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Lokales

Mehr Touristen in den Norden: Ehrgeiziges Projekt von Bürgermeister Torres Stinga

Von: Susanne Bernard


Kanarische Inseln, Lanzarote, Haria, Torres Stinga, Bürgermeister, der Norden von Lanzarote
Wollen den Norden entwickeln: AETUR-Chef Elvira, Bürgermeister Torres Stinga und Blexideas-Chef Lecuona mit seinem Mitarbeiter (v.l.n.r.).


(11/08 No.28) Der Norden Lanzarotes will zukünftig einen größeren Teil vom touristischen Kuchen abhaben. Dies ist erklärtes Ziel vom Bürgermeister von Haría, José Torres Stinga, der Mitte September seine Gemeindemitglieder in die Aljibe von Haría bat, um ihnen die Idee von der „Potenciación del Municipio de Haría“ schmackhaft zu machen und, am darauf folgenden Tag, eine Pressekonferenz im Hotel Lancelot in Arrecife einberief, um sein ehrgeiziges Projekt inselweit zu verbreiten.


Unterstützung holte sich Harías Bürgermeister bei der Werbeagentur Blexideas aus Teneriffa, die das Vorprojekt (Anteproyecto) zur touristischen Entwicklung des Nordens ausarbeitete, und beim Präsidenten von AETUR (Federación de Empresarios Turísticos de Lanzarote) Victoriano Elvira, der dem Bürgermeister bei seiner Präsentation beistand.
Bevor Javier Bello Lecuona, Chef der Firma Belexideas, seine Ideen präsentierte, betonte er das enorme touristische Potential des lanzarotenischen Nordens: „...Naturschönheiten fernab vom Getöse und Gedränge, Tor nach La Graciosa und den anderen kleinen Inseln“ - in seinen Augen ein völlig unausgeschöpftes Potential - , “...die Weite der Landschaft, weltweit einzigartige Vulkane, das Vermächtnis Manriques, das große historische und kulturelle Potential, die Weinindustrie, die Gastronomie bekannt für ihre Meeresprodukte und die  Wanderwege, die zur Verfügung stehen...“
Genug Potential, da ist sich Bürgermeister Torres mit dem Chef von Blexideas einig, um mindestens zehn Prozent der 1.7 Millionen Touristen, die jährlich nach Lanzarote kommen, in den Norden zu locken.
Womit, das präsentierte ein Mitarbeiter von Blexideas mit einer anschließenden Power-Point Präsentation, in der er sieben verschiedene  Routen (rutas)  vorstellte, auf die man den Touristen von morgen schicken könne:
Als erstes die Ruta del Vino, auf welcher man „dank der großen Fruchtbarkeit der Böden im Inselnorden die hervorragenden Weinbauern des Nordens besuchen und deren Produkte verkosten“ könne. Hierfür schlägt Blexideas organisierte Touren mit Weinverkauf vor, und stellt gleichzeitig neue Arbeitsplätze und werbliche Unterstützung der kanarischen Regierung in Aussicht.
Die Ruta Gastronómica soll von der Tatsache profitieren, dass sich in Haría „der touristisch meist besuchte Fischereihafen der Insel“ befände, wo Touristen bereits heute herkämen, um die inseltypischen Fischgerichte zu essen. Die Bewerbung einer organisierten Gastronomie-Tour sei also eine exzellente Möglichkeit für den Touristen, die traditionelle Inselküche kennen zu lernen, und ein Grund mehr, in den lanzarotenischen Norden zu kommen, so Blexideas.
Es folgte die Ruta Miradores / Formas Mágicas, wo Touristen in organisierten Touren zu den schönsten Aussichtspunkten im Norden gebracht werden sollen und man den ökologischen Reichtum des Nordens bewerben könne, um den Touristen „unsere Insel und unser Erbe“ zu vermitteln.
Danach empfiehlt die Ideenwerkstatt die Ruta Senderismo, die die Wandermöglichkeiten und Flora und Fauna im Municipio bewerben soll, deren Potential ebenfalls neue Arbeitsplätze schaffen könne und die man, ebenfalls in Form von organisierten Touren, anbieten könne.
Die Ruta Deportes Alternativos knüpft daran an und soll unter anderem Paraglidern, Radlern, Kajakfahrern und zukünftigen Ironmännern den Norden als Urlaubs- und Trainingsmöglichkeit empfehlen. Genauso wie der Tourismo Azul Haría, der die submarine Vielfalt im Norden Lanzarotes und zwischen den vorgelagerten Inseln bewerben soll und Sportfischer, Surfer, Kite-Surfer, Taucher, Schnorchler und Segler in den Norden bringen soll.
Und dann wäre da noch die von Blexideas empfohlene Ruta Mala-Guatiza oder auch Ruta de la Cochinilla, die interessierten Touristen einen Einblick in die Cochenille-Zucht geben soll, die durch dieses Projekt wieder erweckt und so - nach der Idee von Blexideas - vor der völligen Vergessenheit bewahrt werden könne.
Unterstützt werden soll Stingas Entwicklungsprojekt außerdem von so genannten „Totems de Información“, elektronischen Info-Säulen, betrieben durch Solarenergie, verteilt über das gesamte Municipio, an denen man alle Informationen der Gemeinde über alle Veranstaltungen und touristischen Möglichkeiten abrufen können soll, und sogar direkt über Wi-Fi ins Internet gehen kann.
Dazu möchte Stinga ein Tourismusinformationsbüro im Kern von Haría einrichten, wo ein Tourismuschef (gerente) und zwei Angestellte sich um alle Belange unserer Inselbesucher kümmern sollen, ausgestattet mit Internet, Wi-Fi und Cyber-Telefonie, und ein weiteres Informationsbüro (Centro de Soporte de Información) im Centro Cultural del Proyecto del Cultivo de la Cochinilla in Guatiza.
Stingas größtes und ehrgeizigstes Projekt in diesem Zusammenhang ist aber ein großes virtuelles Informationszentrum in Orzola (Centro virtual de Haría en Orzola), in welchem die Besucher in einem riesigen Kuppelbau - so jedenfalls sieht die Abbildung auf der Präsentation von Blexideas aus - sich auf eine virtuelle Reise zu allen Plätzen des Nordens, mit Schwerpunkt der vorgelagerten Inseln, begeben können und - natürlich - Internet-, Wi-Fi -, und Telefonanschluss haben sollen.
Das alles, so betonte Torres Stinga mehrmals, soll passieren, ohne dass ein Kubikmeter Beton verwendet wird.
Harías Bürger haben Stingas Präsentation in der alten Aljibe im Dorf aufmerksam verfolgt, Fragen hatte nach der Präsentation niemand.
Nicht, was das von Blexideas ausgedachte „Anteproyecto“ gekostet hat, nicht, wie viel die Folgeprojekte kosten würden, und auch nicht, was die Verwirklichung der ganzen Ideen kosten würde, beziehungsweise woher das Geld dafür kommen solle.
Niemand fragte, wo denn die Bodegas sein sollen, die den berühmten Wein von Haría herstellen, und wo die Fischer, die im Fischerhafen täglich die frischen Fische brächten.
Auch die viel gepriesenen Wanderwege für den so gelobten Ökotourismus nahm man als gegeben hin, genauso wie das angeblich bereits vorhandene Cochenille-Zentrum.
Und jeder traut es dem Bürgermeister offensichtlich auch zu, „Totems de Información“ und Tourismusinformationsbüros mit aktuellem Informationsmaterial zu versorgen, obwohl es ihm bisher nicht einmal gelingt, seine Gemeindemitglieder rechtzeitig über Veranstaltungen in der Gemeinde zu informieren, für aktuelle Flyer über Veranstaltungen im Rathaus zu sorgen und Ankündigungen für einen Faschingsumzug mit dem richtigen Datum drucken zu lassen.
Wie das in einer Kuppel untergebrachte Informationszentrum in Orzola ohne Zement erbaut werden soll, wollte auch keiner wissen, und auch nicht, wo die 170.000 Besucher, die künftig jährlich in den Norden strömen sollen, denn untergebracht werden sollen, wo es den Bürgern doch verwehrt ist, privat an Touristen zu vermieten.
Ach ja, so ganz nebenbei erzählte Torres Stinga, dass in Orzola eine touristische Wohnanlage mit 150 Einheiten geplant sei.
Wie er die ohne einen Kubikmeter Zement bauen will, bleibt vorerst wohl ebenso sein Geheimnis.
Vielleicht waren an besagtem Infoabend nicht genug kritische Bürger da, weil sie einfach zu spät von der Informationsveranstaltung des Bürgermeisters erfahren hatten. Da gab es in den darauf folgenden Tagen nämlich jede Menge Klagen, dass man nicht kommen konnte, weil der Bürgermeister erst am Mittag des selben Tages die Ankündigung seiner abendlichen Infoveranstaltung in den Briefkästen verteilen ließ und sich keiner so schnell von bereits vereinbarten Verabredungen frei machen konnte.
Die Presse hatte es nicht leichter, denn die erfuhr auch erst am Bürgerinfoabend, dass am nächsten Tag eine Pressekonferenz in Arrecife angesetzt sei, just zur selben Zeit, als die Chefin des Cabildo in Zonzamas der Presse vorführte, dass die neue Biogasanlage, aller Unkenrufe zum Trotz, in Betrieb gegangen sei.
So stellten die paar anwesenden Journalisten auch nicht besonders viele Fragen, und die eine entscheidende, nämlich wie viel denn nun das „Anteproyecto“ gekostet habe, wollte Torres Stinga partout nicht beantworten. „Fragt Industrias“ so seine lapidare Antwort, „das wird von denen bezahlt“.
Der Chef der Firma Blexideas konterte noch ungenierter und gab die Antwort: „Wieso fragen Sie, haben Sie damit Probleme?“
Nein. Probleme hat eigentlich keiner. Aber scheinbar ist es bei manchen Leuten noch nicht so ganz durchgedrungen, dass sie Staatsdiener sind, Steuergelder verwalten oder erhalten, und der Bürger ein Recht darauf hat zu erfahren, wer wie viel von ihrem  schwer verdienten Geld wofür ausgibt.
Aber vielleicht kann man das ja bald in den Totems de Información abrufen, vorausgesetzt, sie halten den vandalistischen Attacken übermütiger Jugendlicher stand.



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