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Lokales

Und dann hat´s „Zoom“ gemacht! Lanzarote37º macht´s möglich:
Ein Wiedersehen nach über 60 Jahren!

Von: Werner Kraeling


Lanzarote, "Werner Kraeling", Lanzarote37°, 37 Grad
Wie Orgelpfeifen aufgereiht die Enkel der Kraelings vor Großvaters Haus in Wethmar bei Lünen. Lanzarote37°-Autor Werner Kraeling ist der größte von allen, ganz rechts auf dem alten Bild. Foto: Lanzarote37°/Kraeling

Lanzarote, "Werner Kraeling", Lanzarote37°, 37 Grad
Vor über sechzig Jahren haben sich Vetter und Kusine aus den Augen verloren, seit Jahren aber wohnen sie unbemerkt voneinander auf Lanzarote in der selben Gemeinde, nur etwa sechs Kilometer Luftlinie entfernt. Nun hat Eva wieder einen Vetter und Werner eine Kusine. Foto: Lanzarote37°/Kraeling


 

(04/09 Nº33) Journalisten sollten sich nicht groß über sich selbst verbreiten, zu deren Aufgaben zählt es jedenfalls nicht. Aber diese Geschichte ist so unglaublich, dass sie einfach erzählt werden muss. Außerdem spielt sie auf Lanzarote und vor allem hat Lanzarote37º eine große Rolle dabei gespielt.

 

Da geht morgens bei mir im Charco del Palo das Telefon. Friederike aus der Redaktion: „Hier hat eine Frau angerufen, die wollte Deine Telefonnummer. Ich habe mir aber ihre geben lassen. Vielleicht rufst Du sie mal an.“ Friederike gibt mir die Nummer. Ich rufe an. Eine sympathische Stimme meldet sich. Ihr Name sagt mir nichts.

Sie: „Ich habe Ihren Artikel in 37º gelesen, über den Monte Corona. Da schreiben Sie, dass Sie aus Westfalen stammen.“Ich: „Ja.“ Sie: „Sagt Ihnen der Ortsname Lünen etwas? “Ich, etwas perplex: „Ja, da bin ich geboren. “Sie: „Und hieß Ihr Vater Josef?“ Ich, nun elektrisiert: „Ja, er hieß Josef, warum? “Sie: „Und Ihr Vater hatte mehrere Brüder. Erinnern Sie sich an Namen?“ Ich: „Ja, mein Patenonkel hieß Anton.“ Sie beendet das Verhör wie aus der Pistole geschossen und wechselt ins Du: „Dann bist Du mein Vetter Werner!“

 

Das verschlug mir erstmal den Atem. Sie weiter: „Ich bin die Evi oder Eva. Dein Vater Josef war mein Onkel Josef und meine Mutter Maria war Deine Tante, damals Mariechen genannt.“ Mir schwirrte der Kopf, aber dann entstand vor meinem Auge blitzschnell ein Bild, ein Foto, das mir aber abhanden gekommen ist: Wie Orgelpfeifen aufgereiht die Enkel der Kraelings vor Großvaters Haus in Wethmar bei Lünen, und ich ganz rechts, natürlich muss auch Eva dabei gewesen sein. Aber an die meisten kann ich mich nur vage erinnern. Auch Eva sprach gleich von diesem Foto. Ihr eigener Vater, der Fotograf war, hätte es gemacht. Das Foto gäbe es in ihrer Familie noch, es sei allerdings in Deutschland. Entstanden sei es wohl vor mehr als sechzig Jahren, bei einem Geburtstag der Großmutter, einem Tag, an dem immer alle dort zusammen gekommen seien. Inzwischen hat es ihre Schwester an die Redaktion geschickt. Vor mehr als sechzig Jahren also wurde dieses Foto gemacht. Da war ich so um die zehn Jahre alt, Eva um die sieben. Und ich wusste plötzlich genau wieder, dass dies das letzte mal war, dass ich dort war. Und dass das auch das letzte Mal war, das ich meine Kusine Eva gesehen habe. Denn ihre Mutter war ihrem Mann Otto Hess nach Clausthal-Zellerfeld gefolgt, und dort ist Eva auch geboren und aufgewachsen.

 

Mir fiel jetzt auch wieder ein, dass bei den Großeltern öfter die „Clausthaler“ erwähnt wurden. Kurz nach dieser Orgelpfeifen-Aufnahme wurde ich selbst mit Mutter und Bruder wegen des Bombenhagels im Ruhrgebiet von Lünen in Westfalen nach Schleswig-Holstein evakuiert, ins ruhige Itzstedt, zu einem Großonkel mütterlicherseits.

 

Evas Lebenslauf und der meine wurden natürlich von uns kräftig aufgedröselt: Eva half nach dem Krieg ihrem Vater im Clausthaler Fotogeschäft. Er war dort im Harz sehr bekannt als Foto-Otto – so hieß auch das Geschäft. Weil sie auch Ansichtskarten vom Harz herstellten, zog Eva oft mit ihrem Vater los, suchte die Motive mit aus und assistierte ihm bei den Aufnahmen. Von daher, sagt sie heute, käme wohl auch ihre Liebe zur Landschafts- und Strukturfotografie, was sie auch auf Lanzarote noch pflege. Fotografin allerdings wurde nicht ihr Beruf: Eva war bei der Bergbau-Berufsgenossenschaft in Clausthal beschäftigt (Clausthal war und ist heute noch Sitz des Oberbergbauamtes), später arbeitete sie bei einer Bundesbehörde in Mainz und wohnte mit Ihrem Mann Heinz im hessischen Büttelborn/Klein-Gerau, wo sie heute noch lebt. Immer wieder aber ist Eva früher nach Wethmar bei Lünen „auf Besuch“ zurückgekehrt, kannte alle ihre Onkel und Tanten, auch meinen Vater, natürlich auch ihre Kusinen und Vetter.

 

Durch ihre Erzählungen habe ich heute wieder ein besseres Bild von vielen: Von Onkel Rudolf, der mich immer mit zum Fußball nahm. Von einem Lieblings-Vetter, der früh in St. Gallen in der Schweiz tödlich verunglückte. Eva kannte sie alle noch. Nur ich war früh schon unauffindbar geworden. Zurückgekehrt nach dem Krieg nach Lünen, heiratete der Vater nach dem Tod meiner Mutter ein zweites Mal. Ich lernte Schriftsetzer, fühlte mich aber in Lünen nicht mehr wohl. Ich war an viele Freizügigkeiten aus Holstein gewöhnt. Die Menschen dort waren offener und freier, die Mädchen vor allem. Im Itzer See wurde nackt gebadet. Meine gleichaltrige Freundin war die Schäferstochter, mit der ich samt ihren Herden durch Heide und Moor zog, wo wir Indianer und seine Squaw spielten und wie Gott uns schuf in Moor- und Heidetümpel sprangen. Nun kam ich ins puritanisch-katholische Lünen (sogar Altlünen!) zurück, wo fast jeder zweite Satz „Der liebe Gott sieht alles!“ war. Damit kam ich nicht mehr zurecht. Zu alldem gesellte sich noch der damals übliche Generationskonflikt einschließlich der Probleme mit der Stiefmutter (heute weiß ich, dass ich ihr auch Unrecht getan habe), und so zog ich am Tag der Volljährigkeit aus.

 

Der berufliche Weg führte mich dann nach Bochum, Düsseldorf (wo ich Journalist wurde), Rom, München, wieder Düsseldorf, nach Solingen, wo ich dann meine Claudia heiratete (und sie mich). Nach Lünen kam ich all die Jahre nur ganz selten zurück: Zur Beerdigung meines Vaters und als mein Sohn aus zweiter Ehe (er ist später leider tödlich verunglückt) mit seinem Solinger Fußballverein ein Turnier in Lünen bestritt. Nun aber genug der Familiengeschichten. Denn der allergrößte Clou dieser Widervereinigungsgeschichte, bisher habe ich es noch nicht erwähnt, ist dies: Meine Frau Claudia und ich kommen seit 1981 nach Lanzarote, erst in Urlaub, aber nun wohnen wir schon seit zwölf Jahren hier fest in Charco del Palo. Eva und ihr Mann Heinz kamen auch schon seit 1983 regelmäßig nach Lanzarote und haben anfangs in Puerto del Carmen und später in Teseguite bei Julita gewohnt. 1992 haben sie dann in Mala ein altes Haus gekauft, das sie in jahrelanger gemeinsamer Arbeit liebevoll renoviert haben. Leider ist ihr Mann im letzten Jahr verstorben.

 

Das aber muss man sich vorstellen: Vor über sechzig Jahren haben sich Vetter und Kusine aus den Augen verloren, seit Jahren aber wohnen sie unbemerkt voneinander auf Lanzarote in der selben Gemeinde, nur etwa sechs Kilometer Luftlinie entfernt, getrennt nur durch einen großen Sandhügel und ein paar Kakteenfelder. Gesehen, aber unerkannt, haben wir uns sicher mal, das wurde mir schlagartig klar, als ich ihr nach den langen Jahrzehnten erstmals wieder gegenüber stand, vielleicht im „La Tunera“ im Charco oder in der Sociedad in Guatiza oder sonstwo, denn wir beide haben hier seit langem auch gemeinsame Bekannte. Und jetzt las also Eva im Lanzarote37º von mir, wo stand, dass ich aus Westfalen komme, und sie sah den Verfasser-Namen Kraeling und da hat´s „Zoom“ gemacht!

Nun hat Eva wieder einen Vetter und ich habe eine Kusine. Nach mehr als sechzig Jahren… Und gemeinsam ist uns jetzt nicht nur die Abstammung, sondern nun auch dieser Satz: „Das gibt´s doch gar nicht!“



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