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Mittwoch, 21. April 2021
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Lokales

Lanzarote: Aus dem Meer geboren vom Feuer gemacht oder:
Wie gefährlich ist das Brodeln unter der Insel?

Von: Friederike Klinge


Timanfaya Nationalpark, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Ein Krater von Innen: Auf Lanzarote gibt es die größte zusammenhängende Vulkanlandschaft der Erde. Foto: Lanzarote37°/Patronato de Turismo

Timanfaya Nationalpark, Restaurante del Diablo, Vulkangrill, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Der Grill des „Restaurante del Diablo” im Timanfaya Nationalparkt funktioniert weder mit Gas noch mit Strom, sondern Hitze aus dem Inneren der Erde röstet das Fleisch. Foto: Lanzarote37°/Bernard

Timanfaya Nationalpark, Geysir, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Ein Magma-Depot unterhalb von Lanzarote sorgt dafür, dass an verschiedenen Stellen auf Lanzarote heiße Luft aus Rissen und Spalten an die Oberfläche tritt. Wenn man Wasser in diese Spalten schüttet, erhitzt dieses sich so schnell, dass es unter hohem Druck in Fom einer kochenden Wasserfontaine wieder nach oben geschleudert wird - ein künstlicher Geysir. Das sind die geothermischen Anomalien im Timanfaya Nationalpark. Foto: Lanzarote37°/Patronato de Turismo

Spaltenvulkanismus, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Bei den jüngsten Beben auf Lanzarote taten sich verschiedene Risse in der Erde auf (hier sehr gut zu sehen), entlang denen die Magma an die Oberfläche stieg: Das nennt man Spaltenvulkanismus. Auf Lanzarote gibt es keine einzelnen aktiven Vulkane.Foto: Lanzarote37°/Jageneau

Mittelozeanischer Rücken, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Einige tausend Kilometer westlich der Kanaren, mitten im Atlantischen Ozean, trifft die Afrikanische auf die Südamerikanische Platte. An diesem, so genannten, Mittelozeanischen Rücken tritt permanent Lava aus, erkaltet und bildet so neues Krustenmaterial.Deshalb driften Afrika und Südamerika auseinander. Die Afrikanische Platte wird um etwa 12 Zentimeter pro Jahr in Richtung Europa verschoben.

Vulkanentstehung, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
So entsteht ein Vulkan: Geschmolzenes Gesteinsmaterial steigt aus der Tiefe der Erde nach oben, und sucht sich seinen Weg an die Erdoberfläche...

Entsteheung eines Vulkans, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
...entweder entlang von Rissen die sich in der Erde aufgetan haben, oder - wenn sich die Magma immer weiter anstaut, weil es eben keinen widerstandsfreien Weg an die Oberfläche gibt - in Form einer gewaltigen Eruption - einem Vulkanausbruch.

Vulkanbombe, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Das pyroklastisches Material, welches bei einem Vulkanausbruch ausgeworfen wird, hat unterschiedliche Texturen. Von flüssig bis zäh, Ascheregen oder auch vulkanische Bomben, wie diese eindrucksvolles Exemplar einer Vulkanbombe beweist. Foto: Lanzarote37°

Erdbebenüberwachung, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Mit Hilfe von Sensoren wird auf Lanzarote ständig die Erdbebentätigkeit kontrolliert. So wird die vulkanische Aktivität der Insel städnig überwacht und die Bevölkerung soll sich auf drohende Ausbrüche rechtzeitig einstellen können. Foto:Lanzarote37°/Jageneau

Symbol, Cesar Manrique, Timanfaya, Lanzarote37°, 37 Grad, deutsches Inselmagazin
Das Symbol des Timanfaya Nationalparks von César Manrique. Foto: Lanarote37ª/Patronato de Turismo


Täglich bewundern Tausende von Besuchern im Herzen des Timanfaya Nationalparks den ungewöhnlichen Grill des „Restaurante del Diablo”. In dem von Manrique gebauten Restaurant wird das Fleisch weder mit Gas noch mit Strom gegrillt, sondern mit der Hitze aus dem Inneren der Erde. Eine geothermische Anomalie, die beweist, dass unsere Erde lebt!

 

Viele können es nicht glauben, aber es stimmt! Im „Restaurante del Diablo” auf dem „Islote de Hilario“ herrschen anormal hohe Temperaturen an der Erdoberfläche. Stellenweise 200 Grad Celsius nur fünf Zentimeter unter dem Picón. 400 Grad heiß wird’s in zwei Metern Tiefe und in zwölf Metern Tiefe sind es stolze 600 Grad Hitze.

Es ist der sicht- und fühlbare Beweis, dass Lanzarote eine aktive Vulkaninsel ist. Und wenn man zurückblickt, waren die letzten Vulkanausbrüche vor nur 182 Jahren. Das liegt verglichen zum Erdalter von 4,6 Milliarden Jahren nicht einmal einen Wimpernschlag zurück.

Woher kommt die Hitze eigentlich?

Im Vorfeld der jüngsten Vulkanausbrüche auf Lanzarote (1730-1736 und 1824) stieg aus einer Tiefe von etwa 70 Kilometern (dem Oberen Erdmantel) Magma (geschmolzenes Gesteinsmaterial) relativ schnell an die Erdoberfläche. In einer Tiefe von etwa 4 Kilometern blieb ein Teil dieses Materials stecken, der Rest drang weiter auf und ergoss sich als Lava über den Süd-Westen der Insel. Das Magma-Depot ist immer noch sehr heiß und strahlt seine Wärme nach oben ab. Die heiße Luft folgt einem System aus Rissen und Spalten und tritt an vier Stellen an der Oberfläche aus. Genau das sind die geothermischen Anomalien im Timanfaya Nationalpark.

Der Spaltenvulkanismus auf Lanzarote


Auf Lanzarote gibt es eine ganz besondere Form des so genannten „sanften Vulkanismus“: den Spaltenvulkanismus.
Zu Beginn einer vulkanischen Aktivität reißen eine oder mehrere Spalten auf. Entlang dieser Spalten tritt die relativ flüssige basaltische Lava in verschiedenen Formen aus: Während der einleitenden explosiven Phase wird das pyroklastische Material ausgeworfen, also alles was fliegt: vulkanische Asche, Lapilli oder Picón, Schlacke und vulkanische Bomben. Hat sich der größte Druck entladen, treten die Lavaströme aus. Hier werden zwei Typen unterschieden: die zähe und langsame Aa-Lava und die flüssige und schnelle Pahoehoe-Lava. (Abb.1)
Durch das Herabregnen des pyroklastischen Materials formen sich die vulkanischen Kegel entlang der Spalten und bilden die für diese Art von Vulkanismus so typische lineare Anordnung der Vulkane: die Alineation.
Im Allgemeinen ist diese Art von Vulkanismus wenig explosiv und damit relativ harmlos.

Im Falle der Ausbrüche von Timanfaya war die Hauptspalte zwischen 16 und 20 Kilometer lang und hat sich wie ein Reißverschluss geöffnet. Man nimmt an, dass während der Ausbrüche im 18. und 19. Jahrhundert keine Menschen ums Leben gekommen sind, obwohl elf Dörfer unter
den Lavamassen begraben wurden.

Gibt es auf Lanzarote aktive Vulkane?


Unsere Vulkane sind so genannte monogenetische Schlackekegel, d.h. sie entstehen während einer Phase der Aktivität durch das Auftürmen von pyroklastischem Material. Ist der akute Ausbruch zu Ende, gehen die Schlackekegel schlafen und wachen normalerweise auch nicht wieder auf. Kommt es irgendwann auf Lanzarote zu neuen Ausbrüchen, wird wieder irgendwo eine kilometerlange Spalte aufreißen und entlang dieser werden neue “Volcanitos” entstehen.

Es gibt also auf Lanzarote keine einzelnen aktiven Vulkane, sondern die gesamte Region wird als aktiv bezeichnet.


Warum gibt es Vulkanismus auf den Kanarischen Inseln?


Unsere Erdkruste besteht aus einer Vielzahl größerer und kleinerer Platten. Diese sind in Bewegung und haben ihre Lage während der gesamten Erdgeschichte permanent verändert und tun das auch heute noch. Die Kanarischen Inseln liegen auf der Afrikanischen Platte.

Einige tausend Kilometer westlich der Kanarischen Inseln, mitten im Atlantischen Ozean, befindet sich am Meeresboden die Grenze zwischen der Afrikanischen und der Südamerikanischen Platte. An diesem so genannten Mittelozeanischen Rücken tritt permanent Lava aus, erkaltet und bildet so neues Krustenmaterial.
Deshalb driften Afrika und Südamerika auseinander. Die Afrikanische Platte wird um etwa 12 Zentimeter pro Jahr in Richtung Europa verschoben.

Vor etwa 60 Millionen Jahren begann die Kollision der Afrikanischen Platte mit der Eurasischen Platte (Europa und Asien). Das Ergebnis dieser Subduktion (die Afrikanische Platte schiebt sich unter die Eurasische) ist die Auffaltung großer Gebirge wie den Pyrenäen und den Alpen.
Und weil die Afrikanische Platte von der Eurasischen gebremst wird, kann sie nicht so einfach weiter nach Nord-Osten driften. Vom Mittelozeanischen Rücken im Westen kommt aber nach wie vor der Druck, der die Afrikanische Platte nach Nord-Osten schiebt. Als Folge dessen ist die Afrikanische Platte im Randbereich in einzelne Schollen zerbrochen. Durch weiteren Druck sind einige dieser Schollen aus dem Meer herausgedrückt worden. Diese Schollen sind die Sockel der Kanarischen Inseln und aller anderen Inselgruppen, die sich westlich des Afrikanischen    Kontinents befinden (Kapverden, Madeira).
Entlang der Bruchlinien konnte über viele Millionen Jahre hinweg Magma aus dem Erdinneren aufsteigen und sich in vulkanischen Eruptionen als Lava ergießen. (Abb.2)

Das erste Stückchen Land, das sich über den Meeresspiegel erhob, war das heutige Betancuria-Massiv von Fuerteventura (Gebirge im Zentrum der Insel). Die nächsten Landmassen bildeten Famara im Norden und die Ajaches im Süden des heutigen Lanzarote. Hier fand die erste vulkanische Aktivität über dem Meeresspiegel vor etwa 17 Millionen Jahren statt und im Laufe der Jahrmillionen verbanden sich Famara und Ajaches durch weitere Ausbrüche zu einer Insel: Lanzarote war geboren.

Kann es denn auch mal gefährlich werden?


Auf Lanzarote gibt es das “Geodynamische Labor Lanzarote”, das unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern Messstationen im Nationalpark Timanfaya und in der Cueva de los Verdes eingerichtet hat.

Mit Hilfe von Sensoren werden die geothermischen Anomalien und die Zusammensetzungen der aufsteigenden Gase ständig kontrolliert. Es gibt Seismographen, die die Erdbebentätigkeit registrieren und eine Bandbreite weiterer geophysikalischer Geräte und Methoden, um die vulkanische Aktivität der Insel zu überwachen und rechtzeitig auf drohende Ausbrüche vorbereitet zu sein.

Schon in den 70er Jahren, nach dem bisher letzten kanarischen Vulkanausbruch auf der Insel La Palma (Teneguia, 1971), begann man auf Lanzarote Messgeräte zu installieren.

Seitdem haben sich in den registrierten Daten keine signifikanten Änderungen gezeigt, d.h. die Situation ist stabil und es stehen, zumindest in naher Zukunft, keine Vulkanausbrüche an.
(10/06 N°3)

 

Glossar:
Geothermische Anomalie: durch überschreiten des hydrostaschischen
Drucks explosionsartig ausgestoßene Wasserfontäne
Eruption: Vulkanausbruch
Spaltenvulkanismus: die Lava tritt entlang von Spalten aus
Pyroklastisches Material: während der Explosiven Phase der Eruption
ausgeworfene Lava (Asche, Lapilli, Schlacke, Vulkanische Bomben)
Aa-Lava: viskoser (zäher) Lavastrom, Geschwindigkeit durchschnittlich
7 m/h, formt beim Abkühlen eine sehr schroffe Oberfläche
Pahoehoe-Lava: weniger viskoser, also relativ flüssiger Lavastrom,
Geschwindigkeit bis zu 60 km/h, hinterlässt eine „glatte“ Oberfläche
Alinaetion: Anordnung in einer Reihe
Schlackekegel: entsteht durch die Anhäufung und Verschweissung
von pyroklastischem Material
Monogenetisch: während einer Aktivitätsphase
Mittelozeanischer Rücken (MOR): Grenze zwischen zwei Krustenplatten,
an der durch das Austreten von Lava neues Krustenmaterial entsteht
Subduktion: Grenze zwischen zwei Krustenplatten, an der eine unter
die andere gedrückt (subduziert) wird, in die Erdkruste abtaucht und
in 80 bis 150 Kilometern Tiefe wieder aufgeschmolzen wird.

 

 
INFORMATIONEN


Ausstellungen:

Besucherzentrum des Timanfaya Nationalparks in Mancha Blanca (Hier gibt es eine sehr gute Bibliothek Mo-Fr 8.00 bis 15.00 Uhr) Straße LZ-67 von Yaiza nach Tinajo (km 11,5) 35560 Tinajo, Tel.: 928.840.839 Email: manchablancamma.es, Web: http://www.mma.es/parques

Casa de los Volcanes / Jameos del Agua, Tel.: 928.848.190, Email: casavolcanescabildodelanzarote.com

Literatur:


Los Volcanes de las Islas Canarias / Canarian Volcanoes (Spanisch / Englisch), Vicente Araña und Juan C. Carracedo, I.S.B.N. 84-7270-014-X

La Erupción de Timanfaya (Lanzarote 1730-1736), Analisis documental y Estudio geomorfologico, Carmen Romero Ruiz, I.S.B.N. 84-7756-272-5

Webseiten Auswahl:


www.vulkane.net
www.vulkanismus.de
www.volcanoes.com
volcanoes.usgs.gov



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