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Lokales

Skandal am Königshof!
Wie Goethe den berühmtesten Lanzaroteño umbrachte

Von: Werner Kraeling


Lanzarote, Teguise, José Clavijo y Fajardo, historische Texte
Porträt des Jose Clavijo y Fajardo im Archivo Histórico in der Calle Carnicería in Teguise


„Goethe in der Campagna“ Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 1751 - 1829. Frankfurt a. M., Städelsches Kunstinstitut.


(07/08 No. 24) Überall in Spanien, auch auf Lanzarote, heißen Straßen oder Plätze nach José Clavijo y Fajardo, der hier in Teguise geboren wurde. Aber fast nur Goethe-Fans kennen in Deutschland den Namen des Mannes aus Teguise. Denn Goethe schrieb ein Theaterstück über ihn, ein Skandalstück sogar. Heute würde Goethe dafür wahrscheinlich sogar bestraft werden.

José Clavijo y Fajardo, der Mann aus Teguise, machte im 18. Jahrhundert eine steile Karriere. Geboren 1726, ereilte seine Familie das Schicksal vieler Lanzaroteños: Sie verließen fast alle wegen der gewaltigen vulkanischen Eruptionen zwischen 1730 und 1737 im Timanfaya-Gebiet die Insel und zogen fort, die Clavijos offenbar nach Gran Canaria.

Über die Eltern des José Clavijo y Fajardo ist wenig bekannt, über seinen Onkel gleichen Namens etwas mehr. Der war nämlich erster Prior des Dominikaner-Konvents in Teguise, er schrieb sogar ein theologisches Buch auf Latein.

Vermutlich hat dieser Prior (1683-1746), der auch Pate des José war, Zeit seines Lebens über sein Patenkind gewacht und ihm auch sein Studium in Madrid (Literatur und Naturwissenschaften) ermöglicht. Mit zwanzig Jahren finden wir ihn dort, wo er später am königlichen Hof Karriere machte, wo er aber auch als Frauenheld galt. Er gab hier ab 1762 die aufklärerische Zeitschrift „El Pensador“ (Der Denker) heraus, wurde ein Jahr später königlicher Archivar. 1770 ernannte ihn König Karl III. gar zum Direktor der königlichen Theater.
José war befreundet mit berühmten freien Denkern wie Voltaire und anderen. Und er schrieb einige Bücher. Heute gilt er als der Literat, der das absolutistische Spanien zu seiner Zeit in das aufgeklärte Rest-Europa führte. Eines seiner Bücher hieß übrigens „Der Umgang mit der Eifersucht“. Die aber sollte er noch höchstpersönlich kennen lernen.

Ein anderer lanzarotenischer Schriftsteller, Leandro Perdomo Spínola (1921-1993), der wunderbar nostalgische Bücher über Teguise geschrieben hat, schilderte Clavijo y Fajardo und sein Madrider Leben so: „Er wurde in der ganzen Welt oder zumindest in den Kulturländern Europas bewundert. Als Mann von beeindruckender Persönlichkeit, wenn auch etwas extravagant, war er zweifellos eine Art Don Juan. Am Madrider Hof soll es keine Dame gegeben haben, die ihm widerstanden hätte. Er war eingefleischter Junggeselle, aber sobald eine Frau mit ihm sprach, war sie ihm verfallen.“

Dem José Clavijo y Fajardo wurde dann doch eine dieser Damen zum Verhängnis. Und schuld daran war Johann Wolfgang Goethe, der aber erst später die Bühne im Leben des Clavijo betritt. Und das kam so: José hatte sich in Madrid offensichtlich in die Französin Louise Caron verliebt, die Schwester des französischen Schriftstellers Beaumarchais, der eigentlich Pierre Augustin Caron hieß.

Dieser Beaumarchais, der mit seinen Theaterstücken immerhin die Ur-Libretti zu den Opern „Der Barbier von Sevilla“ (Rossini) und „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro“ (Mozart) lieferte, war aber auch der Sekretär des französischen Königs Ludwigs XV., also ein einflussreicher Diplomat. Als nun Clavijo y Fajardo die Beziehung zu dessen Schwester abbrach, weil er sich doch nicht binden wollte, tauchte der eifersüchtige Beaumarchais in Madrid auf, bezichtigte Clavijo des Bruchs eines Heiratsversprechens gegenüber seiner Schwester. Er forderte Clavijo auf, zu heiraten oder sich einem Duell mit ihm zu stellen. Der lehnte beides ab und soll laut dem späteren Schriftsteller Perdomo gesagt haben, er lasse sich doch als „Conejero“ nicht „wie ein Karnickel abschlachten“.

Immerhin wurde Clavijo wegen des Skandals von seinem König „geschlachtet“: er verlor seine Ämter. Später begnadigt, wurde er noch Direktor der Königlich-Naturgeschichtlichen Sammlung in Madrid.

Aber einer machte die Skandalgeschichte unvergessen, durch ein Theaterstück. Im fernen Frankfurt hatte der junge Johann Wolfgang Goethe den Stoff gelesen, denn Beaumarchais hatte die Story um seine Schwester und Fajardo lang und breit im vierten Band seiner Memoiren beschrieben. Es war im Mai 1774, alle Beteiligten lebten noch, als Goethe in jugendlicher Gesellschaft in Frankfurt das Kapitel aus Beaumarchais vorlas und daraufhin von einer damaligen Freundin, Sybilla Münch, zum Scherz aufgefordert wurde, ein Theaterstück daraus zu machen. Goethe kam dem sofort nach und schrieb in acht Tagen sein Drama „Clavigo“. Unverfroren übernahm Goethe darin das hitzige Madrider Streitgespräch zwischen Beaumarchais und Clavijo wortwörtlich, was heute schon urheberrechtlich Konsequenzen hätte. Auch, dass er den Namen Beaumarchais benutzte und andere nur leicht änderte (aus Louise wurde Marie, und Clavijo bekam ein Geh statt eines Jott), hätte heute aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes ein Verbot des Stückes zur Folge.

Für Goethe jedoch war der „Clavigo“ ein Glücksfall. Sein erstes Stück „Götz von Berlichingen“ war wegen Unspielbarkeit gerade durchgefallen, und so war der „Clavigo“ der eigentliche Durchbruch auf der Bühne. Jahre später bedauerte Goethe, dass er nicht mehr Stücke dieser Art geschrieben habe: „Ich hätte immer in acht Tagen ein Stück machen können, und es ärgert mich noch, dass ich es nicht getan habe.“ Sei‘s drum: Noch im Jahr des Entstehens des „Clavigo“, also noch in 1774, am 23. August in Hamburg, war die umjubelte Premiere.

In Augsburg wurde es im Herbst desselben Jahres gespielt, und hier sah es dann auch der wirkliche Beaumarchais. Der war entsetzt, dass er von Goethe als „rasendes Tier“ und als blutiger Rächer dargestellt worden war.

José Clavijo y Fajardo hat das Stück, das ihn arg gedemütigt hat, wohl nie gesehen, aber darüber gelesen. Und weil sowohl der Bühnen-Clavigo und seine Bühnen-Geliebte beide bei Goethe am Schluss des Stückes sterben, scherzte der echte Lanzarotener Clavijo in Madrid bis an sein Lebensende (1806): „Ich habe keine Angst vor dem Tod, schließlich bin ich auf deutschen Bühnen schon oft genug gestorben.“



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