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Seguridad Social schnallt Gürtel noch enger

Von: Karl Kunze


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Bei den nun zu bezahlenden Medikamenten handelt sich teilweise um Präparate, auf die man verzichten kann. Foto:©iStock


Keine guten Nachrichten für Patienten der Seguridad Social. Die staatliche Krankenversicherung (Instituto Nacional de la Seguridad Social, INSS) hat ihrem Sparpaket eine weitere Maßnahme hinzugefügt, die sehr viele Patienten betreffen wird.

Dem INSS entspricht in Deutschland das System der Gesetzlichen Krankenversicherung, mit dem allerdings wichtigen Unterschied, dass es sich hier in Spanien nicht um eine Versicherung handelt, sondern um eine steuerbasierte staatliche Krankenversorgung. In der vorigen Ausgabe unseres Magazins (http://www.lanzarote37.net/wissenswertes/detailansicht-wissenswertes/article/reif_fuer_die_intensivstation/6.html) haben wir schon ausführlich über die verschiedenen Vorhaben der Regierung berichtet, der INSS wieder auf die Beine zu helfen. Da werden die sowieso schon im europäischen Vergleich schlecht bezahlten staatlichen Ärzte noch karger entlohnt, ganze Krankenhausabteilungen schließen, Belegschaften auf Stationen werden entlassen oder nicht mehr aufgefüllt, Chirurgiesäle werden nachmittags ganz einfach dicht gemacht, Rechnungen ausländischer Pharmafirmen in Milliardenhöhe nicht beglichen, die Angestellten in Krankenhäusern bringen ihre eigene Maus für die kaputte vom Krankenhauscomputer mit und dergleichen mehr.

Über 10 Prozent, verglichen mit 2010, sollen in diesem Jahr an den Gesamtausgaben für das Gesundheitswesen gespart werden. Von wirklichen Reformen kann in diesem Zusammenhang deshalb auch keine Rede sein. Was die Regierung jetzt vorhat, erscheint als ein weiterer Flicken im Teppich, mehr nicht. 450 Millionen Euro sollen gespart werden, was aber angesichts eines Schuldenberges von geschätzten 16 Milliarden Euro nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein kann.
Wobei man sagen muss, dass der genaue Schuldenstand der „Sanidad“ (also des spanischen Gesundheitswesens) zurzeit schwierig herauszufinden ist. Nachdem im Sommer zu diesem Thema viele Artikel und Verlautbarungen erschienen sind, hält sich die Information zurzeit eher in Grenzen. Damals überschlugen sich die Negativschlagzeilen, und es gab sogar dem Vernehmen nach erste diplomatische Verwicklungen mit unseren eidgenössischen Nachbarn wegen Nicht-Bezahlung von Rechnungen, die Schweizer Pharmafirmen Spanien in Rechnung gestellt haben. Anfang des Jahres beliefen sich Spaniens Schulden allein bei der Firma Roche auf über zwei Milliarden Euro. Mehr als zwölf Milliarden sollen es bei allen europäischen Pharmafirmen sein.
Die Zahl von 450 Millionen Euro, die jetzt gespart werden soll, wirft die Frage auf, wie viel denn jetzt insgesamt gespart werden soll. Denn im Juni war schon von insgesamt 440 Millionen Euro die Rede, und so scheint es, dass jetzt kräftig nachgelegt werden soll.
An den Medikamenten soll also nun auch gespart werden. So ähnlich wie in Deutschland und anderen europäischen Ländern beginnt auch hier in Spanien ein Umdenkprozess, der vielen Patienten Opfer abverlangen wird.
Seit September bezahlt die spanische Seguridad Social 417 Medikamentendarreichungen nicht mehr, es sei denn, es handelt sich um eine für den Patienten essentielle Medikation. Ob das so ist, entscheidet allerdings der behandelnde Arzt. Sie müssen also, falls Sie INSS-Patient sind, den größten Teil von Medikamenten, die leichtere Symptome behandeln wie Husten, Durchfall, Verstopfung oder leichtere Hautirritationen etc., selbst bezahlen.
Um ein paar dieser gestrichenen Medikamente aufzuführen:
Acetylcystein (ACC) und Ambroxol (z. B. Mucosolvan) sind gerade in Grippezeiten sehr beliebt gegen Husten. Aber es sind in Wirklichkeit gar keine Hustenmittel, sondern eher Schleimlöser, wirken also nur dann, wenn auch wirklich Schleim vorhanden ist. Bei Husten ohne schleimproduktives Lungengeschehen sind sie absolut sinnlos. Das gegen reinen Husten wirksame –rezeptpflichtige - Codeisan und andere Codeinprodukte sind allerdings auch gestrichen worden.
Almax, Maalox und viele ähnliche Präparate binden die Magensäure mithilfe von beispielsweise Aluminiumoxid oder Magnesiumhydroxid. Eigentlich werden diese Präparate aber schon seit längerem weniger verordnet, weil es Medikamente gibt, die die Säure schon in einem früheren Stadium ausbremsen, also sie gar nicht erst entstehen lassen.
Mittel gegen Durchfall auf Opiatbasis wie Loperamid (Fortasec) oder gegen Verstopfung auf Milchzuckerbasis (Duphalac) gehören ebenfalls nicht mehr zu den öffentlich finanzierten Medikamenten.
Und auch sehr beliebte Salben und Gele gegen Gelenkschmerzen wie Voltaren Emulgel oder Fastum müssen in Zukunft selbst bezahlt werden. Wobei auch hier vernünftigerweise gesagt werden muss, dass deren Hilfe wohl in den meisten Fällen sowieso auf reinem Glauben basiert. Bei Rückenschmerzen beispielsweise kommen die Bestandteile der Salbe gar nicht da an, wo sie ankommen sollen, weil die entsprechenden schmerzenden Strukturen viel zu tief liegen. Und bei Fastum sollten sie darüber hinaus jeden Sonnenkontakt nach Behandlung vermeiden, weil ihre Haut dann viel zu stark sensibilisiert worden ist.
Erstaunlich ist die Herausnahme des antiviralen Mittels Aciclovir, allerdings nur in der Salbenzubereitung. Als Tablette ist Aciclovir weiterhin erstattungsfähig.
Wie man in dieser kurzen Übersicht, die aber nur einen Bruchteil der vom INSS nicht mehr bezahlten Medikamente darstellt, leicht ersehen kann, handelt es sich also zumindest teilweise um Präparate, auf die man auch gut verzichten kann.
Zum Schleimlösen gibt es die guten alten Hausmittel und dabei vor allen Dingen den Efeu (Hedera helix), der die Wirkung der chemischen Therapeutika sowieso in den Schatten stellt. Auch der Husten wird dabei deutlich gedämpft.
Magensäurebindende Zubereitungen verordnen nur noch die wenigsten Ärzte, weil durch die Einführung der Magensäureblocker (Omeprazol, Pantoprazol u.a.) schon vor vielen Jahren eine viel wirksamere Therapie zur Verfügung stand. Und man muss auch nicht gleich jede Magenverstimmung mit einem Blocker behandeln, am Anfang hilft auch mal ein großes Glas warmes Wasser, um die Säure im Magen zu verdünnen.
Warum man bei ansonsten gesundem Status einen normalen Durchfall behandeln muss, bleibt sowieso ein Rätsel. Durchfall, sofern er nicht zu lange und zu heftig anhält, oder man sich gerade im Urwald hundert Fußkilometer von der nächsten menschlichen Behausung entfernt befindet, braucht normalerweise keine Behandlung. Sogar die meisten Salmonellosen sind größtenteils harmlos. Wenn Sie sich unsicher sind, dann müssen Sie allerdings einen Arzt aufsuchen, der Ihnen in den meisten Fällen dann ein geeignetes Antibiotikum verschreiben wird, aber kein Loperamid.
Verstopfung ist meist bedingt durch den Lebensstil (oder durch operative Eingriffe). Oft kommt er daher, dass man den Stuhldrang unterdrückt, weil es der Beruf gerade erfordert oder man meint, andere Dinge seien vordringlicher als im erforderlichen Fall schnell das berühmte stille Örtchen aufzusuchen. Andere Ursachen wie zu wenig trinken und mangelnde Bewegung kommen dazu, scheinen aber nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Auf natürliche Weise hilfreich ist die kontinuierliche Gabe von Flohsamen (der allerdings auch auf der Liste der nicht mehr bezahlten Medikamente steht).
Gelenk- und Weichteilschmerzen haben vielfältige Ursachen, und die müssen präzise herausgefunden werden. In diesem Zusammenhang haben Gele und Salben mit sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (Voltaren Emulgel u.ä.) zwar in wenigen Fällen eine gewisse Berechtigung, sie sind aber durchaus durch andere Behandlungen ersetzbar.



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