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Montag, 16. September 2019
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Wissenswertes, Lokales

Weinanbau auf Lanzarote:
Die Magie der schwarzen Gärten

Von: Friederike Klinge (Text), Fotos: Axel Jageneau (Fotos)


Weinbau, Lavaasche, Vulkangestein, Weinreben, La Geria, Metropolitan Museum of Modern Art, New York, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Weinbau als Kunstwerk. Der Kontrast zwischen dunkler Lavaasche bzw. dem Vulkangestein und dem Grün der Weinreben verleiht der Landschaft La Geria ein exotisches Bild. Diese Kulturlandschaft war dem Metropolitan Museum of Modern Art in New York eine besondere Auszeichnung wert. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Weinbau, La Geria, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Wein wurde auf Lanzarote erst im 18. Jahrhundert in größeren Mengen angebaut. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Wein, El Grifo, Bermejo, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Die Weine von Lanzarote gelten heute als gute Tropfen und einige können sich durchaus mit denen vom spanischen Festland messen. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Das Tor zu den Montañas de Fuego (Feuerberge) führt durch das lanzarotenische Weinbaugebiet La Geria. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Wein war schon mit der Eroberung der Kanaren durch die Kastilische Krone auf die Insel Lanzarote gekommen. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, "Fincas", "Bodegas", Weinbaugebiet La Geria, Wein probieren, verkosten. Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
In scharzen gleichförmig angelegten Trichtern stehen zartgrüne Weinreben. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, "Fincas", "Bodegas", Wein probieren, verkosten, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Kleine Steinmauern, sogenannte zoccos, bieten den Reben auf Lanzarote zusätzlichen Schutz...

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, "Fincas", "Bodegas", Wein probieren, verkosten, El Grifo, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
für den unablässig wehenden Passatwind. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, "Fincas", "Bodegas", Bio-Wein, Biowein, probieren, verkosten, El Grifo, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
In mehreren "Fincas" oder "Bodegas" im Weinbaugebiet von La Geria kann man lanzarotenischen Wein probieren. Wie hier in der nach dem hiesigen Weinbaugebiet benannten Bodega La Geria. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Montañas de Fuego (Feuerberge), Weinbaugebiet La Geria, "Fincas", "Bodegas", Bio-Wein, Biowein, probieren, verkosten, El Grifo, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Magazin
Die Bodega "El Grifo" ist nicht nur die älteste Bodega von Lanzarote (228 Jahre), sondern die älteste von ganz Spanien. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

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Das Weinmuseum und die Bibliothek von El Grifo besuchen jedes Jahr mehr als 40.000 Touristen. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

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Viele Weine von El Grifo haben schon Auszeichnungen bekommen. Für die Weinherstellung kauft die meisten Bodegas noch Trauben der rund 200 umliegenden Weinbauern dazu. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

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Auf Gut Bermejo hat das System aus rechtwinkligen Mauern die klassischen Weinstock-Trichter abgelöst. Hier produziert man einen köstlichen Bio-Wein, der als einer der Besten Weißweine der Insel gilt. Foto: Lanzarote37°/Jageneau

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Die Bodega Bermejo aus der Ferne. Foto: Lanzarote37°/Jageneau


(04/08 N°21) Vulkankegel, endlose, von schwarzer Lavaasche bedeckte Felder, grünende Weinreben, die sich tief in eigens für sie gegrabene Trichter ducken und halbkreisförmige Natursteinmauern, die die Pflanzen vor dem unerbittlich wehenden Nordostpassat schützen – das sind die Elemente, die La Geria zu dem formen, was es ist: Eine weltweit einzigartige Kulturlandschaft im Herzen von Lanzarote.

Schon was der Besucher auf den ersten Blick wahrnimmt, ist eine so ungewöhnliche und wunderschöne Landschaft, dass er auch ohne weitere Erklärungen tief beeindruckt ist. Wenn er aber dann erfährt, dass all dies vor rund 250 Jahren durch bloße Menschenhand angelegt wurde und jeder Weinstock Sommer für Sommer reichlich Trauben trägt, obwohl es auf Lanzarote fast nicht regnet, dann beginnt er Lanzarotes Weinanbaugebiet La Geria als wirkliches Wunder zu begreifen.

 

Die „Paisaje Protegido“ – geschützte Landschaft – von La Geria erstreckt sich über rund 5.250 Hektar, von denen knapp 3.000 Hektar kultiviert werden. Sie reicht von San Bartolomé im Zentrum der Insel Richtung Westen bis an den Naturpark der Vulkane, der den Timanfaya Nationalpark umgibt. Im Süden grenzt La Geria fast an Tías, im Norden an Tinajo und im Südwesten an Uga. Das, was gemeinhin als La Geria bezeichnet wird, ist nur das Herzstück dieses Gebietes. Die ganze Region liegt zwischen 200 und 500 Metern über dem Meeresspiegel und in den kleinen Ortschaften – La Asomada, Conil, Mozaga, El Islote, La Florida – leben jeweils zwischen 20 und 200 Einwohnern.

Die Entstehung La Gerias:
Hitze und schweißtreibende Arbeit….


Diese im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft hat eine interessante Entstehungsgeschichte: Während der Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736 wurde die Region von Lavaasche – auch Lapilli, Rofe oder Picón genannt – bedeckt. Tausende Hektar fruchtbaren Ackerlandes gingen unter bis zu drei Meter dicken Ascheschichten verloren. Nachdem die Vulkane aufgehört hatten zu rumoren, gab der damalige Bischof der Kanaren die Anweisung, den Lapilli mit Kamelen abzutransportieren, denn viele der Ländereien gehörten der Kirche. Doch die Lanzaroteños stellten schnell fest, dass dies ein unmögliches Unterfangen war. Dafür begannen sie nach und nach in den Bereichen zu pflanzen, in denen die Picónschicht relativ dünn war: Sie gruben Löcher, bis sie auf fruchtbaren Boden stießen und pflanzten Obstbäume und Weinstöcke.
Die ersten Belege hierfür gibt es aus der Zeit um 1740 und in dem 1764 veröffentlichten Buch des Schotten George Glas über die Kanarischen Inseln.
Zu jener Zeit war es auch, als die Lanzaroteños feststellten, was für ein Segen die Vulkanausbrüche und der Ascheregen eigentlich waren: Der Picón ist porös und hat hygroskopische, das heißt wasseranziehende Eigenschaften. Auch wenn es auf Lanzarote nur sehr wenig regnet – im Durchschnitt sind es gerade mal 150 Millimeter im Jahr – sind die Nächte, besonders die frühen Morgenstunden, sehr feucht. Der Picón speichert den Tau und gibt ihn an den darunterliegenden Mutterboden weiter. So bekommen die Kulturpflanzen tatsächlich genügend Wasser, um zu gedeihen.
Außerdem ist das schwarze Vulkangranulat ein schlechter Wärmeleiter: An der Oberfläche heizt es sich im Tagesverlauf zwar bis zu 60 Grad Celsius auf, aber es gibt die Wärme nicht an die weiter unten liegenden Schichten ab, so dass der Mutterboden von der Hitze und damit vor dem Austrocknen geschützt wird.


… und ewiger Wind


Da über Lanzarote fast das ganze Jahr der Nordostpassat weht, hat man in La Geria zum Schutz der Weinreben 60 bis 70 Zentimeter hohe, halbkreisförmige Natursteinmauern, die so genannten Zocos gebaut – auch in Handarbeit, wohlgemerkt. Das besondere dieser Windschutzmauern besteht darin, dass die Natursteine aufeinander gesetzt werden, ohne mit Zement verbunden zu werden. Das allein ist eine Kunst. So halten die Zocos den starken Wind ab und durch die zahlreichen Zwischenräume kann eine leichte Brise wehen, die Kühlung und Feuchtigkeit bringt.

Schwerstarbeit im Weinberg

 

So weit das Auge reicht, ziehen sich Trichter, Weinreben und Natursteinmauern über die schwarze Landschaft, teilweise bis in die Krater der alten Vulkane hinein. In La Geria stehen zwischen 300 und 900 Weinreben auf einem Hektar Boden. Zum Vergleich: Auf einem Weinberg in Spanien wachsen zwischen 3.000 und 5.000 Reben auf einem Hektar. Doch bedingt durch die außergewöhnliche Trockenheit hier auf Lanzarote, braucht jede einzelne Rebe viel Platz: Die Wurzeln breiten sich in einem weiten Kreis nahe der Oberfläche aus, um so viel Wasser aufnehmen zu können wie möglich.
Wegen des stetigen Windes wachsen die Reben nicht in die Höhe, sondern schmiegen sich in ihrem Trichter dicht an den Boden. Jeder Trichter wiederum wird umrahmt von einem Zoco.
Die lanzarotenischen Winzer müssen sich das ganze Jahr über intensiv um ihre Schützlinge kümmern: Die Natursteinmauern müssen instand gehalten, trockene Blätter müssen entfernt werden. Auch wenn aufgrund der Picón-Schicht wenig Unkraut wächst, so muss doch immer mal wieder gejätet werden. Gedüngt wird nur alle zwei bis drei Jahre mit Mist, und gegen Pilzerkrankungen schützt man den Wein mit Schwefel oder anderen Fungiziden. Als im 19. Jahrhundert die Reblaus von Amerika nach Europa eingeschleppt wurde und, vor allem in Frankreich, die Reblauskatastrophe auslöste, blieben die Kanaren verschont – bis heute gibt es diesen Schädling nicht auf den Kanaren.
Im Februar werden die Weinstöcke zurückgeschnitten, um im Frühjahr wieder neu austreiben zu können. Die Trauben reifen im Laufe des Sommers und Ende Juli beginnt die Ernte. Dann sind alle auf den Beinen, vom Großvater bis zum Enkel, alle lesen mit, und die großen Bodegas stellen für diese Wochen ganze Bataillone von Erntehelfern ein. Die Traubenernte beginnt mit der Lese der Malvasía für den trockenen Weißwein, dann ist die dunkle Listan Negra reif, dann folgt die Lese der Malvasía für den lieblichen Weißwein und schließlich, Mitte August, ist die Moscatel für den berühmten schweren Dessertwein ausgereift.


Lanzarotes Winzer: Die Bodega „La Geria“

 

Auf Lanzarote gibt es etwa 20 Bodegas. Beim „Consejo Regulador Denominación de Origen“, dem Kontrollorgan des lanzarotenischen Weinanbaus, sind 1.725 Mitglieder registriert. Das erscheint auf den ersten Blick ziemlich viel, der absolute Löwenanteil davon sind jedoch Hobbywinzer. Die berühmte Bodega La Geria, die mit acht Hektar relativ klein ist, legt ihren Schwerpunkt auf den Direktvertrieb ihrer Weine, die täglich bis zu 1.000 Besucher verkosten. Diese Bodega wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Familie Rijo gegründet und befindet sich seit 1993 im Besitz von Ramón Melián. In einem guten Jahr werden durchschnittlich etwa 15.000 Kilogramm Trauben geerntet. Auch wenn der Ertrag pro Hektar relativ niedrig ist, ist er pro Weinstock beeindruckend hoch: Bis zu 25 Kilogramm Trauben kann ein einziger Stock bringen. Für die Weinherstellung kauft La Geria noch die Trauben von rund 200 Weinbauern dazu. „Zur Erntezeit im August geht es hier zu wie im Taubenschlag“, erzählt La Gerias Önologe Alejandro Muñoz und blickt über den Platz seitlich neben dem Hauptgebäude. „Dann kommen die Winzer mit ihren hochbeladenen Pick-Ups und liefern uns ihre Trauben.“ Die Bodega hat Kapazitäten für 450.000 Liter Wein, der größtenteils in rostfreien Stahltanks und zu einem geringeren Teil auch in Holzfässern reift. „In den Holzfässern lagert der Rotwein für zwei Wochen“, erklärt Alejandro in den Kellergewölben der Bodega. „In den Fässern wird der Wein durch den minimalen Luftaustausch und durch Komponenten aus dem Holz verfeinert“. Das Weinsortiment von La Geria umfasst die auf Lanzarote klassischen Weine aus Malvasía, Listan Negra und Moscatel. Besonders stolz ist die Bodega auf ihren Malvasía „Manto“ aus dem Jahr 2007.

 

Die Bodega „El Grifo

 

1775 als Familienbetrieb gegründet, ist die Bodega El Grifo die älteste Bodega der Kanarischen Inseln und zählt sogar zu den zehn ältesten Weingütern ganz Spaniens. Das Gut umfasst 50 Hektar, von denen 40 bestellt werden, die restlichen zehn sind größtenteils Lavafelder, so genanntes „Malpaís“ – schlechtes Land. El Grifo hat vor einigen Jahren angefangen, das alte System aus Trichtern und halbkreisförmigen Zocos umzubauen: Heute sind El Grifos Weinberge überzogen von einem Netz gerader, rechtwinkliger Mauern. Pro Jahr werden zwischen 500.000 und 700.000 Kilogramm Trauben verarbeitet, von denen der Großteil von Weinbauern aus der Umgebung stammt. Ein Kilogramm Trauben ergibt etwa 0,6 Liter Wein. Die durchschnittliche Jahresproduktion El Grifos liegt bei 400.000 Flaschen. Der Wein wird an Besucher der Bodega ausgeschenkt und überall auf der Insel verkauft. Er wird aber auch exportiert: Begrenzte Mengen gehen unter anderem nach Mexiko und nach Japan. Die Bodega El Grifo nimmt mit ihren verschiedenen Weinen immer wieder erfolgreich an einschlägigen Wettbewerben teil, davon zeugt die umfangreiche Galerie von Auszeichnungen. Das Glanzstück El Grifos ist das einzige Weinmuseum Lanzarotes, das sich in der restaurierten ursprünglichen Bodega aus dem 18. Jahrhundert befindet.Es war die Idee César Manriques, die alten Gemäuer zu restaurieren und die vielen antiken Maschinen und Utensilien, die allesamt der Weinherstellung und Schnapsbrennerei dienten, für Besucher auszustellen: 60.000 Besucher jährlich bestaunen heute antike Weinpressen, Pumpen, Destillierkolben und eine nachgebaute Küferei. Die Bibliothek El Grifos umfasst eine einzigartige Sammlung von 4.000 Büchern, die im engeren oder weiteren Sinne mit Wein und Landwirtschaft zu tun haben, alle mehr oder weniger alt. Auch das erwähnte Buch des Schotten George Glas von 1764 wird hier aufbewahrt. Von Manrique stammen auch das Etikett des „Semidulce“ und das heutige Wahrzeichen El Grifos, dass man bei der Anfahrt schon von weitem sieht: Das Fabelwesen, früher halb Adler, halb Löwe, änderte Manrique in den heutigen Grifo, halb Drache, halb Hahn.

 

Die Bodega „El Bermejo“

 

Die Bodega El Bermejo liegt relativ weit im Osten La Gerias, am Rande des Dorfes La Florida. „Vor langer Zeit gründete die Familie Bello dieses Gut“, erzählt Önologe Ignacio Volde. Er zeigt auf einen Vulkankegel im Westen, an dessen Hängen sich die Weinstöcke hinaufziehen: „Das ist der Vulkan Juan Bello, er hat seinen Namen von dem ehemaligen Besitzer.“ Der Name Bermejo leitet sich ab von dem Wort „bermellón“, was eine Bezeichnung für ein sehr kräftiges Rot ist. Ignacio macht mich aufmerksam auf die Farbe des Mutterbodens: Der ist wirklich sehr rot – über Jahrmillionen verwittertes Lavagestein hat einen sehr feinen, fast schlammigen Boden hinterlassen, dessen Eigenschaften, wie basischer pH-Wert, Gehalt an organischem Material und Nährstoffreichtum, für den Weinanbau optimal sind. Vor sieben Jahren hat Ignacios Geschäftspartner viel Geld investiert, um das alte Weingut wieder auf Vordermann zu bringen. (Lanzarote37° berichtete ausführlich in der Ausgabe Nr. 3 von Oktober 2007. Artikel lesen: hier klicken.) Auch hier auf Gut Bermejo hat das System aus rechtwinkligen Mauern die klassischen Weinstock-Trichter abgelöst. Ignacio erklärt die Neuerungen: „Das alte Prinzip aus Trichtern und Zocos erforderte, dass absolut alle Arbeiten von Hand erledigt werden mussten. Die Kosten waren bestialisch. Dieses System aus rechtwinklig verlaufenden Mauern ermöglicht es uns, die Weinstöcke etwas dichter zu pflanzen und kleine Traktoren zur Arbeit einzusetzen.“Die Installationen im Innern der Bodega sind hochmodern und komplett auf die wirtschaftliche Produktion eines qualitativ hochwertigen Weines ausgerichtet. Die Produktion umfasst zehn verschiedene Weine, allesamt von hervorragender Qualität. Auf die Frage, ob er einen Lieblingswein habe, lacht Ignacio: „Das ist, als würdest Du einen Vater danach fragen, welches Kind er am liebsten habe“. Im Angebot befinden sich neben Malvasía, Moscatel und Rotwein auch ein Cava (Schaumwein) und ein ökologischer Weißwein – alle in der unverwechselbaren, vasenartigen Bermejo-Flasche.Heute produziert El Bermejo – je nach Ernte – zwischen 250.000 und 700.000 Flaschen Wein pro Jahr, im Durchschnitt werden 450.000 Kilogramm Trauben, von denen rund 90 Prozent von anderen Weinbauern gekauft werden, zu 350.000 Litern Wein verarbeitet, die nicht nur hier auf Lanzarote vertrieben werden. „Noch können wir den Export nicht so ausbauen, wie wir gerne möchten, dafür fehlen uns die Kapazitäten“, so Ignacio. „Aber natürlich geht auch einiges unserer Produktion ins Ausland. Wir haben zum Beispiel Händler in Italien, es gehen Kisten nach Deutschland und nach England. Und es gibt den Bermejo in ausgewählten Weinhandlungen, in Delikatessengeschäften und in exklusiven Feinschmeckerestaurants auf dem Festland“.Die eingeschränkten Kapazitäten des Weinguts sind schon seit Jahren Ignacios große Sorge. „Wenn wir zwei wirklich gute, ertragreiche Ernten hintereinander haben sollten, würde das Chaos ausbrechen“, sagt Ignacio, dem bei diesem Thema überhaupt nicht zum Lachen zu Mute ist. „Seit Jahren befindet sich der Plan Especial de La Geria in der Entwicklung. Die Lokalpolitiker werfen sich nur gegenseitig den Ball zu. In der Zwischenzeit sind uns Weinbauern die Hände gebunden, wir können nicht expandieren.“

 

Plan Especial de La Geria

 

Der Plan Especial de La Geria ist ein umfangreiches Dokument, das künftig sämtliche Aspekte der Region regeln soll – von Zonierung und Verwaltung über Naturschutz bis zu Weinproduktion und Subventionen. Seit 2002 sind Lanzarotes Lokalpolitiker mit der Entwicklung dieses Plans beschäftigt, und es ist kein Ende abzusehen. Die Gemeinden Yaiza, Tías, Tinajo, San Bartolomé und Teguise, das Cabildo von Lanzarote und die kanarische Regierung, alle reden mit. In der Zwischenzeit ist es den Weinbauern La Gerias nicht erlaubt, größere Erweiterungen an ihren Bodegas durchzuführen, es sei denn, die Arbeiten wurden genehmigt, bevor das Gerangel um den Plan de La Geria begann.    Die Konsequenz: So lange keiner weiß, was, wie, wo erlaubt oder eben nicht erlaubt ist, macht jeder, was er will und hofft, nicht weiter aufzufallen und damit durchzukommen. Der eine errichtet ganz unauffällig einen kleinen Anbau, der andere modernisiert das jahrhundertealte System aus Trichtern und halbkreisförmigen Zocos und der nächste baut eine ganz neue Bodega. „Viele der Weinbauern legen irgendwann los, wenn sie keine Antwort auf ihre Bauanfrage bekommen. Sie riskieren es einfach, einen Bußgeldbescheid zu bekommen“, so Nereida Perez, Landwirtschaftsbeauftragte der lanzarotenischen Regierung.  Ein wichtiger Aspekt des Plans ist auch, eine Regelung für Ausgleichszahlungen zu finden. Heutzutage bekommt ein Weinbauer im Jahr 600 Euro Subventionen pro Hektar. Dazu Nereida Perez: „Der Weinanbau in La Geria darf nicht als rein landwirtschaftliche Tätigkeit betrachtet werden. Die Weinbauern müssen Geld dafür bekommen, dass sie diese einzigartige Kulturlandschaft, von der wir alle profitieren, erhalten und pflegen. Es ist ein bisschen so, als würde man einen Garten pflegen.“Vor wenigen Wochen hat eine Delegation von Vertretern der größten Bodegas bei der Inselregierung angemahnt, die Zulassung des Plans voranzutreiben, damit er endlich in Kraft tritt und umgesetzt werden kann. Das wünscht sich auch Nereida Perez: „Ich hoffe sehr, dass der Plan Especial de La Geria noch in diesem Jahr verabschiedet wird. La Geria braucht dringend einen eindeutigen gesetzlichen Rahmen.“ Allein schon aus Respekt vor dem, was die Lanzaroteños vor 250 Jahren vollbracht haben und über die Jahrhunderte bis in die heutige Zeit unter schwierigsten Bedingungen kultivieren, muss das Gerangel um La Geria endlich ein Ende haben.Um diese einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten und zu schützen, um gerechte Subventionen zu gewährleisten, um die Ausbildung des Nachwuchses zu fördern, um den Winzern eine reelle Chance zu geben, wirtschaftlich zu arbeiten und den einzigartigen Wein mit dem Aroma der Vulkane weltweit zu vertreiben. Damit La Geria das bleibt, was es ist: Der Garten Lanzarotes und ein Magnet für Millionen Touristen.



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