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Lokales

Landwirtschaft auf Lanzarote
Rat und Tat gibt’s bei der “Granja Agrícola Experimental”

Von: Ilse Auer












(02/07 N°7) Es regnet nicht. Die Biologin Ana Garrido schaut besorgt aus dem Fenster ihres Büros auf dem Gelände der “Granja Agrícola Experimental”, der Versuchsfarm in Tahiche. „Dieses Jahr wird es kaum „Millo“ und „Garbanzos“, also Mais und Kichererbsen geben”, seufzt sie. “Viele der 1400 bis 1500 lanzarotenischen „Teilzeitbauern“ werden heuer wegen Regenmangels auf die Ernte verzichten müssen.”

 

Die Landwirtschaft, bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die (allerdings in den meisten Fällen spärliche) Haupteinnahmequelle der Conejeros, spielt heute kaum noch eine Rolle. Laut Higinio Hernández, als Consejero de Agricultura zuständig für das landwirtschaftliche Versuchszentrum, gibt es nur noch etwa hundert hauptberufliche Bauern auf Lanzarote, welche sich ausschlieβlich der Landwirtschaft widmen. Um diesen, nicht zuletzt auch für die Landschaftspflege, wichtigen Wirtschaftszweig zu unterstützen, wurde in den siebziger Jahren die „Granja Agrícola Experimental“ gegründet. Auf sechs bis sieben Hektar werden verschiedene Zwiebelsorten, Kartoffel- und Süβkartoffelarten, Tomaten, Erdbeeren und Aloe Vera angebaut und auf Schädlingsresistenz, Wasserbedarf, Aussaatzeiten etc.getestet. So werden zum Beispiel zurzeit sieben verschiedene Erdbeersorten und zehn verschiedene Zwiebelarten angebaut und untersucht. Wer will, dem wird auf dem Gelände der Versuchsfarm eine Parzelle zum Bepflanzen zur Verfügung gestellt. Jeweils im Dezember werden die Parzellen, die im August beantragt werden müssen, vergeben. Man muss also nicht Grundbesitz haben, um eigenes Gemüse anzubauen und zu ernten. Ungefähr 15 Hektar Ackerland ist für den Anbau von Viehfutter wie Alfalfa (Luzerne) reserviert.

 

Während der so genannten „campañas“ im November können wir Insulaner günstig Samen und Setzlinge kaufen. Die „Cebollinos“ (Zwiebelsamen), werden in kleinen Mengen sogar kostenlos abgegeben. Dünger kann man in der Granja von September bis Juni preiswert erhalten.

Neben der Erprobung von Saatpflanzen und der technischen Beratung der haupt- und nebenberuflichen Bauern, ist die „Tramitación“, also die Verwaltung von Subventionen für Landwirte und Gärtner eine wesentliche Aufgabe der Granja. Konkret heißt das, dass jeder, der über eine kultivierbare Anbaufläche von mindestens 2000 Quadratmetern verfügt, Kostenbeihilfe zur Bewässerung seines Landes beantragen kann. Dazu müssen die entsprechenden Unterlagen wie Grundbucheintragung und Dokumentation der INALSA beigebracht werden. Die Angestellten der Granja helfen bei der Antragsstellung und leiten die Anträge an die zuständigen Stellen weiter. Auch landwirtschaftliche Maschinen können ausgeliehen werden. Ein weiterer Service besteht im Weiterbildungsangebot für Landwirte und Gärtner. Die Kurse, die jedes Jahr stattfinden, stehen allen Bewohnern von Lanzarote offen. So fanden im letzten Jahr Kurse über Obstbaumbeschneidung, Weinverkostung, Pflanzenschutz und ökologische Ziegen- und Schafhaltung statt. Das Pogramm für das laufende Jahr lag bei Redaktionsschluss leider noch nicht vor und wird wohl noch drei bis vier Wochen auf sich warten lassen.

 

Das Labor ist eine weitere Einrichtung des Zentrums. Dort werden jährlich drei bis vier Millionen Flaschen Wein aus Lanzarote analysiert. Die Weinanalyse ist die einzige Aufgabe des Labors. Wasser- und Bodenproben werden zur Analyse nach Teneriffa geschickt.

Auf der Webseite des Cabildos von Lanzarote www.cabildodelanzarote.com sind unter dem „Agricultura“-Link als weitere Einrichtungen der Granja Experimental das Schlachthaus (Matadero Insular), das sich neben der Granja befindet, ein Melksaal, eine Tierzuchtstation und Hallen für Vieh aufgeführt. Doch gemolken wird auf der Versuchsfarm schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr und will ein Bauer ein paar kleine Ziegen als Grundstock für eine Herde oder einen Esel anschaffen, so kann er diese zwar bei der Granja beantragen, die Tiere werden aber dann von den anderen Inseln herbeigeschafft. Von den rund 15000 Ziegen, die Lanzarote bevölkern, befindet sich keine Einzige mehr auf der Granja.

 

Trotzdem gibt es neben dem pflanzlichen auch noch tierisches Leben auf der Versuchsfarm. Strauβe machen dort heute die ganze Fauna aus. Ob sie den Kopf in Ermangelung von Sand auch mal in den Picón stecken, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, wohl aber, dass es dem einzigen „Macho“ (Männchen) bisher nicht gelungen ist, mit einer seiner vier „Hembras“ (Weibchen) Nachwuchs zu zeugen. Neben den groβen Straußenvögeln gibt es noch einige „Ñandus“, kleinere etwas angriffslustige Strauβenvögel, von denen es einer besonders auf die Schuhe seines Betreuers abgesehen hat.

Auf der der „Finca piloto de Agricultura Ecológica del Cabildo de Lanzarote“ (Pilotfarm für ökologischen Anbau), einer weiteren Einrichtung der Granja Experimental in Maneje, Arrecife, gibt es dagegen gar keine Tiere.

 

Auf dieser Finca, die ursprünglich der „Caja Insular de Ahorros de Canarias“ gehörte, wurden bis 1998 Versuche zur „Hidroponía“ (Pflanzenzucht, bzw. Anbau ausschlieβlich mit Wasser ohne Erde) durchgeführt, ein Projekt, das auf der wasserarmen Vulkaninsel Lanzarote gelinde gesagt seltsam anmutet. 1995 ging die Finca in den Besitz des Cabildos von Lanzarote über, und man widmet sich dort seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Kanarischen Institut für Agrarforschung ICIA, Teneriffa, der Entwicklung von ökologischem Landbau auf der Insel.

Hier befindet sich die Samenbank mit Samen der einheimischen Kulturpflanzen, vor allem von Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Linsen, Chicharros (eine Erbsenart) und Ähnlichem. Die Hauptaufgabe der Finca Piloto ist didaktischer Art. Das Hauptziel ist dabei der umweltschonende Pflanzenschutz. Alle an ökologischem Anbau interessierten Personen werden beraten, kleinere Mengen von ökologisch gewonnenen Samen werden kostenlos abgegeben.

 

Ana Garrido bedauert, dass es nur relativ wenig ökologischen Landbau auf Lanzarote gibt. Allerdings hatte sich bis vor fünf bis sechs Jahren praktisch überhaupt niemand für dieses Thema interessiert, inzwischen gibt es aber neben dem „Centro Verde Lanzarote S.L.“ und anderen Initiativen zwei Produktionsgemeinschaften, die sich der Produktion von ökologischen Nahrungsmitteln widmen: „La Tanganilla“( s. Lanzarote 37º Nr. 5 vom Dezember 2006) und „Lenteja Menuda“ („Die kleine, oder auch die tolle Linse“).

„Lenteja Menuda“ machte ihre ersten Erfahrungen übrigens auf dem Gelände der Granja Experimental im Rahmen eines vom Cabildo organisierten Workshops.

Die traditionellen Bauern auf Lanzarote sterben buchstäblich aus. Laut Ana Garrido gibt es nur noch 15 bis 20 hauptberufliche jüngere (d.h. unter sechzigjährige) Landwirte auf der Insel, die Intensiv-Landwirtschaft betreiben. Dabei orientieren sie sich weniger an ökologischen als an ökonomischen Kriterien. Trotzdem ist sie optimistisch. Befragt nach Zukunftsprojekten nennt sie die Übereinkunft mit der „Mancomunidad Sur“ (Gemeindeverband Süd) von Yaiza und Tías, die es ermöglichte, dieses Jahr zwei Experten einzustellen, deren Aufgabe es ist, die nachhaltige Landwirtschaft auf Lanzarote zu fördern und auf die Erfüllung der europäischen Normen zu achten.

 

Selbstverständlich stehen die Politiker/innen in der Verantwortung. Aber es liegt nicht zuletzt auch an uns, den Verbraucher/innen, ob die ökologische Landwirtschaft in Lanzarote eine Zukunft hat.

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Auf der oben erwähnten Internetseite des Cabildo findet man unter dem Link „Agricultura“ auf der linken Seite einen weiteren Link, „guía práctica sobre…“ Nach dem Anklicken öffnet sich ein Menü mit verschiedenen PDF-Dateien zum Herunterladen. Sie enthalten praktische Tipps vom Kartoffelanbau über die Züchtung von Strelitzien, für das Pflanzen eines Baumes bis zur Anlage eines Erdbeerbeets, dies natürlich alles in spanischer Sprache.



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