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Lokales

Sand, Wind, ewiges Eis:
Der lanzarotenische Künstler Ildefonso Aguilar

Von: Sarah Schulz


Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Ildefonso Aguilar, Weggenosse von Manrique und Soto, entwickelte vor allem seinen ganz eigenen Kunststil.

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Von seinem Vater, einem Musiklehrer und Violinisten, hat Ildefonso Aguilar die Liebe zu klassischer Musik geerbt, und später, als Jugendlicher in der ersten lanzarotenischen Rockband "Los Rebeldes" Gitarre und Kontrabass gespielt.

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Seine Sandbilder haben aufgrund Präzision und eigener Charakteristik eine ganz besonderen Reiz.

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Bei seiner jüngsten Ausstellung im vergangenen Dezember mit dem Titel "Estructuras efímeras" im Arrecifer Museum für Zeitgenössische Kunst (MIAC), erklärte er Inselpräsident Pedro San Gines, das jeder Betrachter die Bilder "selbst interpretieren" soll.

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Sarah Schulz, Redakteurin bei Lanzarote37°, in der Ausstellung von Ildefonso Aguilar im MIAC in Arrecife.

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Ildefonso Aguilar

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Ildefonso Aguilar

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Ildefonso Aguilar

Ildefonso Aguilar, Lanzarote37°, Lanzarote37grad
Ildefonso Aguilar


Kunst und Lanzarote konnotiert man fast ausschließlich mit dem Namen César Manrique. Gelegentlich denkt man noch an Jesús Soto, den Künstler aus Fuerteventura, der zum Beispiel die Lichtinstallationen in der Cueva de los Verdes machte. Beide sind seit vielen Jahren tot. Ihr Weggenosse, der Maler, Musiker und Graphiker Ildefonso Aguilar de la Rúa, teilte mit ihnen nicht nur Projektarbeit, sondern entwickelte vor allem seinen ganz eigenen Kunststil.


„Am 1. September 1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya..." So beginnt nicht nur die Chronik der Vulkanausbrüche von Andrés Lorenzo Curbelo, sondern auch die Bustour durch den Timanfaya-Nationalpark. Dazu sphärische Musik, klassische Musik, einzelne, sehr wirkungsvolle Töne. Vielleicht erst durch diese und die evozierte Atmosphäre bleibt die Fahrt durch die Vulkanlandschaft als etwas Besonderes in Erinnerung. Diese Elemente wählte beziehungsweise komponierte der Künstler Ildefonso Aguilar, 1945 in Salamanca geboren, aber seit seinem achten Lebensmonat auf Lanzarote wohnhaft.

 

 

Ildefonso, der Musiker

 

Die Kargheit der Insel, das Primitive, das Pure – seit vielen Jahrzehnten sind dies die Hauptquellen von Ildefonso Aguilars Inspiration. Auf einem kaputten Piano vertont er seine Betrachtungen, seine Eingebungen, seine Gefühle. Sitzt er an diesem Instrument, kann man geradezu sehen, wie er in die Natur hineinhorcht, kürzeste Sequenzen aufnimmt und umsetzt. Ende der 1960er Jahre begann er – wie Manrique und Soto – die Arbeit an den Tourismuszentren der lanzarotenischen Inselregierung. Nicht nur im Nationalpark, sondern auch in den Jameos del Agua, der Cueva de los Verdes und im Kaktus-Garten gestaltete er in diesen Jahren die Atmosphäre durch Musik. Der gesamte zweite Bauabschnitt des Monumento al Campesino wurde von ihm begleitet.

 

Der Weg zu der Art von Musik, die Sie in den Tourismuszentren hören, war nicht geplant. Sie entspricht jedoch dem, was Ildefonso Aguilar mit den Landschaften verbindet. Von seinem Vater, einem Musiklehrer und Violinisten, habe er die Liebe zu klassischer Musik geerbt, und 1962 habe er als Jugendlicher – „Wer hätte das gedacht", meint er lachend – in der ersten lanzarotenischen Rockband Los Rebeldes Gitarre und Kontrabass gespielt. Seine Affinität gab er indes an eines seiner vier Kinder, seinen Sohn Samuel, weiter, der wiederum Musiker ist und mit seinem Vater zuletzt an Audio-Reiseführern für eine lanzarotenische Mietwagenfirma mit Vertretungen auf allen Kanareninseln zusammenarbeitete. Neben Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten jeder einzelnen Insel hört man von Ildefonso und Samuel Aguilar komponierte Musik.

 

 

Ildefonso, der Maler

 

Obwohl die Musik einen großen Teil von Ildefonso Aguilars Werk ausmacht, ist er primär – oder besser gesagt: gemäß seiner Ausbildung – Maler. Zwischen 1963 und 1968 studierte er Schöne Künste in Santa Cruz de Tenerife und ließ sich zum Mal- und Zeichenlehrer ausbilden. In Arrecife unterrichtete er diese Fächer sechs Jahre lang. Da ihn persönlich aber Ölmalerei auf Leinwand, seine hauptsächliche Beschäftigung, nicht befriedigte, widmete er sich vermehrt einer lebenslangen Leidenschaft, der Fotografie. Mit der Zeit fand er so zur Malerei zurück: Er hatte eine neue Technik entwickelt, in der er Fotos mit Sand bearbeitete, Flächen leimte und körnig gestaltete, seinen Bildern eine neue Struktur gab. Bald probierte er dies auch auf Holz aus, zum Beispiel solchem, das traditionell zum Schiffbau benutzt wurde, und fertigte die ersten Sandbilder an, die aufgrund von Präzision und eigener Charakteristik ihren Reiz ausmachten.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich sein fotografisches Werk im Besonderen durch die Möglichkeiten der Digitalfotografie und neuer Druckmethoden technisch weiterentwickelt. Die Fotos, die er bearbeitet, sind Giclée-Drucke, die sich durch sehr hohe Auflösung, scharfe Kontraste und extreme Detailgenauigkeit auszeichnen. Kleinste Farbnuancen werden differenziert wiedergegeben.

 

Heute ist Ildefonso Aguilar, soweit bekannt, der einzige Künstler, der die Sand-Technik auf Bildern und Fotos anwendet: Aus einer Initialidee, generell, komponiert er mit verschiedenem Sand – feine weiße Körner vom Caletón Blanco und gröbere dunkle aus Playa Quemada –, Pigmenten und Klebstoff ein Bild, das durch die finale Politur einen ebenmäßigen, gar makellosen Abschluss erlangt. Wenige Bereiche des fertigen Bildes behalten eine gröbere, wirkungsvolle Struktur. Um diesen erdachten Effekt zu erlangen, hatte er vorher feinste Schichten übereinander angelegt, aus denen er nach und nach eine lanzarotenische Landschaft herausarbeitete.

 

Nachdem Ildefonso Aguilar bereits fünf Mal nach Island gereist war, inspiriert ihn nun auch die Natur der größten Vulkaninsel der Erde, die trotz ihrer nördlichen Lage so viel gemeinsam hat mit seiner Heimat. Da sei nicht nur der geologische Ursprung zu nennen – zwar der auffälligste Aspekt –, sondern viele Einzelheiten wie beispielsweise der Passgang, der typisch für Kamele ist, und den Islandponys beherrschen. Zu den rot-braunen Farbtönen, dem intensiven Schwarz und dem hellen Beige addiert sich zeither kühles Blau in all seinen Nuancen. Bei der Interpretation lässt Ildefonso Aguilar jedoch seinem Publikum freien Raum, schließlich kann jeder etwas anderes sehen. Deswegen bevorzugt er keine Fragen zu seinen einzelnen Bildern zu beantworten, denn zuletzt verkomme Kunst, die nur mit Vernunft betrachtet werde, zu Wissenschaft.

 

 

Ildefonso, der Ästhet

 

Diese Äußerung impliziert eine gewisse Zurückhaltung des Künstlers seinem Werk gegenüber. Bilder und Musik sollen wirken, ohne auf ihren Ausgangspunkt, ihn selbst, zurückgeführt zu werden. Bei der Vorstellung seiner letzten Ausstellung Estructuras efímeras im Museum für Zeitgenössische Kunst in Arrecife (MIAC) im vergangenen Dezember machte er seine Grundeinstellung sehr deutlich. Während Inselpräsident Pedro San Ginés beabsichtigte, noch etwas zu Ildefonso Aguilars Person zu sagen, lenkte dieser gleich ein: „Lassen wir in den Saal gehen. Dort ist der Protagonist." Bei der Begehung der Ausstellung erklärte der Künstler bei einem Bild doch seine Inspirationsquelle, einen isländischen Gletscher. San Ginés kommentierte: „Ich war mir sicher, den Monte Corona zu erkennen", und fragte fast schüchtern bei dem nächsten Bild, das relativ unverkennbar den Risco de Famara abbildete: „Aber das ist schon, was ich denke, oder?" „Vielleicht ja, vielleicht nein." Dann aber doch schmunzelnd: „Eher ja." Jeder soll selbst interpretieren – was definitiv nach Lanzarote aussieht, kann auch Island sein. Und umgekehrt.

 

Dass dies seine erste Ausstellung war, in der die gezeigten Bilder Spuren des Menschlichen zeigen, beispielsweise durch die Andeutung von Leinen, an denen in den Häfen die Fische zum Trocknen gehängt wurden oder Fischreusen, wurde von einigen Seiten großartig betont. Ildefonso Aguilar sieht diesen Aspekt sehr gelassen: „Ich habe das Menschliche nie ausschließen wollen, jetzt zeige ich es." Dies ist eine weitere Methode, den Diskurs um die Bewertung und Analyse seiner Arbeit bewusst offen zu lassen. Dennoch, für Interessierte, die sein Werk genauer betrachten und eins seiner Bilder erwerben möchten, bietet er den Besuch und ein Gespräch in seinem Atelier in Tahíche an.

 

Ildefonso Aguilar selbst gefallen viele verschiedene Künstler. Auch wenn er es bevorzugt, keinen Lieblingskünstler explizit zu benennen, fallen die Namen Mark Rothko und Manuel Millares Sall. Den lettisch-amerikanischen Maler bewundert er für seine Abstraktion, die, so anders als die eigene Kunst, auch viele Farben – gerne verschiedene, kräftige Rottöne, die ins Orangefarben-Gelbe oder Pinkfarbene verlaufen, mal mit einem satten Blau oder Lila kombiniert – beinhaltet. Bei Millares, „Er ist der einzige richtige kanarische Künstler", schätzt Ildefonso Aguilar die den Bildern inhärente Ausdruckskraft, die sie durch den Einfluss der autochthonen kanarischen Kultur gewinnen, und die sich in der Verwendung einfacher Mittel wie Sackleinen äußert.

 

Ildefonso Aguilar hat besonders während der Schaffensphasen der Tourismuszentren eng mit César Manrique zusammengearbeitet und viel von ihm, dem über 25 Jahre Älteren, gelernt. Neben seiner aufrichtigen Wertschätzung kritisiert er heute die Überhöhung Manriques zu dem einen Künstler der Insel, dem alle anderen unterlegen seien. Diese Haltung sei nicht nur ungerecht, sondern widerspreche vor allem den Tatsachen, denn Lanzarote habe einige Nachfolger zu bieten. Dass Ildefonso Aguilar einer von ihnen ist, möchte sicherlich niemand bezweifeln.

(16-04-2013)



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