D  english    espanol
deutschenglishespanol
Mittwoch, 16. Oktober 2019
  Anzeigen
 
Startseite
 
 
Lokales
Kurzmeldungen
Freizeit
Wissenswertes
Serie
Essen & Trinken
Gesundheit
 
 
Künstler sehen Lanzarote
Fotogalerie
Veranstaltungskalender
Kleinanzeigen
Immobilien
Ferienhäuser-/ Apartments
Stellenangebote/-gesuche
 
 
Branchenverzeichnis
Leserbriefe
Abonnements nicht möglich
Werbebanner
Impressum
Kontakt
Links
 
 
» Archiv
 
Archivsuche  
 
 
 
Lokales

Lanzarote auf dem Eselrücken erleben:
Der Verein „Arre Tinajo Arre" auf einem Sonntagsausflug

Von: Friederike Klinge


Lanzarote, Eselreiten, lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Der Verein für Eselliebhaber „Arre Tinajo Arre" in dem Dörfchen Tinajo auf Lanzarote auf einem Ausflug: Kind und Kegel werden hinter den Esel gespannt. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Esel, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Die meisten Esel auf Lanzarote gehören zu der kanarischen Rasse „Burro Majorero“, die vom Aussterben bedroht ist. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Zapateria, Félix Hernández, Arrecife,  lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Manche Eselbesitzer auf Lanzarote gönnen ihrem Tier ein aufwändig geschmücktes Geschirr...

Lanzarote, Zapateria, Félix Hernández, Arrecife,  lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
...andere Esel sind etwas schlichter "gekleidet". Geschirre lassen sich die Eselbesitzer auf Lanzarote von Félix Hernández in Arrecife machen. Er ist noch einer vom alten Schlag: In seiner "Zapateria" werden auch Kleinigkeiten wieder repariert. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Esel, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Der Rückgang der Landwirtschaft auf Lanzarote und die Umstellung vieler Bauern auf maschinell unterstützte Landwirtschaft hat bewirkt, dass immer weniger Bauern auf Lanzarote Esel als Arbeitstiere halten. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Esel, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Esel halten die meisten bäuerlichen Familien auf Lanzarote zum Vergnügen ihrer Kinder. Mehr und mehr in Mode kommt auch das alljährliche Eselrennen in Tinajo. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Esel, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Nicht jeder Esel läßt sich freiwillig anschirren: Da muß schon mal der Freund zu Hilfe kommen. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Eselreiten, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Mit Ruhe und stoischer Gemütlichkeit geht es auf dem Rücken der Esel durch die lanzarotenische Vulkanlandschaft. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Eselreiten, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Wer sagt, dass man nicht auch stolzer Reiter eines Esels sein kann? Die Vereinsmitglieder der Eselliebhaber „Arre Tinajo Arre" jedenfalls sitzen mit Stolz auf dem Rücken ihrer Tiere. Foto: Lanzarote37°/Klinge

Lanzarote, Eselreiten, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
Die Pause gehört bei einem Esel-Ausflug dazu. Man ist gerüstet: Vino, chuletas, papas arrugadas...

Lanzarote, Eselreiten, Burro Majorero, "Arre Tinajo Arre", lanzarote37°, Lanzarote37 Grad
... im Nu ist eine kleine Feldküche im Freien aufgebaut und jeder bedient sich reichlich....


....mit Schweinekoteletts und Runzelkartoffeln. Bei diesem Ausflug darf man ruhig das eine oder andere Gläschen mehr trinken, denn die Esel finden auch ohne Anweisungen problemlos nach Hause zum Stall. Foto: Lanzarote37°/Klinge


„Corre, Patera, Corre!“ – „Lauf, Patera, Lauf!“ Mit diesem Ruf feuert Onofre meine Eselstute Patera an und die Kleine macht tatsächlich jedesmal einen Satz und läuft los. Wähnt sie sich unbeobachtet, verlangsamt sie das Tempo wieder, egal wie sehr ich versuche, sie mit guten Worten anzutreiben... bis der durchdringende Ruf von Onofre sie wieder aufschreckt und antreibt.


Ich bin heute auf einem ganz besonderen Ausflug – am Ende des Tages soll ich sogar behaupten, dass ich einen der besten Tage verlebt habe, seit ich vor neun Jahren nach Lanzarote gekommen bin. Der lanzarotenische Verein der Eselliebhaber, „Arre Tinajo Arre“, hat mich auf einen seiner sonntäglichen Tagesausflüge eingeladen. Mit einer Truppe von fast zwanzig Eseln und ebenso vielen Reitern versammeln wir uns in Tinajo, um von dort aus an die Küste zum Playa del Mariscadero zu reiten.

Stur oder besonnen?


„Stimmt es, dass Esel stur sind?“, will ich von meinem Gastgeber Leandro wissen. Er schmunzelt. Ja, sagt er, wenn ein Esel etwas nicht wolle, sei es ziemlich unmöglich, ihn trotzdem dazu zu bewegen. Kurz darauf erfahre ich dies am eigenen Leib: Ich reite die Eseldame Patera, die unheimlich freundlich  und sanftmütig ist, aber eher weniger auf meine Ansagen reagiert. Auf alle erdenklichen Arten versuche ich ihr zuzureden. Mir kommt die klassische Comic-Szene in den Sinn, sie mit einer Möhre an der Angel zu locken, aber ich habe natürlich weder Angel noch Möhre dabei. Als wir gerade die letzten Häuser Tinajos hinter uns lassen, besteht sie darauf, am Wegesrand zu warten, bis die letzten Nachzügler zur Gruppe aufschließen. Erst dann setzt auch sie sich wieder in Bewegung. Sehr sozial, denke ich. Aber plötzlich macht sie kehrt und verfällt in einen leichten Trab, zurück in Richtung Stall. Ich bin machtlos. Doch prompt erschallt ein durchdringendes „Patera – ven para acá!“ – „Patera, komm hier her!“, in einer sonoren Männerstimme. Sie hält inne und als Onofre zu uns aufschließt, dreht sie gezwungenermaßen wieder um und folgt dem Tross. Ich höre förmlich wie sie denkt: „Mist, ich muss wohl wirklich mit“.

Ein bisschen neidisch beobachte ich die anderen, die mit ihren Tieren scheinbar verschmelzen. Einige der Männer reiten temperamentvolle Hengste und galoppieren mehrfach auf und ab während Patera ein bisschen mühevoll hinterher trottet. Die Kinder sind ausgelassen und haben offensichtlich viel Spaß – der Jüngste ist Leandros Sohn Javier, stolze vier Jahre alt. Außer mir gibt es noch eine junge Frau, die zum ersten Mal dabei ist. Sie stellt sich als Estefania vor. Schnell sind wir Verbündete.

Wir reiten im Tross gemächlich auf Schotterwegen durch die malerische Landschaft und Patera und ich finden dann doch bald unseren Rhythmus. Sie ergibt sich in ihr Schicksal und ich mache meine Stimme ein bisschen tiefer, damit ich klinge wie der Bauer auf dem Feld, an den sie eigentlich gewöhnt ist. Patera gehört Señor Ricardo Morales, der leider mit einer Grippe zu Hause liegt, und sie und viele der anderen Esel, die heute dabei sind, arbeiten im Alltag zusammen mit ihren „dueños“ auf den Feldern Lanzarotes. Die meisten gehören zu der kanarischen Rasse „Burro Majorero“, die vom Aussterben bedroht ist.
„Auf Fuerteventura gibt es etwa 200 Tiere“, erzählt Leandro. „Hier auf Lanzarote sind es weniger, etwa 70, und auch auf den anderen Kanarischen Inseln gibt es nicht mehr viele“. Als Gründe für diese desolaten Zahlen nennt Leandro vor allem den Rückgang der Landwirtschaft und die Umstellung vieler Bauern auf maschinell unterstützte Landwirtschaft. „Vor knapp einem Jahr haben wir den Verein gegründet, um eine Plattform zu schaffen für alle, die zum Erhalt der kanarischen Esel beitragen wollen. Eigentlich sind wir nur ein Haufen Freunde, die verrückt sind nach den Tieren.“ Leandro erzählt stolz, dass im vergangenen Jahr 14 Fohlen geboren worden sind; er selbst hat vier Esel, zwei Stuten, einen Hengst und ein Fohlen. „Man kann uns auch mieten. Wir veranstalten Spiel & Spass Tage mit den Eseln, zum Beispiel für Familienfeiern. Das ist einfach mal was anderes und die Leute lieben es.“

Klein, aber oho!

Der Burro Majorero stammt von dem afrikanischen Wildesel Equus asinus africanus ab. Wahrscheinlich ist er um 1450 mit den spanischen Eroberern über Fuerteventura auf die Kanarischen Inseln gekommen und hat hier über Jahrhunderte große Dienste geleistet als Arbeits-, Last- und Transporttier. Er ist der einzige Einhufer auf den Kanaren und hervorragend an das trockene Klima und die halbwüstenartigen und vulkanischen Böden angepasst. Er ist in der Regel grau oder braun, hat eine charakteristische dunkle Linie auf dem Rücken, ein Stockmaß zwischen 100 und 120 Zentimetern, wiegt zwischen 125 und 175 Kilogramm und, obwohl er so zierlich aussieht, ist er unheimlich zäh und robust. Die Tiere sind sehr genügsam und langlebig – in der Regel werden sie 25 bis 30 Jahre, aber zuweilen auch bis zu 40 Jahre alt. Esel gelten als aufgeweckt, intelligent, lernfähig und treu. „Was ist das Charakteristische an diesen Eseln?“, will ich von Leandro wissen. Er denkt kurz nach und antwortet: „Ihre Noblesse. Wenn die Esel richtig erzogen sind, sind sie die besten Gefährten.“

Seit 1997 ist der Burro Majorero im spanischen Nutztierkatalog offiziell als Rasse anerkannt und als vom Aussterben bedroht eingestuft. „Vor einigen Jahren hat die Inselregierung etwa 25 Esel aus Rumänien nach Lanzarote gebracht“, weiß Leandro. „Die vom Cabildo wollten so die Nachfrage bedienen, aber sie hätten lieber was für die lokale Rasse tun sollen. Wir kriegen hier keinerlei Subventionen. Aber das ist uns auch egal. Wir lieben die Tiere und setzten uns auf unsere Art für sie ein.“

Schweinebraten, Wein & Siesta


Nach gut zwei Stunden Ritt – Patera und ich haben uns inzwischen angefreundet und sind ein paar Mal sogar galoppiert – erreichen wir den Playa del Mariscadero, einen rauen schwarzen Strand, der, eingebettet zwischen Lavafeldern und dem tosenden Atlantik, etwas nördlich des Timanfaya Nationalparks liegt. Freunde des Vereins sind mit ihren Pick-ups gekommen und sorgen für das Picknick: Es gibt ein halbes Schwein, Papas Arrugadas, frischen Ziegenkäse, Brot, getrockneten Fisch und fast alle Männer haben etwas von ihrem selbstgemachten Wein mitgebracht. Es wird geschlemmt und getrunken, geredet und gelacht. Ich tratsche mit Leandros Frau Argelia und den anderen und fühle mich fast wie eine waschechte Conejera, die Kinder toben herum, die Männer politisieren. Der ein oder andere macht eine kleine Siesta und am Nachmittag wird zum Aufbruch gerufen, um vor Anbruch der Dunkelheit nach Tinajo zurückzukehren.

In Tinajo angekommen, steige ich ab und bin zunächst etwas unsicher auf den Beinen. Liegt es an meinen verbogenen Beinen und dem sich schon jetzt ankündigenden Muskelkater oder am Wein? Ich helfe noch, die Tiere abzuzäumen und alles zusammenzupacken, dann verabschiede ich mich von Leandro, Argelia und den anderen. „Bestellt Señor Morales herzliche Grüße und sagt ihm vielen Dank. Und sagt ihm, dass Patera seit heute ein bisschen Deutsch spricht“. Für mich steht fest: Irgendwann werde ich einen Esel haben.

Infos über den Verein ¡Arre Tinajo Arre! gibt´s bei Leandro unter der Tel.: 636 221 710. Mit Leandro sprechen Sie auch, wenn Sie die Truppe für eine Feier mieten möchten.

(05/09 No.34)



<- Zurück zu: Archiv  

Lanzarote - Türen & Fenstr aus Aluminium oder PVC
Location Properties - Immobilienmaklerin Stephanie Lehrmann
Anwältin auf Lanzarote - Felicitas Hofacker Tel: 0034 - 630 79 11 56
La Mendoza - Immobilienmaklerin Angelika Oberländer
Restaurant La Puerta Verde - Sehr empfehlenswertes Restaurant im Norden der Insel
Villas Canarias - Immobilienmaklerin Eva Deible-Siegl
Service Team - Handwerks- & Dienstleistungsunternehmen auf Lanzarote
Immobilien auf Lanzarote - Intervalmarketing Klaus Piesch
Lanzarote Arzt -  Dr. Karl Kunze mit 24h Rufbereitschaft unter 0034-928 835 509
Computerberatung auf Lanzarote - Schulung, Kurse, Beratung und Hilfe
UNINEX - Büroservice, Behördengänge und Hilfe für Auswanderer - Andrea Lechtape
Iris Kienzle - Papierkram, Behördengänge, Beantragung NIE-Nummer, Residencia, etc
MANZATEC  - Solar- und Klimaanlagen - Sanitär - Installation - Instandhaltung - Umbau
Jon W. Olsen - Immobilienmakler in Playa Blanca
Deutsche Anwältin mit Sitz auf Lanzarote - Alice Baumann
WTU Canarias - Wir unterstützen Menschen, sich mit Hilfe von Körperarbeit, sowie gemeinschaftlichen und künstlerischen Aktivitäten - innerlich wie äußerlich - wieder aufzurichten.
Pflegedienst, ambulante Pflege, Urlaubspflege, Behandlungspflege und Tagesbetreuung auf Lanzarote
Men at Work - Thorsten Merkt - Fachbetrieb für Heizung und Sanitär sowie  Pool- und Solartechnik
Haría-Lanzarote-Markt-Mercadillo-artesanal-Kunsthandwerksmarkt
The Garden Lanzarote - Gartencenter / Gärtnerei in Tegoyo
Canarias Cosmetics - Aloe Vera Kosmetikprodukte aus Lanzarote
Lanzarote Immobilien - Ines Kampfer - IK-Immobilien in Costa Teguise - Tel: 0034 - 639 81 57 35
Umzüge-Internationale Transporte von und zu den Kanarischen Inseln
Lanzarote - Ferienapartments
Offizielle Tourismusseite Lanzarote - Alles für Ihren Urlaub auf Lanzarote
Ferienwohnungen - Ferienapartments - Villa la Vega Lanzarote

 
© conceptnet
  Startseite  |   Lokales  |  Kurzmeldungen  |  Freizeit  |  Wissenswertes  |  Serie  |  Essen & Trinken  |  Gesundheit  
  Künstler sehen Lanzarote  |  Fotogalerie  |  Veranstaltungskalender  |  Kleinanzeigen  |  Immobilien  |  Ferienhäuser-/ Apartments  |  Stellenangebote/-gesuche  
 Branchenverzeichnis | Leserbriefe | Abonnements nicht möglich | Werbebanner | Impressum | Kontakt | Links