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Donnerstag, 17. Oktober 2019
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Lokales

Freizeitpark: „Las Pardelas“
Fernab vom Massentourismus

Von: Horst Wilkens und Ulrike Strecker
Fotos: Carlos Dizy Hernández



Für die Kinder ist der Eselritt ein Highlight des Pardelas Parks


Blick auf den Pardelas Park.


Wissenschaftler haben ein Walskelett zusammengefügt.


Niedliche Kaninchen dürfen gestreichelt werden.


Der Streichelzoo im Pardelas Park ist der liebste Platz der Kinder.


Wie auf allen anderen Kanarischen Inseln hat der Massentourismus, insbesondere auch auf Lanzarote, zu gewaltigen Veränderungen geführt, die der heutige Besucher nur erahnen kann. Dies betrifft vor allem Natur und Landschaft. Bildeten beispielsweise vor 30 Jahren nur wenige Wohnhäuser, eine Kapelle und ein Restaurant das Fischerdörfchen Playa Blanca, so steht man hier heute nahezu fassungslos vor einer künstlich geschaffenen gigantischen kilometerlangen Erholungssiedlung, die fast den gesamten küstennahen Süden Lanzarotes einnimmt. Ohne Rücksicht auf Verluste wurden geologische Aufschlüsse von ungewohnter Schönheit in der Umgebung und unterhalb des Castillo de las Coloradas überbaut. Bei der Errichtung einer Marina wurde außerdem eine brutale graue Betonmauer an dieses einzigartige Naturdenkmal herangezogen. Wo sich Puerto del Carmen und Puerto Calero erstrecken, fand sich nichts als kleine Ansiedlungen. Costa Teguise gab es vor 40 Jahren nicht.


Auch die Lanzaroteños selbst waren erheblichen Umbruchsprozessen ausgesetzt. Verständlich ist daher das Bemühen, das eigene kanarische bzw. lanzarotenische Erbe zu erhalten. Als beispielhaft ist hier der international renommierte Künstler und Sohn Lanzarotes César Manrique hervorzuheben. Ohne sein Engagement für die Natur und seinen künstlerischen Ideenreichtum wäre Lanzarote heute vermutlich eine Allerweltsinsel, und seit langem zu einem Ort der reinen Profitgier verkommen. Es gäbe weder die von ihm künstlerisch sensibel gestalteten Besucherzentren in den Feuerbergen, Jameos del Agua, Mirador del Río, El Campesino und im Kaktusgarten, noch wäre die komplette Insel im Jahre 1993 zu einem von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservat (Reserva de Biosfera) deklariert worden.

Auch auf der lanzarotenischen Freizeitanlage "Pardelas Park", einem kleinen gemütlichen Familienbetrieb, wird ein anderer Ansatz des Tourismus versucht. Man erreicht den Park kurz nachdem man Órzola in Richtung Yé verlassen hat. Er ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Frühjahr und Sommer sogar bis 19 Uhr. Am Rande eines geologisch besonders spektakulären Teiles des Malpaís de la Corona bietet ein weiträumiges parkartiges Gelände die Möglichkeit, sich einheimische Pflanzen und Haustiere aller Art anzusehen.

Bevor man den Park betritt, kann man einen immer hungrigen Esel mit Nahrung versorgen. Der Eingangsbereich ist flankiert von einem der gewaltigen hausgroßen Lavabrocken, die der nahe Vulkan La Corona bei seiner Eruption vor ca. 5000 Jahren weit in die Landschaft verschoss und die von der noch glühenden Lava mitgeschleppt wurden.

Man wird empfangen in einem geschmackvoll angelegten Garten mit Palmen, Kakteen und Anpflanzungen von Aloe Vera. Zu ihrer Blütezeit im Frühjahr sind diese ein hervorragender Ort, um seltene Zug- und Brutvögel wie Zilpzalp, Fitis und Weißbartgrasmücke aus nächster Nähe beim Trinken des Nektars der Aloeblüten zu beobachten. Das Schimpfen der Weidensperlinge ist weit zu hören. Ihre Nester finden sich in großer Zahl am Eingangshaus.

Der Pardelas Park ist ein rustikales Anwesen mit der Möglichkeit, drinnen im Schatten wie auch draußen in der Sonne zu sitzen. In dem einfachen aber preiswerten Restaurant kann man Mittag essen, eine Erfrischung zu sich nehmen oder einen Kaffee trinken.

Nicht nur für Kinder ist die Bestellung einer kanarischen Spezialität, eines süßen Nachtisches, zu empfehlen: die schmackhaften Torrijas con miel, die aus verschiedenen Zutaten, darunter auch Kürbis, frisch gebacken und schließlich mit Honig genossen werden. Sehr lecker ist auch der Käse von Ziegen, die in der Nähe des Parks weiden. Er wird auf traditionelle Art hergestellt und ist frei von Konservierungsmitteln.

Hat man im Restaurant Platz genommen, bemüht sich der Eigentümer, Carlos Dizy Hernández, seinen Gästen Wissen über Natur, Architektur und Traditionen Lanzarotes zu vermitteln, wenn Interesse besteht. Er stellt gerne Literatur aus seiner umfangreichen Bibliothek zum Blättern und Nachlesen zur Verfügung. Mit großer Freude beantwortet er Fragen zu allen nur denkbaren, die Insel betreffenden Themen in Spanisch, Englisch und Deutsch.

Etliche Spielgeräte für Kinder sind direkt neben dem Restaurant aufgestellt. Es kann geklettert, gerutscht und geschaukelt werden. Hier können insbesondere Kleinkinder in Sichtweite der Eltern spielen, während diese sich erholen. Für Kinder werden auf Nachfrage weiterhin Ritte auf einem an der Leine geführten Esel gegen ein geringes Entgelt angeboten. Außerdem besteht die Möglichkeit, dort zu töpfern, und dies sogar kostenlos! Auf Bestellung kann weiterhin „im praktischen Versuch“ die Herstellung von Gofio, dem ältesten überlieferten kanarischen Nationalessen, vorgeführt werden, wobei die Zuschauer selbst zur Kostprobe schreiten können. Die hierzu notwendigen Gerätschaften kann man sich im Restaurant ansehen und erklären lassen.

Den hinteren Bereich des Parks kann man „selbst geführt“ erkunden. Hierzu erhält man einen Beutel mit Tierfutter, Salat oder Möhren, die man nach eigenen Vorlieben an die Parkbewohner verteilt. Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen, Pferde, Hängebauchschweine und Enten warten hierauf. Natürlich werden auch nicht gezähmte Tiere durch den Park angezogen. Regelmäßig fliegen auf dem Gelände Wiedehopfe umher, und die Türkentauben sitzen allerorten auf den Blütenständen der Agaven oder in den Bäumen. Als Besonderheit lockt das Wasserbad für die Schweine immer wieder den sehr seltenen Schmutzgeier an, der hier trinken möchte.

Wer besonderes Glück hat, kann Walforschern dabei zu schauen, wie sie einen der gelegentlich an den Küsten Lanzarotes gestrandeten Wale zerlegen und die Knochen für die wissenschaftliche Bearbeitung herrichten und vermessen. Seit langer Zeit machen regelmäßig Professoren der University of Chichester aus England mit ihren Studenten verschiedene Exkursionen nach Lanzarote. Sie leben und arbeiten dann im Pardelas Park. Die Professoren hat der Einsatz von Carlos Dizy Hernández für die Natur Lanzarotes überzeugt. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die englische Universität ihm im Herbst des vergangenen Jahres den Titel eines Ehrendoktors verliehen hat.

Die Bemühungen des Eigentümers, der Natur und der Ökologie, sowie einem nachhaltigem Tourismus bei Erhalt der kanarischen Eigenart zu dienen, sind ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. Dabei gab und gibt es immer wieder herbe Rückschläge. So richtete im Jahr 2005 der Hurrikan „Delta“ großen Schaden an, indem er das Dach des Hauptgebäudes aus seiner Verankerung riss. Es landete etliche Meter entfernt in der Gartenanlage. Auch Tiergehege wurden durch den Sturm zerstört. Zum Glück wurde jedoch keines der Tiere dabei verletzt oder sogar getötet. Und das ist schließlich die Hauptsache! Den Sachschaden hat Carlos mit viel Eifer in kurzer Zeit beheben können.

Beim Pardelas Park handelt es sich um einen ruhigen, beschaulichen Ort. Hektik ist hier ein Fremdwort. Busladungen von Touristen wird man niemals antreffen. Stattdessen finden sich einzelne Besucher und Familien, und man kann auch einheimische Gäste treffen, die teilweise einen ganzen Tag dort verbringen. Angesichts des vielfältigen Angebots ist das Eintrittsgeld, das nicht für den Restaurantbesuch, sondern ausschließlich für den Besuch des Tierparks erhoben wird, sehr günstig (2,40 € für Kinder und 3,00 € für Erwachsene).
(01/08 N°18) 

 

Wenn Sie mehr über die Natur Lanzarotes mit ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt erfahren möchten, können Sie dies in dem Buch „Lanzarote – Kragentrappen, blinde Krebse und Vulkane“ von Horst Wilkens nachlesen. Dieses Buch gibt es auch in englischer und spanischer Sprache und ist im Pardelas Park sowie auch in folgenden Souvenirshops zu erwerben: Montañas del Fuego*, Jameos del Agua*, Jardín de Cactus*, Mirador del Río*, Casa Monumento al Campesino, Fundación César Manrique* und dem Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya in Tinajo, dem Shop Aha, Casa Santiago in Teguise sowie der Clínica Dr. Kunze in Puerto del Carmen und Arrieta erhältlich. Im Pardelas Park und im Shop Aha können Sie zudem noch beeindruckende Tier- und Pflanzenfotos als besondere Klapp-Postkarten erwerben. (Bei den mit * markierten Souvenirshops in den Touristenzentren muss Eintritt gezahlt werden.)



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