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Lokales

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Von: Von Werner Kraeling









31-05-08 Der römische Kaiser Postumus, dessen Reich einst von Köln bis hinein nach Spanien reichte, ist trotz seines Namens nicht der Gründer der Post zwischen dem Rheinland und Lanzarote, auch nicht postum. Selbst Postamente wurden ihm nicht errichtet, denn Postumus hinterließ post mortem in seinem Land ein Chaos, ähnlich dem, das sich im heutigen Postbezirk 13 im Norden Lanzarotes postuliert hat. Denn in und um Guatiza und Mala herum spielt sich seit Jahren eine Posse um die Post ab, die ihresgleichen unter Bergen liegen gebliebener Post sucht. Die Post heißt bekanntlich hierzulande allerdings Correos, was man aber laut Wörterbuch auch mit Mittäter oder Mitschuldiger (in Mehrzahl!) übersetzen kann. Aber das will hier keiner gewesen sein. Im Gegenteil: der Postkunde, dem selbst Jack Nicholson schon lange nicht mehr klingelt, schon gar nicht zweimal, wird postwendend und post festum zum eigentlichen Mitschuldigen erklärt.
Der Reihe nach: Im Postbezirk Guatiza und Mala mitsamt den Anhängseln Los Cocoteros und Charco del Palo gab es vor vielen Jahren den legendären Postman Tito aus Mala. Der kannte jede und jeden, bemühte sich um Namen von Zugezogenen und stellte die Post so zu, wie man es sich wünscht. Tito wurde auch so nebenher, zum ersten Mal hier richtig gewürdigt, zum Erfinder der lanzarotenischen Flugpost, denn manchmal schleuderte er mit verblüffender Eleganz aus dem Auto heraus Briefe über Mauern bis vor die Haustür, traf aber immer die richtige Adresse. Seiner Pensionierung weinen heute noch alle nach, denn in der Nach-Tito-Zeit ging es rapide bergab, wie im damaligen Jugoslawien: es klappte fast nichts mehr.
Die hauptsächlichen Ursachen sind wohl die dünne Personalausstattung (hier muss eine Person einen immer mehr wachsenden Bevölkerungskreis bewältigen) und der schnell aufeinander folgende Personalwechsel, der fast immer darauf hindeutet, dass die Bezahlung miserabel sein muss. Das wirkt sich dann auf alle Qualitäten aus. Denn bis auf eine junge Frau unter den vielen Nachfolgern Titos, die sich redlich mühte, waren alle anderen der Aufgabe wohl kaum gewachsen. Jetzt ist wieder ein neuer Mann der Postbote, der sich immerhin vielen Leuten schon mal vorgestellt hat. Bisher war und ist es aber so: Sendungen wurden, wenn überhaupt, meist falsch zugestellt, irgendwo reingeschmissen. Schließlich kam und kommt wochenlang überhaupt keine Post.
Wer da Sendungen mit Fristen drin nicht bekam, saß halbwegs schon im Knast. Rechnungen, die nicht ankamen, machten anschließend viel Ärger. Touristen, die sich Zeitungen nachkommen ließen, staunten im nächstjährigen Urlaub, als plötzlich auf einen Haufen die ein Jahr alten Heimatpostillen vor der Tür lagen.
Und jeder, der falsche Post im Briefkasten hat und sie den Nachbarn bringt, fragt sich bang, wo denn nun seine Post abbleibt. Einen Tito-Nachfolger gab es, der wurde entlassen, weil er Briefe geöffnet und dann vernichtet hatte. Gut, kommt überall mal vor. Bis auf die Ahndung dieses Falles geschah aber nichts, um die Allgemeinzustände zu ändern. Weil auch die Zahl ausländischer Residenten wächst und die spanischsprachigen Zusteller vielleicht mit deren Namen überhaupt nicht zurechtkommen (Vornamen werden als Hausnamen genommen usw.),   potenzieren sich die Fehleinwürfe nochmals. So gingen wohl die Austräger dann nur auf die Hausnummern los, was nichts half, wenn der Zusteller sich in einer ganz anderen Straße befand. Und ab und zu ändern Gemeinden gerade Hausnummern auf sehr kuriose Weise oder es gibt doppelte Nummern. (Deshalb ging im Charco del Palo vor zwei Jahren ein amtlicher Hausnummerierer um, der das System ordnen sollte. Der aber zählte bei der Nummernvergabe die noch leerstehenden Grundstücke in den Straßen nicht mit. Bei Neu-Bebauungen muss folglich wieder neu nummeriert werden!) Also noch mehr Fehleinwürfe! Oder überhaupt erst gar keine. Wer sich aber gar die Post selbst abzuholen bequemte, sah sich immer an neue Lokalitäten verwiesen: die Poststelle wechselte ständig ihr Domizil, mal sogar in eine Garage in Mala, dann wieder nach Guatiza, Mala, wieder nach Guatiza, nur nach Los Cocoteros und Charco del Palo noch nicht. Dabei könnte man gerade dort die Post doch gleich (perdone!) ins Meer einwerfen statt in einzelne lästige Briefkästen.
Weil in den letzten Wochen offenbar eine Menge mehr Reklamationen und Beschwerden als sonst einliefen, schlägt das Imperium nun zurück. Juan Manuel Rodríguez López, seines Zeichen Jefe de Logística der Correos-Direktion in Las Palmas, ließ jetzt per DIN-A5-Blättchen wissen, dass die Schwierigkeiten in den betroffenen vier Orten daran lägen, dass einige Straßen nicht identifizierbare oder umbenannte Namensschilder und Hausnummern trügen. So sollen sich nun alle Bürger mit „inexactas“ Straßennamen und Hausnummern binnen vierzig Tagen (bis 16. Juni) in der Oficina de Correos in Guatiza (neben der Sociedad) einfinden und sich dort mit exakter und aktueller Adresse in eine Liste eintragen. Aber nur von 9 bis 10 Uhr.
Wohlgemerkt: Dieses Flugblatt fliegt nicht, sondern liegt nur in der Poststelle in Guatiza aus. Selbst wenn es beabsichtigt wäre, es in alle Briefkästen zu stecken - wer bringt das Blättchen denn rum? Und kommt es erst nach grandioser Überholung durch die Frist beim Empfänger an? Und was vermutlich gerade Spaniern gar nicht liegt, ist der Text vom Jefe, der so verdammt biblisch-diktatorisch wie einst bei einem römischen Kaiser klingt, wobei wir fast wieder bei Postumus vom Anfang wären, aber dieser war ein Mächtigerer als er: „Und so befahl Kaiser Augustus, dass sich ein jeder registrieren lassen solle...“

Man muss offenbar in Spanien eben nur Jefe sein, um die Bevölkerung tanzen zu lassen. □



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