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Dienstag, 23. Oktober 2018
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Freizeit

Cooles Reiseziel gleich gegenüber – Teil 2

Von: Cornelia Girndt


Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Die Fischerboote werden nach dem Fang an Land gezogen. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Austernbänke in der Lagune von Dakhla. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Das Süßwasser kommt aus 600 Metern Tiefe und ist 3 Millionen Jahre alt. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Die älteren Sahrauis leben noch als Nomaden. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Dakhla ist die südlichste Stadt des von Marokko beanspruchten Territoriums. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Marokko beabsichtigt die Stadt zur Perle des Südens zu machen. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Ein kanarischer Verein unterstützt soziale Projekte. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Würdevoll: Sahrauis in ihrer traditionellen Kleidung, dem Draa. Foto: ©Cornelia Girndt

Lanzarote-Dakhla-Westsahara-Marokko
Würdevoll: Sahrauis in ihrer traditionellen Kleidung, dem Draa. Foto: ©Cornelia Girndt


Dakhla liegt wunderschön und ist nur eineinhalb Stunden von den Kanarischen Inseln entfernt, die einmal enge Beziehungen hatten zur Westsahara. Hier lesen Sie die Fortsetzung unseres Berichts und Besuchs in der Stadt samt Wüstentour.


Wir sind zurück in Dakhla und lieben sie sofort, die Suite „Hassan-Rabat“ im Hotel Palais des Touaregs. Weil sie ein lilafarbenes Sofa hat, darüber ein Fotoposter von einem frommen Muslim in einer Teezeremonie, davor einen Balkon mit Blick auf die Bucht – und eine Größe von 35 Quadratmetern. Viel, nach Tagen im Zelt. Das Frühstück gibt es unter Markisen an der Küstenstraße. Très joli. Am Tisch nebenan sitzen Sahraui-Männer in ihren hellblauen Hemdkleidern, Draa genannt. Wenn die Männer aufstehen und über die Straße zu ihrem Auto schreiten, raffen sie das füllige Obergewand zusammen: Stoff, der locker über die Schultern fällt und an eine römische Toga erinnert. Die Frauen der Sahrauis – nicht minder stolz und schön – wickeln sich ein sieben Meter langes Stück Stoff um Körper und Kopf.

Im Zentrum werden unter den Pavillons des stadtbekannten Restaurants Samarkand Geschäfte gemacht. Hier läuft das Fischereibusiness auf Hochtouren: Italiener, Koreaner, Norweger sitzen zusammen mit Einheimischen, die Mobiltelefone am Ohr. Jetzt ist die Zeit des Tintenfischfangs, und es gibt auf den Fischerbooten Arbeit. Mohammed Lamin von der Association Nature Initiative fuhr uns nach La Sarga, ein Fischerdorf ganz im Süden der Dakhla-Halbinsel, wo an einem Sandstrand ein irrer Trubel herrscht, weil hunderte bunter Boote ins Meer gestoßen und wieder an Land gezogen werden.

 

 

Wider den Kommerz

 

Nichts ist touristisch, nichts ist durchkommerzialisiert: Im kleinen Souq hämmert der Silberschmied die alten Sahraui-Muster in anmutige Armbänder. Es ist Freitag, bald wird der Muezzin rufen, als der Andenkenhändler nochmal für uns aufschließt: Seine „Maison Berbère“ ist vollgestopft mit Wunderdingen Nordafrikas, mit Pfeilspitzen, Fossilien, Ketten, bis hin zu Skulpturen von der Elfenbeinküste, die irgendwie hier gelandet sind. 

Die kleine Markthalle hat frischesten Fisch, und ein bärtiger Verkäufer greift in Berge von Kreuzkümmel und Koriander, sechs dicke Beutelchen für drei Euro. Wer Marrakesch kennt, denkt: „Huch, wie anders, wie schön.“ Kein Feilschen, kein Bedrängen, die Sahraui-Kultur ist eine von höflicher Distanz. 

 

 

Im Glanz der Lagune

 

Das alles nur ein paar Stunden entfernt von Lanzarote: Der Flieger, ein 40-Sitzer, der vom Flughafen Dakhla abhebt, wird in 80 Minuten auf Gran Canaria landen. Beim Rückflug hänge ich am Fenster. Was für eine magische Landschaft! Was für eine einzigartige Riesenbucht an dieser Atlantikküste, 40 Kilometer lang und 12 breit. Da unten liegt Dakhla, die südlichste Stadt der von Marokko beanspruchten Westsahara, auf einer schmalen, sandigen Landzunge, die wie ein Finger parallel zum Atlantik verläuft, und schaut auf eine glitzernde Lagune, die von hell leuchtenden Sanddünen umrahmt ist. Río de Oro, Goldfluss, nannten sie die europäischen Entdecker, auch wenn weit und breit kein Fluss ist, sowenig wie in der Bucht von Rio de Janeiro.

Dort unten haben wir frische Austern gegessen, das Stück für umgerechnet 40 Cent, sind an einer Tomatenplantage vorbeigefahren, die mit Süßwasser gespeist wird, das drei Millionen Jahre alt ist und aus 600 Meter Tiefe kommt und nun im Dienste der Stadtentwicklung angezapft wird. Nah an der Straße war eine heiße Quelle mit leicht schwefeligem Wasser, die ein mürrischer Alter bewachte.

Hinter einer Dünenkette drängen sich 30 Wohnmobile dicht zusammen, da überwintern die Rentner aus Europa mit ihren TV-Schüsseln. Ein Saarbrücker saß vor seinem Mercedes-Benz-Bus und sagte: „Wer so ein Auto hat, der kennt Dakhla.“ Seit fünf Jahren macht er die Strecke. Einmal sei er weitergefahren, nach Mauretanien und in den Senegal. Er schüttelt den Kopf. Das lohne nicht, hier fühle er sich sicher.

 

 

Ziel für Reisende, nicht Touristen

 

Dort unten, am Ende der Bucht, hatten wir in der letzten Nacht unsere Zelte aufgestellt, in der großartigen Landschaft der Weißen Düne, vor den Augen die rosa Flamingos, die morgens hin und her tippeln. Kein Mensch weit und breit. Mohammed Lamin hat im Sand gescharrt und uns kurkumagelbe und paprikarote Schichten gezeigt. In der Mitte dieser Lagune finden die Kitesurfer aus Europa, den USA, Brasilien ihr Paradies, weil die Wüstenberge den Passat ganzjährig in die ruhige Bucht drücken. 2003 eröffnete das erste Zeltcamp. Seitdem trainieren hier Profikiter, wie die Süddeutsche Zeitung in einem Magazin-Beitrag berichtete. „Marrakesch ist für Touristen, Dakhla aber ist für Reisende“, steht in einem marokkanischen Blog. Die Zeitschrift Le Figaro hat den Ort auf die Liste der coolsten Touristenziele gesetzt. Dabei hat er keine klassisch-touristischen Sehenswürdigkeiten, ist seltsam geschichtslos. Das alte Fort aus spanischer Zeit wurde achtlos abgerissen, die alten Fischerhäuser überbaut, die Hafenmole ist gesperrt. 

 

 

Spanischer Handelsplatz

 

Vor 130 Jahren hatten die Spanier mit Hilfe kanarischer Arbeiter in dieser Bucht einen kleinen Fischereihafen und Handelsposten errichtet, den sie Villa Cisneros nannten, und das Gebiet zum Protektorat erklärt. Das gehörte bis 1975 zu Spanisch-Sahara. Es gab enge Beziehungen zu den Kanaren. Unser lanzarotenischer Nachbar Román machte seinen Militärdienst dort, viele Canarios arbeiteten in der Administration, so der Vater von Domingo Matos aus Máguez. Der ehemalige Banker und Ökobauer aus dem Norden Lanzarotes hat uns neugierig gemacht auf sein Dakhla. Dort hat der heute 68-Jährige seine Jugendjahre verbracht, als in dem Ort 6000 Sahrauis lebten und 3000 Europäer.

Nach drei Jahrzehnten hat Domingo wieder Verbindung geknüpft. Er organisiert Sozial- und Umweltprojekte, macht Networking zwischen den Kanaren und Dakhla, Projekte für Gehörlose, unterstützt ein Reha-Zentrum. 40 Jahre ist es her: Das Ende der Franco-Diktatur war auch das Ende der Kolonie Spanisch-Sahara. Ende 1975 mussten Domingo Matos und seine Familie eilig das Land verlassen, sie wurden nach Gran Canaria ausgeflogen. Was sie damals nicht wussten: Wenige Monate später marschierten marokkanische und mauretanische Truppen ein und nannten Villa Cisneros um – in Dakhla. Seitdem kämpfte der Frente Polisario, die sahrauische Befreiungsbewegung, gegen die (völkerrechtswidrige) Besetzung. Es folgten Jahre des Krieges, die die Region zeichneten. 

 

 

Identitätsfindung

 

Heute leuchtet auf den zahlreichen Regierungsgebäuden die rote Fahne mit dem grünen Stern. Die marokkanische Regierung will Dakhla zur Perle des Südens herausputzen. Mit breiten Avenidas und mächtigen Regierungsgebäuden   – es wird viel Geld investiert, um den Besitzanspruch in Beton zu gießen. Und um marokkanische Familien aus dem Norden mit einer gezielten Siedlungspolitik in die Neubaugebiete zu locken.

Seit 1991 überwacht die UNO den Waffenstillstand, während immer noch 100 000 Sahrauis – nun in der zweiten Generation – in algerischen Lagern ausharren. Eine Lösung des Westsaharakonfliktes ist nicht in Sicht. Der Polisario lehnt eine begrenzte Autonomie der Westsahara ab, Marokko reagiert allergisch auf jede Infragestellung seiner Gebietsansprüche und schafft Fakten. Von Dakhlas 95 000 Bewohnern sind mittlerweile rund 80 Prozent Neusiedler aus dem Norden. Politik ist ein heißes Thema, es wird gemieden, es soll gemieden werden. Bitteschön.

Die Menschen, mit denen wir in diesen Tagen zusammentreffen, sie sind es leid, zwischen den Fronten zerrieben zu werden, sie wollen ihre Identität bewahren und ihre Lebenszeit nutzen, um sinnvolle Dinge zu tun. Ihre Wüste, ihre Kultur. Mit ihrer Naturinitiative wollen sie ihre Traditionen erhalten und auch Teil der globalen Zivilgesellschaft sein. 


Praktische Tipps:

Flug
Mit der Fluggesellschaft Canaryfly (www.canaryfly.es): Lanzarote (ACE) – Gran Canaria (LPA) – Dakhla (VIL). Kosten: ab 150 bis 175 Euro.

Kontakt zur Naturinitiative
Per E-Mail an Taoufik El Balla: Taou10@yahoo.fr  

https://www.facebook.com/Association.Nature.Initiative 

Preise für Wüstentouren sind abhängig von Tagen, Entfernungen, von der Anzahl der Personen und der Autos. Wir zahlten für fünf Tage pro Person alles in allem rund 350 Euro. Jeep mit Fahrer mieten wird auf jeden Fall angeraten. Querfeldein sollte man keinesfalls fahren (Minen).

Übernachtung in Dakhla
Zentrumsnah und mit Blick auf die Bucht: Palais des Touaregs, Zimmer ca. 40-50 Euro inkl. Frühstück. www.palais-touaregs.com 

Hotel Erraha: ähnliche Preise, wird nach Renovierung bald wiedereröffnet. 

Teurer, mit eigenem Strand, aber außerhalb der Stadt: Hotel Calipau Sahara.

Beste Reisezeit
Mitte September bis Mitte Dezember und März /April. Ende Dezember kann es nachts im Zelt kühl werden. Bleibt man in Küstennähe, ist es in der Westsahara nie extrem heiß oder kalt wegen der Nähe des Meeres.



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