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Lokales

Ladislao Rodríguez Bonilla:
Der Fígaro von Haría

Von: Sarah Schulz / Fotos: ©Lanzarote37°/Schulz


Lanzarote, Tahiche, Asociación Protectora de Animales y Plantas Sara, Tierheim, Lanzarote37°, 37 Grad, deutschsprachiges Inselmagazin
Der Barbier von Haría, Ladislao Rodríguez Bonilla (68), ist auf Lanzarote bekannt wie ein bunter Hund, ....


... obwohl er sein gesamtes Leben in Haría verbracht, und sein Dorf selten einmal verlassen hat.


Einmal Haare schneiden und rasieren kostet bei Ladislao circa 15 Euro.


Lanzarote37°-Mitarbeiter Cornelius Klingel genoß es sichtlich auf Ladislaos altem Barbier-Stuhl zu sitzen.


Keine Angst vor scharfen Messern darf haben, wer sich bei Ladislao unter selbiges legt.


In Ladislaos Barbiersalon hängt nicht nur sein Mitgliedsausweis des lucha canaria Veriens "Unión Norte",...


.... sondern auch viele Fotos, die ihn zusammen beim Sport oder mit berühmten Persönlichkeiten aus Politik oder Showbizz zeigen. Und so läßt er sich nicht ungern vor seiner Promi-Wand zusammen mit Lanzarote37°-Mitarbeiterin Jill Franz, fotografieren.


In Ladislaos Barbier Salong in Haría macht man eine Zeitreise in die Vergangenheit: Heißes Wasser fließt aus dem Boiler in eine Waschschüssel...


.... Talkum, Blutstiller und...


...Rasierpinsel müssen für alle herhalten. Ökologisch einwandfrei, obs entsprechenden Hygienestandarts entspricht, fragt in Haría keiner.


Zu San Juan ehrte das ganze Dorf seinen geliebten Barbier. Bürgermeister Torres Stinga (rechts) überreichte Ladislao die Medaille für die Ehrenbürgerschaft und ladislao ließ sich feiern!


06-02-2012 Lanzarote – Eine interessante Bekanntschaft können Sie machen, wenn Sie Haría im Inselnorden besuchen:

Ladislao Rodríguez Bonilla lockt jeden in seinen Laden. Er ist der örtliche Barbier und erhielt im vergangenen Mai die "Medalla de Oro", die wichtigste Auszeichnung der Kanarischen Inseln, für seine Verdienste im Sport. Lanzarote37° lernte ihn kennen.

 

Eines Samstags, vor dem Besuch des Markts in Haría, ging ich die Calle La Hoya entlang und ein kleiner, fröhlich-freundlicher Herr winkte mich in sein Lädchen. Der kleine Raum, ein Barbiersalon, mutete an wie aus längst vergangenen Zeiten, an den Wänden Fotos über Fotos. Ich solle sie mir angucken. Ohne den Blick komplett von den Fotos abzuwenden, begann ich mein Interesse verbal kundzutun, fragte nach den Abgebildeten, erwartete eine Geschichte. Als einzige Reaktion folgte ein Tippen auf meine Schulter. Endlich drehte ich mich um, und der Mann zeigte auf seine Ohren und schüttelte den Kopf: Er könne nicht hören. Und nicht sprechen. Dennoch zeigte er mir weitere Bilder, sein Handwerkszeug, und ich setzte mich wie gewünscht auf seinen antiken Friseurstuhl. Danach entließ er mich mit einer Umarmung und einem herzlichen Lachen zurück auf die Straße.
Wenige Tage nach dieser Begegnung las ich in der Lokalpresse, dass der Barbier von Haría, Ladislao Rodríguez Bonilla (68), am kommenden Día de Canarias die Medalla de Oro erhalten werde.

 

Der erste cafecito mit Ladislao

Mit großem Interesse für seine Arbeit, von der ich im Rahmen der Medalla-Berichterstattung erfahren hatte, seine Person und sein Leben, wusste ich, dass ich über Ladislao schreiben möchte. Bloß wie unterhält man sich mit jemandem, der nicht dieselbe Sprache wie man selbst spricht? Ich ging zu Ladislao mit einem Zettel, auf den ich geschrieben hatte, wer ich sei und was ich beabsichtigte. Als ich zu seinem Salon kam, wartete noch ein Kunde, trotzdem kam der Barbier sofort mit einem Lächeln auf mich zu und nahm mir den Zettel aus der Hand: Er las, strahlte mich an, umarmte mich. Seinem Kunden signalisierte er, einen Moment Geduld zu haben, mir, dass ich ebenso warten solle. Dann lief er los in die Bar, die schräg gegenüber lag. Nach einem kurzen Moment kam er mit zwei Männern heraus. Alle drei liefen weiter: in die nächste Bar, in den kleinen Supermarkt, auf den Platz über dem Ausstellungssaal El Aljibe, wo gerade die Amtseinführung des Bürgermeisters beendet worden war. Innerhalb von fünf Minuten kamen Ladislao sowie die zwei Männer zum Salon, und jeder brachte ein oder zwei weitere Begleiter mit. Sie redeten wild auf mich ein. Dennoch verstand ich, dass ich mein Anliegen wiederholen solle.

Ich schilderte, dass ich für eine Reportage auf der Suche nach jemandem sei, der bei der Kommunikation mit Ladislao behilflich sein könne. In Windeseile kamen die Männer mit Ladislao und mir überein, sich gleich am nächsten Vormittag auf einen cafecito zu treffen – jemand der helfen könne, sei immer im Ort unterwegs.

 

Verständigung mit Hilfe von Freunden
und Gebärdensprache

Am folgenden Tag traf ich Ladislao, seine Nichte Margaret Betancor Rodríguez und seinen Freund Jesús Perdomo Ramírez in Haría. Gemütlich saßen wir bei einem Kaffee im Schatten, und Jesús ließ mir zunächst alle biografischen Informationen zukommen. In der Vergangenheit hatte er Ladislaos Lebensgeschichte bereits für das Gemeindeblatt Harías niedergeschrieben. Diese Passivität gefiel Ladislao allerdings nicht – immer wieder nahm er Kontakt auf. Margaret und Jesús wissen sich perfekt mit ihm zu unterhalten, obwohl er nicht die Gebärdensprache beherrscht. Lediglich einige Wörter wisse er richtig zu lesen, wie Jesús mir mitteilte. Verständnis des Gesprochenen erhalte er hauptsachlich durch Lippenlesen und genaues Beobachten. Dabei seien Ruhe in Gestik und Mimik sowie eine deutliche Sprache, jedoch ohne Überartikulation, die die Miene verzerren würde, gefragt. Für diese Fähigkeit lobte Ladislao ganz besonders Kanarenpräsident Paulino Rivero, aus dessen Händen er die Medaille wenige Tage zuvor in Las Palmas de Gran Canaria erhalten hatte. Aber beim Erzählen von der feierlichen Übergabe geriet er erst so richtig ins Schwärmen, als er das Festbankett erwähnte. Solches Essen gebe es in Haría nicht, zeigte er mit einem mürrischen Gesichtsausdruck. Dieser hellte doch sogleich wieder auf: Neben Ladislao war unter anderen auch der grankanarische Fußballer David Silva unter den Preisträgern. Und damit waren wir bei seinem Lieblingsthema.

 

Seit Jugendtagen ist Fußball Ladislaos Passion. Zunächst kümmerte er sich als Balljunge der örtlichen Mannschaft um den einwandfreien Zustand des Spielgeräts, doch bald begann er selbst als Torwart erfolgreich zu sein. Bei den Spielen zwischen Haría und Máguez glänzte er in den späten 50er Jahren mit seinen Paraden. Später, bevor er Torwarttrainer wurde, ließ er sich Tipps und Tricks von einem liefern, der sie kennen musste: Sein Freund Antonio Betancort hatte es immerhin zum Ersten Torwart bei Real Madrid geschafft und wusste bestens Bescheid. Ladislaos Engagement im Fußballclub der Gemeinde dankte Haría ihm 1997 auf ganz besondere Art und Weise: Der Fußballplatz im Süden des Ortes wurde auf seinen Namen getauft.

 

Der Barbier und der Sport

Doch nicht nur der Ballsport begeistert ihn. Als echter Kanare hat er ebenso ein ausgeprägtes Faible für die Lucha Canaria, den inseltypischen Ringkampf. Viele Bilder in seiner barbería zeigen Ringer beim Wettkampf, und dem Verein der Gemeinde, Unión Norte, steht er seit etlichen Jahren nahe. Sein Mitgliedsausweis aus den 70er Jahren ziert ebenso die Wand. Dieses unermüdliche Engagement im Sport, ein ganzes Leben lang, trotz vermeintlichen Handicaps, honorierte die kanarische Regierung dieses Jahr mit ihrer Goldmedaille. Jesús weiß, was viele, auch über Lanzarotes Grenzen hinaus, denken: „Sein Leben hat er dem Sport verschrieben, es ihm gewidmet, sich dafür im positiven Sinn aufgeopfert. Er verdient die Medaille wie kein anderer."

 

Dorfgemeinschaft ermöglicht
Kommunikation ohne Grenzen

Jeder in Haría kennt Ladislao. Der Umgang zwischen ihm, den Harianern und auch Fremden ist ganz natürlich und ungezwungen. Margaret erzählte mir, dass ihr Onkel keine kommunikativen Grenzen kenne. Stets seien es diejenigen, die hören und sprechen können, die etwaige Einschränkungen erwarten. Ladislao kenne keine Komplexe oder habe sie sehr früh abgelegt beziehungsweise nicht gezeigt: „Er hilft jedem, damit die Kommunikation glückt." Und dass sie glückt, kann ich nur bestätigen. Ich bin versucht zu sagen, dass Ladislao die kommunikativste Person ist, die ich je kennenlernen durfte – in durchweg positiver Hinsicht. Hat er gerade mal keine Kundschaft, beobachtet er vom geöffneten Türfenster seines Salons das Treiben auf der Straße. Schnell sieht er jemanden, mit dem er reden möchte - und ist schon herausgesprungen aus seinem Salon. So sah er vor einigen Jahren auch Felipe González, den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten, durch den Ort gehen und bat ihn um ein gemeinsames Foto. Dieses war eines der ersten, das Ladislao mir in seiner Vitrine präsentierte. Gleich darauf hatte er seinen Finger auf ein Bild gelegt, das die príncipes de Asturias auf der Plaza de Haría zeigt. Gefolgt von einem, auf dem Prinz Felipe im Auto sitzt – dieses hat Ladislao gar selbst geschossen. Ein weiteres Foto zeigt ihn mit dem fünfmaligen Tour de France-Sieger, ehemaligen Weltmeister und Olympiasieger im Einzelzeitfahren, Miguel Indurain. Sportlern zollt er den größten Respekt - seine Augen strahlen stets noch ein bisschen mehr.

„Ladislao weiß, was im Ort passiert, noch bevor es passiert", sind sich Jesús und Margaret einig. Wie sehbehinderte Menschen häufig ein sehr gutes Gehör hätten, zeichne er sich besonders durch sein Bauchgefühl aus. Schon kleinste Veränderungen im Verhalten könne er wahrnehmen und so Rückschlüsse auf die Gemütslage seines Umfelds ziehen.

 

Harianer mit Herz und Seele

Seinem Ort fühlt er sich in besonderer Weise verbunden. Sein gesamtes Leben hat er in Haría verbracht – mit Ausnahme der Zeit, in der er sich in Las Palmas de Gran Canaria zum Barbier ausbilden ließ. Schon als Junge half er in der Bar-Pension seiner Eltern und lernte Generationen von Mitmenschen genauestens kennen. Zentral, gleich um die Ecke vom Rathaus, eröffnete er seinen Laden, in dem sich in den vergangenen 50 Jahren optisch nichts verändert zu haben scheint. Die Männer der Gemeinde gehen dort ein und aus, um Haare und Bart von dem mudo de Haría, dem Stummen, wie er ausnahmslos liebevoll genannt wird, pflegen zu lassen. Im Salon warten sie auf einfachen Holzstühlen, doch oft reicht die Schlange bis auf die Straße hinaus.

An diesem Ort finden Klatsch und Tratsch ihre Zuhörer. Ebenso seriöse Themen, was in Spanien und der Welt geschieht, werden besprochen. Und Ladislao bekommt alles bestens mit – dank seines Gespürs für Kommunikation.

Es bleibt zu hoffen, dass ihm dieser besondere Sinn nicht verloren geht und er noch viele andere Menschen so begeistern kann wie seine Nachbarn, seine Freunde in Haría – und mich.



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