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Dienstag, 18. Februar 2020
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Lokales

"La Tegala" - der Tresen von Haría:
Die Bedeutung der Sociedades auf Lanzarote

Von: Sarah Schulz


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Der wunderschöne Hauptsaal in Harías Sociedad. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

"David Romero Rodríguez" Lanzarote 37grad inselmagazin inselzeitung sociedad LaTegala
David Romero Rodríguez betreibt seit fünf Jahren die Bar des Gemeindehauses. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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Ohne Fernseher geht es auch heute nicht an der Bar. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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La Tegala ist bekannt für ihre gute Küche. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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José weiß, dass der Barbetrieb die Sociedad ausmacht. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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David, José Domingo und Domingo erzählen von "ihrer" Sociedad. Foto: ©Lanzarote37°/Sarah Schulz

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Was es am Tag Frisches gibt, lesen Sie auf der Tafel am Tresen. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard

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Das Eingangsschild. Foto: ©Lanzarote37°/Susanne Bernard


Ein Ort zum Schwätzchen halten, um ein Bier zu trinken oder mit seinen Freunden Karten zu spielen. Früher traf man sich hier, um gemeinsam fernzusehen. Wer hatte schon zu Hause ein solches Gerät? Jung und Alt kamen und kommen in den sociedades, einer Art Freizeitverein mit Gemeindehaus, ihres Ortes zusammen. Lanzarote37° stellt ihnen La Tegala in Haría vor.

 

 

(11-06-2012) - In keinem spanischen Ort darf eine Sociedad fehlen. Wer seine Nachbarn, Freunde und Familie treffen möchte, kommt um einen Besuch des Vereinstreffpunkts nicht herum. Andere Bezeichnungen für den vielerorts Mittelpunkt des dörflichen Lebens sind centro sociocultural (soziokulturelles Zentrum) oder teleclub, was auf seine historische Bedeutung als einzigem Ort mit TV-Schluss und Gerät referiert. Alle kommen hier auf ein Getränk, ein gutes Gespräch zusammen. Und fängt erst die sommerliche Fiesta-Saison an, dann bewegen sich auch die Mitbürger, die ihr sonst fernbleiben, Richtung Sociedad.


Treffpunkt für jedermann

Der wichtigstes Bereich eines jeden Dorfgemeindehauses ist die Bar. In Haría, im Inselnorden Lanzarotes, betreibt der 53-jährige David Romero Rodríguez seit fünf Jahren dieselbe des Centro Sociocultural La Tegala, welches unter diesem Namen seit 1979 besteht. Einige Freunde hatten den Verein als Club de cultura y recreo „Amigos de Haría“ 1963 gegründet, und die Vereinsstatuten wurden später auf einen bereits existierenden Verein La Tegala übertragen. Schnell zählte er zwischen 600 und 700 Mitglieder, was ein deutliches Zeichen für seine Beliebtheit war, schließlich hatte das Dorf nur unwesentlich mehr Einwohner. Auch heute bestehen noch die Vereinsstrukturen, aber die Bar und das Restaurant stehen jedermann offen. Präsident ist der erst 31-jährige Domingo Pérez Callero, der aus Haría kommt, aber inzwischen in Arrecife lebt und sich als Ingenieur mit erneuerbaren Energien beschäftigt. Sein Vater José Domingo Pérez Núñez, der 13 Jahre lang Direktor der residencia escolar (Schul-Wohnheim) in Haría war und viel Spannendes und Wissenswertes über Haría zu berichten weiß, hatte dasselbe Amt vor vielen Jahren auch für eine Zeit bekleidet.


Offen bis nach Mitternacht

Für den Verein begann mit David und Domingo ein neues Zeitalter. Zuletzt hatte es an Esprit und dadurch mehr und mehr an Besuchern gefehlt, die aber schnell zurückkamen, als sich die positiven Veränderungen im Städtchen herumsprachen. Zur Bar kam David eigentlich als Aushilfe, denn vor den San Juan-Feierlichkeiten fehlte es an jemandem, der dem Andrang während dieser Tage gewachsen sein würde. Doch anstatt La Tegala nach Ende der fiesta den Rücken zu kehren, ist er dort geblieben. Seit seiner Übernahme etablierte sich der gute Ruf der angebotenen kanarischen Küche des Restaurants, kein Wunder, kommt der Pächter doch aus diesem Gewerbe. Von 1983 an hatte er in Órzola das Restaurant Punta Fariones geleitet, in dem heute eine Pizzeria ist.
Etwa zur Zeit, als David anfing, kam Domingo nach seinem Studium in Las Palmas und einen Aufenthalt auf Teneriffa zurück auf seine Heimatinsel. Das Gemeindehaus aus Kindertagen, gefüllt mit liebevollen Erinnerungen, erkannte er da nicht mehr wieder. Als er gefragt wurde, ob er sich nicht im Vereinsvorstand engagieren wolle, zögerte er nicht lange. Wobei er heute zugibt, vielleicht ein bisschen vorschnell reagiert zu haben. Die Pflichten eines Vereinspräsidenten wurden ihm erst richtig bewusst, als es schon mitten in der Ausübung seines Amtes war. Es bedeute Verantwortung, viel Kümmern und Arbeiten neben dem eigentlich Job. Doch er lächelt, als er das sagt.
Seit dem Umbruch hat die Bar täglich von 9 bis 1 Uhr, geöffnet, beziehungsweise mittwochs ab 17 Uhr. „Nur bei uns kann man bis in die Nacht einkehren“, verhehlt der sonst sehr bescheidene Domingo seinen Stolz nicht, wobei er gleich anfügt: „Das haben wir David zu verdanken.“ Um den Andrang zu bewältigen, hat dieser einen oder am Samstag zwei Angestellte. Immerhin bietet das Restaurant 70 Sitzplätze – und der Platz für Gäste mit einem Getränk auf der Hand ist unbegrenzt. An San Juan oder Karneval steht man bis draußen, auf der Plaza León y Castillo, und kann das bunte Treiben beobachten. Für diese Tage stockt David sein Team auch noch mal um drei bis vier Aushilfen auf. Wer nicht an einer der großen Feierlichkeiten vorbeikommen kann, der sollte sich auf keinen Fall einen geselligen Samstagnachmittag hier entgehen lassen. Den Trubel des Handwerkermarkts kann man bei einem Kaffee oder Bierchen und einer Kleinigkeit von Davids ständig wechselnden Speisen sich verstreuen sehen.  


Von der Kaserne zur Bar

Die Vergangenheit des über 100-jährigen Gebäudekomplexes, der das Gemeindezentrum beherbergt, war wechselvoll. Nach dem Bürgerkrieg (1936-39) diente er als Kaserne, beheimatete einen Laden und eine Werkstatt und war ebenso Wohnhaus. „Vorne im Essenssaal war das Zimmer eines Jugendfreundes. Dass ich da mal meine Gäste bedienen würde...“, schwelgt David in Erinnerungen. Der heute so anheimelnde rot gestrichene Speisesaal mit den alten kanarischen Holzdecken gehörte in der Anfangszeit der Sociedad noch nicht zum Gemeindehaus. Zunächst bestand es aus dem Bereich an der Straße La Hoya. José Domingo, der anders als sein Sohn aus eigener Erinnerung erzählen kann, erklärt ausführlich den Aufbau des ehemaligen Tanzsaals, dem heute einzigen Theater in Lanzarotes Norden: „Auf der einen Seite standen Tische, da konnte man sich hinsetzen und ein Kellner kam, um die Bestellung aufzunehmen. Auf der anderen Seite war die große Tanzfläche. Und es gab die Fensterfront zum Patio hin, dem heute überdachten Tanzsaal. Dort vor den Fenstern stand eine Reihe Bänke, von wo die Eltern den Blick nicht von den tanzenden Töchtern auf der Tanzfläche ließen.“ „Zur Kontrolle, dass da alles mit rechten Dingen zugeht“, ergänzt David mit amüsiertem Unterton.
Der aktuelle Festsaal, der sich am Ende des Korridors gegenüber dem Haupteingang befindet, war früher ein Innenhof mit Gartenanlage, in dem sogar Lucha Canaria-Kämpfe stattfanden. Heute hat der typisch kanarische Sport sein terrero neben dem Fußballfeld im Süden des Ortes. Einer der Topkämpfer im harianischen Club Unión Norte ist übrigens Davids ältester Sohn.


Kultur am Tresen

Domingo betont, dass sich bei La Tegala niemand Vereins-Exklusivität wünscht. Ganz im Gegenteil sehnen sich alle nach einem Austauschort, wo sich wieder mehr und mehr Bürger treffen. Dass dies besonders den Bar-Bereich betrifft, versteht sich von selbst. „Heute hat jeder einen Fernseher zu Hause, dafür braucht es keine Sociedad mehr“, sagt David ein bisschen traurig und denkt an den Tag zurück, als er das erste Mal fernsah. Wo? Natürlich im Gemeindehaus von Haría.
Das Gebäude selbst ist Gemeindeeigentum, aber den Bürgern, respektive Vereinsmitgliedern, obliegt die Verwaltung. Beispielsweise muss La Tegala die Reinigung am Wochenende garantieren, während unter der Woche eine Putzfrau vom Rathaus angestellt ist. Neben offiziellen Gemeindeveranstaltungen wie dem wöchentlichen Yoga- oder Tai Chi-Kurs, gibt es ein kleines Angebot speziell für die Mitglieder: Es finden gelegentlich Kartenspiel-Turniere statt, oder man macht eine Exkursion auf der Insel. Für die Ortsgemeinde organisiert La Tegala drei Feierlichkeiten, die von allen Harianern gerne und zahlreich wahrgenommen werden. Im März stehen Encarnación und La Palmera an, und am 5. August jeden Jahres wird zu Ehren der Señora de las Nieves ausgiebig gefeiert.  


Erhalt der Dorfgemeinschaft

Sowohl David als auch Domingo ist bewusst, dass es viel Arbeit bedeutet, wenn man nicht nur das Vereinsleben, sondern besonders auch das Dorfleben bereichern möchte. Die Entwicklung der letzten Jahren bewerten sie deswegen positiv. Auch Altpräsident José Domingo freut sich, dass der Vorstand mit jungen Leuten besetzt ist, die frischen Wind bringen, und dass der Verein durch die Unterstützung der Gemeinde finanziell relativ unabhängig agieren kann. Für die Zukunft bleibt sich nur zu wünschen, dass viele Menschen ihren Weg in den Verein oder zumindest an den Tresen finden, und das die Dorfgemeinschaft das ist, was zählt.



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