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Wissenswertes

Umwelt- und Vogelschutz
WWF-Kampagne auf Alegranza

Von: Friederike Klinge


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Freiwillige WWF-Helfer begrüßen die Reporter des deutschen Inselmagazins Lanzarote37°. Foto: Lanzarote37°

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Die Kanareninsel Alegranza steht unter Naturschutz. Foto: Lanzarote37°

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Die Pardela, der Gelbschnabelsturmtaucher, kommt von Juli bis November an die Küste der Kanareninsel Alegranza um zu brüten. Foto: Lanzarote37°

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Der WWF-Koordinator Llurenç Ribas Montaner zeigt einen Kanister voller hochgiftiger Leuchtstäbe. Foto: Lanzarote37°

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Volontäre beim Müll sammeln auf der Kanareninsel Alegranza. Foto: Lanzarote37°

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John, Paco und Llurenç entdecken eine vulkanische Bombe auf der Kanareninsel Alegranza. Foto: Lanzarote37°

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Den WWF-Volontären steht ein Parabolspiegel zum Kochen zur Verfügung

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Der deutsche WWF-Volontär Thomas hat Brötchen gebacken


Nördlich von Lanzarote liegt das, etwa 46 Hektar große Naturschutzgebiet Archipielago Chinijo. Wegen ihrer einzigartigen Flora und Fauna an Land und im Wasser sind die Inseln La Graciosa, Alegranza, Montaña Clara, die Felsen Roque del Este und Roque del Oeste, die Steilküste des Famara-Massivs und die Gewässer dazwischen durch verschiedene nationale und europäische Naturschutzstatuten geschützt (Lanzarote37˚ November 2006).

 

Die unbewohnte Insel Alegranza, nur 10,3 Quadratkilometer groß, beherbergt von Juli bis November die zweitgrößte Population an Gelbschnabelsturmtauchern (Pardela cenicienta) der Welt. Rund 10.000 Paare dieses Seevogels kommen im Frühsommer nach Alegranza, um in der Abgeschiedenheit der kleinen Vulkaninsel zu nisten.
Unter anderem, um die Brut der Pardelas zu schützen, führt der WWF/Adena seit 1998 jedes Jahr eine Freiwilligen-Kampagne auf Alegranza durch. Im Rahmen der „Campaña de Conservación, Vigilancia y Sensibilización“ (Kampagne der Konservierung, Überwachung und Sensibilisierung) sind Techniker und Freiwillige den Sommer über auf der Insel stationiert, um für die Einhaltung der Naturschutzvorschriften zu sorgen. Ein Team besteht jeweils aus einem Gruppen-Koordinator und fünf Volontären, die alle ein bis zwei Wochen wechseln.
Dabei ist die bloße Anwesenheit der Gruppe bei der ganzen Aktion fast das Wichtigste, denn die Naturschützer wirken abschreckend auf Wilderer und Natur-Rowdies.
Die Küken der Pardela sind früher zu Hunderten aus ihren Nestern gesammelt worden, um in Nationalgerichten wie Paella oder Potaje verarbeitet zu werden. Obwohl die Nestplünderei seit 1986 verboten ist, meinen immer noch einige Lanzaroteños, dass der Verzehr der Pardela-Küken Teil der Tradition sei und lassen sich verschiedene Strategien einfallen, um weiterhin an die angeblich nach Meeresfürchten schmeckenden Küken zu gelangen.
Die WWF-Helfer wandern tagsüber verschiedene Routen auf Alegranza ab, einfach um ihre Anwesenheit zu zeigen und so die Pardela-Wilderer abzuschrecken. „Wir sind mit der Kampagne jetzt im neunten Jahr“ so der WWF/Adena-Mitarbeiter Klaus Guttenberger „und es ist ein deutlicher Rückgang an Wilderei zu verzeichnen.“

Aber nicht nur die illegale Jagd auf Pardelas wird verhindert, auch das Sammeln von Meerefrüchten (marisquear) ist im Naturschutzgebiet Archipielga Chinijo nicht erlaubt. Für einen Lanzaroteño gehören Napfschnecken (Lapas) genauso in die Paella wie Reis, und auch diese unerlaubte Aktivität hat seit der Anwesenheit des WWF stark abgenommen.

Thomas Graffe und Melchior Zeidler, die diesen Sommer 10 Tage an der Kampagne teilgenommen haben, beschreiben den typischen Tagesablauf: „Der Tag beginnt mit Sonnenaufgang, und es wird natürlich erstmal ausgiebig gefrühstückt. Wenn alle soweit sind, meist ist das etwa gegen 10 Uhr der Fall, geht`s los auf eine Wanderung oder zum Müllsammeln.“ Das Sammeln und Entfernen von Müll ist ein weiterer wichtiger Job der WWF-Voluntäre: Die Nord-Küste Alegranzas ist die nördlichste Küste der Kanarischen Inseln und die erste Landmasse überhaupt südlich des spanischen Festlands. „Die Nord-Küste Alegranzas nennen wir „El Corte Inglés“ (große spanische Kaufhauskette, Anm. d. Red.) weil hier ungefähr alles ankommt, was in Cadíz ins Meer geworfen wird“ erzählt Llurenç Ribas, der diesjährige Koordinator der Freiwilligen mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor. „Am wichtigsten ist, dass giftige und gefährliche Stoffe eingesammelt und weggeschafft werden“ sagt Llurenç und hält einen Kanister voller hochgiftiger fluoriszierender Leuchtstäbe, die in der Fischerei verwendet werden, hoch. „Nach der diesjährigen Kampagne haben wir 760 Kilogramm Müll auf der Deponie in Zonzamas abgeliefert“ so Klaus Guttenberger. „Dazu kommen noch etliche Kilo an Glas und Plastik, die wir schon in Orzola entsorgt haben und bestimmt 10 Kilo Leuchtstäbe, die wir erstmal noch für Anschauungszwecke hier im WWF/Adena-Büro gelagert haben.“

Thomas erzählt weiter: „Auf den Wanderungen beobachten wir auch das Geschehen rund um die Insel. Alle Boote, die in den Gewässern rund um Alegranza unterwegs sind, werden registriert.“ Wenn Leute anlanden, werden sie von den WWF-Helfern zunächst freundlich begrüsst und dann ausführlich informiert: Die Besucher werden unter anderem darüber aufgeklärt, dass sie sich in einem sehr empfindlichen Naturschutzgebiet befinden und dass das Angeln und Sammeln von Meerefrüchten nicht erlaubt ist. „Die meisten reagieren eigentlich ganz normal, aber manche sind auch sehr unfreundlich“ sagt Thomas. „Einmal kam ein Pärchen mit Hund. Denen habe ich gesagt, dass das Einführen von Haustieren verboten sei. Darufhin haben sie mich angegiftet, was ich denn glaube, was ihr Hund anstellen würde. Ich habe nur ganz freundlich erwidert, dass es ja nicht darum ginge, was ich meine, sondern was hier die Vorschriften sind. Naja, und wenn man bedenkt, dass viele der Vögel am Boden brüten, ist es schon nicht unwahrscheinlich, dass so ein Hund plötzlich vom Jagdfieber gepackt wird.“


In der besonders windstillen Zeit, also im September und im Oktober, werden auch Nachtwachen an Anlegestellen durchgeführt. Wenn sich dann ein Boot nähert, geben die Naturschützer Leuchtsignale. „So werden die nächtlichen Besucher, die zum Wildern kommen, abgeschreckt“ sagt Thomas.
Wenn die Volontäre bei ihren Kontrollgängen auf Wilderer stoßen, müssen sie die Behörden verständigen. So kam es zum Beispiel im Oktober zum Eingreifen der Guardia Civil, um illegale Camper, die offensichtlich auch gefischt hatten, von Alegranza zu vertreiben (Lanzarote37˚ November 2007).
Es ist mehr als offensichtlich, dass die Freiwilligen ihre Zeit auf Alegranza sehr genießen. Der Schutz dieser einzigartigen Natur steht im Vordegrund, genauso wie das einfache Leben mitten unter den Elementen. Melchior schwärmt: „Natur pur! Man ist zwar nicht weit weg von zu Hause, aber völlig raus aus dem alltäglichen Leben.“ Wobei er auch anmerkt, dass das karge Einsiedlerleben nicht jedermanns Sache ist: „Es ist schon wichtig, dass man was mit sich anzufangen weiß, denn eine Woche in der totalen Abgeschiedenheit mit nur fünf anderen Personen, das ist für so manch einen auch zu viel des Guten.“ Neben Wanderungen, Müllsammeln, Boote kontrollieren und Besucher informieren bleibt den Freiwilligen genug Zeit, zum Kochen, Backen, Schwimmen und was den einzelnen sonst noch einfällt. Thomas und Melchior zum Beispiel haben den alten Ofen, der zum Leuchtturm-Haus gehört, mit Lehm repariert und erfreuen die Kollegen am Abend mit Steinofen-Pizza.


Fast 700 Freiwillige haben bereits an der WWF/Adena-Kampagne mitgewirkt. Seit 2006 wird die Kampagne von dem Programm „Plan de Acción del Voluntariado en Parques Nacionales“ gefördert und finanziert, obwohl der Archipielago Chinijo kein Nationalpark ist. Aber die für die spanischen Nationalparks zuständige Behörde OAPN (Organismo Autonomo de Parques Nacionales), die zum Umweltministerium gehört, fördert auch Projekte, die in Nationalpark-Nähe liegen und als eine Art Pufferzone angesehen werden. Außerdem setzt sich der OAPN dafür ein, dass der Archipielago Chinijo eines Tages zum Nationalpark wird.
Auch das Cabildo trägt zur Durchführung des Projekts bei – zum Beispiel stellt es dem WWF/Adena den alten Leuchtturm als Unterkunft zur Verfügung – und auch das Ayuntamiento von Teguise kollaboriert.
Nächstes Jahr geht die „Campaña Chinijo“ ins zehnte Jahr. Wieder werden Volontäre des WWF/Adena dafür sorgen, dass tausende Pardelas in Frieden brüten können, dass Alegranzas Strände von Müll befreit werden und dass die vielen Besucher des Archipielago Chinijo über den unschätzbaren Wert dieses einzigartigen Naturreservats informiert werden. Auch Thomas und Melchior wissen schon jetzt: „Wir sind bestimmt wieder mit dabei!“

 

Wer Lust hat, als Volontär an der Kampagne des WWF/Adena auf Alegranza und auch auf La Graciosa teilzunehmen, muss sich bis zum nächsten Jahr gedulden. Das Mindestalter der Teilnehmer liegt bei 18 Jahren, sie sollten ausreichend Spanisch sprechen, schwimmen können und gesund sein. Infos bei WWF Adena unter: 928 51 45 32 und unter www.wwf.es und www.wwf.de

 

Die Insel Alegranza gehört der lanzarotenischen Familie Jordán, d.h. etwa 80 Prozent des Eilandes. Der Leuchtturm und das Gelände drumherum, der Camino Real, ein Weg der quer über die Insel führt und die ersten 20 Meter von der Hochwasserlinie aus gesehen sind öffentliches Eigentum. Es laufen Verkaufsverhandlungen zwischen dem spanischen Umweltministerium (Ministerio de Medioambiente) und den Eigentümern.
Für den Besuch der Insel braucht nur die Eigentümer-Familie keine Genehmigung, alle anderen müssen eine Autorisation der Umweltbehörde der Inselregierung (Medioambiente del Cabildo) vorlegen.
Der „Kleine Archipel“ (Archipielago Chinijo) ist auf nationaler Ebene als Naturpark geschützt und heißt mit vollem Namen „Parque Natural del Archipielago Chinijo“. Innerhalb dieses Naturparks sind Montaña Clara und die beiden Felsen nochmal besonders geschützt als „Reserva Natural Integral de los Islotes“. Die Gewässer des “Kleinen Archipels“ sind „Reserva Marina de Isla Graciosa e Islotes del Norte de Lanzarote”. Auf europäischem Niveau gehört der “Kleine Archipel“ zum Netz Natura 2000 und auf internationaler Ebene zum Biosphärenreservat Lanzarote der UNESCO.

 

Der Gelbschnabelsturmtaucher (spanisch Pardela) gehört zur Familie der Sturmtaucher (Procellariidae), einer Gruppe von Hochseevögeln, die über alle Ozeane verbreitet sind und ist verwandt mit dem größeren Albatros. Er lebt normalerweise auf hoher See, nur von Juli bis November kommt er an die Küsten, um zu brüten. Die erwachsenen Tiere werden erst mit sieben bis neun Jahren geschlechtsreif und legen nur ein Ei pro Jahr. Die Pardela ist nicht viel größer als eine Möwe, hat aber dunkelgraues Gefieder. Sie ist an ihrer charakteristischen Flugweise gut zu erkennen: Allein oder in Gruppen fliegt die Pardela in sehr geringer Höhe über die Wasseroberfläche, sie „surft“ regelrecht.

(12/07 N°17)



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