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Zukunftsperspektiven der lanzarotenischen Jugend
JETZT-ERST-RECHT statt WEDER-NOCH

Von: Sarah Schulz


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Kevin Solano, mit 15 Jahren der jüngste Befragte, geht noch aufs Gymnasium, beschäftigt sich aber schon intensiv mit seinen Zukunftsplänen. Foto: Lanzarote37° / Benedikt Bentler

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Der 18-jährige Lionel Ruiz Blanco hat vor nach Madrid zu gehen und dort Tanz und Gesang zu studieren. Foto: ©Lanzarote37° / Benedikt Bentler

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Die 24-jährige Mathematikerin Ericka Luengo aus Málaga besucht eine Freundin auf Lanzarote. Schon seit mehreren Monaten findet sie keine Anstellung, gibt die Hoffnung aber dennoch nicht auf. Foto: ©Lanzarote37° / Benedikt Bentler

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Alejandra Córdoba aus Kolumbien betont die Chancengleichheit in Spanien. In ihrer Heimat Kolumbien sehe es diesbezüglich deutlich schlechter aus. Foto: ©Lanzarote37° / Benedikt Bentler

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Maeva Primo ist Französischlehrerin auf Lanzarote. Ihr Einkommen ermöglicht ihr ein „angenehmes und finanziell sicheres Leben“. Foto: ©Lanzarote37° / Benedikt Bentler

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Gara Díaz ist zwanzig Jahre alt und hat einen einjährigen Sohn. Zur Zeit arbeitet sie als Kellnerin. Bald will sie jedoch studieren und nimmt nötigen Umzug dafür in Kauf. Foto: ©Lanzarote37° / Benedikt Bentler


Der spanischen Jugend wird in einigen Medien unterstellt, lust- und perspektivlos zu sein. Stimmt das? Kehren junge Menschen

kampflos in den mütterlichen Schoß zurück? Oder sehen sie trotz hoher Arbeitslosigkeit und schwierigem Berufseinstieg positiv in die Zukunft? Lanzarote37°-Reporterin Sarah Schulz hat sich unter Lanzarotes Jugendlichen umgehört. Das Ergebnis ist überraschend.

 

Keine Arbeit? Kein Ziel? Keine Perspektive? Jugendarbeitslosigkeit ist das Schlagwort der Stunde. Mit 41 Prozent hat Spanien die höchste in der Europäischen Union: doppelt so hoch wie die aller Erwerbslosen in Spanien. Fast täglich berichten die Medien von den schwierigen ökonomischen Grundvoraussetzungen und der geringen sozialen Sicherheit ihrer Jugendlichen. Zuletzt veröffentlichte „El País" unter dem Titel (Pre)Parados eine 20-teilige Serie über die Situation junger Spanier.

Das Wortspiel „(Pre)Parado" ist für die Lage junger Menschen beim Übergang von der Ausbildung zur Berufstätigkeit bezeichnend. Eigentlich bedeutet es gut ausgebildet. „Parado" allein heißt arbeitslos. Die Vorsilbe „pre" impliziert die Möglichkeit einer künftigen Arbeitslosigkeit.

Im Gegensatz zur Meinung, Spaniens Jugendliche seien gut ausgebildet, prägte der Sender „La Sexta" mit seiner umstrittenen Realityshow „Generación Ni-Ni" ein anderes Bild. Seit der Ausstrahlung haftet den jungen Spaniern der Ruf an, eine „Weder-Noch-Generation" (generación ni-ni) zu sein, die sich vor allem durch das Ablehnen von Arbeit und Studium auszeichnet. Doch es geht nicht nur um das Finanzielle, sondern auch um soziale und geistige Verarmung. In einer Umfrage von Metroscopia gaben vergangenes Jahr 54 Prozent der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren an, kein Lebensprojekt zu haben.

Wir befragten neun junge Menschen zwischen 15 und 32 Jahren nach ihrer Ausbildung, ihrem Beruf, ihren Chancen und Problemen. Eins lässt sich vorwegnehmen: Auf Lanzarote sind die Möglichkeiten zu beruflicher Entfaltung gering. Die Meinung der Jugendlichen ist einträchtig. Mehrere Male sagten sie: „Fracaso total", ein totales Fiasko.

 

Jugend auf Lanzarote

 

Der Mangel an Möglichkeiten auf Lanzarote ist ein wesentlicher Faktor für die hohe Arbeitslosigkeit. Es gibt zwar verhältnismäßig gute Chancen im Dienstleistungssektor, jedoch nur, wenn der Tourismus boomt. Diese Branche hatte 2009 ein schlechtes Jahr, und alle davon abhängigen Bereiche litten mit. Steigende Urlauberzahlen konnten die Lage auf dem hiesigen Arbeitsmarkt 2010 etwas beruhigen. Aktuell sind auf Lanzarote rund 16.500 Menschen ohne Arbeit, davon sind etwa 1400 unter 25 Jahren (8,48 %), oder genauer: 756 erwerbslose junge Männer und 613 junge Frauen.

Wie zum Beispiel der 18-jährige Lionel Ruiz Blanco. Er ist voller Pläne, und dies, obwohl er nach dem „bachillerato" (Zulassung zu den Hochschulzulassungsprüfungen) keine Arbeit hat. Doch sein nächster Schritt steht schon fest. Er will nach Madrid gehen und sich in Tanz und Gesang ausbilden lassen. Hierzu benötigt er die finanzielle Hilfe seiner Eltern. Sie freuten sich aber, in die Zukunft ihres Sohns investieren zu können. Sein Traum ist ein Engagement am Theater. Neben Talent und Kreativität helfe nur eine solide Ausbildung, diesen zu verwirklichen, weiß er.

Die Tendenz, lange bei den Eltern wohnen zu bleiben, verstärkt sich durch widrige Berufseinstiegsmöglichkeiten. Familien, die selbst von den Auswirkungen der Krise betroffen sind, müssen auch noch ihre Kinder finanziell auffangen. „El País" bezifferte das Auszugsalter junger Spanier auf 27 bis 32 Jahre. Aus Geldmangel müssen auch junge Menschen mit bislang eigenem Haushalt zurück an den elterlichen Herd.

 

Solide Ausbildung statt Nebentätigkeiten

 

Mit 29 Jahren und im ersten Jahr der Berufsausbildung ist Nicoló Pozo ein typischer Vertreter derjenigen Jugendlichen, die erst nach Jahren des Rumjobbens eingesehen haben, welche Möglichkeiten eine Ausbildung eröffnen kann. Er kehrte an die Schule zurück, holte sein „bachillerato" nach und macht aktuell eine „Formación Profesional de Técnico Superior en Educación Infantil" (Berufsausbildung zum Erzieher). „Kinder gibt es immer", begründet er seine Wahl. Seine Antwort impliziert Angst vor einer unsicheren Zukunft, die er dann auch verbalisiert: „Auf keinen Fall möchte ich in diesen Schwebezustand der letzten Jahre zurückkehren. Ohne Wissen, was eigentlich am nächsten Tag ist …" Nicoló blickt zuversichtlich in die Zukunft und ist überzeugt, finanziell unabhängig werden zu können. Bis dahin lebt er aber weiterhin bei seinen Eltern in der Inselhauptstadt und bleibt auf deren Unterstützung angewiesen.

Die Einsicht, mehr Energie in die Schul- und Berufsausbildung investieren zu müssen, scheint sich immer mehr durchzusetzen. Zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 stiegen die Zahl der Bachillerato-Schüler und die in der Formación Profesional um 7,8 % im Vergleich zum Vorjahreswert.

Vor allem durch die negative Entwicklung des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre verschärfte sich die Situation für ungelernte Jugendliche in Spanien. Die Beschäftigung ist gefallen, der Boom im Bauwesen längst vorbei. Als die Wirtschaft florierte und viele Branchen expandierten, konnten Jugendliche ohne Ausbildung auf dem Bau eingesetzt werden. Sie ließen sich von der Idee verführen, dass der Aufschwung nie enden würde und verließen deshalb ohne Abschluss die Schule. Die Schulabbrecherquote lag bei 30 %. Dennoch kamen sie auf einen Monatslohn von circa 1000 Euro, dem spanischen Durchschnittseinkommen. Aktuell verdienen 63 % der Spanier gemäß einer Gestha-Studie („Sindicato de Técnicos del Ministerio de Hacienda", Gewerkschaft der Finanzamtsfachleute) monatlich um die 1100 Euro.

Für diese Problematik sind auch schon sehr junge Menschen sensibilisiert. Kevin Solano, mit 15 Jahren der jüngste Befragte, denkt sorgfältig über seine Zukunftspläne nach. Je genauer Ziele seien, desto einfacher könne man auf sie hinarbeiten, ist er überzeugt. Noch besucht er das Instituto (Gymnasium), doch er kann sich bereits vorstellen, Biologie zu studieren. In schwierigen Zeiten müsse man vorausschauend planen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Aber einfach wird Kevin es voraussichtlich nicht haben: Sich in Spaniens angespannten Arbeitsmarkt zu integrieren, fällt selbst Akademikern schwer. Im Sommer wurde unter ihnen eine Arbeitslosenquote von 16,4 % registriert. Eurydice, das Informationsnetz zum Bildungswesen der Europäischen Kommission, meldete, dass nur 40 % der spanischen Akademiker unter 30 Jahren in einem Beruf arbeiten, der mit ihrem Studienprofil übereinstimmt.

Die 24-jährige Mathematikerin Ericka Luengo aus Málaga besucht eine Freundin auf Lanzarote. Schon seit mehreren Monaten findet sie keine Anstellung und möchte sich von dieser psychischen Belastung erholen. Trotz diverser Rückschläge ist sie hoffnungsvoll und sich sicher, bald einen Arbeitgeber von sich überzeugen zu können. Dafür ist Ericka bereit, einiges zu investieren. Sie plant ihre Englischkenntnisse auszubauen und einen Chinesischkurs zu belegen. Dabei hat sie auch keine Scheu, kurzfristig für einige Zeit ins Ausland zu gehen, obwohl sie sehr viel lieber in Spanien bleiben würde. Hier seien die Chancen aber überall ähnlich schlecht. Da sei es egal, ob man auf dem Festland oder einer kleinen Insel lebe: „Man muss immer weiter suchen und hoffen." Ericka lebt momentan bei ihren Eltern. Es nervt sie, nicht genügend Geld zu haben, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Sobald sie wieder in Málaga ist, möchte sie sich kurzfristig einen Nebenjob suchen und eigenes Geld verdienen.

 

Das Bildungssystem verbessern

 

Häufig verdingen sich Spaniens junge Hochschulabsolventen an Supermarktkassen oder als Regaleinräumer. Und das liegt nicht nur am Stellenmangel für Akademiker, sondern auch daran, dass die Universitätsstudien sehr theoretisch sind und Arbeitgeber deshalb lieber auf erfahrene Kräfte zurückgreifen.

Immerhin: Zur Eröffnung des akademischen Jahrs 2010/2011 im Oktober forderte König Juan Carlos in Cádiz, Talent und Kreativität der Studierenden anzuerkennen. Dies sei unabdingbar für ein Bildungssystem, das eine Stellung unter den besten weltweit einfordert. Auch ein praxisorientierteres Studium sei Pflicht.

Ein beliebtes Mittel vieler Jugendlicher, Unerfahrenheit zu Beginn der Berufstätigkeit – oftmals schon während der Ausbildung – wettzumachen, sind Praktika. Sie lernen dabei nicht nur für ihr Berufsfeld, sondern tragen aktiv zum Erfolg eines Unternehmens bei und gewinnen an Selbstwertgefühl.

So sieht es auch die 24-jährige Tischlerin Leticia Soler Costa. Bevor sie eine Anstellung in der Werkstatt bekam, in der sie aktuell arbeitet, machte sie ein achtmonatiges Praktikum in einer anderen Tischlerei. Dort konnte sie einiges von ihrem Schulwissen erstmals praktisch und zum Nutzen anderer umsetzen. Sie ist ihrem ehemaligen Chef dankbar für die Chance, die er ihr als Berufsanfängerin gab. Dies ist typisch: Für die Hälfte der Berufsanfänger zwischen 16 und 34 dauert es nach Angaben des Nationalen Spanischen Statistikinstituts (INE) mindestens ein Jahr, bis sie zum ersten Mal angestellt werden. Leticia ist mittlerweile gut im Job etabliert. Doch ihr Gehalt reicht noch nicht aus, um finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Auch sie lebt weiterhin bei ihren Eltern. Um das irgendwann ändern zu können, möchte sich Leticia betriebswirtschaftlich weiterbilden und träumt von einer eigenen Werkstatt, „qué alegría más grande sería" („welch größte Freude das wäre").

 

Von der Zurschaustellung von Männlichkeit

 

Ein spezifischer Konflikt für Frauen ist die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Mit Abschluss der Ausbildung oder des Studiums befinden sie sich im besten Alter, eine Familie zu gründen. Obwohl Spanierinnen statistisch erst mit 31 Jahren ihr erstes Kind gebären, schrecken gerade kleinere Firmen vor ihrer Anstellung zurück. Das vorübergehende Ausscheiden aufgrund des Mutterschutzes ist eine hohe finanzielle Belastung für kleine Betriebe, und eine potenzielle Schwangerschaft daher genauso Ausschlusskriterium wie etwa fehlende Fremdsprachenkenntnisse.

Dieser Sachverhalt tangiert auch die Problematik des „machismo". Bewusst frage ich nach der persönlichen Einschätzung, ob Männer und Frauen uneingeschränkt dieselben Berufschancen in Spanien haben. Die Antworten lauten vorbehaltlos „sí". Nur der 27-jährige Enrique Nesta sieht das anders. „Mentira" (Lüge) schimpft er energisch, als ich erwähne, dass die anderen Interviewteilnehmer Frauen dieselben Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt einräumten und gegenüber Männern keineswegs benachteiligt sahen. Aus eigener Erfahrung meint Enrique, dass das so nicht stimmen kann. Als Elektromechaniker baute er sich mit finanzieller Unterstützung seiner Eltern eine kleine Firma auf. Der Anspruch einer Mitarbeiterin auf Mutterschaftsversicherung sei für ein kleines Unternehmen ein wichtiges wirtschaftliches Kriterium. Auch wenn die Kompetenz der Bewerberinnen nicht angezweifelt würde, entschieden sich viele Chefs für einen männlichen Kandidaten.

Aufschlussreich ist die Einschätzung von Alejandra Córdoba aus Kolumbien und Wendy Paquedes Bravo aus Uruguay. Beide nehmen – im Vergleich zu ihrer vom Machismus geprägten Heimat – in Spanien eine sehr hohe Chancengleichheit wahr. Südamerika sei diesbezüglich deutlich rückständiger als Spanien, urteilen sie. Dennoch streiten sie eine gewisse Zurschaustellung von Männlichkeit und die Präferenz männlicher Bewerber von männlichen Arbeitgebern nicht ab. „Das liegt wohl in den Genen", sagt Alejandra augenzwinkernd. Die interviewten Spanierinnen sehen das ganz anders: Sie negieren eine grundsätzliche Bevorzugung der Männer.

Sehr deutlich wird dabei die 32-jährige Maeva Primo. Sie wuchs in Murcia auf, studierte dort. Vor Jahren folgte sie einem Jobangebot auf die Insel. Zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern hat sie als Französischlehrerin hier ein „angenehmes und finanziell sicheres Leben". Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit Zielstrebigkeit und Einsatzbereitschaft viel erreichen kann. Um Geld zu verdienen und ihre Sprachkompetenzen auszubauen, verbrachte sie während ihres Studiums zwei Jahre in Frankreich. Mit dem Wissen und Sprachgefühl, das sie sich dort aneignete, übertrumpfte sie ihre männlichen Mitbewerber. Auch nach ihren Schwangerschaften fand sie schnell in den Beruf zurück. Maeva vertritt vehement die Meinung, dass Frauen in jeglicher Hinsicht dieselben Möglichkeiten wie Männer haben. „Un país avanzado", ein fortschrittliches Land, müsse allen seinen Bürgern dieselben Chancen einräumen, und die Bürger seien verpflichtet, diese zu nutzen.

Dennoch: Mit kleinen Kindern ist es eine Herausforderung, Familie und Ausbildung zu verknüpfen. Oft müssen berufliche Ambitionen auf später, wenn die Kinder älter sind, verschoben werden.

So wie bei Gara Díaz. Ich spreche die 20-Jährige an, als sie mit ihrem einjährigen Sohn am Strand spielt. Sie erzählt, dass sie die Prüfungen für das „bachillerato" erfolgreich abgelegt habe und ein „módulo de animación sociocultural" (Jugendbetreuung) plane. Nach dessen Abschluss möchte sie studieren, weiß aber, dass das auf Lanzarote nicht möglich sein wird. Dafür müsste sie umziehen. Die kleine Familie kommt mit Garas Gehalt als Aushilfskellnerin und dem ihres Partners sehr gut aus.

 

Markige Sprüche helfen nicht

 

Es kann sich glücklich schätzen, wer derzeit seine Familie in Spanien problemlos unterhalten kann. 30,5 % der spanischen Haushalte hatten nach einer Studie des INE im Jahr 2009 „Schwierigkeiten" oder sogar „große Schwierigkeiten", im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten das Monatsende zu erreichen.

Der neue, erst im Oktober vereidigte spanische Arbeitsminister Valeriano Gómez kündigte nach seinem Amtsantritt eines der großen Ziele des Kabinetts an: die Umgestaltung des Arbeitsmarkts. Eine drastische Erholung der angespannten Lage sei von essentieller Wichtigkeit. Er ließ verlautbaren, dass 2011 in Spanien neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Auch wenn die Arbeitslosenquote nicht in kürzester Zeit so deutlich wie gewünscht fallen könne, hoffe er auf eine positive Jahresbilanz. Dieser Vorsatz ist begrüßenswert – ob er so auch umgesetzt werden kann, wird sich zeigen. Und insbesondere bleibt abzuwarten, ob die Jugendlichen davon profitieren werden.

Unsichere Zeiten rauben vielen den Ehrgeiz zu mehr Eigeninitiative. Mit gefühlter Perspektivlosigkeit konfrontiert, wird die Verzweiflung mancher junger Leute nachvollziehbar. Doch dies gilt nur bedingt und nicht für jeden. Die Medien bedienen sich in ihrer Berichterstattung der Schwarz-Weiß-Malerei, machen alles, wie so oft, an Extrembeispielen fest. Meine Interviewpartner präsentieren deutlich buntere Lebenswirklichkeiten. Sie bestätigen keinesfalls das suggerierte Bild junger energieloser Menschen ohne Chancen. Im Gegenteil: Sie bleiben aktiv, sind offen für neue Angebote und setzen sich trotz der Krise durch. Von Resignation ist wenig zu spüren. Es handelt sich nicht um eine „Ni-Ni"-, sondern um eine „Jetzt-oder-Nie"-Generation.



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