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Serie, Wissenswertes

Parteien auf den Kanaren
„Für Arrecife brechen neue Zeiten an“
PSOE-Kandidat Enrique Pérez Parilla

Von: Dr. Karl Kunze


"Enrique Pérez Parilla", Lanzarote37°, 37 Grad, Bürgermeister, Inselmagazin, deutsche Inselzeitung,
Ex-Cabildochef von Lanzarote und Ex-Bürgermeister von Arrecife:Enrique Pérez Parilla


(03/07 N°8) Enrique Pérez Parilla war seit 1983 schon vier Mal Präsident des Cabildos von Lanzarote und damit Inhaber der wichtigsten politischen Position auf der Insel. Unlängst wurde er von der PSOE (entspricht in etwa unserer SPD) zum Kandidaten für das Bürgermeisteramt von Arrecife gewählt. Lanzarote37° interviewte den 58jährigen Politiker, der durchaus Chancen hat, der nächste Bürgermeister der lanzarotenischen Hauptstadt zu werden.


Enrique Pérez Parilla ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder. Die drei Jungs aus der ersten Ehe sind schon erwachsen, seine Tochter  ist erst dreizehn und drückt noch die Schulbank. Vor einiger Zeit, als ich ihn zum ersten Mal persönlich kennen lernte, fiel er mir durch seine Präsenz auf: groß, nicht gerade ein Leichtgewicht, zufrieden lächelnd, einladend. Ein Mann, mit dem man reden kann.

Und – man hat den Eindruck - der auch gern Auskunft gibt. Das liegt vielleicht auch an seinem Beruf: er verdient seinen Lebensunterhalt als Lehrer. So kann er sich erst ab zwei Uhr um die Politik kümmern. Und seit seiner Nominierung sind die Tage lang geworden: Versammlungen, Akten müssen gesichtet werden, die Programmatik mit den Parteigenossen abgesprochen werden und vieles mehr. Eine Ausnahme werden die fünfzehn Tage vor den Wahlen sein, da kann er sich frei nehmen. Aber er ist kein Mann, der sich beklagt: „So ist eben das Leben. Und letztendlich ist alles, was ich mache, freiwillig.“

Er sieht sich ungern als Fuchs im Hühnerstall, als der Sozi, den alle Unternehmer fürchten müssen. Er setzt auf Rationalität und macht sich dafür stark, nicht den Ast abzusägen, auf dem man sitzt. Bettenburgen gebe es genug, nun sei Qualität gefragt, nicht Quantität. Das Territorium müsse man schützen, die Schönheiten der Insel. Er führe keinen Kampf gegen die Wirtschaft, im Gegenteil, er wolle nur eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Und deshalb trifft er sich mit Unternehmern und Geschäftsleuten, weil er wissen will, was sie denken, was sie vorhaben.

Gefragt, was ihm einfalle, wenn er über unsere Hauptstadt Arrecife nachdenke, sagte er, dass ihm zwei Themen sehr am Herzen lägen: Die Hauptstadt sei nicht „auf dem Stand von Gesamt-Lanzarote“. Lanzarote habe eine attraktivere Hauptstadt verdient. Vor allem sei die Hauptstadt sehr schmutzig. Um all dies zu verändern, müsse man ihr erst einmal „das Gesicht waschen“.  Die Menschen in Arrecife seien sehr pessimistisch, sie fühlten sich nicht wohl in ihrer Stadt. Da müsse viel geändert werden. Er überblicke zurzeit noch nicht die finanzielle Situation, aber er sei sicher, dass man viel über geeignete Infrastrukturmaßnahmen verändern könne, die nicht viel Geld kosteten. Das sei alles bisher nicht geschehen, unter anderem, weil die Amtsinhaberin nicht in Arrecife wohne und ihr das persönliche Engagement fehle. Und die Wohlhabenden wohnten alle außerhalb der Stadt, in El Cable, Playa Honda oder Tahiche.

Auf die Frage, wie man sich dieses „Gesicht-Waschen“ denn praktisch vorzustellen habe, antwortet er mit einer Gegenfrage: Wie solle man den Leuten beibringen, keine Kippen auf die Straßen zu werfen, wenn die Straße schmutzig ist? Dazu kämen Mentalitätsfragen: wir lebten nun mal in Spanien und nicht in Singapur, wo es so sauber ist, dass man keinen einzigen Kaugummi auf dem Trottoir sieht. Außerdem hätte man als Bürgermeister in Spanien gar nicht die rechtliche Handhabe, 500 Dollar, wie dort, für eine weggeworfene Kippe zu kassieren. Es sei wichtig, den Menschen Optimismus zu vermitteln, Freude an ihrer Stadt, in der es wieder Spaß mache, mit seinen Kindern spazieren zu gehen. Arrecife verbreite noch allzu sehr das Flair einer Stadt aus der dritten Welt, weil hier mehr Leute aus den unteren Gesellschaftsschichten lebten.

In diesem Zusammenhang kommt er auf sein zweites Hauptanliegen zu sprechen: das Problem der Drogen. Es sei auf der einen Seite ein Problem der Unterschicht, aber, besonders im Hinblick auf das Kokain und die Designerdrogen, habe es sich herausgestellt, dass sich Alter und Sozialniveau der Abhängigen deutlich angehoben habe. Der Konsum von Kokain sei in den höheren Schichten ein gesellschaftliches Spiel geworden.
„Mehr als 70 Prozent der Abhängigen sind außerdem Nicht-Lanzaroteños und Arrecife ist sehr attraktiv für sie. Einmal kommt man hier sehr leicht an die Drogen heran. Und dann können sie hier auch besser „wohnen“. Den Winter in Berlin, Paris oder Madrid verbringen zu müssen, ohne ein Dach über dem Kopf zu haben, ist sehr hart. Die sterben dort im Eingangsbereich der Metro.“

Sein Aktionsplan gegen Drogen setzt erst einmal auf Prävention, sie habe den Vorrang und fange selbstverständlich in der Schule an, indem man die Drogen thematisiere. Ihre Akzeptanz in gewissen Gesellschaftskreisen dürfe man nicht hinnehmen. Ist man aber einmal abhängig geworden, sei die persönliche Betreuung des Kranken notwendig, was natürlich einen hohen Personalaufwand notwendig mache und das Errichten geeigneter Aufnahmeeinrichtungen. ONG (Nicht-Regierungsorganisationen) sollten dabei entsprechende Subventionen erhalten. Aber ebenso müsse die Polizeipräsenz erhöht werden. Er stellt sich dabei eine „Nachbarschaftspolizei“ (policía de proximidad) vor, die immer im gleichen Viertel zu Fuß patrouilliere und die im Laufe der Zeit den Einwohnern immer vertrauter werde. Das Vertrauen sei wichtig. Dementsprechend sei die Bewaffnung dieser Polizei nicht das Maschinengewehr, wie er es zu seinem Schrecken bei seiner letzten Reise durch Osteuropa so oft gesehen habe. Die Leute sollten „ihre“ Polizisten kennen lernen, ihnen ohne Scheu melden, was ihnen verdächtig vorkomme.

Was hat Parilla vor mit den vielen verrotteten Häusern, die der Stadt das Aussehen von Schmutz und Armut geben?
Die Eigentümer der Häuser sollten durch geeignete politische Maßnahmen dazu gebracht werden, diese wieder herzurichten. Notfalls müssten Sondersteuern erhoben werden, falls man die Häuser leer stehen lasse.
„Denkmalgeschützte Häuser sollte man natürlich möglichst erhalten. Aber man muss sich vorher genau überlegen, welche Häuser man dazu zählt, da ihre Erhaltung nun mal sehr teuer ist“.

Angesprochen auf das Beispiel der Calle Real, der Fußgängerzone von Arrecife, sagt Parilla, dass in diesem Fall die Eigentümer (hauptsächlich ein Eigentümer, dem die halbe Straße gehöre) natürlich mehr daran interessiert seien, ihre alten Gebäude abreißen zu lassen. Ein neues Geschäftshaus bringt natürlich einiges mehr an Miete ein als ein - zum Beispiel - halb verfallenes Hotel Oriental (gegenüber dem Kaufhaus Spínola gelegenes ehemaliges Hotel, in dem drei Ladengeschäfte sich eingerichtet hatten und das, obwohl denkmalgeschützt, die Stadt aufgrund eines Antrags des oben angesprochenen Eigentümers abreißen lassen wollte. Interessanterweise setzte sich die jetzige Bürgermeisterin persönlich für den Abriss ein, selbstverständlich aus „Sicherheitsgründen“, verfügte im Oktober 2006 eine Zwangsräumung aus dem zur Ruine erklärten Gebäude, die die Ladenbesitzer dazu bewegen sollte, innerhalb einer Woche auszuziehen. Diese nahmen einen Anwalt, um dagegen anzugehen, blieben auch zunächst, allerdings hat der erste, das Schuhhaus Alemany, Anfang Februar 2007 kapituliert und ist gegangen.)

Angesprochen auf dieses mehr als eigentümliche Verhalten der Bürgermeisterin, die mit jedem einzelnen Ladenbesitzer persönlich sprach, um ihn zum Gehen zu bewegen, meinte Parilla, dass dies natürlich ein sehr schräges Bild ergebe. Sie selbst habe in diesem Fall sogar den Eintrag in den Katalog der schützenswerten Gebäude vorangetrieben.
Nur wenn jedem Normalbürger bekannt ist – so der Einwand von Lanzarote37º - dass nirgendwo in Europa ein Bürgermeister den Abriss eines denkmalgeschützten Hauses veranlassen kann, wie kann dann die derzeitige Bürgermeisterin dies fordern? Parilla: Nun, er wolle nicht für diesen Fall sprechen, aber der Grad der Korruption sei insbesondere auf den Kanaren sehr hoch…Parilla hielt sich an diesem Punkt des Gespräches deutlich zurück und wollte sich aus verständlichen Gründen nicht weiter darauf einlassen. Er bemerkte nur, quasi am Rande: „In Deutschland wird jeder Politiker, der der Korruption überführt oder sogar nur verdächtig wird, aus dem Amt scheiden. Hier auf den Kanaren interessiert das keinen.“ Die Korruption sei ein Phänomen der Gesellschaft, und gerade in der hiesigen besonders verwurzelt. Korruption würde hier als ein ganz normales Mittel angesehen. Ein Politiker aber sei nur ein Produkt dieser Gesellschaft. Wenn es in einer Gesellschaft also viel Korruption gebe, dann gebe es sie genauso viel unter den Politikern.

Wie er sich die Beteiligung ausländischer Mitbürger am politischen Prozess vorstelle, wollten wir wissen.
Parilla: Grundsätzlich stehe es jedem Residenten offen, ein öffentliches Amt zu bekleiden. Es gäbe spanische Gemeinden mit einem ausländischen Bürgermeister. Nur müssten sich die Residenten organisieren, sich den Parteien anschließen, oder selbst eine gründen. Das Hauptproblem sehe er darin, dass die Mehrzahl der Residenten auf Lanzarote nur temporär hier wäre, sie sich nicht beteiligt fühle und dass dementsprechend keine kontinuierliche Arbeit möglich sei. Dass man jetzt nur in den Gemeinden, aber nicht fürs Cabildo seine Stimme abgeben darf, hält er für ein Unding, das schnell geändert werden muss. Das Cabildo sei eine lokale Institution und keine der Autonomen Region. Aber auch hier komme man nur weiter, wenn sich die Residenten organisieren und ihre Forderungen vortragen.



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