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Samstag, 21. September 2019
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Freizeit

Einzigartiges Lanzarote: Der Timanfaya Nationalpark

Von: F. Klinge / Fotos: A. Jageneau m. Genehmigung des Timanfaya Nationalpark


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Blick über die lineare Anordnung der Vulkankegel im Timanfaya Nationalpark.

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Die lanzarotenischen Feuerberge lassen sich in verschiedene Ökosysteme einteilen, wobei jedes einzelne seine ganz besondere Charakteristik hat.

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Wer Lust hat, der kann im Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote eine kleine Kameltour machen.

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Rund 50 Familien auf Lanzarote besitzen Kamele und leben davon, Urlauber im Timanfaya-Nationalpark durch die Feuerberge zu führen.

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Die meisten Vulkankegel auf Lanzarote entstanden entlang einer von West-Süd-West nach Ost-Nord-Ost verlaufenden Erdspalte, aus der aus den Tiefen der Erde Magma aufstieg, das sich als Lava über die Oberfläche ergoss.

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Der berühmte Hornito „Manto de la Virgen“. Solch ein „kleiner Ofen" entsteht, wenn die Lava aus einem Lavastrom entgast und nach oben spritzt

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Pahoehoe-Lava – dünnflüssige, also gering viskose, relativ gasarme Lava, die beim Abkühlen eher glatte Oberflächen hinterlässt. Auf deutsch auch Fladenlava oder Stricklava.

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Stricklava ist dünnflüssige, gering viskose, gasarme Lava. Mit dem Fachausdruck heißt diese Lava "Pahoehoe-Lava"

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Der Salado Blanco (Polycarpaea robusta) ist eine endemische Pflanze

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Der Junco (Juncus sp.) ist ein Binsengewächs

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Flechten zersetzen das Gestein

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Ausblick vom Montaña Rajada. Das Lavameer wird von einem teilweise eingestürzten vulkanischen Tunnel durchzogen.

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Auf dem Islote del Hilario zeigen einige Demonstrationen an einem Geysir...

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... und einer Erdanomalie, wie heiß die Erde hier noch ist.

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Die Küste des Timanfaya ist rauh und wild. Hier führt der Wanderweg „Ruta del Litoral“ entlang.

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Das Meer im Bereich des Nationalparks ist voller Leben: Es gibt 59 Fischarten, 120 wirbellose Arten und 105 Arten mariner Pflanzen.

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Cesar Manrique gestaltete den lanzarotenischen Feuerteufel, das Wahrzeichen des Timanfaya-Nationalpark und beiebtes Urlaubsmitbringsel von Lanzarote.


Lanzarote - Das „Valle de la Tranquilidad“ – Tal der Stille – trägt seinen Namen zu Recht: Man muss schon sehr genau hinhören, um als einziges Geräusch das leise Rauschen des Windes wahrzunehmen. Das Tal wird eingerahmt von sanften Hügeln aus brauner, roter und orangefarbener Vulkanasche, auf denen nur spärlich vereinzelte Büsche des Kanarenampfers Rumex Lunaria wachsen. Die Landschaft wirkt, als sei sie noch nie von Menschenhand beziehungsweise -fuß berührt worden, und so ist es auch: Das „Valle de la Tranquilidad“ liegt inmitten der Montañas del Fuego – der unzugänglichen Vulkanlandschaft Lanzarotes, die seit 1974 unter dem Namen Timanfaya Nationalpark unter strengem Naturschutz steht.

 

Als der achte von inzwischen vierzehn Nationalparks in Spanien repräsentiert Timanfaya den bis zum heutigen Tag andauernden Vulkanismus auf den Kanarischen Inseln. Die Kanaren sind das einzige Gebiet Spaniens mit aktivem Vulkanismus, die lanzarotenische Vulkanlandschaft ist absolut einzigartig und – obwohl sie so unwirtlich scheint wie der Mond – Heimat seltener Pflanzen und Tiere. Und nicht nur das: Die Feuerberge gelten als eine Art „Outdoor-Labor" um wiedererwachendes Leben zu beobachten.

 

Wie Timanfaya entstand …

 

„Am 1. September 1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza. Ein gewaltiger Berg bildete sich bereits in der ersten Nacht, und Flammen schossen aus seinem Gipfel, die 19 Tage lang weiter brannten." So beginnen die Tagebuchaufzeichnungen des damaligen Pfarrers von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo, der in der ersten Zeit der insgesamt sechs Jahre andauernden Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert seine Beobachtungen niedergeschrieben hat. Es waren schwere Jahre für die Lanzaroteños, auch wenn die Vulkane nicht ununterbrochen wüteten. Es gab immer wieder Ruhephasen, die teilweise mehrere Monate andauerten, in denen sich die Menschen etwas erholen konnten. Doch auch wenn weder Lava noch Asche ausgeworfen wurden, ließen zwischendurch immer wieder Erdbeben die Erde erzittern.

 

Während dieser sechs Jahre kam, so die Überlieferung, kein Mensch durch die Vulkanausbrüche ums Leben. Das ist zum Teil sicherlich pures Glück, liegt aber auch ganz entscheidend an der Art des Vulkanismus, den wir hier auf Lanzarote haben: Der hiesige Vulkanismus ist nicht explosiv, sondern wird als effusiv bezeichnet. Entlang mehrerer Kilometer langer Spalten traten Lavaströme und pyroklastisches Material aus, das Ganze mit relativ geringer Explosionskraft. Zumindest so gering, dass man von Yaiza aus zugucken konnte, wie nur „zwei Wegstunden" entfernt der Vulkan „Caldera de los Cuervos" entstand.

 

Menschen kamen, wie gesagt, nicht ums Leben, wohl aber wurden zahlreiche Dörfer zerstört. Chimanfaya, zum Beispiel, nach dem der Nationalpark heute benannt ist, oder Santa Catalina, dessen Bewohner in den Norden umzogen und das Dörfchen Los Valles gründeten. Insgesamt wurden etwa 200 Quadratkilometer Lanzarotes unter Lava und Asche begraben, das entspricht etwa einem Viertel der Insel. Nur rund 51 Quadratkilometer dieser Landschaft sind Nationalpark. Und der wird als eine Art Pufferzone vom Naturpark der Vulkane, der ebenfalls naturgeschützt ist, umgeben.

 

Die meisten Vulkankegel auf Lanzarote entstanden entlang einer von West-Süd-West nach Ost-Nord-Ost verlaufenden Erdspalte, aus der aus den Tiefen der Erde Magma aufstieg, das sich als Lava über die Oberfläche ergoss. Daher findet man Lanzarotes Vulkane heute in der typischen linearen Anordnung. Eine weitere Spalte verlief von Nord-Nord-West nach Süd-Süd-Ost und auch entlang dieser bildeten sich kleine Feuerberge. Lanzarotes Vulkane sind so genannte Schlackekegel: Kleine Kegel, die aus ausgeworfenem, aufgehäuftem pyroklastischem Material bestehen. Jeder dieser Schlackekegel hat einen oder mehrere Krater, rund 25 gibt es im Gebiet des Nationalparks.

 

Ein Großteil der Lava floss damals von den Ausbruchszentren aus in Richtung Küste und dort ins Meer. Lanzarote ist durch die Ausbrüche von 1730 bis 1736 im Südwesten ein ganzes Stück gewachsen. Als die Vulkane endlich zur Ruhe kamen, blieben ausgedehnte Lavafelder aus Aa- und Pahoehoe-Lava, Hügel aus vulkanischer Asche, vulkanische Tunnel und kleine „Hornitos" zurück. Die vorher fruchtbare Ackerlandschaft war nicht mehr wieder zu erkennen.

 

Im Jahre 1824 kam es noch einmal zu vulkanischer Aktivität, die aber nur drei Monate andauerte. In dieser Zeit entstanden die drei Vulkankegel Tinguatón, Tao und Chinero, von denen nur der Chinero oder „Volcán Nuevo del Fuego" innerhalb der Nationalparkgrenzen liegt. Seit dem herrscht auf Lanzarote – zumindest in Bezug auf vulkanische Aktivität – Ruhe.

 

 

... und wieder zum Leben erwachte…

 

 

Direkt nach den Vulkanausbrüchen war das Gebiet der „Montañas del Fuego" so leer und unbelebt wie nur vorstellbar. Alles was Beine oder Flügel hatte, hatte Reißaus genommen vor Lavaströmen, heißer Asche und vulkanischen Bomben, sämtliche Vegetation war vernichtet. Doch mitten in dieser Steinwüste gab es kleine Fleckchen, auf denen das Leben weiterging: Die so genannten „Islotes" sind alte Vulkane, die bei lang zurückliegenden Ausbrüchen entstanden sind. Sie wurden von den neuen Lavaströmen umflossen und blieben als kleine Refugien, auf denen Pflanzen und Tiere überleben konnten, erhalten. Und von hier aus begann nach den Eruptionen die Wiederbesiedlung der Lava- und Aschefelder.

 

Doch wie kann eine Pflanze Wurzeln schlagen, wenn es kein lockeres Erdreich, keinen Boden gibt? Bevor höhere Pflanzen Einzug halten, muss das Gestein zunächst in Boden umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernehmen Flechten. Sie lockern das Gestein auf und verwandeln es mit der Zeit in Boden. Im Timanfaya Nationalpark wurden bisher über 170 Arten beschrieben, das ist eine enorme Vielfalt für ein so kleines Gebiet. Und es wird angenommen, dass es noch mehr sind, doch ihre Identifizierung ist schwierig und erfolgt oft auf mikroskopischem Weg. Eine richtige Bodenschicht gibt es auf den Lavafeldern dennoch noch nicht. Aktivtät und Effektivität der Flechten hängen sehr stark vom Klima ab – je feuchter es ist, desto besser zersetzten sie das Gestein. Hier auf Lanzarote regnet es aber sehr wenig – weniger als 200 Millimeter im Jahr – so dass die Umwandlung des Gesteins nur langsam von Statten geht. Die lanzarotenische Vulkanlandschaft befindet sich in genau diesem Stadium – der langsamen Transformation der Lava – und in einigen hundert oder tausend Jahren werden die dichten Flechtenteppiche mehr und mehr von höheren Pflanzen abgelöst werden.

 

Nichtsdestotrotz finden sich schon jetzt einige pflanzliche Überlebenskünstler, die auf Lava und Asche gedeihen, auch wenn es kaum Wasser gibt.

 

Es gibt im Timanfaya über 200 Pflanzenarten, von denen die meisten auf den Islotes zu finden sind, da diese aufgrund ihres Alters eine entwickelte Bodenschicht haben. Eine ganze Reihe dieser Arten sind endemisch, das heißt sie sind in ihrem natürlichen Lebensraum stark eingeschränkt: Sechs Arten gibt es nur hier auf Lanzarote, sieben auch auf Fuerteventura, zwölf gibt es auf allen Kanarischen Inseln und vier in Makaronesien. Zu dieser Provinz werden die Azoren, Madeira, die Ilhas Selvagens, die Kapverdischen Inseln und eben die Kanaren gezählt.

 

Die harten Lebensbedingungen – es gibt kaum Wasser und Nahrung und die Temperaturen sind hoch – machen es auch den Tieren nicht leicht, in Timanfaya zu überleben. Es gibt nur drei Arten von Säugetieren: Kaninchen (Oryctolagus cuniculus), Ratten (Rattus rattus) und die Kanarische Spitzmaus „Musaraña Canaria" (Crocidura canariensis), sowie zwei Reptilienarten: die Atlantische Eidechse (Gallotia atlantica) und den Mauergecko (Tarentola angustimentalis). Reichlich vertreten sind hingegen die Invertebraten, also in erster Linie Insekten und Spinnen. Es gibt sagenhafte 120 Arten Wirbelloser, von denen sich einige ganz hervorragend den ungewöhnlichen Lebensbedingungen angepasst haben.

 

Timanfaya ist auch Heimat zahlreicher Vogelarten und aufgrund seiner Lage – zum afrikanischen Kontinent sind es nur rund 125 Kilometer – Rastplatz für viele Zugvögel, die dem kalten europäischen Winter entfliehen. 22 Arten überwintern im Timanfaya und 20 nisten sogar dort. Besonders die lange, einsame Küste des Nationalparks bietet Seevögeln ideale Brutbedingungen, unter anderem finden sich Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris diomedea), Petrels (Bulweria bulwerii) und natürlich Möwen (Larus argentatus). Zwei Falkenarten sind im Park zu Hause (Turmfalke Falco tinnunculus und Berberfalke Falco pelegrinoides), Schleiereulen (Tyto alba), Fischadler (Pandion haliaetus), Kolkraben (Corvus corax), Felsenhühner (Alectoris barbara) und viele mehr.

 

 

Jedes Ökosystem eine Welt für sich

 

 

Die lanzarotenischen Feuerberge lassen sich in verschiedene Ökosysteme einteilen, wobei jedes einzelne seine ganz besondere Charakteristik hat: Die jungen Lavafelder, die während der Eruptionen von 1730 bis 1736 und 1824 entstanden sind, die „Islotes" – altes Land, das von den historischen Ausbrüchen verschont geblieben ist, und die Höhlen und vulkanischen Tunnel, also alles, was unter der Erdoberfläche liegt.

An der Küste wiederum herrschen andere Bedingungen als im Landesinneren, denn hier ist der Einfluss von Wasser und Wind sehr groß. Dieser Lebensraum ist ideal für halofile – salzliebende – Organismen.

Auch das Meer ist ein bedeutender Teil des Nationalparks. Im Bereich der Kanarischen Inseln spielen drei Gegebenheiten eine Rolle: Die Nähe zu Afrika, Einflüsse aus Südeuropa und dem Mittelmeerraum und der an den Inseln vorbeiziehende relativ kalte Kanarenstrom. Das Meer im Bereich des Nationalparks ist voller Leben: Es gibt 59 Fischarten, 120 wirbellose Arten und 105 Arten mariner Pflanzen.

 

 

Besuch des Timanfaya Nationalparks

 

 

Von Norden – aus Richtung Tinajo kommend – stößt man zunächst, noch vor Einfahrt in den eigentlichen Nationalpark, auf das Besucherzentrum „Centro de Visitantes e interpretación", wo eine permanente Ausstellung rund um den Nationalpark mit vielen, sehr anschaulichen Erklärungen rund um Vulkanismus, Lava, Geschichte, Lebensräume usw. gezeigt wird. Es laufen Dokumentarfilme und es wird sogar ein Vulkanausbruch simuliert. Das Besucherzentrum ist täglich von 9 bis 16 Uhr (letzter Einlass 15.45 Uhr) geöffnet, der Eintritt ist kostenlos. Hier sitzen auch die Guides des Parks, bei denen man die geführte Wanderung „Ruta de Tremesana" buchen kann. Diese Wanderung wird in der Regel dreimal die Woche angeboten, in kleinen Gruppen auf Spanisch und Englisch. Auf der dreistündigen Tour haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Vulkanlandschaft hautnah zu erleben und viel Wissenswertes zu erfahren. Wer mitgehen will, sollte sich bereits einige Wochen vorher anmelden, da die wenigen freien Plätze sehr schnell vergeben sind. Buchen können Sie die Wanderung unter der Telefonnummer 0034-928 118 042.

 

Die Guides führen auch einmal im Monat die „Ruta del Litoral", die Küstenwanderung. Hier ist jedoch, im Gegensatz zur Tremesana Wanderung, der Zutritt auch ohne Guide erlaubt. Die Küstenwanderung ist in gleichem Maße schön wie anstrengend, es geht neun Kilometer – rund fünf Stunden – über schroffe, unwegsame Aa-Lava. Das Ganze bei großer Hitze und meist starkem Wind. Auf jeden Fall Sonnenschutz, Kopfbedeckung, ausreichend Trinkwasser und leichte Verpflegung mitnehmen. Infos gibt es ebenfalls im Besucherzentrum unter oben genannter Telefonnummer.

 

Einige Kilometer südlich des Timanfaya-Besucherzentrums befindet sich der „Taro de Entrada" – die Einfahrt in das Herz des Nationalparks „Montañas del Fuego". Hier müssen acht Euro Eintritt gezahlt werden und dann geht es mit dem eigenen Auto noch etwa einen Kilometer weiter bis zum „Islote del Hilario". Ein Besuch im dortigen „Restaurante del Diablo" von César Manrique lohnt sich auf jeden Fall – die besondere Attraktion hier oben sind aber die Vorführungen zu Lanzarotes geothermischen Anomalien. Aus künstlichen Geysiren schießt das Wasser meterhoch; in einem Loch entzünden sich trockene Ginsterbüsche ganz von selbst und das Fleisch wird mit Hilfe der Hitze aus der Erde gegrillt. In einer Tiefe von 12 Metern herrschen hier teilweise bis zu 600 Grad Celsius.

 

Die am Taro de Entrada gekaufte Eintrittskarte berechtigt an der „Ruta de los Volcanes" im parkeigenen Bus teilzunehmen, denn im Herzen des Nationalparks darf schon lange nicht mehr mit dem eigenen Pkw gefahren werden. Die Busse starten etwa alle 20 Minuten, die Rundfahrt durch die Hauptausbruchszentren der Eruptionen von 1730 bis 1736 dauert eine gute halbe Stunde und ist, obwohl man durch das Fensterglas von der Landschaft getrennt ist, ein echtes Erlebnis.

 

Noch weiter im Süden, schon kurz vor Yaiza, gibt es zu guter Letzt noch die Installationen des „Echadero de los Camellos" – ein kleines Museum informiert die Besucher und für ein paar Euro kann ein kurzer Rundritt auf Dromedaren unternommen werden.

 

Egal, für welche dieser Möglichkeiten Sie sich entscheiden, bei Ihrem Aufenthalt auf Lanzarote sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, den Timanfaya Nationalpark zu besuchen – es heißt sogar: Wer nicht in Timanfaya war, war nicht auf Lanzarote ..

 

 

 

Wie die Feuerberge zum Nationalpark wurden

 

1973 erhielt der damalige Präsident der Inselregierung, José Ramírez, eine Postkarte aus einem Nationalpark in Neu Mexiko in den USA. Auf der Postkarte war eine Landschaft abgebildet, die den lanzarotenischen Vulkanen sehr ähnlich war. Ramírez war beeindruckt und zog Parallelen: Was, wenn auch die Feuerberge den Status eines Nationalparks bekommen würden?

Seinerzeit wirkten auf Lanzarote Persönlichkeiten wie César Manrique und Jesús Soto, auf deren Unterstützung Ramírez zählen konnte. Mit vereinten Kräften setzte man sich dafür ein, dass die lanzarotenische Vulkanlandschaft zum Nationalpark erklärt würde. Es wurden wissenschaftliche Untersuchungen in Auftrag gegeben, die die natürlichen Parameter der Vulkanlandschaft als einzigartig und absolut schützenswert darstellten. Und so gelang es, dass die Feuerberge am 9. August 1974 mit dem Real Decreto (Königlichen Dekret) 2615/74 unter dem Namen Timanfaya in die Liste der spanischen Nationalparks aufgenommen wurden. Durch das Ley (Gesetz) 6/1981 gab es eine Neueinstufung des Nationalparks, die später durch das Ley 4/1989 nochmals modifiziert wurde. Mit dem Real Decreto 1621/1990 wurde endgültig der „Plan Rector de Uso y Gestion" (Nutzungs- und Verwaltungsplan) festgelegt.

Heute ist der Timanfaya Nationalpark auch Teil des Netzwerks der Biosphärenreservate der UNESCO (1993) und im Rahmen der Natura 2000 Kampagne der Europäischen Union als Vogelschutzgebiet ZEPA (Zona Especial para la Protección de Aves) (1994) ausgewiesen.

 

 

Was ist eigentlich ein Nationalpark?

Gemäß der Definition der internationalen Union zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten (IUCN) sind Nationalparks natürliche Gebiete auf dem Wasser oder dem Land, die vorgesehen sind, um die Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme zu schützen und für die jetzige und künftige Generationen zu erhalten, um Ausbeutung ebenso zu verhindern wie andere Tätigkeiten, die dem Gebiet Schaden zufügen und um eine Basis zur Spiritualität, Forschung, Schulung, Erholung und Besichtigung zur Verfügung zu stellen, die ökologisch und kulturell vereinbar ist.

 

 

 

Das ist im Nationalpark verboten:

Der Zugang und Verkehr außerhalb der dafür vorgesehenen Straßen und Wege

Das Anhalten oder Parken von Fahrzeugen außerhalb der dafür vorgesehenen Zonen

Die Ausübung jeglicher Art von Jagdsport sowie die Einführung von Feuerwaffen

Das Sammeln von Pflanzen, Tieren oder Steinen

Die Ausübung von Höhlenforschung und anderen sportlichen Aktivitäten im Freien.

Die Benutzung von Sound-Geräten mit hoher Lautstärke oder Megaphonen

Professionelle Fotografie-, Film- und Fernsehaktivitäten. Hierfür muss im Büro des Nationalparks eine spezielle Genehmigung beantragt werden.

 

 

 

Glossar

Effusiv –
lat. effusio, Ausgießung

Eruption – lat. Eruptio, Ausbruch

Pyroklastisches Material – Pyroklastika od. vulkanische Lockerprodukte werden anhand der Größe klassifiziert: Asche < 0,2 cm, Lapilli (hier auf Lanzarote Picón oder Rofe) 0,2 bis 6,4 cm, Schlacke und Bombe > 6,4 cm

Aa-Lava – Brockenlava. Aufgrund relativ hoher Viskosität langsam fließende Lava. Beim Abkühlen entstehen schroffe, unregelmäßige Oberflächen, die mit scharfkantig geformten Brocken und Schollen durchsetzt sind.

Pahoehoe-Lava – dünnflüssige, also gering viskose, relativ gasarme Lava, die beim Abkühlen eher glatte Oberflächen hinterlässt. Auf deutsch auch Fladenlava oder Stricklava.

Geysir – heiße Quelle, die in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen Wasser als Fontäne ausstößt

Hornito – Ein „Kleiner Ofen" entsteht, wenn die Lava aus einem Lavastrom entgast und nach oben spritzt, dabei entsteht ein „wurzelloser" Schlackekegel, der nicht von einem tief reichenden Schlot, sondern nur dem darunter fließenden Lavastrom gespeist wird.

Flechte – Als Flechte bezeichnet man eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz, dem so genannten Mykobionten, und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern. Diese Phytobionten sind Grünalgen oder Cyanobakterien. Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten.

Invertebrate – Als Invertebrate (Invertebrata) bezeichnet man alle Tiere ohne Wirbelsäule. Zu dieser Gruppe gehört die Mehrzahl aller bekannten Tierarten.

Makaronesien – Die im östlichen Zentralatlantik liegenden Inselgruppen Azoren, Madeira, Ilhas Salvagenes, Kanarische Inseln, Kapverden und der nordafrikanische Küstenstreifen werden in der Pflanzengeografie zu der Provinz Makaronesien zusammengefasst.

(08/08 No.25)

 

 

 

 



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