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Sonntag, 20. Oktober 2019
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Lokales

Flugkapitän ließ Moritz(17) nicht mit nach Lanzarote fliegen

Von: Susanne Bernard






Es wurde noch ein schöner Urlaub für Moritz.
Auch wenn alle drei für ihre Flüge doppelt
bezahlen mussten. Aber sie werden um ihr
Recht kämpfen. Foto: gs


(09/07 N°2) Fürth – Am Mittag des 30. Juli sitzt der 17jährige Moritz voller Erwartung im Rollstuhl vor seinem Elternhaus. In wenigen Minuten darf er mit seiner Mutter und seiner Großmutter nach Lanzarote fliegen. Dort soll er, seit seiner Geburt schwer krank, für ein paar Tage seine Krankheit vergessen. Alles ist organisiert. Doch Moritz wird an diesem Tag nicht in Lanzarote ankommen. Die Sanitäter schaffen es nicht, ihn ins Flugzeug zu tragen und Kapitän samt Co-Pilot weigern sich zu helfen. Sie lassen den Jungen, seine Mutter und seine Großmutter einfach am Flughafen zurück!

 

Bis zum Flughafen Nürnberg sind es nur wenige Kilometer und Moritz freut sich schon auf Lanzarote. Um 14:20 Uhr soll die Maschine der Air Berlin Richtung Lanzarote abheben.
Moritz´ Mutter, Martina Ertl-Pilhofer (48),  hat im Vorfeld alles akribisch organisiert. Das muss sie, denn Moritz leidet seit seiner Geburt an Muskelschwund und ist weitgehend gelähmt. Darum flog sie, bevor sie den Familienurlaub buchte, schon einmal nach Lanzarote, um auf der Insel alles für ihren Sohn vorzubereiten. Sie buchte ein Zimmer in einem behindertengerechten Hotel, mietete für Moritz ein spezielles Pflegebett und engagierte einen ausgebildeten Krankenpfleger, der ihr und ihrer Mutter helfen sollte, ihrem schwer behinderten Sohn einen schönen Urlaub zu bereiten.
Einen Urlaub, den sich der Junge sehnlichst gewünscht hatte und der ihn seine schreckliche Krankheit für ein paar Tage vergessen machen sollte. Vor dem Abflug informierte sie die Air-Berlin über Moriz Zustand. Sie bat darum, mit ihrem Sohn und ihrer Mutter in der ersten Reihe sitzen zu können. Und sie bat um vier Sanitäter, die ihren Sohn  vom sogenannten „Finger“ (der Schlauch, in welchem die Passagiere ins Flugzeug gehen) in die Flugzeugkabine tragen sollten.
Als die kleine Familie am Schalter der Air-Berlin eincheckt, bahnt sich ein Horror-Trip an, bei dessen Erinnerung es Oma Renata (72) noch immer Tränen in die Augen treibt.


Zuerst teilt man Martina mit, dass sie nicht, wie erbeten, in der ersten Reihe sitzen kann. Ihr Sohn sollte in die siebte Reihe an einen Fensterplatz bugsiert werden. „Die erste Reihe ist Müttern mit kleinen Kindern oder Säuglingen vorbehalten“, heißt es am Schalter. Martina Ertl-Pilhofer war fassungslos: „Versuchen sie mal jemanden, der sich nicht bewegen kann, auf einen Fensterplatz zu bringen!“
Doch so weit sollte es erst gar nicht kommen. Denn statt der bestellten vier kommen nur zwei Sanitäter, und die sind nicht einmal in der Lage, den Jungen am Eingang zur Kabine auf einen anderen Rollstuhl umzusetzen, damit er überhaupt bis in die siebte Reihe gefahren werden kann.
„Die haben mich so schlecht umgesetzt, dass ich von dem Rollstuhl zu rutschen begann“, erinnert sich Moritz. Mutter Martina versucht, den Pflegern zu helfen, um zu verhindern, dass ihr Sohn stürzt. Verzweifelt bittet sie Kapitän und Co-Pilot, die daneben stehen und zusehen, mit anzupacken, ihrem hilflosen Sohn zu helfen.
„Wir dürfen ihnen nicht helfen. Aus versicherungstechnischen Gründen“, die Antwort des Kapitäns.


Martina Ertl-Pilhofer: „Ich konnte es nicht fassen!“
Der Junge bekommt Panik. Er ist kurz davor zu hyperventilieren. Er ruft dem Kapitän zu: „Bitte helfen Sie mir! Ich möchte auf meinen Rollstuhl zurück!“ Die Mutter: „Keiner von beiden hat auch nur einen Finger gekrümmt. Beide haben einfach nur zugesehen, wie wir uns abkämpften.“
Es ist unglaublich! Zwei Männer, die am Steuerknüppel eines Passagierflugzeuges im Notfall Entscheidungen zu treffen haben, welche über Leben und Tod von Hunderten von Menschen entscheiden, wagen es nicht, einem behinderten Jungen unter die Arme zu greifen, verstecken sich hinter „versicherungstechnischen Gründen“?!
Als der Junge dann endlich wieder in seinem Stuhl sitzt, ordnet der Kapitän an, dass die drei zurück in die Wartehalle gehen. Eine Stewardess begleitet Moritz. Sie kniet vor seinem Rollstuhl und heult. Er tut ihr leid.
Während die anderen Passagiere in den Flieger steigen, kommt der Kapitän zu Moritz in den Warteraum. Er beugt sich über den geschockten, weinenden Jungen und fragt: „Hat man Dich zu dieser Reise gezwungen? Wolltest Du überhaupt mitfliegen? Sollen wir es noch einmal versuchen?“
„Mir verschlug es die Sprache, als der Kapitän mich das fragte“, so Moriz. „Klar wollte ich fliegen. Aber noch so einen Versuch mit diesen Sanitätern? Nein. Das hat mir total Angst gemacht.“
Als Moriz den zweiten Versuch, ihn in die Maschine zu bringen, ablehnt, fragt der Kapitän auch noch seine Mutter: „Ist der Junge freiwillig hier? Möchten Sie, dass wir einen zweiten Versuch unternehmen?“
Martina Ertl-Pilhofer lehnt ab. Sie erklärt: „Mein Sohn hatte dem Kapitän bereits gesagt, dass er sich nicht mehr in der Lage sieht, noch so einen Versuch zu unternehmen. Er konnte an diesem Tag einfach nicht mehr fliegen, und natürlich habe ich seine Entscheidung respektiert.“
Dem Kapitän genügte das: „Na dann ist ja alles klar, dann darf ich mich jetzt verabschieden. Auf Wiedersehen.“ Die heulende Stewardess im Schlepptau zieht er ab.


Den geschockten Moritz, seine 73jährige Oma und seine Mutter, lässt er ohne jedes Hilfsangebot und ohne jede Entschuldigung einfach stehen. Keine Frage, ob und wie die drei wieder nach Hause kommen, kein Anruf an jemanden vom Bodenpersonal der Air-Berlin, der sich um die drei kümmert, kein persönliches Wort. Nichts!
An der Information die Standartauskunft: “Bitte reichen Sie Ihre Forderungen binnen vier Wochen schriftlich ein.“ Lanzarote37° bat um eine Stellungnahme bei Alexa Hühner, Air Berlin: „Es war ein Hapag Fly-Flug, wir haben den Flug nur verkauft und sind nicht zuständig.“ Der Leiter der Konzernkommunikation der TUI AG, auch zuständig für die Hapag Fly, Henning Dorstewitz: „Die Air-Berlin hat den Flug verkauft und ist somit Vertragspartner und zuständig. Wenn die Pfleger einen Fehler gemacht haben sollten, fällt der Fall vielleicht auch in den Zuständigkeitsbereich des Nürnberger Flughafens.“ Vielleicht?!
Übrigens: So leicht ließ sich Martina Ertl nicht unterkriegen. Zwei Tage später hat sie noch mal neue Flüge gebucht. Alles verlief reibungslos. Rettungsassistent Günter Schippel auf Lanzarote gab den Tip: Moritz kann mit Hilfe eines Tragetuches ganz leicht getragen werden. Schippel: „So etwas gehört zu jeder Sanitäterausrüstung.“



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