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Lokales, Serie, Wissenswertes

Ein Obstgarten auf Lanzarote - Von Ananas bis Zitrone (Teil 3):
Alles Banane - darum ist die Banane krumm



Die Portugiesen brachten die ersten Bananenpflanzen Ende des 15.Jahrhunderts von Westafrika auf die Kanarischen Inseln. Foto: www.photocase.com / Jenzig71


(03/08 N°20) Die Banane (Musa x paradisiaca) stammt ursprünglich aus dem indischen Raum. Im 7. Jahrhundert nach Christus gelangte die Banane nach Ägypten und wurde von dort aus durch arabische Sklaven- und Elfenbeinhändler auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet. Der Name Banane, leitet sich von dem arabischen Wort banan ab und bedeutet Finger. Die Portugiesen brachten die ersten Bananenpflanzen Ende des 15.Jahrhunderts von Westafrika auf die Kanarischen Inseln. Von hier aus nahmen sie wenig später die ersten Bananenschößlinge auf die Karibischen Inseln und von da aus dann nach Mittel- und Südamerika mit.
Heute wird die Banane in allen tropischen, feucht-heißen Ländern  rund um den Äquator angebaut. Der so genannte Bananengürtel reicht etwa vom 30. südlichen bis zum 30. nördlichen Breitengrad.
Die Banane ist eine Staude mit einem fleischigen Wurzelsystem, einem Rhizom, aus dem kontinuierlich neue Triebe hervorwachsen. Jeder Trieb bildet einen Scheinstamm aus sich überlappenden Blattscheiden. Jeder dieser Scheinstämme bringt nach zehn bis zwölf Monaten einen Blütenstand hervor, an dem sich von unten nach oben Reihen von Blüten öffnen. Durch seine Größe und sein Gewicht biegt sich der Blütenstand Richtung Erde. Die zuerst kleinen geraden oder fast geraden Bananen biegen sich unter dem Einfluss eines Wachstumshormons  und wachsen entgegen der Schwerkraft nach oben zum Licht und werden krumm. Das Fachwort dafür heißt negativer Geotropismus. Eigentlich normal, dass die Pflanzen nach oben zum Licht wachsen, denkt man sich. Sie wachsen aber auch ohne Licht nach oben – wie die keimenden Kartoffeln im dunklen Keller. Wurzeln wachsen erstmal senkrecht nach unten und Äste mehr oder weniger waagerecht. Die Wuchsrichtung der verschiedenen Pflanzenteile in Bezug auf die Schwerkraft wird von der Pflanze mit Wuchshormonen gesteuert.
Die obersten Blüten des Blütenstandes der Banane sind männlich, die mittleren zwittrig, die untersten weiblich. Da die Banane vollkommen parthenocarp ist, also keine Befruchtung durch männliche Pollen braucht, kann man die männlichen und zwittrigen Blüten entfernen, aus ihnen entwicken sich ohnehin keine Früchte. Botanisch gesehen handelt es sich bei der Banane um eine Beere. Auch die Früchte von Avaocado, Granatapfel, Guave, Melone, Papaya, Weintraube und Zitrus sind in der Botanik Beeren.
Die Bananen haben hohe Ansprüche an Temperatur, Wasserversorgung und Nährstoffe. Sie brauchen viel stickstoffreiche, organische Substanz. Bei der Pflanzung empfehle ich reichlich Mist – einen Schubkarren voll – in und um das Pflanzloch einzuarbeiten. Pflanzabstand 2 x 2 m. Die großen, ertragreichen Obstbananen wie die Sorten „Gros Michel“, „Giant Cavendish“ und „Robusta“ brauchen ein gleichmäßig warmes Klima und gleichmäßig verteilte Niederschläge von 2500mm/Jahr. Im subtropischen Klima, wie auf den Kanarischen Inseln, baut man die kleinwüchsigen und kleinfrüchtigen Bananensorten wie „Dwarft Cavandish“, die Apfelbanane (Plátano de Manzana) und die Zuckerbanane an. Alle drei Sorten werden nicht höher als 2,50 m. Es gibt über 400 verschiedene Bananensorten. Für einen Überblick teilen wir sie in Obstbananen, Gemüsebananen, Textilbananen und Zierbananen ein. In Europa werden Obstbananen gegessen. Kochbananen sind wie Kartoffeln reich an Stärke und werden gekocht, gebraten oder zu Mehl verarbeitet. Auch Bier wird aus Bananen hergestellt. Aus den Textilbananen, haupsächlich Musa textilis Nèe,  wird der Manila-Hanf gewonnen. Zierbananen, wie die Musa ensete, kann man aus Samen anziehen. Für nördlichere Gefilde gibt es halbwegs frostharte Ziersorten.
Die Obstbanane hat keine Samen. Als Pflanzmaterial für die Obstbanane dienen Schößlinge mit noch nicht entfalteten Blättern oder getopfte Pflanzen aus dem Gartencenter. Auch ältere Schößlinge kann man noch pflanzen, wenn man vorher die  Blätter entfernt und das neueste, noch zusammengerollte Blatt einkürzt. Von den kontinuierlich neu sprießenden Seitenschösslingen der Bananenstaude lässt man immer nur einen oder zwei stehen, so dass sich alle 6 Monate eine Blüte bilden kann. Die überschüssigen Schößlinge hackt man ab oder gräbt sie mit Wurzeln zum Verpflanzen aus. Auf diese Weise kann eine Bananenpflanzung 10 Jahre oder mehr bestehen bleiben. Danach muss neu gepflanzt werden, da sich nach zehn bis fünfzehn Jahren der Ertrag verringert und die Zeitspannen bis zur Fruchtentwicklung länger werden. Wenn sie alle ein bis zwei Jahre mit Mist nachdüngen wollen – sehr empfehlenswert: ziehen Sie den Picón zur Seite und streuen Sie reichlich Mist auf die Erdoberfläche. Die wichtigsten Nährwurzeln der Banane verlaufen nahe der Bodenoberfläche, also besser den Mist nicht mit der Hacke einarbeiten.
Bananen sind sehr windempfindlich. Bei Pflanzung an ungeschützten Stellen zerzaust und vertrocknet der Wind die Blätter. Der Scheinstamm verholzt nicht und ist überdies innen hohl. Stärkerer Wind kann ihn abknicken. Es empfiehlt sich, den Fruchtbüschel mit einem Brett abzustützen: Ein Büschel Bananen kann auch auf den Kanaren bis zu 200 Bananen haben, das sind 20 bis 35 kg Gewicht. Geerntet wird das gesamte Bananenbüschel auf einmal. Der verbleibende abgeerntete Stamm wird abgehackt, damit Platz für den nächsten Schößling ist. Der sollte jetzt schon einen guten Meter Höhe haben.
 Für den Verkauf wird grün geerntet. Für den Hausgebrauch erntet man bei Gelbwerden der ersten Bananen das ganze Büschel und hängt es im Haus an einem schattigen Platz zum Nachreifen auf. Jeden Tag werden dann neue Bananen gelb, und am Schluss, wenn der Rest des Büschels auf einen Schlag reift, muss man Einkochen oder die Nachbarn mit Bananen beglücken.
Noch ein Wort zu Krankheiten und Schädlingen an Bananen: im Hausgarten werden wir höchst selten Probleme mit den gefürchteten Pilzinfektionen der Banane wie der Panama Krankheit, der Sigatoka und der Zigarrenendkrankheit haben. Augenmerk müssen wir auf die Fruchtbüschel richten: Hier nisten sich gerne weiße Wollläuse und Milben ein. Beides können wir mit Kaliseife oder Phyretrum bekämpfen. Man bekommt diese biologischen Pflanzenschutzmittel in den größeren Gartencentern und im Fachhandel unter dem Namen „Jabón potásico“ bzw. „Piretrina“.

 

Der Autor Wolfgang Scherzer studierte in Deutschland Gartenbau und tropische Landwirtschaft. Seit zwölf Jahren arbeitet er als Gartenarchitekt und Gärtner auf Lanzarote.



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