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Samstag, 19. Oktober 2019
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Wissenswertes

Quellerwatt La Santa:
Löffler, Steinwälzer und Einhornkäfer

Von: Professor Horst Wilkens und Dr. Ulrike Strecker (Text und Fotos)



Löffler


La Santa


Der Regenbrachvogel, ein regelmäßiger Gast aus den Tundren Sibiriens.


Nymphendolde


Gliedermelde


Der Seeregenpfeifer brütet am sandigen Strand.


Die Steinwälzer wälzen in kleinen Trupps Steine um Nahrung zu suchen.


La Santa mit Mühle


Der Einhorn-Salzkäfer


(04/07 N°9) Wer den Namen La Santa hört, denkt an Sport, insbesondere an vom Schweiß überströmte Jogger oder Radfahrer im bunten Saitling, die sich über endlose Straßen quälen. Diese entströmen einer im gelegentlich sehr stürmischen Nordwesten Lanzarotes gelegenen Hotelanlage mit angrenzendem Küstenkomplex gleichen Namens. Sie entspricht einem großen Fitnesszentrum, in dem viele Urlauber sich wieder körperlich auf Vordermann bringen wollen. Im auffälligen Kontrast hierzu hat sich direkt westlich angrenzend der buchtförmige Anfangsteil eines
schmalen Meeresarmes erhalten, der ursprünglich vor dem Bau der Freizeitanlage La Santa eine kleine vorgelagerte Insel (La Isleta) vom Festland trennte. Es handelt sich hierbei um einen, wenn auch kleinen, dennoch landschaftlich sehr ansprechenden, biologisch interessanten und für den Naturschutz äußerst wertvollen Lebensraum. Er ist zwar Teil des „Biosphärenreservates Lanzarote“, wurde jedoch weder als Kern- noch als Pufferzone, sondern mit dem am wenigsten wirksamen Schutzstatus einer Übergangszone eingestuft.
Dies entspricht nicht seiner wirklichen Bedeutung. Während fast überall auf Lanzarote die Brandung des Atlantik direkt auf felsige, sandige oder von dunklen Lapilli gebildete Küsten schlägt, findet sich hier ein Bereich, in dem die Wucht der Wellen weit draußen gebrochen wird. Der Gezeitengang zeichnet sich daher lediglich durch sanftes An- und Absteigen des Wasserspiegels ab. Diese besonderen lokalen Gegebenheiten haben einen vergleichsweise ausgedehnten Lebensraum entstehen lassen, in dem der Meeresboden periodisch zweimal täglich im Rhythmus der Gezeiten überschwemmt wird und wieder trocken fällt.

Ein derartiger Biotop wird Watt genannt, ein Lebensraum, den wir von der Nordsee in großer Ausdehnung kennen. Zusätzlich zu diesem teils aus Sand und teils aus lehmigen Sedimenten bestehenden Wattboden, findet sich bei La Santa die besondere Situation, dass sich zum Atlantik hin ein aus Gesteinsbrocken bestehendes Felswatt anschließt. Beide Wattbereiche werden zur Landseite hin von einer sandigen, strandähnlichen Zone gerahmt, auf der sich angeschwemmte Reste von Muscheln, Schnecken und leider auch Plastikmüll jeder Art in großer Menge finden. Hier oberhalb der Flutlinie wächst auch die auffällig gelb blühende Nymphendolde. Das lehmige und sandige Watt bei La Santa stellt einen Lebensraum dar, der sich auf Lanzarote nur äußerst selten findet.

Das saftige Grün einer Salzpflanze, die dem Queller der Nordseewatten eng verwandt ist, überzieht diese Zone stellenweise wie ein Teppich, unterbrochen von Prie-
len, durch die das Meerwasser ein- und ausströmt. Es entsteht so eine farblich sehr ansprechende Komposition mit dem Blau des Himmels und des Meeres, dem Schwarz des Felswatts und dem Weiß der vorgelagerten Brandungszone. Die hier heimische, das ganze Jahr grünende Pflanzenart, die Gliedermelde (Arthrocnemum fruticosum), kann stellenweise bis zu 60 cm hoch werden. Sie ist ein kleiner Strauch mit gegliederten, scheinbar blattlosen, kahlen Stängeln. Die Glieder der Zweige sind becherförmig ausgehöhlt und erscheinen wie ineinander gesteckt. Die Gliedermelde wächst nur auf stark salzhaltigen Standorten, wo „normale“ Pflanzen nicht gedeihen können. Als ein hochgradiger Spezialist hat sie bemerkenswerte Anpassungen an diesen Lebensraum entwickelt. Sie entzieht das für ihr Wachsen notwendige Wasser dem salzigen Wattboden, indem sie den Salzgehalt ihrer Zellen über den des Meerwassers konzentriert und das so entstehende Konzentrationsgefälle bei der Wasseraufnahme nutzt. Ihre fleischigen Sprosse dienen nicht nur zum Speichern von Wasser, sondern als Zwischenlager für das reichlich aufgenommene Salz und andere Mineralien, die später zum Teil wieder über spezielle Drüsen abgegeben werden.

Überall auf dem unbewachsenen Wattboden entdeckt man bei genauem Hinsehen kleine Anhäufungen winziger Sandkrümel. Dies sind die Lebensspuren eines weiteren Spezialisten. Es ist der 2-3 Millimeter große unsichtbar im Boden lebende Einhorn-Salzkäfer (Bledius unicornis). Er hinterlässt diese Spuren beim Abfressen einzelliger Algen von den Sandkörnchen. Wenn die Flut kommt, zieht er sich in seine selbst gegrabene Wohnröhre im Wattboden zurück. Diese ist am oberen Ende bogenförmig, wodurch das Meerwasser nicht eindringt und der Käfer Luft zum Atmen hat und nicht ertrinkt. Auch diese Art kommt auf Lanzarote nur hier vor.

Der Wattlebensraum von La Santa ist ein wichtiger Trittstein des globalen Vogelzuges. Hier rasten im Frühjahr und Herbst Vögel, die meist über Tausende von Kilometern von weither aus den Tundren Nordeuropas und Sibiriens kommend, hier auf ihrem Zug entlang der afrikanischen Westküste nach bzw. von ihren südlichen Überwinterungsgebieten eine Ruhepause einlegen. Sie sind im Watt auf Beutejagd nach Kleingetier wie Krebsen und Würmern. Immer wieder ist ein lang gezogenes melodischen Flöten aus dem Watt zu hören. Es ist der Ruf des mit 41 Zentimetern recht großen Regenbrachvogels, der durch seinen außergewöhnlich langen, leicht gebogenen Schnabel und seine blau gefärbten Beine beeindruckt. Zu ihm gesellen sich, weniger auffällig und kleiner, weitere Wattvögel oder Limikolen wie Gold- und Kiebitzregenpfeifer, Steinwälzer, Flussuferläufer, Grünschenkel, Sand- und Seeregenpfeifer.

Andere Zugvögel kommen aus Spanien oder vom nahen afrikanischen Kontinent. Vereinzelt rastet hier der große Graureiher. Weithin sichtbare weiße Tupfer entpuppen sich als Individuen des schneeweißen Seidenreihers, eines etwa 60 Zentimeter großen Vogels. Beim Abflug oder auf Felsbrocken stehend, ist er leicht an seinen gelben Füßen zu erkennen. Dadurch unterscheidet er sich von dem kleineren Kuhreiher, der als einziger Reiher auf Lanzarote brütet: Im Frühjahr verursachen die Kuhreiher auf den Bäumen an der Uferpromenade in Arrecife große Betriebsamkeit durch Nestbau oder Fütterung der Jungen. Allerdings erregen die Vögel durch ihre „Ausscheidungen“ hier nicht nur Freude. Man kann nur hoffen, dass sie wegen dieses „Ärgernisses“ nicht vollständig von den für ihren Nestbau unerlässlichen Bäumen verjagt werden und die Verwaltung der Stadt dieses den Erlebniswert Arrecifes bereichernde Phänomen toleriert und erhält. Wo kann man schon die an sich scheuen Reiher, sogar in ihren verschiedenen Altersstufen, „zum Greifen nahe“ beobachten und fotografieren? Bei der Nahrungssuche sind Kuhreiher das ganze Jahr im Landesinnern meist in der Nähe von Ziegenherden anzutreffen.

In der Bucht von La Santa ist manchmal ein seltenes Ereignis zu beobachten: gelegentlich halten sich hier für ein paar Tage einige Löffler zur Zwischenrast auf. Dieser auffällige weiße Vogel ist so groß wie der europäische Weißstorch, besitzt aber keine roten, sondern schwarze Beine und keinen spitzen, sondern einen langen löffelförmigen Schnabel.

Wandert man im Frühjahr am sandigen Ufer der Bucht entlang, so fällt neben den Zugvögeln immer wieder ein kleiner Vogel auf, der aufgeregt warnend kurz auffliegt und ein Stückchen weiter wieder landet. Er will uns auf diese Weise von seinem irgendwo im Sand versteckten Nest mit Eiern oder seinen bereits geschlüpften Jungen ablenken. Es handelt sich um den Seeregenpfeifer, der inzwischen auf Lanzarote nur noch hier brüten kann. Die meisten seiner ursprünglichen Lebensräume, Sandstrände wie in Playa Blanca, Puerto del Carmen oder bei Órzola, sind so stark von Badenden gestört, dass die hier lebenden Populationen lange ausgestorben sind. Allerdings birgt auch La Santa Gefahren für diese Vögel. Dies sind nicht die Surfer, die weit draußen in der Brandung kunstvoll die Wellen abreiten oder Einheimische, die gelegentlich kleine Krebse als Angelköder im Felswatt suchen. Störend ist, dass hier gerne Hunde von der Leine gelassen werden und diese weit umherstreunend dadurch Brut- und Rastvögel unnötig aufscheuchen und beunruhigen, oder dass bei Ebbe mit dem Mountainbike durchs Watt gefahren wird. Es wäre sicherlich auch einmal angebracht, den angeschwemmten Plastikmüll einzusammeln. Dies sollte jedoch, um den brütenden Sandregenpfeifer nicht zu gefährden, im Herbst geschehen.

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über die biologischen Geheimnisse Lanzarotes sowie ihrer Flora und Fauna erfahren möchten, können Sie dies in dem Buch „Lanzarote – Kragentrappen, blinde Krebse und Vulkane“ von Horst Wilkens nachlesen. Dieses Buch gibt es auch in englischer und spanischer Sprache und ist in folgenden Souvenirshops zu erwerben: Montañas del Fuego*, Jameos del Agua*, Jardín de Cactus*, Mirador del Río*, Casa Monumento al Campesino und dem Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya in Tinajo. Außerdem sind diese Bücher im Pardelas Park in Órzola sowie der Clínica Dr. Kunze in Puerto del Carmen und Arrieta erhältlich. Im Pardelas Park und Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya können Sie zudem noch beeindruckende Tier- und Pflanzenfotos als besondere Postkarten erwerben. (Bei den mit * markierten Souvenirshops in den Touristenzentren muss Eintritt gezahlt werden.)



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