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Sonntag, 22. September 2019
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Serie

Auswanderer auf Lanzarote (Teil 1)
Gundi von Hindenburg
Dr. Fritz Hemmerich



Gundi von Hindenburg





Dr. Fritz Hemmerich


Sohn von Dr. Fritz Hemmerich


Annette Hemmerich mit ihren Kindern Klara, Joshua und Hanoch beim Landausflug auf Lanzarote.


(08/06 N°1) Fast alle träumen davon, dort arbeiten und leben zu können, wo andere Urlaub machen. Am besten dort, wo “ewig” die Sonne scheint, die Menschen immer freundlich, nett und entspannt sind und Bürokratie, Stress und Mobbing Fremdwörter von einem anderen Planeten.

Lanzarote37º hat ausgewanderte Insulanerinnen und Insulaner für Sie interviewt. Wie haben sie sich den Traum vom Leben auf einer Sonneninsel im Atlantik erfüllt, und was ist aus ihren Träumen geworden?

 

Gundi von Hindenburg (59), die heutige Chefin des Café-Restaurants “Bodega Santa Barbara” in Teguise, packte 1981 ihre Habe ins Auto und fuhr mit ihren beiden Kindern, Melanie und Mirko, damals 13 und 5 Jahre alt, von Berlin quer durch Frankreich und Spanien Richtung Gran Canaria. Zurück liess sie zwei geschiedene Ehemänner und ein gut gehendes französisches Restaurant in Berlin.
“Das war damals keine spontane Entscheidung. Ich wollte eigentlich immer weg aus Deutschland. Andere Menschen kennenlernen, andere Sitten und Gebräuche, weniger Bürokratie, weniger Spiessertum…”, was man sich halt so vorstellt, wenn man jung und unerfahren ist, sinniert Gundi und lächelt ein wenig über ihre damaligen Vorstellungen.
“Ich hatte Melanies Vater vorgeschlagen, zusammen auszuwandern. Aber ich glaube, das war ihm zu viel Risiko. Er hat mich damals gefragt ob ich “einen kleinen Inselarchitekten” aus ihm machen wolle. Mein Gott, was für eine Frage”, lacht  Gundi aus der Erinnerung. Das Zaudern und Zögern ihres Ehemannes konnte die damals 35jährige nicht zurückhalten. Über zwei Jahre lang plante sie die Übersiedlung nach Spanien: “Ich hatte Freunde auf Gran Canaria und bat sie, dort ein Haus für mich zu suchen. Zusammen mit meiner Tochter Melanie besuchte ich einen Spanisch-Kurs, um wenigstens etwas die Sprache zu lernen. Für meinen damals 5jährigen Mirko hielt ich das nicht für praktikabel, ich dachte, er würde das spielend mit den anderen Kindern in der Schule lernen. In der Realität hat dann erstaunlicherweise meine Große leichter spanisch gelernt als mein Sohn. “So kann man sich täuschen”, erinnert sie sich.
“Als dann die Meldung kam, dass die Freunde ein bezahlbares Haus auf Gran Canaria gefunden hatten, setzte ich alles in Bewegung, um dieses Haus kaufen zu können. Als ich das notwendige Geld zusammengekratzt hatte, packte ich meine Kinder ein und fuhr los. Es war beileibe nicht einfach. Mit einer gebrauchten Strickmaschine produzierte ich zusammen mit einer Freundin Strickmode für Kinder, welche wir dann in Deutschland verkauften. Das reichte zum Leben …”, erinnert sich Gundi an ihre Anfänge als Geschäftsfrau.
“Nach vier Jahren wollte ich von Gran Canaria weg. Ich habe mir La Palma und Lanzarote angesehen. La Palma war mir zu bergig und unkommunikativ, die wilde, offene Schönheit Lanzarotes hatte es mir dagegen sofort angetan. Also bin ich mit Kindern und Strickmaschine nach Lanzarote gekommen und habe in Yaiza ein Häuschen für uns gemietet. Danach kamen viele Stationen. Ich habe aufgehört, selbst zu stricken, einen Laden gemietet und mit Mode und kleinen Accessoires Handel getrieben. Irgendwann konnte ich mir einen winzigen eigenen Laden in Arrecife kaufen…, so ging es immer irgendwie weiter. Bis mir jemand die Bodega Santa Barbara hier in Teguise zum Kauf angeboten hatte. Da habe ich nochmals all meinen Mut zusammengenommen und zugegriffen. Bis zum endgültgen Umbau in den heutigen Zustand war hier unsere Wohnung und mein kleiner Laden untergebracht. Das war damals praktisch für mich als alleinerziehende Mutter. Als die Kinder später aus dem Haus waren, war mir das Haus aber dann zu groß geworden und ich habe die Bodega so ausgebaut, wie sie heute ist.”
Gundi von Hindenburg macht eine ausholende Geste und deutet auf das geschmackvoll eingerichtete Café-Restaurant, den romantisch begrünten Innenhof, in welchem ein malerischer kleiner Brunnen plätschert und die beiden dazugehörenden kleinen exquisiten Läden.
“Es war die richtige Entscheidung auszuwandern. Ich bereue nichts und wollte auch nie mehr zurück. Aber es war oft sehr schwer, und manche haben mir am Anfang nicht einmal ein halbes Jahr gegeben, bevor sie mich mit Kind, Kegel und fliegenden Fahnen wieder zurückfahren sahen. Ich habe Pullover gestrickt, Orangensaft auf dem Markt verkauft, in einer Pizzeria gearbeitet, mich unzählige Male mit der spanischen Bürokratie herumgeschlagen und so manchen Tiefschlag wegstecken müssen, aber ich habe es geschafft.”
Auf die Frage, ob Gundi, wenn sie im Alter jemals auf fremde Hilfe angewiesen sein sollte, sich ein Leben in einem spanischen Seniorenheim vorstellen könnte, wehrt sie ab. “Nein. Dann möchte ich zurück nach Berlin. Für diesen Fall habe ich mit meiner Tochter eine entsprechende Vereinbarung getroffen.”
„Lanzarote ist mein Zuhause – meine Heimat aber bleibt
Berlin!”

 


Wer Dr. Fritz Hemmerich, Arzt im Centro de Terapia Antroposófica (Anthroposophisches Zentrum) in Puerto del Carmen, fragt, warum er vor fünf Jahren mit Kind und Kegel nach Lanzarote auswanderte, dem antwortet der Gynäkologe und ehemalige Chefarzt einer großen Frauenklinik in Deutschland mit einem Lächeln: “Ich war, um es milde auszudrücken, mäßig frustriert ob der täglich wachsenden Restriktionen im Gesundheitswesen, welche mir die Arbeit und eine intensive Zuwendung zu meinen Patienten mehr und mehr erschwerten”. Als eine Patientin eines Tages zu ihm in die Klinik in Deutschland kam, sich über die damals sehr eingeschränkte medizinische Versorgung auf Lanzarote beklagte und ihn arglos fragte, ob er denn da “nicht mal einen seiner Klinikärzte hinschicken könne”, war der Keim gelegt. “Als ich am Abend nach Hause fuhr, dachte ich bei mir: Wieso jemanden schicken, am liebsten würde ich Lanzarote selbst einmal besuchen. Und ob Sie es glauben oder nicht, als ich im Dezember 2000 hier aus dem Flieger gestiegen bin, da wusste ich, dass ich hier zu Hause bin. Und dieses Gefühl wurde bestimmt nicht vom “Ambiente” des Flughafens und seiner Umgebung ausgelöst. Fragen sie mich nicht, warum das so war, ich kann es nicht erklären. Es war so und meiner Frau Annette ist es ganz genauso ergangen.”

Nach diesem Erlebnis war der Entschluss der Familie Hemmerich gefasst: Sie gaben in Deutschland ihre gesamte Existenz auf, bestellten einen Umzugscontainer, packten Joshua (9), Hanoch (7), Klara (5) und Familienhund “Belbo” in den Flieger, um in Lanzarote ein neues Leben zu beginnen.
“Als der Container bestellt war und unsere Abreise immer näher rückte, habe ich zum ersten Mal meine ganzen bürgerlichen Ängste kennengelernt”, schmunzelt Hemmerich als er sich daran erinnert. “Bis zu dem Tag, als der leere Umzugscontainer vor unserer Haustür stand, glaubten wir, da müsse noch irgend etwas dazwischen kommen. Die Verantwortung lastete von Tag zu Tag schwerer auf meinen Schultern und ein verlockendes Angebot aus der Klinik, welches mich zum Bleiben veranlassen sollte, hat es mir die letzten Tage in Deutschland nicht unbedingt leichter gemacht.”
Doch allen Verlockungen zum Trotz ließen sich die Hemmerichs nicht mehr von ihren Plänen abbringen. “Wir haben ganz bewusst alle “Hintertürchen” zu gemacht, welche uns eine Rückkehr erleichtert hätten. Kein Haus und keine Wohnung, die nur vermietet wurde und in welche man hätte zurückkehren können, keinen Wohnsitz mehr in Deutschland… Wir haben alle Zelte abgebrochen und uns hier in Nazareth ein Haus gekauft.” Keiner aus der Familie sprach ein Wort spanisch und als Fritz Hemmerich mit seiner Frau Annette, die heute im anthroposophischen Zentrum als Atem- und Maltherapeutin tätig ist, genau am 11. September 2001 ihre Kinder in der Schule von Teguise einschulten, waren beide, so Hemmerich in der Erinnerung, “sehr beklommen”.
Als später die Kinder vom ersten Schultag nach Hause zurückkamen, war Vater Hemmerich erst einmal beruhigt: “Die Meldung war, sie hätten zwar nichts verstanden, aber es sei “Klasse” gewesen. Es war unglaublich, wie schnell unsere Kinder spanisch gelernt haben und wie hilfsbereit und kompetent die Schule in Teguise sie dabei unterstützte. In den ersten sechs Wochen richteten ihre Lehrer eigens eine Förderklasse für unsere Kinder ein, an welcher auch noch zwei englischsprachige Kinder teilnahmen. Heute bestätig man uns, dass unsere Kinder akzentfrei “conejero” sprechen, während man das von mir nicht unbedingt behaupten kann”, lacht Hemmerich.

Fühlt Fritz Hemmerich sich heute, fünf Jahre nach seiner Übersiedelung in der lanzarotenischen Gesellschaft, integriert? “Nein. Ich bin nicht in die hiesige Gesellschaft integriert. Wenn sie mir allerdings diese Frage vor sechs Jahren in Deutschland gestellt hätten, hätte ich sie ebenfalls mit “Nein” beantwortet. Es gab in Deutschland, das gebe ich gerne zu, eine größere Möglichkeit des sozialen Begegnens. Mein Wohlbefinden hängt davon allerdings in keinster Weise ab.”

Gibt es trotzdem etwas, was der Arzt auf Lanzarote vermisst? “Also wenn Sie jetzt auf Lebensmittel anspielen wie Sauerkraut, Schweinebraten oder so, nein”, lacht Hemmerich, “das vermisse ich nicht”. “Natürlich ist nicht alles Gold auf der Insel. Stadt, zum Beispiel, Stadt vermisse ich manchmal. Als solche kann man Arrecife ja wirklich nicht bezeichnen. Und immer mal wieder, in Phasen, Wald, mehr intellektuell befruchtende Kontakte und einen leichteren Zugang zu weiterbildenden Seminaren. Die ersten beiden Bedürfnisse befriedigen wir mehrmals im Jahr mit ausgiebigen Ausflügen nach Teneriffa, die letzteren beiden bleiben ein Problem…”

Und wie stellt sich Fritz Hemmerich seinen Lebensabend auf Lanzarote vor?
“Ich weiß, dass viele Menschen, die sich hier sehr wohl fühlen, im höheren Alter wieder den Weg zurück nach Deutschland finden. Teils wegen der ärztlichen Versorgung, ob berechtigt oder nicht, teils wegen der besseren Pflegemöglichkeiten, oder weil sie sich nach dem Verlust eines Partners plötzlich einsam und hilflos fühlen.
Ich habe das feste Vertrauen, bis dahin hier im Zentrum ein Netzwerk und eine Wohnstruktur aufbauen zu können, welche es ermöglichen, Betreutes Wohnen, Seniorentourismus und junge berufstätige Familien zusammenzuführen. An so einem Ort, wo das gesamte Generationenbild vorhanden ist, möchte ich meinen Lebensabend verbringen, arbeiten wie mein Onkel Hugo, der bis zu seinem 86 Lebensjahr für seine Patienten da war und meinem Hobby, der Erforschung der Sonnenfleckenaktivitäten, nachgehen…”



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