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Lokales

Lanzarote: Korruption, Bestechung, Amtsmissbrauch:
Die Akteure der Operation “Unión”

Von: Susanne Bernard


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Neun Personen müssen sich am Donnerstagmorgen vor dem Richter im Gericht von Arrecife erklären. Foto:©iStockphoto.com/stphillips


Lanzarote/Arrecife, 28. Mai 2009 - Korruption, Bestechung, Amtsmissbrauch, Schmiergeldzahlungen. An welches Land denkt man, wenn man diese Worte liest? Den Bewohnern der zwar nicht kleinsten, aber mit 139.506 ständigen Bewohnern (offizielle Erhebung aus 2008) nicht gerade großen Kanareninsel Lanzarote fällt dazu derzeit sicherlich als erstes ihr eigenes Land ein. Den Blick gen Hauptstädtchen Arrecife gerichtet, erleben sie in den letzten Maitagen des Krisenjahres 2009 einen Inselkrimi, der, wüsste man es nicht besser, eigentlich in Sizilien spielen müsste.

 

Wer länger auf Lanzarote lebt, der kommt nicht umhin, immer wieder mit ratlosem Schulterzucken, wissendem Grinsen, oder – je nach Betroffenheit – auch mit blanker Wut, konfrontiert zu werden, wenn die Rede ist von illegalen Hotels, wilden An-, Um- und Schwarzbauten, Häusern ohne Katastereintrag, von Grundstücken ohne eingetragene Grundstücksgrenzen, von Taxifahrern, Radverleihern, Wanderführern, Ferienhausvermietern, Touren- und Ausflugsanbietern, Tauch-, Sprach-, Mal- und sonstigen Schulen  oder Dienstleistern, alle im operativen Geschäft, aber viele ohne Lizenz.

 

Nicht weil es prinzipiell keine gäbe. Nein. All diese Dienstleistungen werden durchaus legal angeboten. Das auffällige ist allerdings einerseits, wie schwer oder oft unmöglich es für Otto Normalbürger ist, eine Lizenz zum Betreiben eines Geschäftes zu bekommen und andererseits, dass viele Dienstleistungen auf der Insel stark monopolisiert sind.

 

Alle Tankstellen befinden sich in der Hand von ein oder zwei Familien, die größeren Supermärkte ebenfalls. Baufirmen, Baustoffhändler, Hotels, Weingüter, Gazetten, Inselfernsehen und Inselradio – immer wieder tauchen dieselben Namen auf. Selbst ein so mächtiger Konzern wie der Lebensmittelhändler Lidl  musste  sich das Recht, einen Supermarkt auf Lanzarote zu eröffnen  in langjährigen Gerichtsprozessen erstreiten. Leicht vorstellbar, dass diese Eröffnung gescheitert wäre, hätte nicht eine Armada von Rechtsanwälten und eine gut gefüllte Kriegskasse Lidl auf dem Rechtsweg zu seinem Recht, eine Filiale auf Lanzarote zu eröffnen, verholfen.

 

Wenn die Kriegskassen weniger prall und der Atem nicht ganz so lang ist, reicht man einem willfährigen Mittelsmann dann doch lieber bei passender Gelegenheit 100.000 Euro in einer kleinen Pizzeria über den Tisch. Das geht schnell, jeder hat was er will und alle sind Freunde. Zumindest solange sich jeder gut fühlt bei dieser Art von Geschäften. Kritisch wird’s erst dann, wenn einer der Geldgeber auf die Idee kommt, dass er sich dieses Geld ja eigentlich hätte sparen können, weil die Leistung, welche er dafür erhielt, sowieso zu den Aufgaben desjenigen gehört, in dessen Taschen das satte Sümmchen wandert.

 

Womit wir mitten drin wären in Lanzarotes illustrem Inselkrimi Operation „Unión”. Ein Live-Schauspiel mit ebenso unbekannter Aktzahl, unbekanntem Ausgang und noch vielen unbekannten Akteuren,  direkt vor unserer Haustür. Die Mitspieler: Polizisten, Unternehmer, Politiker, Promis, Beamte, Häftlinge, und jede Menge Wasserträger. Und, wie bei jedem billigen Schaustück, erahnt man auch hier schon das Ende der Geschichte, werden ein paar von den Wasserträgern noch die Rolle der Sündenböcke übernehmen müssen.

 

Aber noch ist es nicht soweit. Wir erleben heute erst Tag fünf der Operation „Unión”, einem Polizeieinsatz, der von langer Hand geplant wurde und das korrupte Netz angeblich seit über einem Jahr im Visier hat. Dem neugierigen Zuschauer präsentieren sich auf der Bühne derzeit neun Verhaftete, die sich in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag überlegen durften, was sie heute Morgen um neun dem Richter erzählen:

 

Da ist einer (noch) ohne Namen, den die „allzu strengen“ Polizisten einer Spezial-Truppe der Guardia Civil, die extra vom Festland eingeflogen wurde,  dabei ertappt haben, wie er einem anderen (noch) Namenlosen 100.000 Euro Bares über den Tisch reichte.
Und da sind, Ubaldo Becerra Robayna, der stellvertretender Bürgermeister von Arrecife, die Stadträte José Miguel Rodríguez und Juan Rafael Arrocha, beide in nicht unwesentlichen Ämtern wie Stadtentwicklung, Städtebau Finanzwesen und technisches Büro; Segundo Rodríguez, Ex-Präsident von Lanzarote und Matías Curbelo, Berater der Tourismusbehörde (Patronato de Turismo) und  rechte Hand von…


Dreimal darf der halbwegs wache Insulaner raten: Dimas Martín


Jawohl, der Dimas Martín, genannt der Zwiebelkönig, Gründer der  Partei Independientes de Lanzarote (PIL), Ex-Bürgermeister, Ex-Inselpräsident und – so munkelt ganz Lanzarote hinter vorgehaltener Hand – immer noch Strippenzieher vieler politischer Entscheidungen auf unserer Insel.

 

Diesen Dimas Martín, dessen einer Sohn, Fabián, die rechte Hand der derzeitigen Inselchefin ist und dessen anderer Sohn, José Dimas, als Bürgermeister die Geschäfte in Teguise lenkt, wurde von der Guarida Civil, pikantes Detail am Rande, direkt im Gefängnis festgenommen. Dorthin wurde er übrigens just vor ein paar Tagen zum dritten Mal zurückgeschickt, nachdem ihm zuvor der beantragte und bewilligte Freigängerstatus zwei Mal entzogen wurde. Dieses mal angeblich wirklich endgültig, um eine achtjährige Haftstrafe – unter anderem wegen Unterschlagung –  endlich abzusitzen. Inzwischen ist er nicht im Gefängnis in Tahiche, sondern im Krankenhaus in Arrecife, wo er im Zuge der sich überschlagenden Ereignisse im Rollstuhl eingeliefert wurde.

 

Und, um die bisher einzig weibliche Rolle in diesem Stück nicht unerwähnt zu lassen, da ist auch noch Elena Martín, Tochter von Dimas Martín, am vergangenen Montag noch Chefin der Vertragsabteilung (Contratación del Consistorio) im Rathaus von Arrecife. Inzwischen, nach einigen Stunden Polizeigewahrsam unter strengen Auflagen  erst mal wieder zu Hause, unter anderem mit der Zusicherung, heute früh vor dem Richter in Arrecife ebenfalls ein Sprüchlein aufzusagen.

 

Es werden noch mehr Personen vor dem Richter in Arrecife erscheinen müssen, das ist sicher. Allerdings halten sich Polizei und Justiz bedeckt. Da ist die Rede von Angestellten des Architekten Carlos Morales, Ehemann ihrer Durchlaucht Prinzessin  Alexia von Griechenland und Dänemark, dessen Büro die Polizei einen Besuch abstattete und dessen Entwurf zur Ausschreibung um den geplanten Kongresspalast in Arrecife, zusammen mit dem des dänischen Architekten Henning Larsen, jüngst den ersten Platz errang.

 

Sie alle wurden öffentlich und lautstark bejammert von Manolo González, PIL-Berater und Freund von Dimas Martín, jener Partei, aus deren Reihen (derzeit) die meisten der Festgenommenen kommen.
„Geiern und Raubtieren“ sieht er seine festgenommenen Parteigenossen ausgesetzt und meint damit die Politiker der Coalición Canaria (CC)  und Partido Popular (PP), die jetzt angeblich auf eventuell freiwerdenden Posten schielen, und – vor allem – in der Presse und beim Volk bereits als künftige Koalitionspartner der derzeit mit der PIL in Zwangsehe koalierenden PSOE gehandelt werden.

 

„Mit Schmerz und Sprachlosigkeit“ beobachte man, wie die Parteifreunde von der Guardia Civil in unvergleichlicher Weise „festgesetzt und weggesperrt“ würden. Männer die, da sei er sicher,  „saubere Hände“ hätten. „Mag schon sein, dass irgend jemand irgend etwas verwechselt hat, aber egal, wer es war, es war keiner von uns“, ruft er der Presse zu, und vergisst nicht, gleichermaßen trotzig wie beleidigt, den ersten Akt mit dem Ausruf zu schließen, dass Lanzarote schließlich nicht Sizilien sei.

 

Darüber kann man nur froh sein, denn wäre dem so, würde vielleicht schon der zweite Akt, auf welchen ganz Lanzarote gespannt wartet, vielleicht mangels (mund)tot gemachter Mitspieler ausfallen.



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