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Lokales

Palmblätter in traditionellem Gewand
Die MUÑEQUITAS mit der SEELE LANZAROTES

Von: Sarah Schulz


Nélida Martín, Palmblatt, Püppchen, Handarbeit, traditionell, Haría, Markt, Souvenir, Lanzarote37°, 37 Grad, siebenunddreißig, deutschsprachig, Inselmagazin
Seit 45 Jahren widmet sich Nélida der Püppchenbinderei - immer noch mit viel Elan und Spaß. Foto: ©Lanzarote37°/Sarah Schulz

Nélida Martín, Palmblatt, Püppchen, Handarbeit, traditionell, Haría, Markt, Souvenir, Lanzarote37°, 37 Grad, siebenunddreißig, deutschsprachig, Inselmagazin
La novia - die Braut. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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La romera - die Pilgerin. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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La campesina soltera - die unverheiratete Bäuerin. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

Nélida Martín, Palmblatt, Püppchen, Handarbeit, traditionell, Haría, Markt, Souvenir, Lanzarote37°, 37 Grad, siebenunddreißig, deutschsprachig, Inselmagazin
Jeden Tag stellt Nélida einige Püppchen her, die vielerorts auf der Insel zu erwerben sind. Foto: ©Lanzarote37°/Cornelius Klingel

Nélida Martín, Palmblatt, Püppchen, Handarbeit, traditionell, Haría, Markt, Souvenir, Lanzarote37°, 37 Grad, siebenunddreißig, deutschsprachig, Inselmagazin
La típica - die typische Lanzaroteña in gestreiftem Rock. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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Die Püppchen bestehen aus zusammengebundenen Palmblatt-Fiedern. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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Nélida freut, wenn Sie sich nach ihren Püppchen erkundigen. Foto: ©Lanzarote37°/Sarah Schulz


Ein kleines Andenken an einen schönen Urlaub möchte sich jeder Tourist gönnen. Wer gerne Traditionelles mag, könnte Gefallen an den herzigen Palmblattpüppchen finden, die man auf Lanzarote für wenig Geld erwerben kann. Lanzarote37° traf Nélida Martín Martín, die diese Lanzaroteñas bindet.

Handarbeit

Eine Pilgerin, eine Bäuerin, eine Braut und die typischste aller Lanzaroteñas im Streifenrock –-kleine Püppchen gebunden aus Palmblättern, mit selbstgenähten Trachten angekleidet und einem aufgemalten Gesicht: Dieser Handarbeit widmet sich die 72-jährige Nélida Martín Martín aus Máguez seit weit über 40 Jahren. In ihrem Haus in Punta Mujeres, wo sie und ihr Mann Guillermo López Luzardo seit 28 Jahren leben, öffnet sie vorsichtig einen Umzugskarton, der mit einem Band wie zu einem großen Geschenkpaket geschnürt scheint. Ein Püppchen nach dem nächsten holt sie aus dem Karton und positioniert sie auf der Sitzfläche eines Sofas, damit ich sie mir genau anschauen kann. Jedes ein Unikat.
Durch das Zusammenbinden einiger Fiedern von getrocknetem grünen Palmblatt fächern diese sich auf, und es entsteht ein Puppenkörper mit schmaler Taille und ausladendem Unterbau, über den sich perfekt ein Rock legen lässt. Mit Raffinesse und Kreativität bastelt Nélida täglich vier bis fünf dieser kleinen Frauen. Für die Köpfe wählt sie Palmherzen, das Bildungsgewebe von Stamm und Blättern, die nach dem Trocknen blass cremefarben sind: „Die Mädchen sollen keine grünen Gesichter haben“, lacht sie.  Dieses ebenso im Deutschen Palmito genannte Gewebe überdeckt das Bündel am oberen Ende des Körpers und wird liebevoll mit von langen Wimpern umrahmten Augen und roten Lippen bemalt. Bevor Nélida anfing, solche muñequitas, Püppchen, zu fertigen, gab es auf Lanzarote einige wenige Frauen, die diese schon bastelten. Allerdings verzichteten sie auf die Kleidung. „Ich dachte, mit einem Röckchen würden sie noch schöner aussehen“, und so fing sie an, zunächst aus Stoffresten lange Röcke zu nähen und kleine Umhänge herzustellen. Erst daraufhin wurden die Püppchen ein typisches Mitbringsel vieler Lanzarote-Urlauber.


Inselsouvenir

Schon seit den frühen 1970er Jahren verkauft Nélida ihre Lanzaroteñas. Begonnen hatte sie in dem 1974 eröffneten Timafaya-Nationalpark. Der damalige, von 1960 bis 1974, Inselpräsident José Ramírez Cerdá persönlich hatte ihr diese Möglichkeit geboten. Zu dieser Zeit waren Nélida und ihr Mann Guillermo aus Teneriffa zurückgekommen, wo er als Überland-Busfahrer gearbeitet hatte. Sie war 24 Jahre alt, als sie ihn heiratete – nachdem sie sich ganz traditionell bei Dorftänzen in den Sociedades von Haría und Máguez kennengelernt hatten. Aus den beruflichen Gründen hatten sie die ersten Ehejahre auf der größten Kanareninsel verbracht. Während eines Lanzarote-Urlaubs stellte sich heraus, dass Nélida schwanger war, und ihr Vater überredete die beiden, zurück auf die Heimatinsel zu kommen. Hier fand sich auch für Guillermo ohne Komplikationen eine Arbeitsstelle: Mit seinem Busführerschein war er prädestiniert, im Nationalpark die Touristen zu chauffieren. Eine Tätigkeit, die er bis zu seinem Ruhestand vor einigen Jahren ausgeübt hat.
Nélida liebt ihre Püppchen, die heute in den Souvernirläden der Centros de Arte, Cultura y Turismo, den Tourismuszentren des Cabildo de Lanzarote, zu denen nicht nur der Timanfaya-Nationalpark sondern auch beispielsweise die Jameos del Agua oder der Kaktusgarten gehören, erworben werden können. Auch auf dem Handwerksmarkt in Haría sitzt sie jeden Samstagvormittag, von 10 bis 14 Uhr, hinter ihrem Tisch, wo sie mit Sorgfalt eine Auswahl ihrer Püppchen arrangiert. Allerdings gestaltet sich der Verkauf zäh, da viele Harianer dort ihre Wochenendeinkäufe tätigen, aber nur wenige Touristen den Weg an Nélidas Stand finden. Dabei bekämen sie faktisch gleich zwei Andenken: die Pflanze und die typische Tracht.  


Detailverliebtheit

Das Herstellen der Miniaturanziehsachen ist nicht nur der zeitaufwendige, sondern auch der teure Teil der Arbeit. Sind die Palmblätter quasi umsonst, kostet der gestreifte Stoff, den Nélida für viele Röcke benutzt, zum Beispiel 16 Euro pro Meter. Dieser ist dem Stoff der traditionellen Überröcke hiesiger Trachten nachempfunden, die bei den Inselfesten viele Frauen tragen. Des Weiteren verarbeitet sie auch Blümchenmuster in verschiedenen Farben, hauptsächlich für ihre kleinen campesinas, die Bäuerinnen. Mit einer Zickzacknaht fixiert sie die Enden der kleinen Röcke und auch der Blusen, damit diese nicht ausfransen. Auf die kleinen Schürzen stickt sie detailverliebt den Inselnamen. Als Kopfbedeckung tragen die Püppchen typische Lanzarotehüte oder Stoffhauben mit Schirm.  Darunter verbergen sich lange, geflochtene Wollzöpfe – die Haare, deren Enden mit winzigen roten Schleifen fixiert werden: „So sehen die Mädchen doch hübsch aus.“ Als weitere aufmerksame Einzelheiten sind der Spitzenschleier der novia, Braut, hervorzuheben sowie der Büßerumhang der Pilgerin, romera - die sie freundlich abuelita, Oma, nennt - die ebenso einen kleinen Korb für ihre Votivgaben hält. Auch die Körbe und Hüte bindet sie selbst aus Kordel. An das weiße Tuch, welches traditionell unter den Hüten getragen wird, näht sie ebenso wie an die Schürzen kleine Spitzenborten, die die Annäherung an die typischen lanzarotenischen Trachten perfektioniert. Die Kreuzschnürung am Oberteil des Püppchens fehlt ebensowenig.
Dass ihre Arbeit Nélida erfüllt, ist offensichtlich. „Jeden Nachmittag, nach dem Essen, setze ich mich ein wenig zum Basteln hin“, beschreibt sie strahlend ihre Alltagsroutine. Am meisten bastelt sie die típica, da sie bei den Käufern am beliebtesten sei. Die Beschäftigung macht ihr so viel Spaß, dass sie sie erst aufgeben möchte, wenn sie gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage sein sollte: „Bis ich nicht mehr kann, aber wirklich nicht mehr, werde ich die Püppchen fertigen.“ Im Gegensatz zu etwaigen Beeinträchtigungen wirkt Nélida quirlig, lacht viel und ist herzlich. Ihre Schwerhörigkeit schränkt sie bei ihrer Arbeit nicht ein. Ich muss zwar meine Fragen ungewöhnlich laut stellen, doch sogar über die gewünschten Antworten hinaus berichtet sie viel.  


Geschichtenerzählerin

Die Püppchenbinderin hält viele Anekdoten bereit, die sie sofort mit einem teilt. „Meine beiden Nachnamen sind dieselben“, amüsiert sie sich bei meiner Nachfrage nach ihrem zweiten Nachname, den ich zu Beginn unseres Gesprächs noch nicht kannte. Und berichtet dann, begleitet von mädchenhaftem Gekicher begleitet, von einem Familienmitglied, das sich einmal in Teneriffa vor einem Vorgesetzten beim Militär rechtfertigen musste, ihn nicht veräppeln zu wollen oder gar tumb zu sein, weil er drei Mal denselben Namen angab: Martín Martín Martín. Die Eltern hatten die Idee gut gefunden, dem Jungen den Vornamen passend zu den Nachnamen zu geben. Nélida zieht die Augenbraue hoch, sie sehe das nicht so. Und ich bin etwas verunsichert, ob ich das glauben könne: „Sí, sí“, lacht sie laut.
Genauso vergnügt erzählt sie von den nah beieinander liegenden Geburtstagen in ihrer Familie: zwei ihrer Kinder, ihre Oma und sie selbst sind zwischen dem 11. und 13. April geboren. Mit einem Augenzwinkern deutet sie an, dass so lustige, große Feiern garantiert gewesen seien.
Doch nicht nur ihre persönlichen Geschichten gibt Nélida weiter. In vielen Handarbeitsklassen hat sie schon Kindern und Erwachsenen ihr Können vermittelt. Die Gemeinden Arrecife, San Bartolomé und Haría haben in ihren Grundschulen Kurse von ihr leiten lassen. Dort haben Schulkinder verschiedener Altersklassen das Binden der kleinen Figuren selbst ausprobieren können. Vielleicht werden einige von ihnen dieser Tätigkeit wie Nélida bis ins hohe Alter treu bleiben.

 

Nélidas Püppchen gibt es in drei verschiedene Größen, der Preis variiert zwischen 3,50 und 4,50 Euro. Sie werden nicht nur in den Läden der CACT und auf dem Haría-Markt angeboten, sondern auch im frisch renovierten Taller de Artesanía in Haría, Calle Barranco verkauft. In den Werkstätten können Sie weitere Handarbeiten, u.a. lanzarotenische Hüte, Keramik und Lederwaren, erwerben und den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Öffnungszeiten: 10 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr. Sonntags und Montagnachmittags geschlossen.



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