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Dienstag, 11. August 2020
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Lokales

Memoria Digital de Lanzarote
Das Gedächtnis der Insel

Von: Sarah Schulz


Memoria Digital de Lanzarote, Lanzarote, Mario Ferrer, La Graciosa, Elza, Nick Wagner, Lanzarote37°, 37 Grad, deutschsprachiges Inselmagazin
Kamele mit Wasserfässern in der Arrecifer Calle Real. Foto von Toedoro Maisch, einem deutschen Fotografen, der für die Zeitung Diario de Las Plamas arbeitete, aus dem Jahr 1928. Das Foto wurde vom Servicio de Patrimonio Histórico des Cabildo de Lanzarote zur Verfügung gestellt.


In den 1970er Jahren gab es in Playa Honda weder eine Strandpromenade noch ein Einkaufszentrum. Die beiden Kinder können so alleine am Wasser spielen. Das Foto wurde von Jesús Padrón zur Verfügung gestellt.


Mario Ferrer in seinem Büro im Zentrum von Arrecife. ©Lanzarote37°/Sarah Schulz


Elza und Nick Wagner verliebten sich vor vier Jahrzehnten in die kleinste bewohnte Kanareninsel La Graciosa. Sie beschlossen, ihr privates Bildmaterial Memoria Digital zur Verfügung zu stellen. ©Familie Wagner


Arrecife war in den 1970er Jahren noch deutlich dünner besiedelt als heute. Die Stadt wurde aber damals schon vom Gran Hotel überragt. Das alte Gebäude brannte 1994 aus. Das Foto wurde von Rafael Silva zur Verfügung gestellt.


Teodoro Maisch fotografierte 1928 einige Lanzaroteñas in der alten Recova von Arrecife. Das Foto wurde vom lanzarotenischen Servicio de Patrimonio Histórico zur Verfügung gestellt.


Der Physiker Blas Cabrera wurde 1878 in Arrecife geboren. Er gilt als einer der berühmtestens spanischen Wissenschaftler. Das Foto wurde von der Familie Matallana zur Verfügung gestellt.


Jugendliche an der Playa del Reducto in Arrecife in den 1960er Jahren. Das Foto wurde von Laura Ruiz zur Verfügung gestellt.


Die ehemaligen Salinen in Matagorda. Das Foto wurde von der Familie von Rafael Ángel Domínguez zur Verfügung gestellt.


Ihr privater Lanzarote-Schnappschuss mag Ihnen für die Allgemeinheit belanglos erscheinen, aber ist für Sie von persönlichem Wert. In fünf, 15 oder gar 50 Jahren kann er große Bedeutung für viele Menschen haben. Dann kann er, zum Beispiel, einen Beitrag zum kulturellen Erbe Lanzarotes leisten. Memoria Digital de Lanzarote sammelt solche Fotos, aber auch Audio- und Videodateien und Statistiken, um die Erinnerung zu bewahren und sie der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Lanzarote37° sprach mit Mario Ferrer Peñate, einem der Verantwortlichen des Projekts.

 

Am Anfang stand eine Idee: die Erinnerung an das alte, ursprüngliche Lanzarote lebendig zu erhalten. Die Insel, die arm und von bäuerlichem oder maritimem Leben geprägt war. Ein Ort ohne Touristen, höchstens mit ein paar wenigen Ausländern, die vor den großen Massen entdeckt hatten, was Lanzarote ihnen bot. Seit Mai 2007 besteht Memoria Digital de Lanzarote (Das digitale Gedächtnis Lanzarotes), eine Unterabteilung des Datenzentrums des Cabildos de Lanzarote. Vor zwei Jahren ging die Homepage www.memoriadelanzarote.com online, auf der die gesammelten Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der 32-jährige Arrecifeño Mario Ferrer, von Beruf Historiker und Journalist, ist verantwortlich für die Betreuung und den Ausbau der Datensätze. Besonders das Fotorepertoire wächst immer weiter an. Aktuell beinhaltet es über 6300 Bilder, und die Internetpräsenz wird jeden Tag aktualisiert, wie Mario betont. Derzeit zeigen die Dokumente hauptsächlich die Entwicklung des 20. Jahrhunderts, die im Rahmen der Zielsetzung von besonderem Interesse ist, aber auch ältere Daten sollen zusammengetragen und auf die Datenbank gestellt werden.


Zum Ausbau der Inhalte benötigt Memoria Digital die Unterstützung der Bevölkerung: der Lanzaroteños, der Residenten und auch der Touristen. Wir alle schießen hier mehr oder minder häufig Bilder, die eine Momentaufnahme des aktuellen Inselaussehens darstellen. Gebäude, Wetter, Menschen, all dies kann Stunden später anders aussehen und hat Stunden zuvor anders ausgesehen.
Im September 2011 hat das deutsch-brasilianische Ehepaar Elza und Nick Wagner beschlossen, ihr Bildmaterial von der Nachbarinsel La Graciosa, die sie 1969 kennenlernten, dem Projekt zur Verfügung zu stellen. „Dessen Wert kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, findet Mario. Seit vier Jahrzehnten überblicken die Wagners die Entwicklung des bescheidenen Lebens der Gracioseros und ihre 1600 Dias sowie Super 8-Aufzeichnungen legen Zeugnis dessen ab. Traditionelles Leben, Fischfang, Ziegenhirten, spielende Kinder – alles ist auf ihren Bildern vertreten.


Als Mario und sein Team mit den Digitalisierungen begannen, waren zunächst viele Privatleute skeptisch. „Wir haben Bilder, natürlich, aber was genau macht ihr dann mit denen?“, gibt der junge Historiker die Sorgen wieder. Dabei ist der Prozess ein ganz einfacher: Jeder, der „seine Bilder zur Verfügung stellen“ möchte, kann das Material bei den Mitarbeitern in Arrecife abgeben. Dort wird das Original professionell digitalisiert, bevor man es dann, zusammen mit digitalen Kopien, zurückbekommt. Der Service ist vollkommen kostenlos und auf der Internetseite von Memoria Digital können alle Bilder mit dem Verweis auf den Besitzer von jedermann angesehen werden. Möchten Medien oder eine öffentliche Institution die Bilder nutzen, wird Memoria Digital dafür zuvor das Einverständnis der Besitzer erfragen. Bei jeglicher Nutzung des Bildes ist es üblich, dass der Eigentümer des Originals namentlich genannt wird.


Die Möglichkeiten, die das Projekt bietet, bringen Mario ins Schwärmen. Den Inselbewohnern, aber über das Internet gleichzeitig der ganzen Welt, die eigene Geschichte nahezubringen, ist ihm ein großes Anliegen. Der Ausbau des kulturellen Erbes durch die Pflege und Aktualisierungen der Seite war seit Inbetriebnahme kontinuierlich. Immer wieder plant das Team deswegen auch Aktionen, die die Mitmenschen ermutigen sollen, sich an den Erweiterungen der Daten zu beteiligen. Zum Karneval 2010 rief es auf, man solle die schönsten historischen Karnevalsfotos weitergeben und mit den Besuchern der Internetseite teilen. Dadurch entstand das große Karnevalsarchiv mit 410 Fotos, darunter viele Porträts, aber auch Bilder der Karnevalsumzüge (cosos) vergangener Jahre, welches die Erinnerungen an einen wichtigen Teil der lanzarotenischen Tradition wach hält und noch heute die ein oder andere Inspiration liefern kann. Die Sammlung lässt sich direkt auf der Startseite als Extraordner anklicken (El Gran Archivo del Carnaval).

Der Fotobestand von Memoria Digital ist aktuell der größte und wichtigste, denn „Fotos kann jeder nutzen: jung, alt, auch Menschen, die der spanischen Sprache nicht mächtig sind“, begründet Mario den Umfang. Aber ebenso wachsen der Audio- und Videobestand weiter an. Darunter sind Interviews mit „Lanzaroteños des täglichen Lebens“, wie Mario sie nennt, also keine berühmten Persönlichkeiten, die mit Offenheit von ihrem Leben auf der östlichsten Kanareninsel berichten. Seien es Erinnerungen an die Guerra Civil, die Jugend in den 30er, 40er, 50er Jahren, die Arbeit als Fischer, Timplista oder auf dem Feld, religiöse Bräuche und die Fiestas, zum Beispiel jene berühmte de los Dolores, der Schutzheiligen der Insel – sie erzählen, weil sie wissen, dass sich die Weitergabe ihrer persönlichen Erlebnisse an nachfolgende Generationen lohnt. Jedem, der Spanisch versteht, sind diese Tonaufnahmen ans Herz zu legen, weil sie ein Stück des alten Lanzarote, das viele von uns nicht kennen, aufleben lassen.

Nicht nur für Touristen und Residenten haben die Dokumente einen speziellen Wert. Gerade die lanzarotenische Jugend kann mit Hilfe von Memoria Digital die Welt kennenlernen, in der Eltern und Großeltern geboren wurden. Aus diesem Grund veranstaltet das Team spezielle Unterrichtseinheiten in den Schulen der Insel, bei denen den Kindern eine Auswahl des gesammelten Materials vorgestellt wird. Zu diesen Gelegenheiten zeigt Mario gerne ein Foto von Playa Honda aus den 1970er Jahren. Dort, wo sich heute eine große Urbanisation erstreckt, die den Kindern mindestens durch ihr Einkaufszentrum Deiland bekannt ist, stehen drei einsame Häuser am Meeresufer. Anders als heute fehlt die Strandpromenade mit ihren Restaurants und Bars. Zwei Kinder spielen auf den Felsen, einsam - einzig von der Kamera beobachtet.
Dass der Tourismus nicht nur für die Veränderung des Landschaftsbilds verantwortlich ist, sondern der Insel auch neue Möglichkeiten und Wohlstand eingebracht hat, möchte Mario den Schülern ebenso vermitteln. Doch wünscht er sich, den Wandel durch die Unterstützung der Bevölkerung detailliert zu dokumentieren: „Dafür arbeiten wir auch viel mit sozialen Netzwerken zusammen. Erst kürzlich habe ich bei Facebook ein Foto hochgeladen mit der Frage, wer die porträtierten Personen kenne. Nach wenigen Stunden antwortete eine junge Frau, die heute auf Gran Canaria lebt, dass sie ihre Oma auf dem Bild wiedererkannt habe.“

Besonders die Bild- und Tonaufnahmen, anders als die Zahlen in den Statistiken und Plänen, haben für die Familien, die sie bereitgestellt haben, einen emotionalen Wert. Dies wissen Mario und seine Mitarbeiter und gehen dementsprechend respektvoll mit ihnen um. Viele rührende Momente erlebten sie, als sich Mitmenschen mit ihnen in Kontakt setzten, weil sie Angehörige, manche zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben, auf Bildern, die sie selbst noch nie gesehen hatten, wiedererkannt haben. Und damit solche schönen Geschichten auch weiterhin passieren können, bittet Sie Memoria Digital de Lanzarote um Ihre Mithilfe: Besuchen Sie Lanzarote schon seit längerer Zeit? Leben Sie hier? Mario und seine Kollegen würden sich sehr über Ihre Bilder freuen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.memoriadelanzarote.com oder können Sie per Mail unter datos1@cabildodelanzarote.com oder per Telefon (spanisch) unter 928 810 100, Durchwahl 3006 erfragen. Auf Facebook können Sie sich mit memoriadelanzarote.com verlinken.



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