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Samstag, 18. November 2017
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Freizeit

Inselhopping:
Auf nach Madeira

Von: Sarah Schulz


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Die Steilküste Cabo Girão bei Câmara de Lobos auf Madeira, der portugiesischen Insel.

Madeira-Haeuser-Lanzarote37grad-Inselhopping
Ein Sommerabend in den Straßen des kleinen Ortes Paul do Mar, einem wunderschönen Ort, dem in Reiseführern kaum Bedeutung geschenkt wird.

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Sicht auf Funchal.

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Die Altstadt der Inselhauptstadt Funchal.

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Hier überraschen bemalte Türen und Fassaden.

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Wunderschöne azulejos-Fliesen....

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...und aufwendige Pflaster.

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Die Sé genannte Kathedrale im Zenrum von Madeiras Hauptstadt Funchal.

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Wald bei Camacha.

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Strände von Seixal...

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...und Ponta do Sol.

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Felsen am Ostende der Insel.

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Korbschlitten in Monte.

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Höhlen vulkanischen Ursprungs in São Vicente.

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Blick über Santana.

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Hochebene Paul da Serra.

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Markthalle in Funchal.

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Im Hafen von Câmara de Lobos.

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Kulinarische Spezialitäten: Degenfisch...

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...Bolo de Caco, eine Art Knoblauchbrot...


...Madeirawein...


...und ausgesprochen lecker: Poncha. Fotos: Lanzarote37°/ S.Schulz


Wer auf Lanzarote lebt, hat meistens auch ein Interesse an den anderen Kanarischen Inseln. Kennt man diese mit der Zeit besser, zieht es einen oft auf eine weitere Insel Makaronesiens.

Unsere Wahl fiel diesen Sommer auf das portugiesische Madeira, die sogenannte Blumeninsel, die so viel mehr bietet, als einem gemeinhin erzählt wird.


Madeira, das klang in unseren Ohren ein wenig exotisch. Das lag wahrscheinlich an der Assoziation mit üppiger Vegetation. Wir dachten an den letzten Teil der Sissi-Filmtrilogie, in dem Romy Schneider von der Terrasse einer Quinta in Funchal auf das Meer hinausschaute, ohne uns sicher zu sein, ob am Originalschauplatz gedreht worden war. Vor unserem geistigen Augen schlenderten wir durch prächtige Gärten vergangener Zeiten. Doch schon der Blick in die Reiseliteratur ließ auf eine größere Vielfalt an Sehenswertem hoffen.

Nach der Landung auf dem Flughafen Santa Catarina führt uns die erste Fahrt Richtung Hauptstadt Funchal, wo nicht nur die meisten Madeirenser leben, sondern auch viele Hotels angesiedelt sind, und wir bekommen erste Eindrücke der Atlantikinsel: viel Grün, weiter Blick über das Meer und immer wieder führt die Via Rapida, die Autobahn, über eine Brücke oder verschwindet in einem Tunnel. In ständigem Wechsel wandert die Sonnenbrille von der Nase auf den Kopf und wieder zurück, um optimal sehen zu können. Am ersten Tag war das gewöhnungsbedürftig, aber die Augen passten sich schnell an.

Das Zentrum der Hauptstadt, wo wir unsere Unterkunft haben, ist das erste Ziel. Diese Wahl ist perfekt, wenn man normalerweise an die lanzarotenische Ruhe gewöhnt ist und sich mehr Betriebsamkeit wünscht. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, schöne Restaurants und Bars, diverse Kulturangebote. Historische Gebäude wie die 1514 zur Kathedrale erhobene Kirche Sé, die im 16. Jahrhundert auch Bischofssitz für die portugiesischen Überseeterritorien – zu denen unter anderem Brasilien und Besitzungen in Indien gehörten – war, die beiden Forts Fortaleza do Pico und São Lourenço, das Kloster Santa Clara, alte Herrenhäuser wie die Quinta das Cruzes und die zahlreichen Museen laden zu einem Gang durch die Geschichte ein.
Hinzu kommt das Kunstprojekt Projecto artE pORtas abErtas in der Altstadt (cidade velha), angesiedelt um die Rua da Santa Maria, wo die seit 2011 bunt bemalten Eingangstüren und Fassaden ein fröhliches und einladendes Bild abgeben und für künstlerisches Flair sorgen. In den engen Gässchen befindet sich ein Gastronomiebetrieb neben dem nächsten, von vornehm-chic bis zur klassisch-einfachen Tapas-Bar. Probieren Sie ein madeirensisches Bier, beispielsweise Coral, serviert mit Lupinenkernen und kleinen Käsestückchen, oder das inseltypische kohlesäurehaltige Apfelsinen-Erfrischungsgetränk Laranjada. Es wird seit 1872 hergestellt und ist somit älter als Coca-Cola.
In Funchal können Sie auch das Madeira-Pflichtprogramm vieler Touristen durchziehen und bei einer Degustation den aufgespriteten Madeirawein kosten: bei Blandy´s beispielsweise, dem bekanntesten und ältesten Madeirawein-Produzenten, britischer Herkunft, oder bei d´Oliveiras. Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill soll Blandy´s-Weine nicht flaschen- sondern fässerweise getrunken habe.
Die Geschichte des Madeira-Tourismus ist mit vielen illustren Namen verknüpft. Seine Anfänge liegen im Funchal des 19. Jahrhunderts. Beispielsweise verbrachte Elisabeth von Österreich-Ungarn 1860 ein halbes Jahr in einer heute nicht mehr bestehenden Quinta unweit des Hafens, auf deren Gelände sich aktuell die Residenz des Inselpräsidenten befindet. Seit 1891 zählt das Luxushotel Reid´s Palace zu den führenden Unterkünften weltweit. Der irische Autor George Bernard Shaw nahm dort während eines Aufenthalts 1924 Tangostunden. Dasselbe Quartier wählten neben Churchill auch viele andere Berühmtheiten aus Politik, Film und Literatur. Heute pilgern die Urlauber an die Estrada Monumental, um… Ja, warum eigentlich? Wahrscheinlich weil der Blick auf dieses Hotels eines jener zahlreichen Dinge ist, von denen man zu Hause meinte, der Urlaub würde nicht komplett sein, ohne es gesehen oder erlebt zu haben.

Von der Altstadt Funchals führt eine Seilbahn in den oberhalb am Hang gelegenen Touristenmagneten Monte – berühmt wegen der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte, wo der Sarkophag des letzten österreichischen Kaisers Karl I. aufgebahrt ist, der 1922 im Exil auf Madeira starb, und vor allem wegen der Korbschlittenfahrten. Das ehemalige Transportmittel der reichen Bevölkerung zurück nach Funchal wird heute auf einer zwei kilometerlangen Strecke den Urlaubern angeboten und ist meiner Meinung nach das, was man gemeinhin als „Tourinepp“ bezeichnen würde. Dabei geht es weniger um den hohen Fahrtpreis von 25 Euro für zwei Personen pro Schlitten, der von zwei weißgekleideten Herren geführt wird, sondern um das gesamte Ambiente mit Fotoservice, lauter Musik und unnötigen Kinkerlitzchen. Doch auch wir fanden uns in einem Schlitten wieder, weil die Einbildung, wir würden ohne diese Erfahrung etwas Bedeutendes verpassen, uns besiegte. Zwar wäre das sicherlich nicht der Fall gewesen, doch war es ganz lustig, und mitreden können wir jetzt auch, wenn es um den Toboggan geht. Beachten Sie nur zwei Dinge. Zum einen: Wiederholen Sie nicht unseren Fehler und versuchen, sonntags zu fahren. Da hat der Korbschlittenbetrieb geschlossen. Zum anderen: Wir kamen dann auf die Idee, von Monte zu Fuß nach Funchal zu laufen – man hat ja Urlaub und Zeit. Nein, das war keine gute Idee. Unsere Waden dankten uns den Abstieg auf den Straßen mit hohem Gefälle nicht. Deswegen lohnt es sich auch, frühzeitig zu überlegen, wie der Weg am Ankunftsort Livramento fortgesetzt wird. Es gibt eine Bushaltestelle, von der aus ein Bus nach Funchal fährt, leider gibt es keinen Fahrplan. Taxen kosten je 20 Euro in beide Richtungen. Ich hatte den Taxifahrer zwar schon auf zehn heruntergehandelt – unser Auto stand beim zweiten Anlauf in Monte –, aber der Tatsache Tribut gezollt, dass wir an jenem ergebnislosen Sonntag für 15 Euro von Funchal heraufgefahren worden waren, erschien uns der Preis zu hoch und so stapften wir aus Trotz den ganzen Weg wieder nach oben. Eine bessere Planung hilft.
Immerhin waren wir nach dem steilen Aufstieg gewillt, auch noch eine schöne Erfahrung aus Monte mitzunehmen, und ruhten uns auf dem Dorfplatz unterhalb der Kirche aus. Früher hielt hier die Zahnradbahn, in deren altem Stationsgebäude ein kleines Restaurant untergebracht ist, heute kann man im Schatten hoher, alter Bäume verweilen und sich ausruhen. Da im August, unserem Reisemonat, die Inselheilige an Mariä Himmelfahrt verehrt wird, war alles mit kleinen Papierrosetten geschmückt, und es gab Verkaufsstände, an denen man süße Churros oder den typischen Bolo de Caco, ein ganz einfaches Brot mit Knoblauchbutter, das überall auf Madeira angeboten wird, zur Stärkung erwerben konnte. Die Verkäufer trugen madeirensische Tracht, die sich durch das rotlastige Streifenmuster und besonders durch die Kopfbedeckung, die wir in dieser Art noch nie gesehen hatten – eine kantige, enganliegende Mütze mit einem dünnen, hochstehenden, an eine Antenne erinnernden Zipfel – auszeichnet.

Wenn Sie Madeira wie aus dem Urlaubsprospekt erleben möchten, können Sie den Jardim Botânico besuchen. Von Montes Seilbahnstation aus kann man zur Seilbahn des Botanischen Gartens spazieren und schwebend den Weg zurücklegen, oder aber man fährt von Funchal mit dem Auto hoch. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Gärten wie zum Beispiel Palheiro Gardens, einem Anwesen der britischen Madeirawein-Produzenten-Familie Blandy an einem Osthang über Funchal gelegen, blüht es auch während der wenig blütenreichen Sommermonate. Besonders der letzte Garten zählt zu den schönsten der Insel – eine Mischung aus klar gegliedertem Barockgarten und kontrastierendem englischem Garten. Man fühlt sich in eine Zeit versetzt, in der die Herrschaften zum Nachmittagstee Richtung Teehaus, welches zum Café umgestaltet wurde, wandelten. Mit dieser Grundstimmung gönnten auch wir uns einen Tee und genossen den liebevoll selbstgebackenen Kuchen.
Von den Gärten abgesehen muss man im Sommer weitestgehend auf Blütenreichtum verzichten. Einige Straßen- und Wegesränder sind von blühenden Schmucklilien eingefasst, andere Blumen sieht man weniger. Generell sollte man als Reisemonate März bis Mai bevorzugen, wenn man Madeira erleben möchte, wie alle meinen es zu kennen. Ich persönlich fühlte mich gar mehrfach durch die riesigen Hortensiensträucher neben Natursteinhäusern an die Bretagne erinnert.

Ohne Mietwagen sollte man keinen Urlaub auf Madeira verbringen.  Wie auf Lanzarote, das etwas größer ist, liegen die Sehenswürdigkeiten über die ganze Insel verteilt und sind nur mit dem Auto garantiert problemlos und bequem zu erreichen.
Für Menschen, die sich am warmen Klima erfreuen möchten, ist eine Tour die Südküste entlang ideal. Man findet Kiesstrände wie in Punta do Sol oder die künstlich aufgeschütteten Sandstrände von Calheta. Aber auch kulturell und landschaftlich ist viel dabei.
Wir starteten unseren Ausflug in Câmara de Lobos, das wir von Funchals Estrada Monumental aus, wo das eigentliche Hotelviertel der Hauptstadt, westlich der Innenstadt, liegt, anfuhren.
Der Ort ist geprägt von einem wunderschönen kleinen Fischereihafen, den 1956 schon Churchill gemalt hatte. Oberhalb der ehemaligen Werft befindet sich ein Denkmal, welches an die Mußestunden des Staatsmanns erinnert. Auf einem der Boote, die an Land geholt worden sind, bietet Stockfisch ein ursprüngliches Fotomotiv für die Reisenden, allerdings soll es sich bei dem Fisch um Importgüter handeln, denn die Küstengewässer sind schon lange nicht mehr so ertragreich wie in der Vergangenheit.
Die heute überall auf der Insel ausgeschenkte Getränkemischung Poncha soll eine Erfindung der dortigen Fischer sein. Schaumig gerührter Zuckerrohrschnaps mit Honig, Zitrone sowie nach Belieben Fruchtsaft hat sie, so erzählt man sich, nach kalten Nächten auf dem Meer wieder aufgewärmt. Der Geschmack des heute auch als Hausmittel gegen Erkältungen angewandten Mixes ist angenehm, aber sehr stark.
Lohnenswert ist ein Spaziergang auf den Altstadthügel, zu dem man sich durch enge Gassen hochschlängelt und von wo aus man einen schönen Blick zur um die 580 Meter hohen Steilküste Cabo Girão hat. Diese sollte auch Ihr nächstes Besuchsziel sein. Wir fuhren „immer der Nase nach“ durch steil angelegte Wohngebiete und Bananenplantagen.
Den westlichsten Ort der Insel, Ponta do Pargo, wo sich allabendlich die Touristen am Leuchtturm versammeln, um den Sonnenuntergang anzusehen, sollten Sie nicht verpassen. Nach einem langen Tag im Süden der Insel – wir entschieden uns für ein Mittagessen in Punta do Sol und ein Bad in Calheta – kann man dort im Wind sitzen, durchatmen und entspannen. Allerdings wollten wir nicht den Sonnenuntergang abwarten. Nach dem Motto „Kennt man einen, kennt man alle.“ setzten wir uns ins Auto und fuhren die enge Serpentinenstraße nach Paul do Mar herunter. Dieser kleine Küstenort, der in manchem Reiseführer nicht einmal Beachtung findet, wurde ein Glanzpunkt unseres Urlaubs. Die tiefstehende Sonne zauberte ein unvergleichliches Licht auf die Fassaden, während wir über die Hauptgasse des Ortes vom Friedhof zum Hafen schlenderten. Am Dorfplatz saßen die älteren Herren beim Kartenspiel, während drumherum die Enkel Fangen spielten.

Der Norden Madeiras zeigt sich gerne wolkenverhangen und kühler als der Südteil der Insel. Bei unseren beiden Ausflügen dorthin hatten wir meteorologisch wenig Glück, aber mit einem Pullover über dem Kleid ließ es sich gut aushalten, zumal einige Zeit im Auto eingeplant war.
Die Entfernungen zwischen den einzelnen Dörfern sich nicht die größten, aber besonders in den Ostteil der Insel windet man sich durch die unzähligen Serpentinen der alten Bergstraßen zu den Etappenzielen. Auf diesem Weg, den wir von São Vicente, wo wir die an die Cueva de los Verdes erinnernden grutas (Höhlen) besichtigten, aus wählten, wurden wir von stundenlang anhaltendem, feinstem Nieselregen begleitet. So stiegen wir zwar in Ponta Delgada aus, um die Dorfreliquie, das verkohlte Holzstück eines im 15. oder 16. Jahrhundert angeschwemmten Kreuzes, das mit der ihm errichteten Kapelle 1908 abbrannte, in der neuen Kirche zu besichtigen und lauschten dem glasklaren Gesang der Putzfrau, hatten die große Pause jedoch für das Städtchen Santana angesetzt.
Alle uns bekannten Reiseführer preisen die strohgedeckten Nurdachhäuser an, die es dort auf keinen Fall zu verpassen gelte. Im touristenüberlaufenen Stadtkern, wo die Massen nur so aus den Reisebussen strömten, gibt es einige, in denen inseltypische Souvenirs verkauft werden, freilichtmuseumsmäßig zu sehen. Sehr viel lohnenswerter ist jedoch die Fahrt Richtung Seilbahnstation, wo am Wegesrand vereinzelt ursprüngliche, bis heute noch aktiv genutzte dieser Bauernhäuser stehen.
Neben der Station, zu der Sie besser nicht runterfahren, sondern oben parken, beginnt die Wanderroute in das Naturschutzgebiet Da Rocha do Navio. Auch wenn Sie nicht dorthin gehen möchten, sollten Sie sich dennoch nicht die kurze Anfahrt vom Ortskern aus sparen, da man eine wunderschöne Aussicht auf einen Wasserfall hat und entlang der Küste bis zum Punto de São Lourenço, dem östlichen Ende Madeiras, sehen kann. Dort, in der Ferne, schien die Sonne, und wir wussten, wohin uns der weitere Weg führen würde: hinter Faial erreicht man schnell durch die Tunnel der wiedereinsetzenden Schnellstraße das ehemalige Walfangzentrum Caniçal, das für seinen Sandstrand und das Walmuseum bekannt ist, sowie das Ostende.
Einzig dort fühlten wir uns an Lanzarote erinnert, denn die Vegetation geht kaum über vertrocknete Grashalme hinaus. Dazu weht heftiger Wind über die sandig-gelb-orangefarbenen Hügel. Verpassen Sie nicht, die Nordseite, erreichbar über einen gut angelegten Wanderweg, anzuschauen. Die kleinen Felsen im Meer sind ein beliebtes Fotomotiv, welches wir schon auf Postkarten gesehen hatten, ohne zu wissen, wo sie sich befinden, uns aber auf keinen Fall entgehen lassen wollten.
Nach einem kleinen Abstecher nach Machico, dem ältesten Ort, wo 1419 der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco die Insel betrat, und der Fahrt unter der verlängerten Rollbahn des Flughafens hindurch, erreichten wird Funchal zügig.




In São Vicente gibt es auch die Möglichkeit, anstatt nach Santana Richtung Porto Moniz im Westen abzubiegen. Diese Strecke ist nicht von Serpentinen geprägt, sondern mit Tunneln gestaltet. Bei warmem Wetter sollten Sie unbedingt einen Stopp in Seixal, wo auf den Hängen oberhalb des Ortes die Trauben für den trockenen Sercial-Madeirawein angebaut werden, einplanen. Eine Abkühlung im sehr schönen Naturschwimmbecken, in dem nur wenige Einheimische schwammen, lohnt sich. Ruhe und Entspannung pur.
In den berühmten piscinas naturais von Porto Moniz findet man davon eher weniger. Einheimische und Urlauber tummelten sich in dem Spaßbad zu Hunderten.
Wir zogen bald weiter in die Hochebene Paul da Serra, das Gebirgsmoor. Um dorthin zu gelangen, gibt es von Norden kommend keine andere Möglichkeit, als die Serpentinen oberhalb von Porto Moniz zu nehmen und an den engen Kurven und steilen Rampen nicht zu verzweifeln.
Hinter Santa Maria Madalena geht es links ab. Nebel zog auf, die Schmucklilien-gesäumte Straße stieg stetig an, ehe sich plötzlich, von einem Meter auf den nächsten, vor uns eine weite, flach bewachsene Ebene erstreckte. Kilometerlang fuhren wir mit wenigen Kurven Richtung Inselzentrum, mittlerweile in gleißendem Sonnenlicht über der Wolkengrenze, und mussten immer wieder anhalten, weil friedlich wiederkäuende Rinder mitten auf der Straße ruhten.
Ein Höhepunkt des Urlaubs folgte am Ende des Tages: die Fahrt über den etwa 1000 Meter hohen Encumeada-Pass, wo sich die Straße von der Hochebene hinunter nach Vargem durch engste Kurven und älteste Tunnel, die kaum beleuchtet waren und von deren Decken es tropfte, windet. Am Straßenrand ging es steil herunter, und über dem Bergkamm konnten wir faszinierende Wolkenformationen beobachten.

Wir wussten, dass unser Reiseziel viele wanderbegeisterte Touristen anzieht, aber noch mehr war uns bewusst, dass wir keine Wandervögel sind. Aber da es eine Tugend sein soll, über seinen Schatten springen zu können, suchte ich mir einige kurze Wanderungen aus, von denen ich dachte, wir könnten sie problemlos meistern.
Die Insel macht es einem schwer, nicht nur auf touristischen Pfaden unterwegs zu sein. Dennoch sollten Sie eine Wanderung entlang einer Levada, einem typischen künstlichen Wasserlauf, unternehmen, schließlich kann man davon ausgehen, dass hunderttausende Touristen, die fast nur aus diesem Grund nach Madeira fliegen, sich nicht täuschen.
Die erste Tour sollte von Ribeiro Frio zum Aussichtspunkt Balcões führen: wenige Kilometer, fast gerade Strecke, kaum länger als eine Stunde hin und zurück, das Versprechen eines traumhaft schönen Ausblicks auf die höchsten Bergspitzen der Insel am Ende der Strecke, kurzum: das Perfekte für uns. Und es stimmte, der Weg war sehr einfach zu erwandern, auch die Menschenmassen, die am Anfangspunkt mit uns loszogen, verliefen sich auf den ersten 100 Metern. Das Problem der kleinen Wanderung war das Wetter. Es war frisch, wieder nieselte es ununterbrochen, der Waldboden war glitschig, die Lichtbedingungen für gute Fotos des Laurisilva, der noch um Ribeiro Frio besteht, misslich und am Aussichtpunkt fanden wir uns in einer Wolke wieder, die uns daran hinderte, auch nur einen Gipfel zu erahnen.
Bei unserer zweiten Wanderung des Tages, die uns von oberhalb Camachas an der wenig besuchten Levada da Serra Choupana vorbeiführte, hatten wir dafür Sommerwetter, der Schatten des Waldes bescherte sehr angenehme Bedingungen und es gab zahlreiche Blumen am Wegesrand.

Während unseres zehntätigen Aufenthalts haben wir alles von Madeira gesehen, was wir uns vorgenommen hatten, und noch vieles mehr. Die Insel ist ein wunderschönes Reiseziel und entspricht kaum dem, was man gelesen und erzählt bekommt. Man kann es sich gutgehen lassen, ganz viel Neues sehen und erleben, abschalten. Wir können irgendwann wiederkommen. Lassen Sie sich selbst überraschen.



Anreise

Mit Binter Canarias kann man von allen Kanarischen Inseln ohne größere Probleme Madeira erreichen. Nachdem es bisher nur Verbindungen im Sommer gegeben hatte, verkündete die Fluggesellschaft in der Augustausgabe ihres Magazins Revista NT, dass die Strecke künftig ganzjährig beflogen werde. Es gibt eine Direktverbindung von Gando auf Gran Canaria zu Madeiras Flughafen Santa Catarina (Flugdauer etwa eineinhalb Stunden), im Osten der Insel bei Santa Cruz, etwa 17 Kilometer von Funchal entfernt, gelegen. Der Ticketpreis von Lanzarote nach Madeira via Gando und zurück in den kleinen Propellermaschinen belief sich auf 220 Euro.



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