblich waren. Beziehungsweise auf La Graciosa, denn der erste Fundus wurde gefüllt mit der typisch maritimen Tracht von Lanzarotes kleiner Nachbarinsel – obwohl sich der Vereinsname auf das mit Lava bedeckte Land um den ebenso namensgebenden Vulkan bezieht: einfache blaue Hemden; legere Hosen, ebenfalls in blau oder cremefarben mit feinen Streifen; kittelmäßige Überwürfe und Schürzen, oft aus kariertem Stoff; der Hut aus Palmblatt und die einfachen, hellen Stoffschuhe.


Insgesamt hat der Verein um die 30 bis 35 Mitglieder, die sich auf die Tanz- und Musikgruppe einheitlich aufteilen. Bei der Kleidung wird aber versucht, möglichst viele Aspekte der Zeit wiederzugeben: So bestehen die zweite und dritte Tracht, die gemäß zeitgenössischen Zeichnungen und Fotografien von einer Schneiderin angefertigt wurden, aus typischen Stücken des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts, wobei nicht nur Arbeitskleidung der Fischer und Landwirte, sondern auch Ausgeh- und Sonntagskleidung vertreten sind. Ein wichtiger Punkt dabei sind die Kopfbedeckungen, weil diese, anders als die Kleidung an sich, von Insel zu Insel verschieden waren. Beispielsweise die Stoffhaube, die Sie heute gelegentlich noch bei Frauen sehen können, wenn Sie über die Dörfer Lanzarotes fahren, gibt es in dieser Art nur hier. Ein Hut gehört zu den wichtigsten Merkmalen historischer Kleidungsstile, da es früher nicht üblich war, mit einem unbedeckten Kopf das Haus zu verlassen.


Ton um Ton, Schritt um Schritt

Unter den Musikern der Gruppe gibt es nicht nur Timplista: Auch gibt es einige Gitarrenspieler, ein Tamburin darf nicht fehlen. Bei Auftritten kann auch eine Laute vertreten sein, oder ein Kontrabass, der für angenehme Tiefe sorgt. Die Instrumente untermalen den Gesang – die Strophen der Solisten, die Refrains der Gruppe –, und die Tänzer realisieren die eigene Darbietung zu den Klängen. Generell handelt es sich bei der lanzarotenischen Folklore um eine einfache, rustikale, die aber kanarenweit viel Anerkennung erhält, zumal auf den Inseln ein sehr großes Interesse an Leben und Traditionen vergangener Zeiten herrscht und alle großen Inseln eine Vielzahl eigener Folkloregruppen hervorgebracht haben. 

„Malpaís de la Corona“ hat dennoch eine Sonderstellung, da sie in über dreieinhalb Jahrzehnten des Bestehens ein Aushängeschild der gesamtkanarischen Volkslieder und –tänze geworden ist. Zur internationalen Tourismusausstellung FITUR (Feria Internacional de Turismo) in Madrid begleitete der Verein die hiesigen Aussteller im Jahr 2006, um dem Publikum kanarische Tradition nahe zu bringen. Auf La 1 des öffentlich-rechtlichen spanischen Fernsehens wird jeden Samstag auf den Kanaren die beliebte Volksmusiksendung Tenderete – das Wort bezeichnet auf den Inseln eine private oder öffentliche Feier – ausgestrahlt, wo sich die besten Interpreten und Tänzer der Insel präsentieren. Der Verein aus Máguez war bereits einige Male zu Gast, zuletzt bei einer Ausstrahlung im vergangenen Juli, die drei Wochen zuvor auf der Plaza de Haría, direkt vor der Kirche, aufgezeichnet worden war. Und über 23 Jahre hinweg spielten sie in den Jameos del Agua, wo sie den hauptsächlich ausländischen Besuchern einen authentischen Einblick in kanarische Folklore boten.


Seit 2001 gibt es jeden Juni das Festival Malpaís de la Corona, zu dem andere Vereine in die Gemeinde Haría eingeladen werden, um mit den Gastgebern einen Folkloreabend zu gestalten. Auf dem Encuentro Folclórico Nanino Díaz Cutillas, das seit 1988 im Rahmen der Los Dolores-Feierlichkeiten in Mancha Blanca stattfindet und das berühmteste dieser Art auf Lanzarote ist, war die Gruppe mehrfach vertreten. Namensgeber Fernando Díaz Cutillas, ein Grankanarier, der viel auf der Gebiet der Folklore, seiner Verbreitung und Anerkennung geleistet hat, erfand übrigens auch das TV-Programm Tenderete, dessen erste Sendung 1971 ausgestrahlt wurde.


Alte Traditionen wiederbeleben

 

Bei den Proben der Gruppe sind die Musiker zunächst von den Tänzern getrennt, um detailliert die eigenen Parts einzustudieren. Die Klänge der seguidilla und malagueña, die in meiner Gegenwart geprobt werden, kommen aus Computer-Lautsprechern. Sogar auf Eigenproduktionen kann zurückgegriffen werden, schließlich nahm der Verein 1992 und 2011 zwei CDs auf: Entre Palmeras y el mar und Flor de Guinate, mit denen sie traditionelle Töne mit großem Anspruch in die Privathaushalte brachten.


Die Tänze sind meistens Paartänze, bei denen die Paare alleine tanzen, oft mit Partnerwechseln, oder im Kollektiv. Gelegentlich kommen auch Hilfsmittel wie Stöcke zum Einsatz, die von den Männern geführt werden, oder es werden bunte Bänder, die an einem zentralen Mast befestigt sind, gehalten und im Tanz künstlerisch zu einem Muster aufgewickelt.


Da sich „Malpaís de la Corona“ jedoch nicht grundsätzlich als Musik- und Tanzverein versteht, versuchen die Mitglieder ebenso die alltäglichen Gebräuche ihrer Vorfahren aufrecht zu erhalten. So erarbeiteten sie eine Fotoserie, die sie in typischen Arbeits- und Freizeitsituationen zeigten, die weit mehr abbildeten als das, wodurch sie ihren hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Beispielsweise trockneten sie nach alter Manier Fische am Meer bei Órzola, bürsteten in Guatiza Cochenilleschildläuse von Opuntien oder bereiteten Gofio in getrockneter Ziegenhaut zu: Das Mehl wurde mit weiteren Zutaten zu einer geschmeidigen Masse geknetet. Ein typisches Verfahren aus vergangener Zeit, das nicht nur in Vergessenheit geraten ist, sondern auch nicht mehr modernen Ansprüchen genügt, aber lange tagtäglich praktiziert worden war. 


Wer Luz María und ihre Gruppe sieht, auf den geht die Freude, die sie verspüren, über, und man reflektiert über die Vergänglichkeit von Tradition in einer durch Globalisierung geprägten Welt. Es ist wünschenswert, dass diese aktiven Bewahrer der Kultur ihrer Vorfahren ihren Elan nicht verlieren und das Althergebrachte noch lange Zeit in die neuen Generationen tradieren werden. 

3-9-2015



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