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Lokales

Mal wieder sechs Wochen „zuhause“

Von: Werner Kraeling


Lanzarote, Residenten, Zuhause, Werner Kraeling
Lanzarote-Residenten mit Noch-Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben eine Angewohnheit, die ihnen eigentlich kaum auffällt: Sind sie hier, sprechen sie von dort meist als „Zuhause", wo sie gerade nicht sind.Foto:©iStockphoto.com/Kalulu


(12/07 N°17) Lanzarote-Residenten mit Noch-Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben eine Angewohnheit, die ihnen eigentlich kaum auffällt: Sind sie hier, sprechen sie von dort meist als „Zuhause", wo sie gerade nicht sind. Oder umgekehrt. So geht’s mir jedenfalls.
Also mal wieder zu Hause in Deutschland. Schon die erste Begegnung hat wieder mit dem Zuhause auf Lanzarote zu tun. Beim morgendlichen Gang zum Zeitung holen „ins Dorf, also in die Ortsmitte unseres Stadtteils, treffe ich einen alten Bekannten, der mir direkt nach unserer Begrüßung sagt: „Ich habe in Lanzarote vor ein paar Wochen einen deiner Artikel in der 37 Grad gelesen.“ Das geht runter wie Öl, vor allem, wenn einem das einer sagt, den man kurz nach Ankunft zu Hause als ersten trifft. Ich frage, wo er war auf Lanzarote. Die Antwort: „Im Beatrix. Da hat mir eine junge Dame vor der Rezeption die Zeitschrift in die Hand gedrückt. Ich glaube, das war eure Chefredakteurin.“ Na also: Kaum zu Hause, schon ein Gruß von der Chefin. Sofort jage ich gedanklich einen Gruß zurück. Zusammen mit einem Gruß von diesem heimatlichen Leser, der noch betont, dass die 37 Grad eine verdammt gute Zeitschrift sei. Und dass er wiederkommen würde auf unsere Insel. Prima!
Am zweiten Tag gleich ein Erlebnis der eher schwäbischen Art, obwohl dies nicht in Schwaben spielt. In unserer Straße stehen auf der anderen Seite viele Bäume, meist hohe breitausladende Linden. Ich hatte mich auf diesen herbstlichen Anblick mit den bunt gefärbten Blättern sogar gefreut. Nun dies: Eine der Mitbewohnerinnen des Hauses zu uns: „Im Heizungskeller stehen Besen. Morgen seid ihr mal dran mit Laubfegen auf dem Bürgersteig. Sonst seid ihr ja nie da!“ So landeten wir in einer Art schwäbischer Kehrwoche, die streng von den Mitbewohnern überwacht wurde. Ich hörte sie direkt hinter den Gardinen sagen: „Jetzt sind die Spanier aber mal richtig dran.“ Meine Freude an den bunten Herbstblättern ließ deutlich nach, und die Linden schmissen diebisch Tag für Tag wieder die Bürgersteige zu.
Die Bundespost hatte uns die ganzen Monate der Abwesenheit ähnlicherweise auch mit Post zugedeckt. Zentnerweise Reklame, Abbuchungen, aber auch einen Brief von meiner Krankenkasse: eine Abrechnung über Erstattungskosten, weil ich im Jahr zuvor in Lanzarote zweimal beim Arzt war und dort bar bezahlt hatte. Soweit, so gut, aber die Kasse hatte mir zweimal je zehn Euro Praxisgebühr abgezogen. Für eine Praxis in Lanzarote. So weit reicht also der eintriebige Arm der Ulla Schmidt.
Überhaupt die Gesundheit: Abgesehen von dem Eintrittsgeld für das bloße Betreten einer Praxis, abgesehen von den immensen Zuzahlungen für Medikamente in den Apotheken gibt es schon wieder ein neues Schröpfmittel für Patientinnen und Patienten, den IGeL. Das sind „individuelle Gesundheitsleistungen“, die aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen herausgenommen wurden, die also fortan selbst beim Arzt bezahlt werden müssen. Und in welche Praxis man kam, war meist der IGeL schon da: bereits am Empfangstisch legte man uns eine Preisliste vor. Große Blutuntersuchung 25 Euro, Lungenfunktionsprüfung 30 Euro. Bei Frauenärzten wird‘s noch happiger: „Vorsorge plus“ nennt sich da die billigere Version für 35 Euro, „Vorsorge Premium“ ist die teurere für 95 Euro, beides sind Krebsvorsorgeuntersuchungen. Man muss sich das vorstellen: dies sind Vorsorgeuntersuchungen, von denen es am Beginn der neueren Gesundheitspolitik immer geheißen hat, sie würden von den Kassen bezahlt. Aber Politik ist eben wie ein Märchen: Der Hase kann laufen wie er will, der IGeL gewinnt immer. Und im Märchen fällt der Hase am Ende gar noch tot um.
Nichts gegen die Ärzte, sie müssen das von oben diktierte System mitmachen. Und Geld sei ihnen auch gegönnt, wie auch den Lokführern - wieso heißen die eigentlich Führer? Weil sie zu Chaos auf Schiene und Straße geführt haben? So haben wir auf einige längere Autofahrten zu guten Freunden verzichten müssen. Auf einer Fahrt nach Bonn dann ein neuer Schreck: das große Bayer-Kreuz bei Leverkusen ist weg! Wie soll jetzt ein Norddeutscher wissen, wann Köln kommt? Aha, es gibt ja Navigationssysteme. Nur habe ich den Eindruck, seit es die Dinger gibt, schwinden die Geografie-Kenntnisse noch mehr als bisher. In Quiz-Sendungen blamieren sich da so manche. Aber auch Profis am Mikrofon leisten sich oft Peinliches: Dreimal im WDR (Hörfunk und TV) von verschiedenen Sprechern gehört, dass die Externsteine im Teutoburger Wald grausam auf der zweiten Silbe betont ausgesprochen wurden, als ob die Steine extern stünden. Sicher stehen sie draußen, also extern, aber sie stehen dort mit Betonung auf der ersten Silbe. Und wo wären dann eigentlich die Internsteine? Gibt es im WDR, wie früher üblich und sogar Zwang, nicht mehr die Schulungen über Aussprache von Ortsnamen, interne wie externe?
Verdummung aber allüberall: In unserer Stadt ist plötzlich der Bus-Fahrplan umgestellt worden und hat zu wütenden Protesten geführt. Alle nummerierten Linien haben ab acht Uhr abends bis in die späten Morgenstunden plötzlich andere Nummern. Die Verwirrung darüber war geplant: so merkten die Nutzer nicht, dass viele Strecken nur noch stündlich befahren wurden. Die Geschäfte in der Innenstadt schon, denn ihnen blieb morgens die Kundschaft weg. Da erst knickte die Stadt ein und fuhr die Änderungen teilweise zurück. Man kann‘s ja mit der Volksverdummung mal versuchen.
Die Abzocke der Energiekonzerne ist bekannt und auch nicht ohne. Unsere Gasheizungsrechnung ist aufs Dreifache gestiegen, aber das erlebt ja jeder zu Hause. Alles dies zusammen und noch viel mehr hat aber seine fatale Wirkung. Sieht man in Arrecife Leute an Bushaltestellen sich unterhalten und lachen, so stehen die Leute zu Hause, auch wenn sie sich kennen, stumm, griesgrämig und verbittert herum. Politiker sollten sich mal (zu Hause!) an die Haltestellen stellen (deshalb heißen die so) und die Leute nur beobachten. Dann bekämen sie vielleicht einen Hauch von dem, was Menschen heutzutage zu Hause von ihnen halten.
Noch schlimmer der Arbeitsmarkt, und zwar der, in dem Menschen noch arbeiten. Bei allen Freunden und Bekannten nur noch zwei Themen, auch in höheren Positionen: Angst vor der unmittelbaren Zukunft, reale Angst täglich vor Mobbing. Der Druck kommt von Kollegen, von Vorgesetzten, letztlich aber von ganz oben. Da wird mit Aufhebungsverträgen gedroht, mit Abschiebungen in eine neu zu gründende Tochterfirma, wenn man nicht einen neuen schlechteren Vertrag unterschreibt.
Mobbing? Natürlich nicht! Da teilt dann z. B. eine früher auch sozial sehr vorbildlich geführte große Firma, in der heute fast alle über Mobbing von oben und von der Seite klagen, ihren Mitarbeitern mit (und mit diesen Formulierungen operieren viele Unternehmen), dass „unsere Zusammenarbeit“ geprägt werde von Respekt vor der Person und Leistung jedes Mitarbeiters. Da ist auch weiter kategorisch festgestellt, dass Höflichkeit und Kooperationsbereitschaft in der Firma herrschten. Das kann ja nun alles heißen. Aber Hauptsache, das Problem ist weggemobbt.
Die Linden gegenüber haben inzwischen wegen des Wetter-Mobbings ihre letzten Blätter abgeworfen. Regen und Wind pfeifen ums Haus und der erste Hauch von Schnee liegt in der Luft. Die Autobahn zum Flughafen in der Nacht noch leer, später wegen Streiks proppevoll. Auf Reiseflughöhe geht die Sonne auf. Nun denke ich an die Palmen, die ich beschneiden muss.
Tu felix Lanzarote, wo die Menschen noch lachen können!



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