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Wissenswertes

Nutzung alternativer Energien auf Lanzarote: Interview mit Lourdes Bernal

Von: Julian Ermert


Energiepolitik auf den Kanaren, alternative Energien auf Lanzarote, Lourdes Bernal, Consejería de Industria, Comercio, Energias del Cabildo de Lanzarote
Lourdes Bernal ist auf Lanzarote Consejera de Industria, Comercio, Consumo y Energías. Lanzarote37° führte ein Interview zum Thema "alternative Energien" mit ihr.


(09/08 No. 26) Lourdes Bernal ist im Cabildo von Lanzarote für Handel, Industrie, Konsum und Energie (Consejera de Industria, Comercio, Consumo y Energías) zuständig. Lanzarote37°-Mitarbeiter Julian Ermert sprach mit ihr über die derzeitige energiepolitische Situation auf Lanzarote und die Zukunftsvisionen hiesiger Politiker über Chancen und Risiken erneuerbarer Energien.


Lanzarote37°: Frau Bernal, gibt es auf Lanzarote bereits Anlagen, die erneuerbare Energie produzieren?
Bernal: Ja. Zunächst hat sich das Cabildo intensiv für die Förderung von Solaranlagen zur Warmwasserproduktion eingesetzt. Sie kommen seit kurzem auch auf dem Schlachthof der Insel zum Einsatz: 195 Solarpanele sorgen dort für warmes Wasser. Des Weiteren konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass auf immer mehr Dächern von Industriehallen, öffentlichen Gebäuden aber auch Privathäusern die verschiedensten Arten von Solarinstallationen zur Warmwasseraufbereitung oder Stromproduktion installiert wurden. Mit den Windkraftanlagen der beiden großen Windparks, „Parque de Montaña Mina (5 Windkrafträder mit jeweils 225 kW) und „Parque de Los Valles“ (Gesamtleistung 7,5 mW) nutzen wir auf der Insel auch die Windkraft. Außerdem wird die Biogasanlage der Deponie in Zonzamas diesen  Monat erstmals ihre Produktion aufnehmen und dann bis zu zwei Megawatt Strom produzieren.
Schließlich ist an dieser Stelle ein weiteres interessantes Projekt hervorzuheben: Dank des „Campo de Analisis de Suelos Industriales“, realisiert von unserer Abteilung, konnte eine Anlage errichtet werden, die den Strombedarf einer Wäscherei in Playa Honda durch die Holzabfälle von mehreren Schreinereinen decken kann.

Lanzarote37: Das Cabildo veröffentlichte im letzten Jahr den Plan zur nachhaltigen Entwicklung Lanzarotes (Plan de Desarrollo Lanzarote Sostenible). Was bedeutet dieser im Einzelnen? Konnten darin formulierte Ziele bereits umgesetzt werden?
Bernal: Wenn wir über diesen Plan sprechen, so sollte man ihn nicht als starren Aktionsplan betrachten, dessen Ziele bis zu einem bestimmten Stichtag erfüllt sein müssen. Viel mehr stellt er eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage dar und versucht, Maßnahmen zu formulieren, die für eine autarke Energieversorgung Lanzarotes notwendig sind. Er beschreibt somit die Philosophie, die hinter dem ökologischen Wandlungsprozess steht. Einige Maßnahmen scheinen dabei auf der Hand zu liegen, andere nicht. Entsprechend sind natürlich auch die Ziele leichter, oder weniger leicht, zu realisieren.

Lanzarote37: Eines der zentralen Ziele des Plans ist die Gründung eines Büros für alternative Energien auf Lanzarote (Agencia Insular de la Energía), das als Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema erneuerbare Energie gedacht ist. Wie weit ist diese öffentliche Anlaufstelle gediehen?
Bernal: Im September 2007 wurden unsere Planungen des Büros für alternative Energien dem europäischen Programm für Energie zwecks Förderzuschüssen vorgestellt. Somit sind die Ausarbeitungen der Arbeits- und Zuständigkeitsbereiche des Büros abgeschlossen. Lediglich der offizielle Bewilligungsprozess verzögert die Betriebsaufnahme. Um jedoch den Prozess zur nachhaltigen Entwicklung der Insel nicht ins Stocken zu bringen, werden Projekte, die zukünftig in die Zuständigkeit der neuen Energieabteilung fallen, zurzeit vom „Servicio de Energía“ initiiert und betreut. So konnten bereits verschiedene Analyseprojekte ins Rollen gebracht werden, die das Energiepotential der Insel untersuchen. Wie zum Beispiel das Projekt der Wellenkarte. Zusammen mit der Uni Barcelona untersuchte das Cabildo das Potential der Meereswellen für die Energiegewinnung. Ein ähnliches Projekt im Bereich der Solarenergie ist bereits abgeschlossen. Mit der „Solarkarte“ (Mapa Solar) wurde ermittelt, dass Lanzarote ausreichend Dachfläche für Solarpanele zur Verfügung stünde, um damit etwa das Dreifache des aktuellen Stromverbrauchs zu produzieren. Ferner berät der Servicio de Energía zukünftige private Stromproduzenten bezüglich der verschieden Subventionsmöglichkeiten.

Lanzarote37: Gibt es bereist Resultate des Projekts „Wellenkarte“?
Bernal: Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase. Erste Ergebnisse werden frühestens im September erwartet. Während dessen arbeitet unsere Abteilung schon an weiteren Projekten. So haben wir bereits Kontakte zu Firmen aufgenommen, die sich auf die Errichtung von Strömungs- und Gezeitenkraftwerken spezialisiert haben. Auch haben wir unsere Planungen dem  Ministerium für Industrie mitgeteilt. Wir tun also alles Mögliche, um die nachhaltige Entwicklung auf Lanzarote weiter voranzutreiben.

Lanzarote37: Mit welchen Problemen hatte ihre Abteilung bisher zu kämpfen, wenn es darum ging, Projektideen und Pläne zu realisieren?
Bernal: Die Probleme, mit denen wir umgehen müssen, resultieren aus erheblichen Interessenskonflikten. Die Bevölkerung an sich steht hinter uns. Viele Bewohner der Insel sehen, dass bald eine Veränderung stattfinden muss, um Natur und Umwelt der Insel zu schützen. Die Tourismusbranche, als zentraler Faktor der hiesigen Wirtschaft, benötigt jedoch besondere Aufmerksamkeit. Viele in diesem Wirtschaftszweig sehen in den sauberen Energien ein Problem, da sie befürchten, nicht mehr zuverlässig ihren Strom zu bekommen. Dort muss Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn eine nachhaltige Entwicklung ist eine Frage des Gemeinschaftssinns. Sie ist ein Zug auf den alle aufspringen müssen. Während des Ausbaus sauberer Energiegewinnung auf der Insel muss somit ein Ausgleich zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen geschaffen werden. Zurzeit ist dies jedoch nicht so einfach.

Lanzarote37: Wenn ein Insulaner die Entwicklung nachhaltiger Energiegewinnungsmöglichkeiten fördern will, welche Fördermittel stehen ihm zur Verfügung, um eine private Anlage, wie auch immer geartet, zu finanzieren?
Bernal: Für private Anlagen gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. So bietet beispielsweise die IDAE (Instituto para la Diversificación y Ahorro de la Energía; www.idae.es) verschiedene Subventionsmöglichkeiten, wie günstige Kredite oder Darlehen. Auf Landesebene stellt die Kanarenregierung Subventionen aus kommunalen und staatlichen Fördertöpfen zur Verfügung. Die Abteilung für Arbeit, Industrie und Handel der kanarischen Regierung (www.gobcan.es/ayudas) organisiert die Verteilung. In Zukunft wollen wir, als zuständige Abteilung des Cabildo, unsere Bemühungen für die finanzielle Unerstützung von privaten Initiativen noch weiter ausbauen.
Aber auch nach der Installation von verschieden Anlagen hört die staatliche Förderung nicht auf. Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, so gibt es auch in Spanien für die Einspeisung von privat produziertem Strom preisliche Vergünstigungen. Dieses System spezieller Vergütungen richtet sich nach der Art oder der Größe einer Anlage. Der staatlich festgesetzte Preis wird vertraglich vereinbart und bleibt in den ersten 25 Jahren gleich. Danach fällt er leicht ab. Dies garantiert die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in den ersten 25 Jahren. Die aktuell gültigen Festpreise sind im Real Decreto 661/2007 definiert und werden in bestimmten zeitlichen Abständen neu festgelegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in der Zukunft diese Festpreise insgesamt absinken werden. Dies ist auf die zunehmende Durchdringung der Märkte mit Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zurückzuführen. Trotz sinkender Vergütungen für Ökostrom lohnt sich die Installation, da durch Verbesserung der Technik auch die Wartungskosten sinken.

Lanzarote37: Was muss man machen, um Subventionen zu beantragen? An wen muss man sich wenden?
Bernal: Aufgrund der vielen verschieden Fördertöpfe und Subventionstypen ist die Beantragung nicht ohne gezielte Beratung möglich. Jede Anlage hat ihre eigenen Charakteristika. Der Umfang vieler Subventionen orientiert sich an der Größe und dem Verwendungszweck einer Anlage. Somit sollten sich Interessenten beim „Servicio de Energía“ individuell beraten lassen.
Lanzarote37: Für welchen Preis kann ein privater Stromproduzent seinen Strom verkaufen bzw. ins öffentliche Netz einspeisen?
Bernal: Gemäß des Real Decreto 661/2007 liegt der Preis für Solaranlagen mit einer Leistung von 100 kW in den ersten 25 Jahren bei 44,03 Cent pro Kilowattstunde, danach fällt er auf 35,23 Cent/kWh. Bei größeren Anlagen mit einer Energiepotenz von 10 bis 50 Megawatt ist der Preis 22,98 Cent/kWh und nach 25 Jahren 18,38 Cent/kWh. Somit werden gerade kleinere Anlagen besonders gefördert. Man will dadurch die erneuerbaren Energien auch in räumlich beengten städtischen Gebieten weiter verbreiten.

 

Lanzarote37: Wie sehen Sie die Zukunft der alternativen Energien auf Lanzarote? Ist die Insel El Hierro, mit ihrer baldigen Unabhängigkeit von Energieeinfuhren, ein Vorbild für Lanzarote?Bernal: Das Energiekonzept der Insel El Hierro ist interessant und sehr gut umzusetzen. (Die Insel will in den nächsten zwei Jahren 54 Millionen Euro in Wind- und Wasserkraftanlagen investieren, um sich ab 2010 autark mit Energie versorgen zu können; Anm. d. Red.). Dennoch ist es nicht direkt auf Lanzarote anwendbar. Die Höhe des Stromverbrauchs auf Lanzarote, die weitaus größere Bevölkerungszahl, sowie größere Industriegebiete können nicht mit demselben Energiekonzept wie auf El Hierro versorgt werden. Das große Problem der erneuerbaren Energien sind die Produktionsschwankungen und die geringe Kontrolle darüber. Lanzarote braucht eine Energieversorgung, die dann Strom liefert, wenn er benötig wird. Wenn beispielsweise kein Wind weht, kann auch kein Strom produziert werden. Aber insbesondere Entsalzungsanlagen benötigen einen stetigen Stromfluss. Deshalb setzen wir uns zunächst für einen langsamen Übergangsprozess in der Energielandschaft ein. In näherer Zukunft soll der Anteil von alternativen Energien an der gesamten Stromproduktion auf 30 Prozent angehoben werden. Um die natürlichen Ressourcen besonders effizient ausnutzen zu können, müssen alle Arten sauberer Energien gefördert werden. Daher spielen besonders die „zuverlässigen“ Stromlieferanten Sonnenenergie und Erdwärme eine zentrale Rolle. Außerdem müssen auch im Bereich der Energiespeicherung unsere Bemühungen weiter vorangetrieben werden. Mit all diesen Maßnahmen hoffen wir, auf dem Weg zur 100 Prozent sauberen Stromversorgungen ein gutes Stück voranzukommen.

 

Lanzarote37°: Frau Bernal, wir bedanken uns für das Interview.



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