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Lokales

Thurid und Arend betreuen die deutsche Gemeinde auf Lanzarote

Von: Ilse Auer


Touristenpfarrer Thurid Pörksen, Arendt Bertzbach, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsche Inselzeitung, Inselmagazin
Thurid Pörksen (61) und Arend Bertzbach (70) halten jeden Samstag in der katholischen Kirche am Hafen in Puerto del Carmen und jeden Sonntag in der katholischen Kirche in Playa Blanca einen evangelischen Gottesdienst ab.


(03/07 N°8) Sie halten Gottesdienste und Bibelstunden ab, aber in ihrem derzeitigen Domizil sucht man vergeblich nach frommen Sprüchen im Bilderrahmen oder anderen Devotionalien. Stattdessen zieren die Worte der jüdischen Philosophin Hannah Ahrendt, „Keiner hat das Recht zu gehorchen“, den Kaminsims des Pastorenehepaars, das seit September des vergangenen Jahres das Touristpfarramt in Puerto del Carmen bewohnt.

Im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben pensionierte Pastoren und Pastorinnen die Möglichkeit, gegen eine Aufwandsentschädigung für ein bis zwei Jahre die deutschen Gemeinden im Ausland zu betreuen. So halten Thurid Poerksen (61) und Arend Bertzbach (70) in Puerto del Carmen jeden Samstag um 17 Uhr in der katholischen Kirche am Hafen und jeden Sonntag in Playa Blanca, ebenfalls in der katholischen Kirche, einen evangelischen Gottesdienst, in dessen Rahmen der Pastor die Orgel spielt und die Pastorin, „leidenschaftlich gern“, wie sie mir verrät, die Predigt hält.

Inseln sind die Lieblingsorte von Thurid und Arend, die bereits auf 16 Jahre „Inselerfahrung“ zurückblicken können. Nach der „Wende“ zog es die gebürtige Hamburgerin Thurid Poerksen nach Rügen. Dort baute sie in Sassnitz ein nach dem dänischen Dichter und Reformtheologen Nikolai Frederik Severin Grundtvig benanntes Kommunikationszentrum auf. Dessen Grundsatz, „zuerst Mensch und dann Christ”  entspricht dem Eindruck, den das Pastorenpaar im Gespräch hinterlässt.

Integration, Selbstbewusstsein, Menschenwürde, sind die Begriffe, die sich als roter Faden durch die Beschreibung ihrer Arbeit ziehen. Hilfe zur Selbsthilfe, die Förderung des Selbstbewusstseins, das erst eine Integration in die Gesellschaft ermöglicht, waren die Ziele, die Bertzbach in seiner Gemeinde in einem Bremer Arbeiterviertel mit hohem Ausländeranteil mit seinem Projekt „Marktplatz“ anstrebte. Dieses der evangelischen Kirche unterstehende Kulturzentrum war und ist offen für Angehörige aller Generationen, gesellschaftlichen Schichten und Religionen.

So wie das „Mehr-Generationen-Haus“ auf Rügen, das mit Seminarräumen und Gästezimmern schon während seiner Entstehung zur Erreichung dieser Ziele beitrug. Viele Bürger der ehemaligen DDR waren ja nach der Wende arbeitslos geworden und fanden durch den Bau des Grundtvig-Hauses einen Job. Arend, der nachdem die Entwicklung seines „Marktplatz-Projektes“ gesichert war, seiner Frau nach Rügen folgte, kamen nicht als „Besserwessis“ auf die Ostseeinsel, sondern mit viel Respekt für das Fachwissen und die Überlebenskunst ihrer Bewohner. „Es war oft zum Weinen“, erzählt Arend, „mit welcher Arroganz die Westdeutschen den oft sehr kompetenten Ostdeutschen gegenüber auftraten.“ „Und die Frauen wurden erst gar nicht nach ihren Qualifikationen gefragt“, fügt die Pastorin hinzu.

Nichts interessiert sie mehr, als Lebensgeschichten. Die Menschen, die die politische Wende in ihrem Land erlebt und zum Teil auch erlitten haben, sind nach Thurid „wache Leute“, ebenso wie ihrer Meinung nach die ausländischen Residenten auf Lanzarote. „Die Leute, die hier sind, haben sich wenigstens einmal gründlich bewegt“. Diese Wachheit schlage sich auch in der Bibellektüre nieder. Die Frauen und Männer, die sich einmal pro Woche zum Bibelkreis im Pfarrhaus treffen, nähmen nicht alles unreflektiert hin, die Bibel werde als historisches Dokument gesehen, über dessen Inhalte offen diskutiert werde.

Die Sensibilisierung für das Schicksal Anderer ist ein weiteres Anliegen des Pastorenpaars. „Wie geht man mit Fremden um?“ ist eine ebenso alte wie aktuelle Frage. Schlieβlich ist die Weihnachtsgeschichte auch eine Flüchtlingsgeschichte, und so war es nicht mehr als konsequent, in der Adventszeit besonders auf das Schicksal der afrikanischen Flüchtlinge hinzuweisen, die fast täglich an den Stränden der kanarischen Inseln landen. Thurid Poerksen übersetzte den Dialog für zwei Schauspieler und Percussion „El Tambor de las Olas (Die Trommel der Wellen)“ von Götz Löpelmann ins Deutsche und führte das Stück, das von der tragischen Überfahrt afrikanischer Emigranten handelt, während einer Adventsfeier zusammen mit ihrem Mann auf.

Bei allem guten Willen können die meisten deutschen Residenten jedoch konkret wenig für die Eingliederung lateinamerikanischer oder afrikanischer Immigranten tun. Wir haben aber Möglichkeiten, für unsere eigene Integration in unsere Wahlheimat zu sorgen. Dazu ist es vor allem notwendig, zu versuchen, die Sprachbarriere zu überwinden. Thurid und Arend gehen mit gutem Beispiel voran und lernen eifrig spanisch. Sie bedauern die Abschottung, die bei manchen deutschen oder auch englischen Residenten zu beobachten ist, und die manchmal zu Vereinsamung und Lebenskrisen führt. Schon Grundkenntnisse der spanischen Sprache können dazu beitragen, das Einkaufen zu erleichtern, nachbarschaftliche Kontakte zu knüpfen und sich auf der Insel heimischer zu fühlen. Das ist besonders für Ältere nicht immer leicht. Die Mehrheit der Deutschen und Engländer, die dauernd oder mehrere Monate im Jahr auf Lanzarote leben, besteht ja aus Menschen, welche die 50 überschritten haben, entsprechend liegt der Altersdurchschnitt bei den Teilnehmern der Gottesdienste und des Bibelkreises bei etwa 60 Jahren.

Auch die Mitglieder des „Treffpunkt“, ein loser Zusammenschluss von Residenten in Zusammenarbeit mit der Kirche, der in der Regel jeden zweiten Donnerstag Nachmittag Vorträge zu verschiedensten Themen und alternierend jeden zweiten Donnerstag Vormittag Wanderungen veranstaltet, sind überwiegend ältere Herrschaften. Das muss nicht unbedingt so bleiben. Alle Interessierten, egal welchen Alters, welcher Nation und welcher Konfession (wenn überhaupt einer) sie angehören, sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wer sich an den etwa alle sechs Wochen stattfindenden Planungssitzungen für den Treffpunkt beteiligen möchte, kann sich an Gisela Leypoldt, unter der Telefonnummer 928 513 838 wenden.

Nicht nur ältere Residenten und Touristen müssen Probleme bewältigen oder können in eine Krise geraten. Gerade auch jüngere Leute, die voller Elan und Optimismus auf Lanzarote einen Neuanfang wagen, werden oft mit unerwarteten Schwierigkeiten konfrontiert. Das weltoffene und lebenserfahrene Pastorenpaar, beide in zweiter Ehe verheiratet, zusammen haben sie fünf Kinder und sechs Enkelkinder, ist jederzeit zu Gesprächen mit allen Ratsuchenden bereit. Denn, wie Thurid Poerksen immer wieder betont: „Am schönsten sind die Geschichten der Menschen.“
Das Touristpfarramt befindet sich in Puerto del Carmen, Calle Princesa Teguise, 46 und ist unter der Nummer bzw. Fax-Nummer: 928 511 600 erreichbar. Alle Veranstaltungstermine des Treffpunkt  in Puerto del Carmen finden Sie selbstverständlich im Veranstaltungskalender unserer Printausgabe von Lanzarote37º oder online auf den Internetseiten  von Lanzarote37°unter
www.lanzarote37.net.



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