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Freitag, 20. Juli 2018
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Freizeit

Inselhopping:
Ein Ausflug nach La Gomera

Von: Sarah Schulz


La Gomera-Inselhopping-Lanzarote37grad
Schöne Aussichten hat man auf der kleinen Kanaren-Insel, La Gomera, von sehr vielen Orten aus...

San sebastián-la gomera-lanzarote37grad
...besonders der Blick auf San Sebastián de la Gomera, mit dem Teide auf Teneriffa im Hintergrund, ist atemberaubend.

roque cano-lanzarote37grad-la gomera-vallehermoso
Der Roque Cano liegt oberhalb von Vallehermoso.

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Die Wanderwege sind meistens menschenleer...

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..auf unserer Tour begegnen uns nur wenige andere Wanderer und ein paar Bauern.

Arguamul-lanzarote37grad-la gomera
Der am Hang liegende Ort Arguamul strahlt in saftigem Grün...

landschaft-la gomera-inselhopping-lanzarote37grad
...wie viele andere Orte der Insel ebenfalls.

wandern-la gomera-lanzarote37grad-kanaren
Bei unserer Wanderung hatten wir stets den Atlantik vor Augen.

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Verpassen Sie nicht, wie Sarah Schulz einen Schluck aus der Quelle bei Espina zu nehmen.

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Wir kommen an vielen Kapellen vorbei...

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...zum Beispiel an der Ermita de Santa Clara bei Arguamul.

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Überall auf der Insel begegnen wir Ziegen.

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Die ehemalige Bananenpackstation in Vallehermoso verfällt mehr und mehr.

brunnenkressesuppe-gofio-la gomera-lanzarote37grad
Unbedingt probieren! Die typische Brunnenkressesuppe (potaje de berros) mit Gofio.

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Das Hautacuperche-Denkmal ist einem Inselhäuptling gewidmet, der sich seinerzeit gegen die Eroberer auflehnte.

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Nach dessen Vorgänger Hupalupa ist dasTal ("Tal des großen Königs") benannt.

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Wir besuchten Claudio Heinrichs, denn Herausgeber des Valle Bote, der deutschen Zeitung für Residenten und Urlauber auf La Gomera.

mirador-cesar-manrique-la gomera-lanzarote37grad
Auch auf La Gomera war der lanzarotenische Künstler César Manrique tätig, er hinterließ den Mirador César Manrique, der dem Mirado del Río stark ähnelt.

lorbeerwald-el cedro-lanzarote37grad-la gomera
"El Cedro", der Lorbeerwald auf La Gomera, wird nicht zu Unrecht als Märchenwald beschrieben.

el cedro-wald-la gomera-lanzarote37grad
Die Straßen sind mit Moos überwachsen....

märchenwald-el cedro-lanzarote37grad-la gomera
...kleine Wasserläufe durchziehen den Wald, es gibt Pilze, und die Lorbeerbäume sind von Bartflechten bewachsen.

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Ein Blick auf Valle Gran Rey, leichte Wolken hängen tief über dem Dorf. Fotos: S.Schulz/S.Bernard


Die Anfangsverse des Gedichts Urians Reise um die Welt des deutschen Dichters Matthias Claudius, wonach jemand, der eine Reise tue, viel zu verzählen habe, hörte ich vor etwa 25 Jahren zum ersten Mal von meinen Großeltern. Von Erlebtem und Gesehenem zu berichten, ist heute Teil meines Alltags. Zuletzt waren wir unterwegs auf La Gomera - ein Ausflug, der chaotisch und wie nach dem Drehbuch eines Roadmovies begann, dann aber doch noch hielt, was er versprach: eine für uns neue, wunderschöne Insel entdecken zu dürfen.


"Na, das fängt ja gut an“. Susanne Bernard grinst, obwohl sie ähnlich wenig begeistert ist wie ich. Eine Stunde vor unserem Abflug nach Teneriffa befinden wir uns am Terminal 2 in Guacimeta und werden von einer Binter Canarias-Mitarbeiterin aufgeklärt, dass unser Flug derzeit eine Verspätung von 45 Minuten habe. Bleibe es bei denen, bestehe kein Risiko, den Anschlussflug nach La Gomera, auf die zweitkleinste der Haupt-Kanareninseln, wo wir ein paar Tage auf Entdeckungstour gehen möchten, zu verpassen.
Aber natürlich bleibt es nicht bei den 45 Minuten, sondern es addiert sich eine weitere Viertelstunde hinzu, und so wissen wir schon vor dem ersten Flug, dass wir den zweiten nicht werden wahrnehmen können. Die Fluggesellschaft stellt uns vor die Wahl, entweder am Folgetag zu fliegen oder nach Teneriffa zu reisen, um vom Flughafen Los Rodeos aus unseren eigenen Weg auf die Nachbarinsel zu finden.
Da wir am nächsten Morgen jedoch schon um 8 Uhr einen Termin - eine geführte Wanderung durch den Nordwesten La Gomeras - haben, bleibt uns keine andere Wahl als Anrufe zu tätigen, wann die letzte Fähre ablegt, überschlagen, wie viel Verspätung wir haben dürfen, um es mit dem Taxi einmal quer über die Insel pünktlich zum Fährhafen von Los Cristianos zu schaffen, uns mit anderen Betroffenen zusammenraufen, um gemeinsam eine Lösung finden.
Um viertel nach fünf also landen wir auf Teneriffa. An unser Transit-eingechecktes Gepäck gelangen wir nur auf Irrwegen, nachdem wir uns einmal falschherum durch die Sicherheitskontrolle, zwischen den beiden Metalldetektortoren hindurch, und dann von der Empfangshalle zurück in die Ankunftshalle zu den Gepäckbändern gefragt haben.
Dann ist es an der Zeit, ein vermeintliches Großraumtaxi zu besteigen. Zu sechst inklusive Taxifahrer hocken wir in dem Auto, ich auf dem Platz im Kofferraum, wo sich das Gepäck neben mir türmt und mich für eine Sekunde Panik überkommt, ob ich die etwa einstündige Fahrt, eingepfercht und quasi mit der Stirn auf den Knien, ohne wirkliche Panikattacke überstehen könnte.
Zu unserer Gruppe gehören neben uns: ein Schotte, der zu dieser Zeit zwischen Lanzarote und La Gomera pendelt, da seine Firma an der Produktion des Films „In the heart of the sea“ mitarbeitet, Ron Howards Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nathaniel Philbrick über Walfänger, die von einem Pottwal angegriffen werden, die Ende 2013 auf den Kanaren gedreht wurde, ein lanzarotenischer Guardia Civil, dessen Einsatzort La Gomera ist, sowie ein deutscher Rentner aus dem Allgäu, der mehrfach anmerkt, noch nie einen Flug verpasst zu haben, auch nicht bei seinen ausgedehnten Reisen durch Asien und Lateinamerika. Eine Spanierin, die auf La Gomera lebt und auf dem Heimweg ist, verlieren wir aus den Augen. Da wir sie aber vor unserem Rückflug mit ihrem kleinen Sohn wiedersehen werden, wissen wir, dass auch für sie die Reise ein gutes Ende nehmen wird.
Damit neue Schatten bei der erst kurzen Reise nicht fehlen, zerreiße ich nach der Ankunft in Los Cristianos am Fährticketschalter meine Residencia, die ich, anders als die anderen Residenten unserer Gruppe, trotz vorhandenem Certificado de Empadronamiento vorlegen musste, um meinen Rabatt auf die Überfahrt zu bekommen.
Während der etwa 50-minütigen Passage bleibt unsere Gruppe zusammen, wir unterhalten uns, lachen, berichten über Pläne, ehe es mir zu guter Letzt übel wird, und ich mich darauf beschränke, schweigend in die kanarische Nacht zu gucken, und mir der Polizist Mut zuspricht: „Wir kommen immer näher, noch zehn Minuten, noch fünf, wir sind jetzt da.“ Mir geht es langsam besser, aber den Mietwagen, den ich kurzfristig vom Flughafen zum Hafen der Hauptstadt San Sebastián de La Gomera umbestellt habe, nehme ich nach herzlichen Verabschiedungen noch auf wackeligen Beinen in Empfang.

Dann aber geht es endlich los. Vom Hafengelände herunter folgen wir einige hundert Meter der Hauptstraße, ehe es auch schon aus San Sebastián herausgeht. Wiederum liegt eine etwa einstündige Fahrt vor uns, bei der wir uns bis auf fast 900 Meter über dem Meeresspiegel hochschlängeln und bis an den Ostrand des berühmten Garajonay-Nationalparks kommen, ehe wir das luftlinienmäßig kaum 18 Kilometer entfernte Vallehermoso erreichen, welches aber über die Serpentinenstraße doppelt so weit noch von uns entfernt liegt, wo wir ein Zimmer in einem kleinen Landhotel gebucht haben.
Den Hauptort der größten gomerischen Gemeinde wählten wir als Domizil, da die Wanderung, die wir im Rahmen des La Gomera Hiking Festival mitmachen werden, an den unweit entfernten Wasserquellen Chorros de Epina starten wird. Zunächst folgen wir aber der Straße, die verkehrsmäßig an nachtschlafende Zeit erinnert, obwohl es erst halb neun abends ist. Im Licht der Scheinwerfer können wir Bäume und Felswände erahnen, und kaum sind wir drei Kilometer gefahren, entfährt mir ein: „Wie schade, dass wir nicht wirklich etwas sehen.“ Dabei hatte ich mich so auf die ersten Eindrücke der Insel gefreut, während wir in der Abenddämmerung vom Flughafen nach Vallehermoso hochfahren – aber es hatte anders kommen sollen.
Endlich am Zielort angelangt, finden wir die Zufahrt zu unserem über der Stadt gelegenen Hotel erst, nachdem wir sie erfragt hatten. Zwar ziehen wir die steile, von der Hauptstraße Richtung Hotel abgehende Schotterpiste in Erwägung, erwarten fälschlicherweise aber etwas Straßentypischeres und Komfortableres.
Angekommen werden wir warmherzig begrüßt, machen uns kurz etwas frisch und lassen es uns nicht nehmen, einen ersten Streifzug zu Fuß zu unternehmen, in der Hoffnung noch etwas Essbares zu finden. Meine Befürchtung, dass mein wieder genesener Magen leer zu Bett gehen muss, erfüllt sich nicht, denn es haben, ehrlich gesagt zu meiner Verwunderung, noch einige Restaurants und Bars geöffnet. Auch wenn wir uns nur für Kleinigkeiten entscheiden – die allerdings in monströsen Dimensionen serviert werden: „Mein Stück Tortilla ist aus fünf Eiern und fünf großen Kartoffeln gemacht“, guckt Susanne mehr erschrocken denn glücklich – finden wir auf der Karte ansprechende Tapas wie Mandelkroketten mit Marmelade und inseltypischen Käse, die auch Vegetarier zufrieden stellen.
Nach aufregenden Stunden mit ersten Impressionen geht es dann, da uns keine allzu lange Nacht erwartet, endlich ins Bett. Bis auf kurzes Hundegebell in der Nachbarschaft stört nichts die perfekte Ruhe, und so erwachen wir gut erholt und mit Vorfreude auf den neuen Tag.

Als es ab sieben Uhr zu dämmern beginnt, stecken wir schon in unserer Wanderkleidung und packen die Rucksäcke. Vor dem ersten Tageslicht zeichnet sich der Roque Cano, ein Wahrzeichen der Insel in Vallehermoso, ab, und die Kamera wird noch vor dem morgendlichen Tee gezückt, den wir dann an der Plaza unten im Ort trinken. Da dies auch der Treffpunkt für die Wanderung ist, lehnen wir uns in aller Ruhe zurück, ehe pünktlich um acht Uhr insgesamt 16 Wanderer den Bus besteigen.
Durch das wunderschöne Tal von Vallehermoso mit seinen von Palmen bewachsenen Terrassen schlängelt sich der Bus hoch zum Startpunkt der Wanderung. Da an der Haltestelle der Nationalpark beginnt, führt uns unser Weg am Anfang durch den beeindruckenden Laurisilva. Dieser Ur-Lorbeerwald ist der größte noch zusammenhängende Europas und seit 1986 Weltnaturerbe der UNESCO. Wie schon bei meiner Reise nach Madeira bin ich überwältigt und erinnere mich an einen Satz, den ich, um bei meinem allerersten Interesse die Neugier zu stillen, auf Wikipedia gelesen hatte: „Lorbeerwälder zeigen uns, wie es einmal auf der Welt ausgesehen haben könnte.“ Das inhärente Pathos verzeihe ich gegenüber diesem Naturwunder.
Am Morgen ist es reichlich kühl, um die 13 oder 14 Grad Celsius, der Boden ist nass und rutschig, aber dafür riecht es phantastisch nach Wald. Unsere Wanderung, die im Rahmen des Wanderfestivals von der Inselregierung organisiert wird, leitet die deutsche Wanderführerin Melanie Ebock, die seit 14 Jahren auf der Insel lebt.
Schon nach den ersten Metern erreichen wir die Wallfahrtskapelle Ermita de San Isidro Labrador und kurz danach die Chorros de Epina. Dem Quellwasser werden magische Kräfte nachgesagt – Jugendlichkeit, Reichtum, was man sich nur wünschen kann, und wer in einer bestimmten Reihenfolge aus den sieben Wasserhähnen trinkt, dem sei die wahre Liebe beschert. Leider widme ich mich dem Fotografieren, während Melanie fleißig erklärt, und so weiß ich nicht, welches Glück ich zukünftig auf das getrunkene Wasser aus den Hähnen drei und sieben zurückführen kann.

Nun startet die Wanderung so richtig und es geht zunächst steil bergab. Obwohl bis auf Susanne und ich alle anderen Teilnehmer sehr professionell ausgerüstet zu sein scheinen, in Funktionskleidung, Wanderschuhen neuester Generation sowie Wanderstöcken und Rücksäcken mit einem Schlauchsystem zur einfachen Trinkversorgung, stellen sich bald die ersten Probleme ein. Eine ältere Teilnehmerin der Wanderung verliert nach wenigen hundert Metern wegen fehlender Trittsicherheit den Anschluss, weswegen Melanies Kollege Miguel sich zurückfallen lässt, um sie zu begleiten. Bald besteht der schmale Weg nicht mehr aus Waldboden, sondern ist mit Moos bewachsenem Stein fixiert, was mit der morgendlichen Feuchtigkeit für einen glitschigen und damit gefährlichen Untergrund sorgt. Der erste Teilnehmer rutscht aus, ohne zum Glück größeren Schaden davonzutragen. Als wir sehr viel später in schon sonnenbeschienene Bereiche der Wanderung mit trockenem Boden kommen, werden die Abstiege weniger unangenehm.
Stetig geht es bergab – insgesamt werden wir heute 721 Höhenmeter überwinden, hauptsächlich bergab mit immer mal wieder einem kurzen, knackigen Anstieg. Wir sehen Ziegen am Wegesrand oder Hühner, jedoch fast überhaupt keine Menschen. Erst nach Stunden, an der Ermita de Santa Clara bei Arguamul, treffen wir auf einen alten Herrn, der sich über die Gesprächsmöglichkeit mit uns freut, und einen Schlüssel zur Kapelle besitzt, die er aufschließt, damit wir uns die Madonna anschauen können.
Zu diesem Zeitpunkt hat sich unsere Gruppe bereits deutlich verkleinert, denn einige Teilnehmer entsprechen gerne dem Vorschlag der Wanderführerin nicht den Umweg über Santa Clara mit dem steilen Abstieg in das am Hang liegende Arguamul zu nehmen, sondern über die Landstraße zur Abbiegung nach Tazo zu gehen. Als wir die drei Abtrünnigen später wiedertreffen, sind zwei bereit zur Aufgabe und verpassen nicht die Chance, in eines der ganz wenigen Autos, die auf der von dem letzten Unwetter noch halb verschütteten Straße vorbeikommen, zu steigen, um sich zurück nach Vallehermoso bringen zu lassen. Eine weise Entscheidung, denn auch so verbringen die wenigen Fitten – ich bin mit Abstand die jüngste Teilnehmerin, verliere jedoch stets den Anschluss an die Spitzengruppe, weil ich oft stehen bleibe, die Aussicht genieße und ständig fotografiere – viel Zeit des Tages mit Warterei auf die große Anzahl an Nachzüglern.
Indes geht die Wanderung weiter, die Mittagssonne scheint erbarmungslos auf uns herunter, und ich bereue, am Morgen gedacht zu haben, nicht eitel zu sein, denn aus diesem Grund hatte ich mein Kosmetiktäschchen, unwissentlich inklusive Sonnencreme, im Hotel gelassen, um ein paar Gramm Gewicht im Rucksack einzusparen.
Erst weitere drei Stunden später, nach kaum enden wollendem Gang durch zwar wunderschöne Landschaft, aber mit zunehmend nachlassenden Kräften, was den Genuss der Aussichten mindert, erreichen wir den Zielort Alojera, das Zentrum der Palmhonigproduktion (Miel de Palma). Fast 19 Kilometer liegen hinter uns. Ich denke nur noch: „Dusche. Essen. Bett.“
Genau diesen Verlauf nimmt der Rest des Tages. Zurück im Hotel, wo ich auf Susanne treffe, die wegen eines schmerzenden Knies auf die Beendigung der Wanderung verzichtete, schleppe ich mich unter die Dusche, und fange erst im Restaurant, nach den ersten Löffeln typischer Brunnenkressesuppe (potaje de berros) wieder an, mich wie ein Mensch zu fühlen.
Schon weit vor 22 Uhr liege ich im Bett. Eine gute Entscheidung, denn als am nächsten Morgen der Wecker klingelt, spüre ich zwar, am Vortag nicht gefaulenzt zu haben, bin aber viel weniger geschafft als befürchtet.

Nach dem Frühstück steigen wir in unser Mietauto und fahren an den Strand von Vallehermoso, wo das Castillo del Mar, die ehemalige Bananenpackstation, leider verfällt. Danach machen wir uns auf nach Valle Gran Rey, wo wir im Ortsteil Vueltas unseren Kollegen Claudio Heinrichs, den Herausgeber von Der Valle-Bote, der deutschsprachigen Zeitschrift La Gomeras, treffen.
Valle Gran Rey war in den 1970er und 1980er Jahren ein Zentrum für Aussteiger und Anhänger der Hippie-Bewegung und hatte einen ähnlichen Ruf wie Goa in Indien und Kathmandu in Nepal. Kaum erreichen wir nach einer Fahrt durch den Nationalpark das Tal, müssen wir lachen: Rauchschwaden durchziehen jenes Tal, dessen Bewohnern im Hinblick auf die Geschichte des Ortes immer noch ein hoher Marihuana-Konsum nachgesagt wird. Tatsächlich aber werden an verschiedenen Stellen unter Aufsicht der Feuerwehr erkrankte Palmen niedergebrannt.

Nach unserem Besuch in Vueltas fotografieren wir noch das Hautacuperche-Denkmal, einem Inselhäuptling gewidmet, der sich gegen die Eroberer auflehnte und nach dessen Vorgänger Hupalupa das Tal („Tal des großen Königs“) benannt ist, und besuchen den über dem Tal gelegenen Mirador César Manrique – auch hier hat Lanzarotes berühmter Künstler etwas, ganz im Stil des Mirador del Río, allerdings mit weniger beeindruckender Aussicht, hinterlassen.
Dann endlich geht es ganz bewusst in den Nationalpark Garajonay. Seit langer Zeit möchte ich dorthin, und der Bereich um El Cedro, der als Märchenwald beschrieben wird, soll unser nächstes Ziel sein:
wie alles auf La Gomera, wo es nur wenige Hauptstraßen gibt, ohne Probleme zu finden, zumal es nicht an Ausschilderung fehlt. Allerdings ist die Zufahrt, nachdem man die Carretera verlassen hat, ein aus unerklärlichen Gründen mit nicht festen Steinplatten ausgelegter Weg, der wegen der hohen Feuchtigkeit, die das ganze Jahr über dort vorherrscht, meistens rutschig ist. Die Kurven – es geht in Serpentinen nach unten – sind sehr unübersichtlich und es empfiehlt sich, vor der ein oder anderen zu hupen, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen.

Das Bild des verwunschen wirkenden Waldes ist durchaus zutreffend. Die Straße ist komplett überwachsen, und erst nach wenigen Kilometern kommen wir zu einer Lichtung, wo sich ein Campingplatz befindet sowie ein kleines Restaurant, wo sich Tapas und natürlich auch ein potaje de berros genießen lässt.
Die Bäume im Lorbeerwald sind von Bartflechten, der Boden neben der Straße von Farnen bewachsen, es gibt Pilze und auch kleine Wasserläufe. Generell häufig nebelig, ist an diesem Dezembertag sehr schönes Wetter und wir müssen auf den silbrig-glänzenden Dunst, den wir auf vielen Fotos sahen, verzichten. Wir ziehen uns unsere Jacken über und gehen ein Stück, machen Fotos, genießen den Duft und die Ruhe des Waldes.
Leider bleibt uns nicht mehr allzu viel Zeit, und so brechen wir auf und fahren nach einem Umweg über San Sebastián nach Playa Santiago, um gemütlich einen Kaffee zu trinken und vielleicht etwas von den Dreharbeiten mitzubekommen. Auf der Fahrt liegt der Teide erst spektakulär vor uns, dann nicht weniger spektakulär hinter uns und nach einigen Pausen zwecks Fotoaufnahmen erreichen wir den Ort. Bei wunderschönstem Sonnenschein und angenehmer, windstiller Wärme sitzen wir am Strand im Café und gucken schon mal ein wenig die Bilder an, die wir in den vergangenen Tagen gemacht haben. Und da es nur noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Abflug ist, fahren wir in den Hafen, um ein Foto vom Filmset zu machen und daraufhin die letzten drei Kilometer bis zum Flughafen zurückzulegen, wo unser Inselhopping mit dem Kauf von inseltypischem Palmhonig leider schon zu Ende geht.


Mit der Fluggesellschaft Binter Canarias kann man via Tenerife Norte von Lanzarote aus nach La Gomera reisen (Dauer: 50 und 30 Minuten). Allerdings muss man die Wettervorhersagen im Auge behalten, da es häufig Probleme bei Flügen zum kleinen gomerischen Flughafen gibt, der täglich nur zwei Maschinen erwartet, die direkt wieder zurück nach Teneriffa fliegen.
Von Los Cristianos im Südwesten Teneriffas aus gibt es mehrfach täglich einen Fährservice nach San Sebastián de los Reyes mit den Unternehmen Naviera Armas (eine Stunde) und Fred Olsen Express (50 Minuten).



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