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Samstag, 21. September 2019
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Lokales, Serie

Ein Obstgarten auf Lanzarote
Von Ananas bis Zitrone

Von: Susanne Bernard



Die Blüte „Königin der Nacht“


Hier die gleiche Pflanze wie oben, auch genannt: Pitahaya oder Strauchkaktus. Sie ist auf Lanzarote oft zu sehen ist.


(10/07 N°15) Wer auf Lanzarote einen Garten bestellen möchte, hat nicht unbedingt unbegrenzt viele Möglichkeiten. Was die Temperaturen betrifft, sind wir zwar gesegnet, dafür fehlen aber die Niederschläge, und humusreicher, tiefgründiger Boden ist ebenfalls Mangelware. Und wer als Gärtner einmal einen zweiwöchigen Kalima mit seinen Pflanzen durchlitten hat, der weiß, dass wohl überlegt sein will, was man wo im Garten anpflanzt.

 

Als ich auf die Insel kam, hatte ich das große Glück, dass ein kleiner, unbestellter Garten auf mich wartete, den ich nun, nach und nach, bepflanzen darf. Mein Nachteil, ich kam aus dem französischen Baskenland, ein Landstrich, der mit gutem Mutterboden und reichlich Niederschlägen gesegnet ist. Im Frühsommer gab’s Himbeeren im Überfluss, es folgten Erdbeeren, Kirschen, Pfirsiche und Aprikosen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Weintrauben – ja sogar Kakis, Melonen und Feigen wuchsen – nachdem der richtige Standort im Garten gefunden war – ohne dass die Gärtnerin sich großartig abmühen musste. Ich war verwöhnt.
Umso mehr, da ich meine Jugend in der kältesten Ecke Schwabens verbrachte, wo, nicht unweit von unserem Zuhause, im Juni schon mal ein Geißbock auf dem Marktplatz erfroren sein soll (Stetten am kalten Markt).


Als ich also, nach meiner Ankunft, das erste Mal durch den kleinen Garten strich, pflanzte ich im Kopf sofort alles, worauf ich auch im klimatisch verwöhnten Baskenland wegen der Frostgefahr im Januar immer verzichten musste.
In Gedanken lag ich bereits unter Orangenbäumen in der Hängematte, schleppte, Bananenpflückern gleich, ganze Stauden der leckeren gelben Früchte ins Haus, um sie großzügig in imaginären Obstschalen zu verteilen. Ich löffelte – wohlgemerkt im Traum – bereits genüsslich die ersten Passionsfrüchte aus und träumte von all den tropischen Köstlichkeiten, die in meinem zukünftigen Obst- und Gemüsegarten wachsen sollten.


Derweil das Gartenkonzept mit all den Wünschen beim Gartenarchitekten eingereicht wurde – der Garten glich in weiten Teilen noch einer Baustelle – pflanzte ich schon mal zwanzig Tomatenstauden und ein paar Gurken und Melonen. Geht ja schnell – dachte ich. Wie wohl ich fleißig die Gießkanne durch den Garten schleppte und die Setzlinge nach alter Manier bemutterte, alles mickerte vor sich hin. Die Gurkensetzlinge quälten sich vom heißen Tag zum Abend und weigerten sich, trotz – dachte ich – bestem Wetter zu wachsen. Die Melonenpflänzchen taten es Ihnen gleich, lediglich die Tomaten dankten mir meinen Einsatz, und schon bald konnte ich sie – sehr ungewöhnlich für die Insel, aber ich kannte es nicht anders – an Stangen hochbinden, und – ich gestehe – etwas übereifrig, mit dem Marderpinsel des Aquarellmalkastens bestäuben. Die ersten grünen Fruchtansätze zeigten sich.
Bis ich eines Morgens verwundert aus dem Fenster schaute und unser Nachbarhaus im – wie ich dachte – Nebel verschwunden war. Es war kein Nebel, es war Kalima. Den Unterschied sollte ich noch deutlich erfahren: Vierzehn Tage tobte der heiße Wüstenwind, stetig, heiß und unerbittlich. Danach sah der Garten aus, wie ich ihn vorgefunden hatte: Braun, trocken und verlassen. Vertrocknete, zerzauste Tomatenstauden schauten mich vorwurfsvoll an, wo Gurken und Melonen mal standen, konnte man nur noch erahnen.


Das war der Tag, als ich mein Hobby „garteln“ erst mal zu den Akten legte. Ich begann zu studieren und zu beobachten. Was wächst wo? Woher kommt der Wind. Was für Pflanzen gedeihen in Nachbars Garten? Was pflanzen die Einheimischen? Was für Pflanzen wachsen überhaupt auf der Insel?
Als ehemaliger Zimmerpflanzen-Kakteen-, und Geranienfeind musste ich erst mal umdenken. Hier wuchs all das, worum ich in meinem vorherigen Gärtnerleben immer einen großen Bogen machte: Geranien, die Muttern zuhause fast täglich goss und düngte, und im Winter aufwändig im Keller überwinterte, kamen scheinbar gänzlich ohne Wasser aus, und bekamen dicke, fleischige Blätter, in denen sie für Wochen Wasser speichern konnten. Kakteen, zuhause auf Vaters Fenstersims, Symbol meiner Jungend für Spießertum und Stillstand, hier zeigen sie Blüten von atemberaubender Schönheit, und ein Formen- und Farbenspiel, welches durch den Standort auf dem schwarzen Picón erst richtig zur Geltung kommt. Gummibäume! Schrecklichste aller Zimmerpflanzen und Albtraum meiner Jugend: sie wuchsen, ohne dass man sie goss, zwangen die Kinder auf der Fernsehcouch dazu, die Köpfe einzuziehen und stanken furchtbar künstlich, weil Muttern sie wöchentlich mit einem Blattglanzspray(!) traktierte.
Auf dem Markt von Haría sind sie herrliche Schattenspender. Viele Meter hoch, trotzen sie jedem Wetter, und bieten ganzen Vogelkolonien Platz zum Brüten und Schimpfen.
Es gibt noch viele Beispiele dafür, wie ich plötzlich begann, mich damit abzufinden, dass es hier mehr als nur einen grünen Daumen braucht, und dass man Pflanzen nicht einfach irgendwo hin pflanzen kann – im Glauben, sie würden schon wachsen.


Dennoch: Obstbäume im Garten zu haben, von denen man im Vorbeigehen mal naschen kann, deren Früchte die Obstschalen im Haus füllen, diesen Wunsch habe ich noch nicht aufgegeben, und bei näherem Hinsehen und mit etwas Gärtnerglück kann man sich auch auf Lanzarote diesen Wunsch erfüllen.
Einen Orangen- und Zitronenbaum stelle ich mir am Hang unter unserem Haus vor. Dort ist es zwar windig, aber zwei, drei solide Zocos, das sind die Steinrondelle mit welchen die Kanarios ihre Pflanzen gegen den ständigen Wind abschirmen, werden sie schützen. Auch zwei Maulbeerbäume (Morus nigra) müssen her. Sie werden mir die Himbeeren und Brombeeren aus dem nördlichen Europa ersetzen, und ich kann ihre Früchte gleich im eigenen Garten vom Baum „kitzeln“. Wer schon mal Moras geerntet hat, weiß, dass dafür eine besondere Technik notwendig ist, und selbst der „beste“ Pflücker ist hinterher über und über mit dem violetten, klebrig-süßen Saft verschmiert und wird ein nahes Badezimmer oder einen Gartenschlauch in der Nähe sehr zu schätzen wissen. Übrigens: Die Familie der Maulbeergewächse hat nichts mit anderen Beeren zu tun, wie man, wenn man die Früchte sieht, vermuten möchte. Zur gleichen Familie gehören auch die Ficusarten, so also auch die essbaren Feigen und der berühmte Gummibaum. Man könnte dann vielleicht noch ein paar Seidenraupen züchten – wie einst auf La Palma -, deren einzige Nahrung eben diese Maulbeerbäume liefern…


Feigen sollen im Hochsommer unseren Schinkenverzehr ergänzen, drum muss auch ein Feigenbäumchen gepflanzt werden, und dazu ein, zwei Opuntien (Kaktusfeigen oder Kaktusbirnen) hätte ich gerne. Marmelade von dieser, wahrscheinlich aus Mexiko stammenden Frucht, schmeckt köstlich. Und auch frisch ausgelöffelt mag ich sie gerne – so nehme ich das lästige „entstacheln“ vor dem Verzehr gerne in Kauf. Sie enthält Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor, Vitamine der B-Gruppe, und hat einen verhältnismäßig hohen Vitamin-C-Gehalt. Außerdem wird den Früchten auch eine den Cholesterinspiegel senkende Wirkung zugeschrieben. Zubereitung: Zum Essen wird die Kaktusfeige der Länge nach halbiert und einfach ausgelöffelt. Die mexikanische Variante geht so: Frucht auf eine Gabel spießen, an beiden Enden je eine flache Scheibe abschneiden, die Fruchthaut mit einem Messer der Länge nach bis ins Fleisch aufschlitzen und abziehen. Das Fruchtfleisch kann man dann in Scheiben oder Stücke geschnitten servieren. Am besten schmecken die Früchte gut gekühlt und mit Limettensaft beträufelt. Andere Verwendungsmöglichkeiten: Obstsalate, Salate mit Schinken, Geflügel, Räucherforellen, Scampis, für Sorbets, Kompott oder Eiscreme.
An unserer Hausmauer wünsche ich mir die Königin der Nacht, ein kletternder Strauchkaktus aus der Familie der Cactaceae, welcher aus Mittelamerika stammt, und hauptsächlich in Nicaragua, China, Vietnam und Israel angebaut wird. Dessen Früchte,  Drachenfrucht oder Pitahaya genannt, mit weißem oder blutrotem Fruchtfleisch mit feinen, Mohnsamen ähnlichen Kernchen, ist von Feinschmeckern gesucht und auf den Märkten selten – und wenn, nur für sündig viel Geld – zu finden. Wenn ich demnächst eine Frucht auf einem Markt ergattern sollte, werde ich die Samen ansäen. Wenn Sie es versuchen möchten, vergessen Sie nicht, nach dem Keimen, wenn die Pflänzchen zwei, drei Zentimeter Höhe haben, unbedingt mit dem Gießen auszusetzen, erst dann wandelt sich die Pflanze zur rankenden, mit Luftwurzeln ausgerüsteten Kaktee.
Nah am Haus, in einem tiefgründigen Pflanzgraben, soll eine Bananenstaude ihren Platz finden. Ein Garten auf Lanzarote ohne Bananenstaude geht, wie ich finde, einfach nicht. Wind und Trockenheit sind zwar gar nichts für diese feuchtigkeits- und wasserliebende Pflanze aus Indien – aber so nah am Haus wird sie täglich das Abspülwasser bekommen, und vom Wind einigermaßen geschützt, kann sie ihre riesigen Blätter entfalten, unter deren Dach ich mir einen kleinen Gartentisch vorstelle.


Saurere Früchtchen liefert die Níspero, die japanische Wollmispel. Sie stammt aus China und Japan und soll ebenfalls einen Platz in unserem Garten finden. Es sind mit die ersten Früchte, die nach dem Winter hier reif werden und ihr Geschmack erinnert ein bisschen an Pfirsiche oder Aprikosen, ihr Duft eher an Äpfel. Die gelben Früchtchen sind übrigens nicht nur lecker, sondern helfen auch gegen Hautausschläge und Pigmentflecken.
Ein paar Kapstachelbeeren (Physalis) könnte man auch noch pflanzen, die mag mein Mann, und ich muss mich immer sehr zusammennehmen – wenn wir welche im Haus haben – ihm nicht alle wegzufuttern. Das Nachtschattengewächs aus Peru mit den goldgelben Früchten, versteckt sich im Inneren von kleinen, hauchzarten, papierartigen Lampions, die an einem etwa ein Meter hohen, krautigen Strauch wachsen. Sie braucht etwas tiefgründigeren Boden, wohldosierte Portionen Ziegenmist vom Nachbarn, und ein windstilles Plätzchen.Die Früchte sind reich an Vitamin A, B und C, und man kann sie zu Konfitüre oder Eis verarbeiten, in den Rumtopf geben, als Tortenbelag hernehmen oder, wenn man Gäste erwartet, einfach auf der gedeckten Tafel dekorieren.

Es bietet sich noch so manches Früchtchen für einen Platz in einem lanzarotenischen Garten an, wie zum Beispiel die Papaya, auch Baummelone genannt, die Passionsfrucht, die Kumquat (irrtümlich auch Zwergorange genannt), die Pepino- oder Mellowfrucht, ein Johannisbrotbaum, ein Granatapfelbaum, eine Ananas und viele andere mehr – doch davon in einer unserer nächsten Ausgaben.



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